Nachfolge von Jupp

  • allein schon die aussage wir wären gegen basel mit einem bein draussen gewesen zaubert mir ein genüssliches lächeln ins gesicht. wir haben ein wahnsinniges 0:1 aufgeholt, sowas gab's ja noch nie in der geschichte der cl, weder ein 0:1 Rückstand, noch dass man so einen grossen rückstand aufgeholt hat.


    zu gaal, natürlich hat gaal seinen anteil an der rückrunde, nur kann sie so toll nicht gewesen sein, da die clquali bis zu seiner überfälligen entlassung mehr als in gefahr war. unter joncker wurde fast alles gewonnen. aber klar, das hat tulpe ferngesteuert. joncker hat da jedenfalls vieles richtig gemacht. wie gut er sonst ist lassen wir dahin gestellt, aber er hat zur richtigen zeit das richtige gemacht, was vg traurigst verbummelt hat

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  • Aha, und die Vorstandschaft war dann deshalb in der Kabine, weil man nach dem 0:1 direkt zum Erreichen der nächsten Runde gratulieren wollte, und das möglichst lautstark.

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  • Man kann doch jetzt nicht auch noch ernsthaft versuchen die mehrmonatige Durststrecke letzte Saison schönzureden?! Oder gar zu leugnen, dass nicht mehr viel gefehlt hat, was Heynckes seinen Job gekostet hätte.
    Dabei noch die Sahneauftritte in Freiburg oder gar in Hamburg, als wir von Minute 1 an nicht mehr auf Lager hatten als lange Bälle nach vorne zu kloppen...

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  • Nee, wirklich, dieses ganze Schöngerede mancher Leute bei Heynckes ist einfach nur krass.
    Vorab nochmal: Jupp ist keine Pfeiffe, kein unterdurchschnittlicher Trainer, aber ist er ein außergewöhnlich Guter? Passend dazu könnte man ja nochmal Sammers Aussage bzgl. unserer Ansprüche von vor ein paar Tagen rauskramen...


    Wir haben letzte Saison einen riesigen Vorsprung in einen riesigen Rückstand umgewandelt. Was interessiert da einen der Punkteschnitt? Mal eine Frage an die Punkteschnittjünger. Angenommen der BVB holt ab nächster Saison immer über 70 Punkte. Dann ist doch sicher alles super, wenn wir unseren Schnitt halten und immer auf 70 kommen, oder? Dann ist alles tip top!
    Neuerdings sind auch 0:1 Auswärtsniederlagen in der K.O.-Runde positiv (jaja, es war Basel) bzw. überhaupt keinen Grund zur Besorgnis. Vielleicht gegen solche Teams einfach die Reise sparen, 0:3 verlieren und dann einfach im Rückspiel wegfegen. Ist ja alles überhaupt kein Thema! Krise? Nichts von mitbekommen. Man, was habe ich das letztes Jahr genossen in Dortmund eine Halbzeit lang völlig an die Wand gespielt zu werden... Mhh, lecker! Und dann erst das Pokalfinale! Das war super! Oder das Elfmeterschießen irgendwann im Mai, als wir darauf völlig unvorbereitet waren. Ja, da hab ich mich auch gefreut!
    Das alles ist natürlich dann nur Schuld der Spieler und natürlich keineswegs dem Trainer anzulasten! Nicht ansatzweise! Nie, nie nie! Heynckes hat ja den Zwei-Punkte-Schnitt gehalten und das ist ja schließlich, das, was hier schon immer das Wichtigste war!

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  • Der BVB holte einen Punkte-Rekord, spielte zudem die beste je dagewesene Rückrunde (15 Siege, 2 Unentschieden). Das ist eine einmalige außergewöhnliche Leistung (deshalb schimpft sich sowas auch REKORD), und alles andere als beliebig wiederholbar. Unser Punkte-Schnitt war in Ordnung, bzw. wäre es gewesen, hätten wir gegen die direkte Konkurrenz gepunktet. Das war leider nicht der Fall, hätten wir wenigstens ein Spiel gegen den BVB und gegen Gladbach für uns entschieden, anstatt es zu verlieren, wären wir Meister gewesen.


    Unser Problem war, dass wir in allen entscheidenden Momenten versagt haben, und keine langfristigen Probleme in unserer Spiel-Philosophie hatten oder dergleichen, denn letztlich muss man in alle Finals auch erstmal einziehen, um sie überhaupt spielen zu dürfen. In meinen Augen sogar der weit schwierigere Part, als das Finale für sich zu entscheiden.
    Beim Pokalfinale war der größte Fehler, dass bereits da schon nur noch vom Finale dahoam die Rede war, und man den Eindruck hatte, allen Beteiligten war dieses Spiel ziemlich egal, was zählte, war eine Woche später. So etwas durfte es niemals geben, da kann ich nur zustimmen.


    Woher weißt du so genau, dass das Elfer-Schießen unvorbereitet war, hatten wir doch kurz zuvor schon welche gegen Gladbach und Real? Es durfte niemals zu diesem Glücksspiel kommen, man musste vorher das Ding nach Hause fahren, da liegt das ganz große Versäumnis, und nicht im mangelnden Elfer-Glück.

  • Ich finde es extrem nervig, dass es praktisch zwei "neuer Trainer"- Threads gibt, nämlich hier und unter Transfergerüchte. Könnte man die nicht zusammenlegen?

