Manuel Neuer

  • Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass Neuers Verletzung da keine Rolle spielte, das Timing deutet eher auf das genaue Gegenteil. Da wird es dann Theater gegeben haben, oder wollte man ihn längst trotz laufenden Vertrags vor die Tür setzen, und hat die Gunst der Stunde genutzt? Das kann ich mir nicht vorstellen.

  • Hallo BayernFans


    Ich hab mit Fußball nicht son viel am Hut bin aber Chirurg und mir stehen die Haare zu Berge wenn BILD sagt

    NEUER ist s c h w e r e r Verletzt

    Er hat nicht etwa einen Unterschenkelbruch sondern einen offenen Schien und Wadenbeinbruch.

    Ein Schien und Wadenbeinbruch IST ein Unterschenkelbruch!!

    Wenn der Bruch offen war, besteht eine höhere Infektionsgefahr oder Probleme mit den Weichteilen,. Bestehen diese aber nicht, heilt der Bruch nach der kompetenten Versorgung mit dem Nagel gut aus. Die bloße Tatsache, dass man den Nagel (und nicht einen Fixateur externe ) angewendet hat, spricht für ein allenfalls mildes offenen zB eine Hautverletzung über dem Bruch.

    Ob der Mann als Torhüter wieder so fit und gut wird wie zuvor, weiß man nicht, aber wirklich neue Gesichtspunkte wurden hier aus Phantasie geschnitzt.


    Liebe Grüße

  • Sag Manuel liebe Grüße.:)

  • Manuel Neuer hat ein Interview gegeben für die Süddeutsche Plus. Man muss zahlen für den Artikel.


    Quelle


    So macht die Süddeutsche dafür Werbung:


    Bayern-Kapitän Manuel Neuer spricht über das „One Love“-Chaos und das WM-Aus in Katar, erklärt seinen fatalen Skiunfall am Tegernsee – und kritisiert den FC Bayern hart für den Rauswurf seines Torwarttrainers.


    "Für mich war das ein Schlag, als ich bereits am Boden lag." "Das war das Krasseste, was ich in meiner Karriere erlebt habe."

    Manuel Neuer spricht in der @SZ über das Aus von Torwarttrainer Toni Tapalovic und kritisiert den FC Bayern hart.

  • Wer ist da der Autor? Honigstein hat ein ähliches Interview mit ihm hinter des Paywall beim The Athletic.


    Kann jemand bei einem der beiden Zugreifen? Ich hatte bei beiden schon ein Probeabo...

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  • Es ist zuletzt viel zusammengekommen für die deutsche Nummer eins: Bei der WM in Katar stand Manuel Neuer, 36, erst im Zentrum des unglücklichen „One Love“-Streits, dann musste er bereits nach der Vorrunde nach Hause fliegen, brach sich bei einer Skitour den rechten Unterschenkel – und steht nun im Zentrum von Torwartdebatten in München und bei der Nationalelf. Und dann hat der FC Bayern auch noch Neuers engsten Vertrauten gefeuert, den Torwarttrainer Toni Tapalovic. Das, sagt Neuer, „hat mich richtig umgehauen“.

    Zum Termin mit der SZ erscheint er mit Gehhilfen, bewegt sich aber schon wieder flink und geschickt. Neuer, weiter Kapitän beim FC Bayern und in der Nationalelf, will ein paar Dinge klarstellen – auch zu der Frage, ob er überhaupt noch mal ins Tor zurückkehren wird.

    SZ: Herr Neuer, wie geht’s Ihnen?

    Manuel Neuer: Mir geht’s gut. Was mein Bein betrifft, ist alles in Ordnung. Ich habe schon einige Verletzungen gehabt, bei denen ich lange weg gewesen bin und viel riskiert habe für den Verein. Hier ist es etwas anderes, weil es einen klaren Weg zurück gibt. Ich tappe nicht im Dunkeln. Mein Fuß, die Heilung, meine Rehabilitation und die Rückkehr: Ich weiß, wie das alles läuft.

