Stimmungsthread

  • Auch hier nochmal zur Erinnerung.
    Am 15.10 ( nächste Woche Mittwoch ) Pflichttermin:


    München (DK) Von Fans für Fans – wie Ultras einen Spielfilm ins TV brachten. Am 15. Oktober zeigt die ARD zur Prime Time ab 20.15 Uhr „Kurt Landauer. Der Präsident“. Ein Themenabend rund um den einst vergessenen Präsidenten des FC Bayern München. Er gilt als Erfinder des Vereins.


    Die Würdigung erfolgt ganz am Ende. Im Abspann des Films, auf der letzten Tafel: „Es war die Fangruppe ,Schickeria’, die Kurt Landauer der Welt wieder in Erinnerung rief“. Dieser Dank ist einer Ultra-Gruppierung des FC Bayern München gewidmet. Das sind jene Fans, die einst wegen gewalttätiger Ausschreitungen in Verruf gerieten und sich über Jahre mit ihrem Herzensverein zofften. Sie waren es, die den ARD-Spielfilm „Landauer. Der Präsident“, zu sehen am 15. Oktober um 20.15 Uhr in der ARD, überhaupt erst möglich gemacht haben.


    Der Kaufmann Kurt Landauer, gespielt von Josef Bierbichler, ist der Erfinder des FC Bayern. Als Präsident führte er seine Roten 1932 zur ersten Deutschen Meisterschaft. Weil er Jude war, wurde er von den Nationalsozialisten verfolgt und ins KZ Dachau interniert. Um sein Leben zu retten, floh er in die Schweiz. Drei seiner Geschwister überlebten den Holocaust nicht. „Ein bayerischer Jude, der seine ganze Familie verliert und nach München zurückkehrt und den Verein wieder aufbaut – das ist Schindlers Liste in Bayerisch“, sagt Regisseur Hans Steinbichler.


    Der Film handelt von der Zeit ab 1947, als Landauer aus Genf zurück ins zerbombte München kommt und trotz aller Hindernisse (die US-amerikanischen Besatzer wollten keine Vereinsgründungen lizenzieren) versucht, den Verein, der mittlerweile pleite ist, wieder aufzubauen. Landauer setzt sich gegen alle Widerstände durch, treibt das nötige Geld auf – zum Teil sein eigenes. Der Anfang einer Erfolgsgeschichte, die jedoch beim FC Bayern lange in Vergessenheit geraten war.


    „Es waren tatsächlich die Fans, die Kurt Landauer durch ihr Engagement wiederentdeckt und ausgegraben haben“ sagt Cornelius Conrad vom Bayerischen Rundfunk, der Redakteur des Films. „Denn die ersten Recherchen gehen auf das Konto der ,Schickeria’ und des ,Club Nr. 12’, also der Hardcore-Fans. Wir haben uns dann des Themas angenommen, Regisseur Hans Steinbichler hat ihm ein filmisches Denkmal gesetzt.“


    Wie dieser ungewöhnliche Doppelpass zustande kam, erklärt Gregor Weinreich, der Vorsitzende des „Club Nr. 12“, der aktiven Vereinigung von Bayern-Fans: „Vor etwa 15 Jahren haben sich immer mehr Fans für die Vergangenheit unseres Vereins interessiert. Plötzlich grub man das alte Bayern-Logo wieder aus und verwendete es für Fanartikel.“ Aus dem Spleen einiger weniger wurde ein Trend. Damals hatten andere Vereine wie etwa der Hamburger SV ein Vereinsmuseum, der große FC Bayern noch nicht. Bei den Recherchen setzten sich die Bayern-Fans ins Stadtarchiv, neben die Studenten: Bücher wälzen, Dokumente sichten. „Dabei stolperten sie immer wieder über den früheren Präsidenten“, erzählt Weinreich. Der ,Club Nr. 12’ gründete eine Landauer-Arbeitsgruppe. Der Anfang vom Hype.


    Für den Bayerischen Rundfunk war die Initialzündung zur Film-Idee eine Choreografie von Bayern-Fans im Oktober 2009. Der Anlass: Landauers 125. Geburtstag. Auf den Spruchbändern stand: „Der FC Bayern war sein Leben – nichts und niemand konnte das ändern!“ Der BR beauftragte Autor Dirk Kämper, das Drehbuch zu schreiben. „Kämper hat alle möglichen Quellen angezapft – viele gab es ja nicht“, sagt Conrad, „zunächst hat er sich auch aus den Recherchen der Fans bedient. Wie die Fans ging er dann auch ins Stadtarchiv und durchforstete alte Vereinsregister.“ Der FC Bayern war begeistert von der Filmidee, besonders Uli Hoeneß. „Er hat viele Vorschläge gemacht“, sagt Conrad, „etwa, dass Jugendspieler im Film mitmachen könnten oder gar aktuelle Profis.“ Dazu kam es aber nicht, der Verein unterstützte die Produktion bei der Suche nach Komparsen.


