Gewalt, Randale und Ausschreitungen

  • <span style="font-weight:bold; font-style:italic">Zitat:</span><br><span style="font-style:italic">und früher war das auch öffentlicher oder offensichtlicher...man hat sich da und dort nen Treffpunkt ausgemacht und schon gings los</span><br>-------------------------------------------------------


    merkst du den Unterschied?
    Genau das ist einer der wesentlichen Punkte.
    Es gab einen Kodex keine Unbeteiligten rein zu ziehen.
    Keine Kutten, keine Familienväter etc.
    Heute gibt es auch noch Datings, aber das heisst noch lange nicht das es irgendwann, irgendwo, urplötzlich losgehen kann.

    Neulich wars gestern mehr als draussen

  • Bekommt jemand Stadionverbot erteilt, nimmt er sich einen Anwalt, der sich darauf spezialisiert hat, und klagt. Oft leider mit Erfolg. Das ist ja das Dilemma</span><br>-------------------------------------------------------
    Eine Schande, derartige Vorgänge sind in einem zivilisierten Rechtsstaat nicht hinnehmbar!


    <span style="font-weight:bold; font-style:italic">Zitat:</span><br><span style="font-style:italic">früher gabs mehr aggressive Auseinandersetzungen als heute ist mein Eindruck....und früher war das auch öffentlicher oder offensichtlicher.</span><br>-------------------------------------------------------
    Dafür kann man heute mit solchen Storys Auflage und Geld machen!
    Da darf man dann ruhig auch mal übertreiben.


    Überbevölkerung, Hungerkatastrophen, Naturkatastrophen, strahlende Atomkraftwerke, Währungskrise - alles nichts im Vergleich zu ein paar Fußballfans die bengalische Feuer zünden.


    An Silvester ist das natürlich was ganz anderes weil so halt. Und wenn an Fasching, bei Volksfesten oder in Großraumdiscos mal die Fäuste fliegen ist das ebenfalls was ganz anderes. Wieso? Weil die "BILD" das sagt.


    Wir sind Deutschland!

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  • ich weiss wie du es meinst mc_ulm. Ist auch okay so.
    Nur muss man hier klar sagen: nein es geht nicht um eine bengalo choreo, es geht um heftigste Attacken die nichts mehr mit normaler Emotionalität im positiven Sinne zu tun haben.
    Ich habe kein Problem damit wenn sich gleichgesinnte daten und dann ihre dritte HZ bekommen ( das muss jeder selbst wissen ).
    Aber wenn es gegen Pesonen geht die damit nix am Hut haben wirds albern.
    Zumal das oftmals keine Gegner sind, sondern wirklich nur Opfer.
    Wer sich dafür ne Kerbe ins Holz schnitzt hat etwas grundsätzliches missverstanden.
    Im militärischen Sinne wäre das so als wenn sich eine Spezialeinheit damit rühmt Zivilisten aufgemischt zu haben, den wahren ebenbürtigen Gegner aber verfehlt. ;-)

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  • :D :8


    BILD dir deine meinung...


    ändert nix an der tatsache das begalos nicht legal sind!
    auch wenn man den welthunger und die überbevölkerung mit einbezieht, bleibt es illegal! :8 und das ist sehr gut so!


    schon mal fotos mit verbrannten menschen nach sylvester gesehen??? @muc


    sowas darf nicht der preis sein, nur weil einige wenige das verlangen nach feuer packt!!!

  • noch ein Buchtipp


    John King - Der letzte Kick


    auch sehr interesant in Sachen Einblick.
    Geht aber leider um eine Chelsea Firm.


    hier preiswert gebraucht zu erstehen
    ->
    http://www.amazon.de/letzte-Ki…all-Factory/dp/3442540577



