Ehemalige Spieler, Trainer usw...

  • Man kann sich ja über viele Dinge streiten, aber Spielern mit der Tribüne zu drohen, wenn sie sich nicht verkaufen lassen, ist schlicht und ergreifend Menschenhandel und sorgt endgültig dafür, dass man jedwede Moral über Bord geworfen hat. Man kann das machen. Aber dann braucht man sich erst recht nicht wundern, wenn morgen der halbe Kader bei Raiola und Zahavi unterschreibt, oder gar wie Dembele und Mickydingens auf stur schalten und streiken.

    https://www.welt.de/sport/fuss…t-droht-die-Tribuene.html

    RB Leipzig droht Werner mit einem Jahr auf der Tribüne


    „Ein Szenario, dass er ablösefrei 2020 wechselt, existiert nicht. Das weiß auch sein Berater“, so Rangnick am Freitag. Man habe mit Förster „in den letzten Tagen intensive Gespräche geführt und eine klare Sprachregelung und einen Zeitplan festgelegt“. Bis zum 30. Juni habe Werner Zeit, sich für oder gegen Leipzig zu entscheiden, danach erwarte man einen sofortigen Vereinswechsel.

    „Dann sollen sich Vereine, die ihn gerne haben wollen, im Sommer melden, und wir versuchen, eine faire Lösung zu finden“, sagte ein betont entspannter Rangnick. Wie die „Bild“ berichtete, will der Bundesligist mindestens 40 Millionen Euro durch einen Werner-Transfer einnehmen. Die Leipziger hätten Förster wohl zu verstehen gegeben, dass sie den besten Bundesligatorschützen der Klubhistorie notfalls für ein Jahr auf die Tribüne setzen würden.


    Das ist doch längst Praxis in Italien oder der Bundesliga.

    Das knallharte Vorgehen von Rangnick und Mintzlaff im Fall Werner hat dem Verein 53 Mio Euro Ablöse gebracht.

  • Bei uns ticken die Uhren aber (zurecht) anders. Leipzig oder auch der BVB sind Verkäufer- und Entwicklungsvereine, die stellen dann halt irgendwelche Ultimaten und nehmen zur Not ein paar Jahre Qualitätsverlust in Kauf, bis sie adäquaten Ersatz haben. Aber das ist ja explizit nicht unsere Philosophie, wir versuchen, die Qualität möglichst lange auf Top-Level zu halten, selbst wenn wir dadurch bei Verkäufen nicht das Maximum an Kohle rausholen können. Oder auch mal ablösefreie Abgänge riskieren. Die Ausnahme ist Thiago, der intern aus sportlicher Sicht leider nie wirklich wertgeschätzt wurde.


    Und auch wenn Coman bei vielen Fans immer noch nicht das Standing hat: Auch den muss man qualitativ erstmal 1 zu 1 ersetzen können. Dann hat man am Ende vielleicht mehr Geld, verliert aber an Qualität und braucht im Worst Case Jahre, das zu kompensieren. Bestes Beispiel der BVB, aber auch Leipzig.


    Der Worst Case ist in diesem Falle, dass er 2023 ablösefrei geht, wir aber bis dahin mit Gnabry, Sane und Coman eine Flügelbesetzung haben, die international ihres Gleichen sucht und uns ggf. noch einen weiteren CL-Titel bescheren könnte. Bis dahin hat man dann noch 1-2 Jahre Zeit, eine Lösung zu finden (Verlängerung, Verkauf 2022) oder durch die CL-Reform Gelder zu generieren, die vielleicht doch dafür sorgen, mehr bezahlen zu können. Alaba hat man ja auch nicht mit der Bank gedroht, sondern dem Trainer die Wahl gelassen, die qualitativ bestmögliche Mannschaft aufzustellen. Und für Flick gehörte Alaba halt dazu. Die Meinung muss man nicht teilen, aber sowas gehört halt zu unseren Prinzipien.