    Sie sind zuversichtlich, dass kein Schaden bleibt und Sie in der nächsten Saison wieder normal spielen können?

    Es wird kein Schaden bleiben. Am Anfang war das natürlich ein Schock. Da ich aber schon diverse Verletzungen erlebt habe, war ich in meinen Gedanken schnell ziemlich klar und optimistisch. 2018 nach dem Mittelfußbruch haben auch viele Leute gemeint, ich sei endgültig raus, und ich bin zurückgekommen. 2022 hatte ich die Schulterverletzung und eine Meniskus-OP. Die Psyche spielt aber natürlich auch eine Rolle.

    Die Verletzung schlägt Ihnen aufs Gemüt.


    Bevor wir über diese anderen Sachen reden – wie ist dieser Unfall überhaupt passiert?

    Wenn ich das jetzt erzähle, würde ich früher beginnen: in Katar. Es ist dort sehr viel zusammengekommen.

    Angefangen mit der negativen Stimmung in Deutschland?

    Wir hatten das Gefühl, dass wir zu Hause nur wenig Unterstützung hatten. Wenn ich das mit der Energie vergleiche, die wir 2010 erlebt haben … Dazu kam, dass die Erwartungen an uns sehr groß waren, was das politische Thema betraf. Politische Dinge haben eine Gewichtung gehabt, die es so für uns als Sportler noch nie gab. Mit der Anreise hatten wir einen Klotz am Bein. Vielleicht hätten wir im Nachhinein etwas mehr Unterstützung gebraucht, damit wir uns auf unsere Aufgabe gegen Japan konzentrieren können.

    Ihnen fehlte die Unterstützung durch den DFB?


    Das Timing des Fifa-Bescheids, einen Tag vor dem Spiel, sei für Sie als Kapitän „eine Katastrophe“ gewesen, haben Sie nach der Niederlage gegen Japan gesagt.

    Wir mussten überlegen, was machen wir jetzt. Wir hatten eine Standleitung zu den Verantwortlichen. Vor dem Turnier hatte es geheißen, die „One Love“-Binde sei nichts wert, wir würden uns dahinter verstecken. Nach dem Verbot wurde sie auf einmal zum wichtigsten Symbol des Weltfußballs. Du hattest das Gefühl, egal welche Entscheidungen du triffst, du machst es falsch. Wir standen stark unter Druck.

    Man hätte nach dem Verbot der Binde auch sagen können: Wir machen nichts mehr. Hätten Sie die „Mund zu“-Geste lieber bleiben lassen?


    Ist das gelungen?

    Ja. Wir haben im Mannschaftsrat diskutiert und eine Entscheidung getroffen. Damit war das Thema abgehakt. Wir haben uns danach auf fußballerische, taktische Sachen und auf das Spiel eingestellt. Wir sind gegen Japan ja super gestartet und hatten die erste Hälfte total im Griff. Auf dem Platz war dieses Thema nicht mehr in den Köpfen. Wir hatten das Gefühl, wenn es so weiterläuft, werden wir 2:0 oder 3:0 gewinnen.

    Es hieß später, nicht jeder Spieler sei mit der „Mund zu“-Aktion glücklich gewesen.

    Dem einen mag die Aktion besser gefallen haben, dem anderen weniger. Wir kennen uns sehr lange. So wie ich aufgewachsen bin, im multikulturellen Ruhrpott, bin ich der Erste, der Dinge auch mal anders sieht und andere Meinungen verstehen kann. Niemand wurde getrieben, niemand dazu gezwungen. Wir haben gemeinsam entschieden.

    Sie sagen, das Thema sei relativ schnell abgehakt, zugleich aber doch eine Belastung gewesen. Ist das nicht ein Widerspruch?

    Wir standen als deutsche Nationalelf medial plötzlich alleine im Fokus, da von uns eine Reaktion erwartet wurde. Man wollte keine falsche Entscheidung treffen. Unsere Geste war ja etwas anderes als die Binde, hinter der noch mehrere Nationen gestanden hatten. Außer uns hat niemand eine ähnliche Aktion gezeigt.