    <span style="font-weight:bold; font-style:italic">Zitat:</span><br><span style="font-style:italic">Mit ebenso drastischer wie authentischer Sprachgewalt schildert John King das Leben des Chelsea-Fans Tom Johnson, der zu den Parias der 90er Jahre gehört: zu jenen radikalen Fußballfans, die ihre Frustrationen und ihre Wut auf den neuen Schlachtfeldern einer aus den Fugen geratenen Gesellschaft abreagieren - in den Stadien, in den billigen Bars und Pubs und in den Straßenzügen verwahrloster Industriestädte. Eine authentische und schockierende Innenansicht nicht nur der englischen Jugendszene. "Nur ein phänomenal talentierter Autor kann mit solcher Kraft und Authentizität schreiben. Kauft, stehlt oder borgt euch dieses Buch, denn demnächst wird keiner mehr mitreden können, der es nicht gelesen hat." Irvine Welsh </span><br>-------------------------------------------------------


    http://ecx.images-amazon.com/i…I/71R6N03J4ML._SL500_.gif

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  • http://www.spiegel.de/kultur/literatur/0,1518,704711,00.html


    John King, 50, liebt Fußball, Literatur und die Dynamik des Klassenkampfs. Deshalb ist sein Roman "The Football Factory" nicht nur eine Hommage an die Hooligan-Kultur, sondern eine dralle Schilderung der englischen Arbeiterklasse und ihrer Selbstbehauptungs-Rituale.


    Aktuell plant der bekennende EU-Gegner King einen futuristischen Roman über den totalitären Superstaat. Und legt unterdessen in seinem Verlag London Books alte Bücher neu auf, die vom Leben in der englischen Hauptstadt handeln.


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    Die WM ist ein Riesengeschäft - nicht nur davon ist John King genervt. Im SPIEGEL-ONLINE-Interview erklärt der britische Fußballexperte, warum er Hooligans für die konsequenteren Fans hält, was es mit den "White Niggers" auf sich hat. Und weshalb er seinem Lieblingsclub den Abstieg wünscht.


    SPIEGEL ONLINE: Herr King, mit englischen Hooligans gab es dieses Jahr keinen Ärger bei der WM. Südafrika war wohl doch zu weit weg.


    John King: Genau. Heute reist eine andere Sorte Fans mit England zu den Turnieren. In den Qualifikationsspielen gibt es noch einige von der alten Schule, denn da ist es nicht so glamourös. Aber bei der WM sind die Tickets extrem teuer, alles ist durchkommerzialisiert und die Polizeiüberwachung ist sehr strikt.


    SPIEGEL ONLINE: Klingt, als würden Sie die Gewalt vermissen.


    King: Fan kommt von Fanatismus. Als ich 1976 das erste Mal zu einem Chelsea-Heimspiel ging, standen 20.000 Teenager auf der Tribüne. Damals ging es ums Singen, ums Herumschubsen. Es war vor allem Spaß.


    SPIEGEL ONLINE: Die Vuvuzela-Spieler haben heute doch jede Menge Spaß.


    King: Ich finde das alles seltsam, auch Trommeln oder Megafone. Man sollte selbst den Krach machen und nicht etwas anderes den Krach machen lassen.


    SPIEGEL ONLINE: Und sich selber prügeln? Wurde nicht unter anderem aus diesem Grund die Premier League in England etabliert?


    King: Man hat den Fußball zerstört mit der Premier League. Man hat reine Sitzplatzstadien gebaut. Die brauchte man nicht, aber mit den höheren Preisen wurden die Leute verdrängt, die man nicht mehr haben wollte. Dafür lockte man einen neuen Kundentypus an. Es heißt oft, die Premier League sei die beste Liga der Welt. Falsch. Die Stimmung ist ziemlich tot in vielen Stadien.


    SPIEGEL ONLINE: Vorher gab es Tote. Denken Sie an die Katastrophe von Heysel, als beim Europapokalfinale 1985 zwischen Liverpool und Juventus Turin in Brüssel 39 Menschen ums Leben kamen.


    King: Das ist der Hintergrund meines Buches "The Football Factory". Nach Heysel ging es bergab. Für viele war Fußball kein Spiel mehr. Dann kamen die Überwachungskameras und eben die Premier League. Aber die großen Clubs haben nach wie vor noch ihre Hooligangruppen, bei wichtigen Spielen können sie noch immer jede Menge Leute mobilisieren. Es wird heute nur weniger berichtet.