    Am Ende ist es eine Abwägungssache, bei der speziell wir immer darauf achten, die Qualität möglichst oben zu halten. Nur deshalb konnten wir Lewandowski halten und am Ende sogar verlängern. Hätten wir 2018 kapituliert oder nachgegeben, nur um ihn nicht ablösefrei zu verloren, wäre er zu Real gegangen, wir hätten viel Geld verdient, aber bis heute keinen Stürmer gefunden, der 41 Bundesligatore in einer Saison schießt. Aus der Sicht muss man es einfach auch betrachten und sowas hebt uns halt auch vom BVB oder Leipzig ab. Insofern ist und bleibt es Abwägungssache, auch wenn man immer mal wieder riskiert, dass ein Spieler den Alaba-Weg geht. Im Endeffekt muss der Verein das vernünftig abschätzen und versuchen, den besten Weg aus höchstmöglicher Qualität und Wirtschaftlichkeit zu finden.

  • Wir setzen uns erst 5 vor 12 mit dem Spieler an einen Tisch und verhandeln, wenn der dann nur noch ein paar Monate bis Vertragsende hat. DAS ist verwerflich. Allein, dass sich bei Kimmich, Goretzka und Süle seit Monaten überhaupt nichts tut, ist doch absurd. Die Debatte um die frühzeitigen Verlängerungen kam doch sogar schon vor dem Jahreswechsel auf und hier sind wir, über 6 Monate später, und keiner von denen hat verlängert.


    Natürlich wissen wir nicht, was intern passiert, aber die Konsequenz müsste hier eigentlich sein, dass wir Goretzka jetzt verkaufen.

    Und wenn man sich gleich nach der Verlängerung hinsetzt, es kommt erst Bewegung in die Sache, wenn es eng wird, da die Vorstellungen einfach gegensätzlich sind. Eine frühzeitige Verlängerung würde den Verein wohl viel mehr kosten.

    Und ja, ich würde Goretzka zur Not lieber nach der EM verkaufen als noch einen Fall Alaba zu haben, und bei allem Respekt, weder Alaba noch Goretzka haben den Stellenwert eines Lewandowskis, weshalb sie dieses Risiko in meinen Augen nicht wert sind.

  • Grundsätzlich stimme ich Dir zu. Ich befürchte nur, dass man in Zukunft hier ein wenig anders agieren muss, da die finanziellen Verluste die ein ablösefreier Abgang mit sich bringen zu schwer wiegen. Und die Spieler haben erkannt, dass ein ablösefreier Transfer ihnen am meisten Kohle bringt, weshalb die „aussitzen des Vertrages“ Taktik immer weiter zunehmen wird. Ich hoffe das es nicht so kommt, aber ich befürchte, dass es unvermeidlich ist.

    Da ist dann eben die Frage wie man das machen will. Ich hielte es für unverantwortlich, die Finanzplanung so zu gestalten dass man auf Ablösen angewiesen ist (das machen selbst seriöse Ausbildungsclubs nicht), weil du dadurch einfach die Kontrolle verlierst. Selbst wenn man die hier diskutierten Druckmittel einsetzen würde, die vermutlich auch andere, negative Auswirkungen hätten, ist doch keinesfalls gesichert dass das dann tatsächlich funktioniert.


    Letztenendes wird uns nichts anderes übrig bleiben als bei den Gehältern eine Grenze zu ziehen, auch wenn das bedeutet dass man dann auch Qualität im Kader verliert oder gar nicht erst bekommt. Ich würde sogar behaupten dass wir gehaltstechnisch aktuell schon über der Grenze liegen, und der kleine Kader eine Konsequenz daraus ist.

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  • Und wie kommst Du zu der Einschätzung?

    Wir sind top3/4 beim Umsatz aber nur 8-10 bei dem ratio Gehalt/Umsatz wo wir immer noch um die 50% liegen. Auch vor Corona, jetzt sowieso.


    Das Problem bei uns werden die hohen Kosten der über 1000 Mitarbeiter sein. Da haben wir sicherlich sehr viel höhere Kosten vergleichsweise zu anderen Clubs, was den Anteil der Gehaltskosten für Spieler nochmal relativiert.

  • Und wie kommst Du zu der Einschätzung?

    Wir sind top3/4 beim Umsatz aber nur 8-10 bei dem ratio Gehalt/Umsatz wo wir immer noch um die 50% liegen. Auch vor Corona, jetzt sowieso.