    Das Echo im Westen war überwiegend positiv, in der arabischen Welt traf die Geste aber auf Ablehnung.

    Das Ganze galt der Fifa. Es war auf keinen Fall gegen die arabische Welt oder den Islam gerichtet. Wir haben muslimische Spieler in unseren Reihen, diese Vielfalt ist für uns selbstverständlich. Noch mal: Ich komme aus Gelsenkirchen. Das ganze Ruhrgebiet war wirtschaftlich abhängig von Arbeitern aus Polen, der Türkei und Italien, nur dank ihnen hatten wir diesen Wohlstand. Ich bin dankbar dafür, dass ich so aufgewachsen bin.

    Woran würden Sie im Nachhinein das frühe Aus festmachen?

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    Fehlte nicht auch die defensive Balance in der Mannschaft?

    Das ist ja nichts Neues. Uns fällt das Verteidigen als Gruppe schon länger recht schwer. Man hat es bei den Gegentoren im Turnier gesehen und schon beim Testspiel auf dem Weg nach Doha.

    Es gab nach dem Aus auch eine Debatte über das Quartier. Es war die Rede von einer Wohlfühl-Oase und zu viel Urlaubsstimmung.

    Man malt sich hinterher immer die Welt, wie sie am besten zum Ausgang eines Turniers passt. Es wird ja immer erzählt, wie toll die WM 2014 gewesen sei. In Wahrheit hatten wir Probleme in den meisten Spielen, und unser Quartier im Campo Bahia war nicht fertig, als wir angereist sind. Bei mir hat’s reingeregnet. Morgens ab sechs Uhr war die Tierwelt zu hören, Kanarienvögel oder Affen, es war wie im Urwald. Das will ja keiner hören. Ich persönlich habe bei der WM 2018 in Watutinki besser geschlafen.

    Wie schätzen Sie Ihre eigene Leistung in Katar ein?

    Ich gehe immer mit mir ins Gericht. Andreas Kronenberg (DFB-Torwarttrainer; Anm.) und ich, wir reden da nicht drum herum. Aber es kam kein Vorwurf. Man kann sich immer streiten, ob man bei Gegentoren etwas anders machen kann. Aber ich kann schlecht mit ungerechtfertigter Kritik umgehen, mit einer Beurteilung nach der 20. Zeitlupe. Als es nach der WM hieß, ich sei für das Scheitern verantwortlich, das hat mich in gewisser Weise echt verletzt. Ich dachte: Wow! Wenn das der Grund gewesen sein soll, dann weiß ich, was los ist. Ich weiß nicht, ob es eine Kampagne war, aber es lief in diese Richtung. Am allermeisten hat mir jedoch das Sportliche zugesetzt: dass wir als Team gemeinsam gescheitert sind. 2018 – und jetzt schon wieder. Das war das Schlimmste.

    Dann sind Sie wieder nach Hause geflogen.

    Wir wollten am 19. Dezember in den Urlaub nach Island fahren, vorher konnten wir nicht weg. Und dann saß ich hier, und es geht einem richtig scheiße. Die WM-Spiele wollte ich erst mal nicht sehen. Ich habe es nicht ausgehalten. Also bin ich am ersten Tag zehn Kilometer laufen gegangen und am zweiten noch mal. Welcher Torwart läuft zwei Tage hintereinander zehn Kilometer? Aber ich hatte ja schon früher den Spitznamen „Hyper“, von hyperaktiv (lacht). Radfahren, Tennis, ich bin jemand, der rausgeht, die Natur braucht. Ich habe gemerkt: Das ist meine Therapie. Andere reden mit Psychologen, ich bin laufen gegangen, am dritten Tag wandern und am vierten Tag auf eine Skitour mit engen Freunden aus der Gegend hier. Ich fahre seit über 30 Jahren Ski, für mich ist das wie Brötchenholen. Felle an, Berg hoch und Piste runter. Bei uns heißt das auch „Schwabenrunde“, weil man nicht für den Lift zahlt.