    SPIEGEL ONLINE: Und die Spannungen zwischen den Milieus haben sich im Zug der Wirtschaftskrise weiter verschärft. In Ihrem Buch bezeichnen sich die Hauptfigur Tom und seine Gang-Kollegen selbst als "White Niggers", als gesellschaftliche Außenseiter.


    King: Die herrschende politische Klasse blickt nicht nur herab auf Minderheiten, sondern auch auf die gewöhnlichen Weißen. Diese Leute fühlen sich vollkommen ohnmächtig. Sie dürfen sich nicht mal wirklich beklagen, denn wenn sie das tun, werden sie als Rechtsextremisten verurteilt.


    SPIEGEL ONLINE: Dennoch hassen die meisten Hooligans ihre migrantischen Mitbürger.


    King: Klar, man beschimpft zum Beispiel die Schwarzen, aber es gibt in meinem Buch auch ein schwarzes Hooligan-Gang-Mitglied, und das war in den Neunzigern ja tatsächlich so. Am Ende wissen alle, dass die farbigen Jungs genauso sind wie sie. Und umgekehrt behandeln manche, die Worte wie "Nigger" peinlich vermeiden, Schwarze viel schlechter. Mir ging es um das Abbilden der Realität, und letztlich ist das Schimpfen auf die Schwarzen eine Fortführung des Stammesgehabes zwischen den Fußballclubs.


    SPIEGEL ONLINE: Warum ist gerade Fußball der Ort, wo all diese männlichen Obsessionen - Gewalt, Gang-Mentalität, Stammesverhalten - ausgelebt werden können?


    King: Es ist ein Theater, es wird in den Medien darüber berichtet, es gibt eine klare Bilderwelt. Der Ablauf ist kontrolliert, auch wenn es manchmal zu Auseinandersetzungen kommt. Und wie ich in "Football Factory" schreibe: Fußball ist weit weniger gefährlich als Krieg. Es geht nicht darum, Leute umzubringen.


    SPIEGEL ONLINE: Gehen Sie eigentlich noch zu Chelsea-Spielen?


    King: Nicht mehr oft. Ich finde es ziemlich deprimierend. Die Stimmung ist raus, viele sind keine wirklichen Fans. Vielleicht sollten wir absteigen. Dann würden all die Luxusfans abhauen, und Chelsea würde wieder ein richtiger Fußballverein werden. Zurück in die kleinen Stadien, wo es mehr Spaß macht und die Karten billiger sind.

    Neulich wars gestern mehr als draussen

  • solang nur geredet wird und nicht gehandelt, ändert sich garnichts, allerdings wird es schwer, man will ja auch nicht sein Gesicht verlieren, und es wird noch vieles verschwiegen, wie bei der WM 2006 in Deutschland, da hat man auch nichts von Randalen gehört, Tatsache ist aber eine andere, kann da desmokevin nur zustimmen, in diesem Land stimmt so einiges nicht, da kommen solche Vorkommnise im Fussball gerade recht, für mich persönlich, sind diese aber noch das kleinste Problem!!

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  • Es steckt in der Tat viel mehr dahinter, als die Meisten vermuten, es ist ein gesellschaftliches Problem und ich wüsste a auf Anhieb auch kein Patentrezept 8-)

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  • Brennende Blöcke, randalierende Fans: Die Bilder aus deutschen Fußballstadien sind erschütternd. Viele Experten glauben, dass der Fußball durch Ultras wieder ein Gewaltproblem hat. Doch ganz so einfach ist es nicht.


    DFB-Boss Theo Zwanziger macht es sich einfach. Er setzt Ultra-Gruppen, die in Stadien Pyrotechnik zünden, mit Hooligans gleich, die randalieren. In der "Bild"-Zeitung sagt Zwanziger: "Mit verbaler Gewalt wie Hassgesängen fängt es an, geht weiter über den gefährlichen Pyro-Einsatz bis zu direkter Gewalt. Man kann das Problem nicht allein der Polizei überlassen".


