Vereine stimmen gegen Torlinientechnik

  • Vielleicht habe ich mich widersprüchlich ausgedrückt. Ich bin gegen jegliche Art von "technischer Unterstützung" beim Fußball.
    Fußball sollte m. M. nach von Kreisliga bis Bundesliga mit gleichen "Mitteln" und Regeln gespielt werden.


    Und wenn man schon etwas ändern möchte (dann aber von unten bis oben) dann wäre es meiner Meinung nach sinnvoll den "Einwurf", wie beschrieben, zu ändern.


    Ich bin nicht grundsätzlich gegen Regelanpassungen/Änderungen.


    Wo habe ich eigentlich was von "Romantik" geschrieben. Ich werde doch nicht auf meine alten Tage romantisch... :-O

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  • Symbolisch folgende Scene:


    BVB rennt auf das Bayern Tor zu, kommt in den 16er. Lewandowski kommt zu Boden, der Schiri wertet es aber als normalen Zweikampf.


    nun gibt es zwei Möglichkeiten:


    1. Es war ein Zweikampf, dann würde Bayern möglicherweise ein guter direkter Konter genommen.
    2. Es war ein Foul, dann hätten die Zecken Elfer bekommen.


    Aber selbst bei Sky müssen sich manchmal mehrmals die Zeitlupe rausholen, um eine endgültige Entscheidung zu treffen.

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  • ...nun, normaler Zweikampf bedeutet, das Spiel läuft weiter..
    Was genau willst Du damit sagen?
    Das wäre für mich ein Fall für einen Videobeweis und den kann nun wirklich keiner ernsthaft wollen. Dann hätte man unzählige Szenen und Entscheidungen im Spiel die solch einen Beweis, der mit einer Spielunterbrechung einhergeht, was letztendlich das ganze Spiel kaputtmachen würde.


    Eine Torlinientechnik, ähnlich wie ein Hawk-Eye bei Tennis käme ja nur vereinzelt vor und ohne größere Spielunterbrechung.

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  • Das Spiel ist einfach viel zu schnell geworden, vor ein paar Jahren noch hat man in 95 % der Fälle die Fehlentscheidung des Schiris direkt am TV berwerten können, heute liegt man selbst am TV oftmals daneben.
    Da braucht man man dann auch schon mal gut und gerne 2-3 Wiederholungen aus verschiedenen Perspektiven, von daher kann es da wo es ein Hilfsmittel gibt nur heißen GO !


    Es sollte im Publikum einer sitzen der dem Schiri direkt ein Zeichen geben kann was irgendwo falsch gelaufen ist. Aber dagegen wird sich solange geträubt wie es nur geht.


    Dann würd es aktuell so aussehen:


    http://www.wahretabelle.de


    Weniger spannend oder ? :D

  • Sehr treffender Kommentar von Peter Penders in der heutigen FAZ, dem ich in jedem Punkt voll zustimme:


    http:// http://www.faz.net/aktuell/sport/fussball/ablehnung-der-torlinientechnik-das-eigentor-12861916.html



    Ablehnung der Torlinientechnik Das Eigentor


    24.03.2014 · Spieler, Trainer, Schiedsrichter waren dafür, aber die Manager stimmten gegen die technische Überwachung der Torlinie. Beim nächsten spektakulären Fall wird das Geschrei wieder groß sein. Selbst Schuld.
    Von Peter Penders



    Liebe Fußballtrainer in der Bundesliga: Wenn ihr demnächst nach einem Spiel mal wieder jammert, weil der Ball in dieser einen Szene doch deutlich im Tor war, wie jeder im Fernsehen erkennen konnte, und wenn ihr dann klagt, warum es denn in Deutschland immer noch nicht die Möglichkeit einer technischen Überwachung gibt, dann marschiert mit dieser Beschwerde gleich in das Büro eures Managers oder Vorstandsvorsitzenden – möglicherweise hat er es ja verhindert. Und ihr, liebe Schiedsrichter, wenn ihr mal wieder von allen beschimpft werdet, weil ihr nicht erkannt habt, was jeder Zuschauer in seinem HD-Fernsehgerät aus drei verschiedenen Kameraeinstellungen, noch dazu in Zeitlupe und 3d-animiert, haarscharf sehen konnte, dass der Ball nämlich hinter der Linie und nicht auf der Linie (oder im umgekehrten Fall auf der Linie und nicht hinter der Linie) war. Wenn euch dann wieder die ganze Welt für die letzten Trottel hält – dann wedelt doch mit den Dokumenten, die den Vereinsvertretern vorlagen, als sie darüber abstimmten, ob es in der Bundesliga eine Torlinientechnologie geben solle oder eben nicht. Darin steht nämlich zu lesen, dass ein menschliches Auge überfordert ist, die Position des Balles genau zu erkennen, falls die Geschwindigkeit der Kugel zwölf Kilometer pro Stunde überschreitet. Torrichter hätten also schon in der F-Jugend Probleme, zuverlässig zu urteilen.