    Nun zeigt der Film einer breiten Öffentlichkeit die bisher unbekannte Vergangenheit des Rekordmeisters. „Ich bin sehr glücklich, dass Kurt Landauer diese Ehre zuteil wird, weil er aus den Geschichtsbüchern des FC Bayern verschwunden war“, sagt Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge. „Ich habe von 1974 bis 1984 für Bayern gespielt und in diesen zehn Jahren ist mir der Name nicht einmal über den Weg gelaufen. Er feiert jetzt ein fulminantes Comeback, mit dem Höhepunkt dieses Films – und das zu Recht, weil er als große Leistungen zum Wohle des FC Bayern erbracht hat.


    Mittlerweile ernannte man den 1961 Verstorbenen posthum zum Ehrenpräsidenten, mit diesem Titel wurden bisher nur Wilhelm Neudecker und Franz Beckenbauer ausgezeichnet. In einer groß angelegten Stadionchoreografie erinnerten Bayerns Fans im Februar 2014 an Landauer mit dessen eigenem Zitat: „Der FC Bayern und ich gehören nun einmal zusammen.“


    Für diese Aktion wurden die Ultras vom Deutschen Fußballbund (DFB) mit dem Julius-Hirsch-Preis ausgezeichnet. „Die Choreografien und andere Aktionen haben viele Fußball-Fans für dieses Thema sensibilisiert“, lobte DFB-Präsident Wolfgang Niersbach.


    Der Landauer-Kult in München wuchs stetig. 2005 beschloss der Kommunalausschuss des Stadtrats, den Rettungsweg an der Allianz-Arena „Kurt-Landauer-Weg“ zu nennen. Die Fans hatten darauf gedrängt – und sich noch mehr erhofft. Die Arena im Norden Münchens sollte gar in „Stadion am Kurt-Landauer-Weg“ umbenannt wird. Weinreich: „Das war total naiv.“ Mittlerweile gibt es jedoch einen „Kurt-Landauer-Platz“ – auf dem Gelände des jüdischen Sportverein TSV Maccabi München. Seit 2006 richtet die „Schickeria“, von denen einige Mitglieder wegen früherer Ausschreitungen immer noch Stadionverbote haben, ein Fußballturnier um den „Kurt-Landauer-Pokal“ aus.


    „Für mich ist Kurt Landauer sehr eng mit Bayern München verbunden. Das, was ich als Bayern München wahrnehme, wovon ich Fan bin, wofür ich mich engagiere“, sagt „Schickeria“-Mitglied Simon Müller, „eine Positionierung gegen Rassismus erfolgt von uns schon aufgrund des reinen, gesunden Menschenverstandes, aber auch die Verfolgung von Kurt Landauer ist für uns zusätzliche Motivation, sich gegen Nazis, Faschismus und Rassismus und zu engagieren.“ Die Gruppierung hängte Banner in der Kurve auf mit der Botschaft: „Kein Fußball den Faschisten!“ – und zum 9. November 2013: „75 Jahre nach den Novemberpogromen – nichts und niemand ist vergessen“.


    Das Konterfei Landauers ist in München mittlerweile ein Begriff, bei einer Preview in einem Münchner Kino erschien kürzlich die komplette Regionalliga-Mannschaft des FC Bayern. „In der Südkurve stehen heute mehr Fans mit Landauer-Shirts herum als zum Beispiel mit Mario Götze drauf“, sagt Weinreich vom ,Club Nr. 12’, „nichts gegen Götze, aber ich finde das sehr sympathisch.“


    Und Philipp Lahm, der Bayern-Kapitän, sagt: „Kurt Landauer ist einer der Gründerväter des FC Bayern. Ohne sein Wirken vor und nach dem Zweiten Weltkrieg stünde der Verein nicht da, wo er jetzt ist. Noch kennt ihn kaum jemand, aber das wird der Film jetzt ändern.“ Dank der Ultras.

    Neulich wars gestern mehr als draussen

  • Ich glaube der Kurt wird auf irgend einer Wolke sitzen und sehr glücklich runterschauen und auch mit einem Auge vielleicht etwas schelmisch blinzeln, das es ausgerechnet die "Problembengel" unter den FCB Fans waren die so ein Gedenken ermöglichten, für ihn den Präsidenten des FCB in einer sehr schlimmen Zeit... und nicht die Großkopferten, die sich dann aber auch gerne anschlossen.


    So eine Würdigung für einen Verdienten des Vereines angestoßen von den Fans, ist ganz einfach großes Kino und eine wundervolle Außendarstellung für den ganzen FCB. Einfach nur ein fettes Danke an Alle die das ermöglicht haben.

    „Let's Play A Game“

  • Club Nr. 12


    Was für eine magische Nacht in der ewigen Stadt. Die benachbarte Fankurve des AS Rom applaudiert nach Schlusspfiff minutenlang den Bayernfans für den fantastischen Support
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    Auf geht's Bayern kämpfen und siegen


    Die Fans vom AS Rom und die des FC Bayern tauschten nach dem Spiel gestern Abend ihre Schals.
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    Das finde ich aber mal eine besonders schöne Geste! :)

    Wir ham den Cup gewonnen, den Thron erklommen, der Arjen hat´s gemacht!