    Und da ist es passiert.

    Unter dem Schnee war irgendetwas, was mich gestoppt hat. Ich hatte vielleicht eine Geschwindigkeit von zehn, zwölf Stundenkilometern. Das war nicht Ischgl oder Sölden, sondern mein Hausberg am Tegernsee. Von wegen: Wir hauen uns auf der Hütte den Marillenschnaps rein und rasen runter. Das war eine Trainingseinheit – Regeneration für Körper und Psyche. Ich bin diese Strecke schon zigfach runtergefahren. Das ist eigentlich Kindergeburtstag.

    Was ging nach dem Sturz in Ihnen vor?

    Erst mal die Hoffnung, dass nicht so viel kaputt ist. Ich habe zwar nicht gebetet, aber mich eigentlich selbst angelogen. Man sagt sich: „Das wird schon nicht so viel sein.“ Dadurch, dass ich bei Bayern schon viel mit Schmerzen gespielt habe, kann ich da ein bisschen was vertragen. Ich war die ganze Zeit bei vollem Bewusstsein. Meine Freunde haben sich hinterher alle gewundert, als herauskam, wie schlimm es war.

    Bekamen Sie Angst, dass dies das Ende der Karriere sein könnte?

    Nein. Ich war schnell zuversichtlich, dass das alles wieder wird. Aber meinen engsten Vertrauten und Verwandten mitzuteilen, dass ich operiert werden musste, das hat mich umgehauen. Da bin ich emotional, es packt mich richtig. Du bist dann am Telefon und hörst den anderen sagen: „Verarsch mich nicht, wo bist du? Da reden doch Leute im Hintergrund.“ – „Ja, das sind die Ärzte.“ Und dann habe ich einen Kloß im Hals, und die Tränen kullern. Ich habe nur noch „Ruf den Mannschaftsarzt an“ rausgebracht. Mir tut es weh, wenn ich die Menschen in meinem Umfeld verletze. Da komme ich nicht mit klar.

    Gab es das Gefühl, die Mannschaft und den Verein im Stich gelassen zu haben?

    Hatte ich auch, natürlich. Nicht in der kurzen Zeit in der Notaufnahme, aber dann nach der OP, am nächsten Tag. Ich habe sofort ein Bild in unsere Whatsapp-Gruppe gestellt und mich entschuldigt. Ich habe mit den Verantwortlichen telefoniert und gesagt, dass mir das leidtut. Ich bin da kein Schisshase, der sich wegduckt. Ich habe alles erklärt, auch die Hintergründe.

    Hatten Sie dennoch ein schlechtes Gewissen?

    In dem Sinne, dass jetzt viel Arbeit auf die Verantwortlichen zukommt und ich damit eventuell der Mannschaft schade: Ja. Das will ich natürlich nicht.

    Wie war die Reaktion bei den Verantwortlichen?

    Erst mal Schockstarre. Vielleicht war deswegen der Umgang mit mir etwas zurückhaltend. Das konnte ich verstehen. Es war nach der WM sowieso nicht leicht für den Verein, mit der Enttäuschung der Spieler umzugehen. Dann hat der Verein sich entschieden, einen zusätzlichen Torwart zu verpflichten, ich wurde da nicht befragt. Vielleicht hatte man auch Respekt davor, wie ich reagieren würde. So kam wahrscheinlich dann auch Oliver Kahns Aussage zustande ..


    Der Verein hat da wirklich eine super Lösung gefunden. Ich habe den Verantwortlichen also gesagt, ich habe überhaupt kein Problem, ich finde es gut, wenn wir zwei super Torleute haben. Mir ist wichtig, was bei Bayern passiert. Ich sehe das Ganze, nicht nur mich mit meinen Schmerzen. Ich möchte, dass der Verein und die Mannschaft so erfolgreich wie möglich sind. Das ist mir das Allerwichtigste. Jeder profitiert also davon, selbst ich, obwohl ich im Moment mit Gehhilfen zu Hause sitze.