    Damit beweist Zwanziger vor allem eins: Er hat wenig Kenntniss von der deutschen Fanszene. Seine Logik: Wer vorgestern Hoffenheims Mäzen Dietmar Hopp als Hurensohn beschimpfte, hat gestern Pyrotechnik abgebrannt und ist heute schon ein Gewalttäter. Doch damit liegt er falsch, denn die Ursachen für die jüngsten Vorfälle könnten unterschiedlicher nicht sein. Die einen wollen den Einsatz von Pyrotechnik legalisieren - indem sie verstärkt zündeln. Die anderen setzen auf Gewalt, in Dortmund und Frankfurt etwa trugen durchgeknallte Hooligans eine inoffizielle Randale-Meisterschaft aus.


    Beim Pyrotechnik-Streit will die Ultra-Szene ihren Protest über die gescheiterten Verhandlungen mit dem DFB in Sachen Pyrotechnik ausdrücken. Zu Beginn der Saison verzichteten die Fans wochenlang auf das Abbrennen von Feuerwerkskörpern, da ihnen vom DFB Zugeständnisse in Aussicht gestellt worden waren. Doch davon will der DFB heute nichts mehr wissen. Aus Protest wurde daraufhin bei zahlreichen Bundesliga-Begegnungen medienwirksam gezündelt. Wolfsburger Fans veranstalteten ein Feuerwerk beim Hamburger SV, in Dortmund rauchte es minutenlang im Gästeblock der Kölner, und beim Spiel zwischen Hannover 96 und dem FC Bayern fackelten Gästefans bengalische Feuer ab.


    Beim Bundesliga-Spiel in Dortmund verspätete sich der Anpfiff, zudem wurde das Tracking-System des Bundesliga-Datensammlers Impire durch den Nebel lahmgelegt. Das war alles. Man kann darüber streiten, ob der giftige Qualm und die hohen Temperaturen der abgebrannten Feuerwerkskörper eine Form der Gewalt gegen Unbeteiligte ist. Doch diese Aktionen sind in keinen Fall mit denen gleichzusetzen, die Hooligans unter der Woche im DFB-Pokal an den Tag legten.


    Bei der Partie Borussia Dortmund gegen Dynamo Dresden schleuderten Randalierer bengalische Feuer und Knallkörper in der Dortmunder Innenstadt auf Polizisten. Im Stadion griffen die Dresdner Hooligans Ordner und Polizisten an, warfen Gegenstände und Knallkörper auf das Spielfeld und zerlegten den Catering-Bereich.


    Es war nicht das erste Mal, dass ein Dresdner Hooligan-Mob ausrastete. Diese Klientel plant solche Auftritte, um den martialischen Ruf in der Szene zu konservieren. Da kommen ihnen die sechs Millionen ZDF-Zuschauer während einer Live-Übertragung gerade recht. Ähnliche Szenen gab es beim Spiel zwischen Eintracht Frankfurt und dem 1. FC Kaiserslautern. Beide Fan-Szenen sind seit Jahren verfeindet, immer wieder waren die Aufeinandertreffen von Ausschreitungen begleitet.


    Der DFB täte gut daran, diese Vorgänge differenziert zu betrachten. Schon deshalb, weil Vertreter des DFB selbst am runden Tisch mit Ultras durch falsche Versprechungen für verhärtete Fronten gesorgt haben. Diese Gruppe jetzt per se als Gewalttäter hinzustellen, ist fahrlässig. Genauso wie die Forderung von Frankfurts Manager Heribert Bruchhagen, man möge keine Dauerkarten mehr an bekennende Ultras ausgeben. Stattdessen wäre es angebracht, den Dialog wieder aufzunehmen.


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    Leuchtfeuer im Stadion
    Ultras starten Pyrotechnik-Offensive


    Die Gespräche hatten vielversprechend begonnen, doch dann brachen DFB und DFL den Dialog mit der Initiative "Pyrotechnik legalisieren" ab. Nun fühlt sich die Fan-Szene betrogen - und sucht ihr Heil im verstärkten Einsatz von bengalischem Feuer.