    Wie die anderen das machen interessiert mich aber auch nur bedingt, vor allem wenn wir da von Clubs sprechen die ihre Gehälter mit Schulden finanzieren. Denn dass das auf Dauer nicht funktionieren kann sollte eigentlich klar sein...

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  • Wieso interessieren Dich andere nicht, denn das sind ja schließlich unsere Mitbewerber und müssen

    - erstmal den Umsatz erwirtschaften

    - auch die Spieler bezahlen


    50% Gehaltskosten aller Top Clubs ist eben total gesund. Um da zu bleiben gibt es Grenzen.
    50-60% sollte der payroll cap pro club sein.

    Das kann man ja nach unten bei kleineren Clubs mit niedrigeren Umsätzen graduell anpassen.

    Wenn man diesen payroll cap pro club hätte( gibt es schon in LaLiga), dann verstößt man

    - nicht gegen EU Recht eines generellen salary cap

    - sondern obliegt es jedem einzelnen Club selbst für wen man wieviel des 50% Umsatzkuchens ausgeben will

    - in einem Mannschaftssport ergeben sich dann sehr schnell natürliche Limits für die Top Spieler von selbst

  • Mei wie die Zeit vergeht. Luca Toni war aber auch so ein Transfer, den ich damals schon nicht so richtig verstanden habe. Man greift tief in die Tasche und das für einen 30 Jährigen. Auch wenn der abgeliefert hat, war er nach zwei Jahren auch schon wieder aussortiert. Das war pure Verzweiflung und wenig Konzept. Aber sympathisch war er immer.

    "When life gives you lemons, go murder a clown."

  • Er war in der Preisklasse schon ein heißes Eisen. Vor allem auch ein Transfer, der wahnsinnig viel Euphorie geweckt hat. Möglicherweise hätten wir ihn hier auch länger bestaunen können, aber van Gaal war kein großer Fan von ihm und die Konkurrenz wurde 09/10 auch nicht geringer.

  • Der Toni-Transfer war trotzdem super. Hat nur 11 Millionen Euro Ablösesumme gekostet und hat in seiner ersten Saison aber mal so richtig Laune gemacht. Seinen Ohrschrauber mache ich heute noch manchmal. :thumbup:

    Reiner Weltverein, ma' sag'n!

  • Er war in der Preisklasse schon ein heißes Eisen. Vor allem auch ein Transfer, der wahnsinnig viel Euphorie geweckt hat. Möglicherweise hätten wir ihn hier auch länger bestaunen können, aber van Gaal war kein großer Fan von ihm und die Konkurrenz wurde 09/10 auch nicht geringer.

    Er fiel halt vGs Spielweise (und wahrscheinlich auch Person) zum Opfer.

    Und der Tatsache, dass man Gomez früher holen musste als man eigentlich wollte.

    Give a man fire, he‘ll be warm for a day.

    Set a man on fire, he‘ll be warm for the rest of his life. - Rincewind

  • "Nur" 11 Millionen. Damals war das so wenig nicht.^^

    Er war zu dem Zeitpunkt nicht mal in den Top 5 unserer größten Transfers. Wir haben in der Periode gar für Klose und Jansen mehr gezahlt. Für Makaay haben wir Jahre zuvor gar fast das Doppelte gezahlt.

  • Das Bild holt auch viele Erinnerungen von früher wieder hoch, z.B. an das kleine Fenster, was damals das Forum war.

    Alleine die Vorbereitungsspiele mit Ribery, Toni und Klose waren der Beginn einer neuen Ära. Und dann zu Saisonbeginn den ärgsten Konkurrenten einfach direkt mal zerstört.


    Das war eine schöne Aufbruchstimmung seinerzeit.

  • Alleine die Vorbereitungsspiele mit Ribery, Toni und Klose waren der Beginn einer neuen Ära. Und dann zu Saisonbeginn den ärgsten Konkurrenten einfach direkt mal zerstört.


    Das war eine schöne Aufbruchstimmung seinerzeit.

    Der Zirkus ist in der Stadt :)