    Der Transfer von Yann Sommer ist das eine, die Entlassung Ihres langjährigen Trainers Toni Tapalovic ist jedoch etwas ganz anderes, oder?

    Dieser Schlag hat mich extrem getroffen.

    Wer hat Sie informiert?

    Die Verantwortlichen des FC Bayern. Für mich kam das aus dem Nichts. Für Toni auch. Ich habe das überhaupt nicht verstanden. Mich hat das richtig umgehauen.

    Sie sind befreundet. Das macht den Fall umso schwieriger.


    Das Berufliche und Private haben wir immer getrennt. Ich verstehe, dass es jetzt vielleicht so klingt, als sei ich nicht objektiv. Aber ich kann das wirklich unterscheiden. Er hat ja nicht elfeinhalb Jahre nur für mich gearbeitet, sondern für alle. Für mich war das ein Schlag, als ich bereits am Boden lag. Ich hatte das Gefühl, mir wird mein Herz rausgerissen, das war das Krasseste, was ich in meiner Karriere erlebt habe. Und ich habe wirklich schon einiges erlebt.

    Zum Beispiel 2011 beim Wechsel von Schalke 04 nach München: Die Schalke-Fans haben Sie verflucht, und ein Teil der Bayern-Fans wollte Sie am liebsten wieder wegschicken.


    Auch das war krass. Ich habe mir ein dickes Fell zugelegt in all den Jahren. Doch was jetzt passiert ist, das ist noch mal eine ganz andere Hausnummer. Alle in unserer Torwart-Gruppe hat es zerrissen, da sind Leute in Tränen ausgebrochen.

  • Da bin ich auch mal gespannt. Aber war doch klar, dass die Sache mit Tapalovic ein herber Schlag für ihn war. Das wird das Verhältnis von Neuer zu Trainer und der Bartwurst nicht verbessern.

    Ich kann alles! Ich kann aber auch alles nicht! - Thomas Müller

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    Tränen, wörtlich?

    Ich denke, das spricht für sich. Wir Torhüter sind zwar gewissermaßen ein Team im Team, aber Toni war in der ganzen Mannschaft beliebt.

    Thomas Müller hat ihn öffentlich verabschiedet und seinen Anteil an den Erfolgen hervorgehoben.

    Thomas war ja von Anfang an dabei, er war schon da, als wir kamen – unter Jupp Heynckes. Toni hatte damals sein Bewerbungsgespräch bei Jupp am Niederrhein gehabt. Was war Jupp immer wichtig? Wie jemand ist, wie er in die Mannschaft passt. Das Menschliche eben. Seitdem hat sich Toni nicht verändert, auch nicht nach über 30 Titeln und jahrelanger Erfahrung im Profifußball.

    Was wurde Ihnen als Begründung für die Entlassung von Tapalovic mitgeteilt?

    Eine für mich nachvollziehbare Begründung gab es nicht. Es wurden Dinge gesagt, die ich nicht teile. Aber ich habe keine Argumente gehört, die ausschließen, dass man miteinander hätte sprechen und die Dinge hätte klären können.

    Sehen Sie einen Zusammenhang mit den Vorwürfen, die der vom FC Bayern verliehene Torwart Alexander Nübel geäußert hat: dass Tapalovic ihn nicht mehr kontaktiert habe, seitdem er bei AS Monaco spielt?


    In Berichten wurde suggeriert, die Entlassung habe auch damit zu tun, dass Tapalovic Interna aus dem Trainerstab an Sie weitergeleitet und damit in die Mannschaft getragen habe.

    Das kann ich zu hundert Prozent verneinen. Das hat Toni nie gemacht, egal unter welchem Trainer.