    Felix Brych wollte seine Uhr ablesen. Doch roter Nebel ließ dies kaum zu. Also musste der Bundesliga-Schiedsrichter der Partie zwischen Borussia Dortmund und dem 1. FC Köln am vergangenen Wochenende fast fünf Minuten mit dem Anstoßpfiff warten. Die Kölner Ultras hatten zahlreiche Rauchbomben und Leuchtraketen gezündet.


    Mit diesem Problem war Brych am Wochenende nicht alleine. Auch in Nürnberg fackelten Stuttgarter Fans minutenlang Leuchtstäbe ab. Genauso wie Bayern-Ultras beim Spiel in Hannover.


    In allen Fällen wurden nach dem Feuerwerk Protestplakate hochgehalten, die fast durchweg eine Botschaft transportierten: "Pyrotechnik legalisieren". Solche Plakate sah man schon vor einigen Wochen bei den Derbys zwischen dem Hamburger SV und Werder Bremen sowie Bayer Leverkusen und dem 1. FC Köln, bei denen rund hundert bengalische Feuer gezündet worden waren. Sie sind eine direkte Provokation für die Polizei und die Ordnungsdienste, haben aber einen noch wichtigeren Adressaten: den Deutschen Fußball-Bund (DFB).


    Die einschlägigen Ultra-Gruppen des VfB Stuttgart, des 1. FC Köln, von Hannover 96, Bayern München und Werder Bremen sind nämlich allesamt Unterstützer der Initiative "Pyrotechnik legalisieren - Emotionen respektieren". Neben ihnen beteiligen sich derzeit mehr als 160 weitere Ultra-Gruppen und damit Tausende Menschen an diesem problematischen Protest: "Wir wollen zeigen, dass Pyrotechnik völlig sicher und kontrolliert ablaufen kann", sagt Jannis Busse SPIEGEL ONLINE. Der Sprecher der Initiative weist darauf hin, dass die Ultra-Szene in den kommenden Wochen "wohl größere Pyrotechnik-Choreos fahren wird, um damit zu demonstrieren, dass man weder sich selbst noch andere mit Pyrotechnik verletzt".


    Der Streit eskaliert


    Dabei zeigen zahlreiche Beispiele, dass der Einsatz von Leuchtmitteln in Menschenmengen äußerst gefährlich sein kann. Das Abbrennen von Pyrotechnik kann zu schweren Verbrennungen führen und ist in deutschen Fußballstadien strikt untersagt. Für Ultras ist der Einsatz jedoch ein seit vielen Jahren übliches Anfeuerungselement. Deshalb galt die Situation zwischen den Verbänden und den Ultras lange Zeit als festgefahren. Mittlerweile erreicht sie jedoch eine neue Abneigungsstufe. Denn die Ultras kündigten an, ihre Pyrotechnik im großen Stil weiter einzusetzen.


    Grund dafür ist ein vermeintlich gebrochenes Versprechen. Die Verbände und die Fan-Initiative sollen sich im Frühjahr darauf geeinigt haben, dass es zu Verhandlungen über mögliche Pilotprojekte zur Legalisierung des kontrollierten Einsatzes von Leuchtelementen im Stadion kommen würde - unter einer Bedingung. An den ersten drei Erstliga- und an den ersten fünf Zweitliga-Spieltagen dürfe keine Pyrotechnik in den Stadien eingesetzt werden. Durch das Zugeständnis entspannte sich das prekäre Verhältnis zwischen den Ultras und den Verbänden, über mehrere Monate gab es einen Dialog.