    Es gibt für die Bundesligen also einen Grund, anders als in Italien und Frankreich sowie bei Spielen der Europäischen Fußball-Union, auf Torrichter zu verzichten. Die Deutschen wollen aber auch keine technische Überwachung der Torlinie. Bei der Abstimmung der 36 Vereine in den beiden Profiligen der Deutschen Fußball-Liga, stimmten zwei Drittel dagegen. Die Kritiker führten die Kosten ins Feld – ein Kamera-basiertes System hätte die Vereine für rund drei Jahre 500.000 Euro, eine auf Magnetfeldern fußende Überwachung 250.000 Euro gekostet, was angesichts der Summen, die ansonsten generiert werden, aber eher eine kleinere Größe ist. Die Ablehnung könnte im Fall der Fälle noch teuer werden, wenn es dabei um Auf- oder Abstieg ginge. 9:9 lautete die Abstimmung unter den Erstligavereinen, 3:15 unter den Vertretern der Zweiten Liga. Nur mit einer Zweidrittel-Mehrheit wäre es zu einer Modernisierung gekommen.




    Von der Kreisklasse bis zur Weltklassse


    Die Traditionalisten haben sich durchgesetzt. Sie argumentieren gerne, dass der Fußball von der Kreis- bis zur Weltklasse unter gleichen Bedingungen gespielt werden soll – unter dem Motto „in der Mitte steht die Kiste“. Das aber ist eine allzu romantische Sichtweise, denn „drei Ecken, ein Elfer“, das zählt nur auf dem Bolzplatz. In den unteren Spielklassen wäre ein Schiedsrichter froh, wenn er nicht mehrere Spiele am Tag leiten müsste und dabei von (unabhängigen) Linienrichter unterstützt würde.



    So aber muss der deutsche Profifußball weiterhin ab und zu grobe Fehlentscheidungen ertragen. Nur fünf Prozent aller kritischen Torentscheidungen betreffen zwar die Frage, ob ein Ball die Linie überschritten hat oder nicht. Es kann aber kein Zufall sein, dass die direkt Beteiligten – Spieler, Trainer, Schiedsrichter – allesamt für die Moderne sind. Beim nächsten spektakulären Fall wird die Aufregung wieder groß sein. Immerhin bleibt die WM davon verschont. Ausgerechnet die im Zweifel konservative Fifa ist einen Schritt weiter als die Bundesliga.

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  • Sehe ich alles genauso, nur mit der wahrentabelle, von der halte ich eher weniger.

    give a man fire, he'll be warm for a day
    set a man on fire, he'll be warm for the rest of his life

  • Ich kann die Vereine verstehen.


    In der 2. Liga sind 250-500k für viele Mannschaften ein wichtiger Neuzugang, den man sich ansonsten nicht leisten könnte.
    Umgekehrt bringt aber die Torlinientechnik praktisch nichts. Ich könnte mich beispielsweise an kein Tor bei uns in dieser Saison erinnern, das durch diese Technik anders entschieden worden wäre. Und das, obwohl wir durchaus öfter an Toren beteiligt sind als die meisten anderen Teams.


    Man würde also die Vereine zwingen, für eine fast völlig nutzlose Technik große Summen auszugeben. Ich kann verstehen, dass man da dagegen gestimmt hat.
    Es wundert mich eher, dass in der ersten Liga so viele dafür sind. Denn dass man wirklich 9 Vereine findet, denen das Geld so egal ist, dass sie bereit wären, für eine so irrelevante Technik so viel Geld zu investieren, das wundert mich dann doch.

    give a man fire, he'll be warm for a day
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  • Wir haben einen sehr reichen Verband, dann sollen die das subventionieren oder einen Kredit vergeben und fertig. Diese scheinheiligen Argumente........dann nur in der ersten Liga einführen.

  • Ich war auch immer dafür und bin es eigentlich immer noch. Nur die Tatsache das jetzt nur wegen einer Dortmunder Niederlage plötzlich eine Mehrheitsentscheidung gekippt werden soll finde...bedenklich.


    Wäre die Situation auf der anderen Seite passiert, dann würde man den FCB einfach als schlechten Verlierer hinstellen und nicht im Traum daran denken irgendwas zu ändern.

  • Von mir aus sollen sie es machen, um diese Baustelle mal zu schließen.


    Aber unter dem Strich bringt das dem Fußball wenig bis gar nichts.


    Wenn man nur die Situation von Samstag nimmt, stellt sich noch immer die Frage ums Abseits, die halt nicht eindeutig zu klären ist - und auch der Freistoß ist diskutabel.

    "Eines Tages werden wir alle sterben, Snoopy."

    "Stimmt. Aber an allen anderen Tagen nicht."