    Der aktuelle Coach Julian Nagelsmann hat erklärt, mit Tapalovic sei „nie ein Miteinander entstanden“. Wie erklären Sie sich das?

    Das kann ich nicht beurteilen. Ich bin nicht Teil des Trainerteams.

    Welche Gedanken haben Sie sich gemacht? Dachten Sie, Tapalovic’ Entlassung sollte am Ende Sie persönlich treffen?

    Ich bin ganz ehrlich: Ich habe an alles gedacht. Auch was meine eigene Zukunft im Verein angeht. Aber die Verantwortlichen haben mir zugesichert, dass das nicht so ist. Ich habe meine Meinung gesagt – dass ich die Argumente nicht teilen kann – und ich hatte den Eindruck, das ist gut angekommen. So wie sich Oliver Kahn jetzt geäußert hat, hat er sicher nicht nur meine Haltung zum Thema Yann Sommer gemeint, sondern schon das große Ganze. Ich glaube, er fand es gut, dass ich stark aufgetreten bin, obwohl ich – ich muss das noch mal sagen – kalt und brutal erwischt worden bin. Es ist die Entscheidung des Vereins, ich muss es akzeptieren.

    Was hinterlässt diese Geschichte bei Ihnen?

    Große Enttäuschung. Das hat mit dem Menschlichen zu tun, dem Umgang mit einem verdienten Mitarbeiter: Wir wollen als Bayern München anders – eine Familie – sein. Und dann passiert etwas, das ich so hier noch nicht erlebt habe. Das ist für alle schade: für den Verein, für Tapa, für den Staff, für alle Torhüter und somit natürlich auch für mich. Dennoch will ich sagen: Auf der einen Seite bin ich Mensch, auf der anderen Seite bin ich Profi.

    Was bedeutet das für Ihr Verhältnis mit Julian Nagelsmann?



    Kapitän sind Sie auch in der Nationalmannschaft. Toni Schumacher hat kürzlich empfohlen, Sie sollten sich in den letzten Jahren Ihrer Karriere besser auf die Arbeit bei den Bayern konzentrieren und dafür das deutsche Tor aufgeben. Was halten Sie davon?

    Jeder darf seine Empfehlungen aussprechen. Ich muss schauen, wie ich zurückkommen werde. Wenn es so weit ist, dann schaue ich in den Spiegel und sage mir die Wahrheit, so wie immer. Wenn ich nicht performe, werde ich den Posten räumen. Aber rechnen Sie nicht damit!

    Kann man das als Spieler nach all den Jahren: so ehrlich sein zu sich selbst?

    Mir hilft es doch nichts, mich selbst zu belügen. Ich bin ehrgeizig, aber wenn ich der Mannschaft und dem Verein schade, dann kann ich nicht glücklich sein. Es war bis zur WM kein schlechtes Jahr. Dass an mir gezweifelt wird, das liegt auch an den hohen Erwartungen. Ich habe mein Spiel, meine Abwürfe, meine Abläufe nicht verändert, das ist vielleicht auch das Problem: Wenn ich mal wieder den Ball sweeper-keeper-mäßig weggewischt habe, wird das als „normal“ angesehen. Und nicht, dass eine hundertprozentige Torchance vereitelt wurde.

    Haben Sie noch Spaß an Fußball, lohnt sich die Arbeit an der Rückkehr?

    Auf jeden Fall. Klar, ich bin jetzt ein Oldie. Ich blicke zurück und denke, dass ich noch mit Spielern wie Ivica Olic und Daniel Van Buyten auf dem Platz stand. Aber das ist das Schöne: Es kommen immer neue Spieler, es ist immer wieder eine neue Mannschaft, und ich bin noch da. Auch wenn manche Menschen vielleicht das Gefühl haben, sie hätten die alten Spieler satt.

    Oliver Bierhoff wäre dafür ein Beispiel. Er musste als Manager der Nationalelf gehen, weil er schon so lange da war. Oder hat er aus Ihrer Sicht etwas falsch gemacht?