    Doch nun, nachdem die Ultras die Bedingung als erfüllt ansehen, wollen die Verbände nichts mehr davon wissen. "Es ist eine Frechheit, dass der DFB behauptet, es hätte dieses Versprechen nicht gegeben. Wir haben es im April vom damaligen DFB-Sicherheitschef Helmut Spahn und DFL-Fan-Vertreter Thomas Schneider erhalten. Jetzt heißt es, die beiden seien nicht befugt gewesen, irgendwelche Versprechen abzugeben. Warum hat man sie aber dann in die Verhandlungen mit uns geschickt? Man hat uns durch die Gespräche vorgeführt und verarscht", sagt Busse. Zudem wurde den Fan-Vertretern in einer internen Sitzung am 1. September mitgeteilt, dass Pyrotechnik auch zukünftig ausnahmslos verboten bleiben wird. "In der Beurteilung unseres Anliegens haben wir gesehen, dass sich die Verbände inhaltlich überhaupt nicht mit diesem Thema auseinandergesetzt haben. Für uns läuft die Initiative jetzt ohne Dialog mit dem DFB und der DFL weiter", sagt Busse.


    Stellungnahme des DFB bleibt aus


    Der DFB wollte sich trotz mehrmaliger Anfrage von SPIEGEL ONLINE dazu nicht äußern. Stattdessen verwies man auf eine Pressemitteilung, aus der hervorgeht, dass die Ultras das ihrerseits gegebene Versprechen nicht eingehalten haben. Im Zeitraum des Moratoriums sollen 21 Einsätze von Pyrotechnik, von denen neun Einsätze Unterstützern der Initiative zugerechnet werden, gezählt worden sein. Wo diese neun Fälle passiert sein sollen und ob es sich dabei tatsächlich um Vertreter der Initiative handelte - darauf gibt der DFB keine Antworten. Zudem stellt sich die Frage: Sind neun Fälle bei 1.247.804 Stadionbesuchern an den ersten drei Spieltagen wirklich von Gewicht?


    Insbesondere im Vergleich zu den vergangenen Wochen, in denen in den Spielorten von Frankfurt, Leverkusen, Stuttgart, Dortmund, Hannover, Hamburg und Bremen sowie in vielen Stadien unterklassiger Ligen kräftig gezündelt wurde. DFB und DFL haben dabei keineswegs den Eindruck gemacht, als ob sie Herr über die Pyrotechnik sind.


    Dies hängt auch damit zusammen, dass die Ultras die teilweise nur kugelschreibergroßen Leuchtraketen problemlos ins Stadion schmuggeln können. In dieser Saison war es für die Polizei zuletzt häufig nur bedingt möglich, Personen aus den riesigen, undurchsichtigen Leuchtfeuer-Meeren zu identifizieren. Dadurch wird die in den vergangenen Jahren immer schärfer gewordene Strafverfolgung gegen Pyrotechnik-Benutzer fast unmöglich. "Die Erfahrungen haben gezeigt: Je mehr man reglementiert, desto mehr wird auf der Tribüne gezündelt", sagt Busse. Hannover überlegt deshalb, die Kosten aus Strafen durch höhere Eintrittspreise aufzufangen.


    Der Konflikt zwischen den Verbänden, der Polizei und den Ultras scheint mittlerweile zu eskalieren. Das Problem daran: Er wird in Fußballstadien ausgetragen, in denen auch Tausende Unbeteiligte anwesend sind.

    Neulich wars gestern mehr als draussen

  • Dresden reagiert und nimmt Richtung Hamburg (Pauli) beim nächsten Spiel keine Fans mit. Alle Karten gehen zurück an Pauli, die die selber an ihre Anhänger geben können (wohl um zu vermeiden das Dresden die Karten zahlen muss).

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  • gewalt ist ein gesellschaftsproblem. fahre in die nächste disko, fahre s-bahn, geh zu einer demo in die stadt oder besuche das oktoberfest.
    idioten gibt es immer.

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  • <span style="font-weight:bold; font-style:italic">Zitat:</span><br><span style="font-style:italic">nein es geht nicht um eine bengalo choreo, es geht um heftigste Attacken die nichts mehr mit normaler Emotionalität im positiven Sinne zu tun haben.</span><br>-------------------------------------------------------
    In der Berichterstattung wird da doch gar nicht mehr differenziert.
    Da wird einfach mal alles in einen Topf geworfen.

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  • Ich empfehle die aktuelle 11 Freunde, da steht ein guter Artikel über die Situation in Deutschland (1.Buli) drin. Müsste wahrscheinlich auch demnächst online zu finden sein.

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