WM 2014 - 1/8 Finale: Deutschland - Algerien 2:1 n.V.

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    Algerien beißt sich mit ihren Mannorientierungen am deutschen Mittelfeld fest. Deutschland hat lange Zeit zu wenig Bewegung und Ideen, um Algerien zu bespielen. Ein Libero rettete das Team.


    Eigentlich sollte es eine Routineaufgabe werden. Algerien schien ein machbarer Gegner vor der Partie. Allerdings tat sich die deutsche Mannschaft schwer mit der algerischen Verteidigung. Was waren ihre Probleme? Und wieso avancierte Manuel Neuer zum Man of the Match?


    Der Begriff „Mannorientierungen“ wurde in den vergangenen Wochen zum Modewort auf Spielverlagerung.de. Immer mehr Teams verteidigen eng am Gegenspieler und verfolgen diesen weit. Algerien ist ein Musterbeispiel für ein solches Team: Im Mittelfeld hatte das Trio Taider, Lacem und Mostefa die Aufgabe, das deutsche Dreiermittelfeld eng zu verfolgen; selbiges taten die Außenstürmer mit den deutschen Außenverteidigern. Vorne orientierte sich Slimani oft an Boateng und lenkte den Spielaufbau so auf die halbrechte deutsche Seite.


    Algerien wollte auf diese Art direkte Zuordnungen herstellen, was bereits die deutschen Gruppengegner teilweise versucht hatten. Algerien spielte diese Mannorientierungen allerdings wesentlich aggressiver und druckvoller aus; sie schossen oft aus der eigenen Formation und störten das deutsche Mittelfeld. Gerade im Zentrum hatten die Deutschen so fast nie eine sichere Anspielstation. Auch die Verteidiger verließen oft die Abwehrkette, um das Zurückfallen von Thomas Müller zu verfolgen. Um in der hintersten Linie dadurch nicht unkompakt zu stehen, rückten die Außenstürmer weit zurück und stellten situativ Fünfer- oder gar Sechserketten her.


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    Fazit


    Deutschland tut sich mit den Algerien lange Zeit schwer. Zugegeben: Die algerische Form der Mannorientierungen ist bei dieser WM eher untypisch und nicht leicht zu bespielen. Allerdings hatte die DFB-Elf Spiele gegen ähnlich auftretende Gegner in der Vergangenheit schon besser gelöst. In der Qualifikation gegen Irland gab es weder diese Staffelungsprobleme noch wurde der Zehnerraum so schlecht genutzt. Auch die Wahl zweier gelernter Innenverteidiger auf den Außenverteidiger-Positionen kann man in diesem Spiel kritisch sehen; es fehlten doch etwas die druckvollen Vorstöße eines Großkreutz oder Durms.


    Dennoch ist das deutsche Vorhaben, den vierten Titel zu erringen, damit noch nicht zu Ende. Auf einen Gegner wie Algerien werden sie im weiteren Turnierverlauf nicht mehr treffen. Stattdessen gilt es nun, die französischen Konter einzudämmen und Karim Benzema in den Griff zu bekommen. Bis dahin sind die Offensivprobleme das größte Manko, an dem Löws Team arbeiten muss.

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