    Ich weiß, dass Oliver immer das Beste für die Mannschaft wollte.

    Will das nicht jeder?

    Es gibt auch die, die das Beste für sich wollen. Deswegen habe ich es so gesagt.

    Gibt es eine Absprache mit dem Bundestrainer, wie es für Sie weitergehen soll in der Nationalelf?


    Vorausgesetzt, Sie sind im Sommer planmäßig gesund. Und wenn sich Sommer im Bayern-Tor bewährt hat, Ter Stegen oder Trapp im Nationalteam – wie geht es dann weiter? Sie kämpfen um Ihren alten Stammplatz, die Trainer entscheiden?

    Der Beste wird spielen. Wenn ich spielen will, muss ich der Beste sein. So war es schon immer.


  • Es fehlen wohl die Antworten zu


    • Sehen Sie einen Zusammenhang mit den Vorwürfen, die der vom FC Bayern verliehene Torwart Alexander Nübel geäußert hat: dass Tapalovic ihn nicht mehr kontaktiert habe, seitdem er bei AS Monaco spielt?
    • Was bedeutet das für Ihr Verhältnis mit Julian Nagelsmann?
    • Gibt es eine Absprache mit dem Bundestrainer, wie es für Sie weitergehen soll in der Nationalelf?


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  • Ist mir zu viel Pathos und Tränendrüse. Halte ich für jemanden, der wie Neuer in Interviews auftritt, auch irgendwie für nicht sonderlich authentisch in der Form. Inhaltlich kann ich ihn grundsätzlich verstehen und glaube ihm auch, dass das mit Tapalovic für ihn speziell sehr hart ist. Timing finde ich sehr schlecht vor dem Spiel am Sonntag. Nächste Woche ist unter der Woche kein Spiel, wieso nicht Montag oder Dienstag das Interview bringen?


    Naja, dass er sich äußern wird, war klar und ist auch legitim. Bin gespannt, wie er die Verletzung wegstecken wird. Denn er hat auf jeden Fall recht: Der Bessere soll spielen. Und kommt er zurück und ist weiterhin besser als Sommer, muss er natürlich auch spielen.

  • M.E. bringt das Interview wieder Unruhe...

    Das ist klar. Du hattest halt schon Gerland, der sich klar fuer Tapalovic aussprach. Natuerlich ist Neuer keine neutrale Person, aber da ist dann auch die Aussage von Ulreich, der dazu besser nichts sagen wollte, was eben zu dem passt, was Neuer ueber die Reaktion der Torhueter sagte,

    Wenn es dann noch nicht einmal einen offiziellen Grund gibt, wird der FCB keine Ruhe reinbekommen, da es hier eine sofortige Freistellung gab und wie kann man das erklaeren? Bei so einem langjaehrigen Mitarbeiter, der halt beliebt war und geschaetzt wurde.

    Diese Aktion war einfach daemlich. Dass Neuer irgendwann ein interview geben wird, war doch auch klar.

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  • M.E. bringt das Interview wieder Unruhe...

    Ja, das Timing ist ziemlich schlecht. Aber war zu erwarten, dass er noch mal öffentlich für Tapalovic in die Bresche springt. Die WM wird ja auch abgehandelt.. der will wohl allgemein mit den 3-4 großen Negativ-Themen der letzten 2-3 Monat aufräumen..


    Timing schlecht, Art und Weise wirkt auch seltsam konstruiert. Dieses Gerede über die ständigen Tränen und das Emotionale passt überhaupt nicht zu jemandem, der sich bisher immer als Teflon-Don präsentiert hat und schon bedacht drauf war, nicht zu viel seines Seelenlebens preis zu geben. Denke mal, der will auch etwas seine Position stärken durch Mitleid, weil ihn einfach viele schon abgeschrieben haben nach den letzten Wochen.


    Seltsam aufgezogen irgendwie.. hoffe mal, das Thema ist dann durch, wenn alle Verantwortlichen noch mal in Wolfsburg damit konfrontiert wurden.