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  • schnitzel


    Eben. Wir haben die entscheidenden Spiele in der Liga alle vergeigt. Gegen den BVB hatten wir dagegen zwei Mal kein wirkliches Mittel und durften bewundern, wie Robben und Ribery sich immer wieder gegen drei, vier Mann festgelaufen haben. Aber dass das so kommen könnte war ja jetzt nicht so unerwartet. Und wenn man eben alle entscheidenden Duelle verliert, trägt der Trainer nun mal auch eine Mitschuld.


    Dass es im Pokalfinale, abgesehen vom auf individuellen Fehlern basierenden Ergebnis, schon besser gemacht wurde, finde ich schon. Zu unserer Einstellung dort hast du aber schon alles gesagt.


    Und bzgl. des Elfmetertrainings erinner ich mich nur an die Berichte vor dem Spiel und dass nur Müller wie ein besessener Elfer trainiert hat. Dass das Spiel niemals so weit kommen darf, ist natürlich völlig klar. Machts im Ergebnis aber nicht besser.


    Und nochmal: es geht hier gar nicht darum, Heynckes als miserablen Trainer zu bezeichnen. Es geht darum, dass es an den entscheidenden Stellen, bei den letzten Details gehapert hat. Genau bei den Sachen, die Sammer die ganze Zeit predigt. Bei den letzten Prozenten. Ich komme mir mittlerweile sogar auch ein wenig blöd vor, dass ständig zu wiederholen, aber so ist es nun einmal...

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  • Wir haben alle entscheidenden Spiele vergeigt, das ist der entscheidende Punkt. Über das wie ist viel diskutiert worden, chancenlos gegen den BVB im Pokal, unnötig in der Liga, überlegen aber mangelnde Chancenverwertung gegen Chelsea.... schei.ß drauf wir haben vergeigt :x. Man kann einiges auf Pech oder dumm gelaufen schieben, vieles müssen sich auch die Spieler ankreiden lassen, aber für das Gesamtpaket ist halt der Trainer verantwortlich. Ich bin wie Du der Meinung das Jupp kein schlechter ist, aber ihn so hoch zu pushen wie einige es hier machen finde ich übertrieben. Wer als Trainer beim FCB in einer Saison keinen Titel holt steht nun mal in der Kritik und wird hinterfragt ( oder gefeuert ;-) ) , warum sollte da bei Jupp eine Ausnahme gemacht werden ?

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  • Das beste Wort in deinem Text da oben ist das Wort Mitschuld. Genau das isses nämlich, was zumindest ich immer ankreide. Es wurde von sehr vielen Leuten dem Jupp die Hauptschuld am versagen gegeben und das ist nunmal nicht fair. Die Spieler haben auf dem Platz gestanden und das Finale dahoam vergeigt. Das ein Trainer natürlich bei allem beiträgt, also aber auch am Erfolg, das sehen im Fall Jupp eben nicht viele.
    p4cm4n

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  • Das ist sicherlich richtig, aber Heynckes hat in der letzten Saison auch kein gutes Bild abgegeben. Die Hälfte des Kaders hat er ignoriert, die andere Hälfte ging auf dem Zahnfleisch, der Vorstand musste mehrfach eingreifen, eigens raus posaunte Vorgaben wurden nicht eingehalten und taktisch war das in der letzten Saison teilweise ein Rückschritt in die Steinzeit. Letzten Endes stehen dann auch drei zweite Plätze zu Buche. Man kann einen Titel unglücklich verlieren, auch zwei, aber bei drei Titeln in einer Saison ist das kein Zufall mehr, sondern eher... die Regel.


    Wie gesagt, Jupp ist kein schlechter, aber sind wir doch mal ehrlich. Einzig und allein das Finale dahoam hat über eine spielerisch mehr als dürftige Rückrunde hinweggetäuscht. Man zehrte am Ende von einer tollen Vorrunde und fragt sich noch heute warum es zum Bruch kam, aber landet bei der Frage wohl auch wieder bei Jupp und dem Betraz.


    Hauptschuldig mag er nicht gewesen sein in der letzten Saison, aber naja... einen wirklichen Grund für eine Weiterbeschäftigung gab es eigentlich auch nicht. Es war wohl eher die mangelnde Alternative, die ihn im Amt gehalten hat. Heute sieht alles besser aus, aber das hat auch so seine Gründe, die man nicht ausschließlich an Jupp festmachen kann. Da sind 100 Millionen Investitionen und da sind diverse Anstöße und Anregungen, die andere gemacht haben, die Jupp dann mehr oder weniger nur umgesetzt hat. Das klappte bisher sehr gut, aber der Weisheit letzter Schluss kann das eben auch nicht sein.

    "When life gives you lemons, go murder a clown."

  • Ist denn jetzt, oder war nach dem Bremen-Spiel der richtige Zeitpunkt für diese Predigten? In meinen Augen nein, der ist gekommen, wenn diese Spiele anstehen, und nicht wenn man das erste Mal nicht das Spiel von Anfang an zu dominieren versucht, wie gegen Bremen. Vor den Finals kann das gerne kommen und da ist es auch unbedingt notwendig, aber nach dem Bremen-Spiel war es deplaziert.

  • Wie bitte soll man sonst einen Trainer bewerten?


    Das geile ist, dass du immer noch Sabber in den Mund bekommst, wenn du vom Holländer redest.
    Hätte einer seiner Hauptgegner - Schalke oder LEV - eine annähernd so gute Rückserie gespielt wie Dortmund bei Jupp (selbst wenn man die 3 Punkte wegrechnet, die sie gegen uns holten) dann hätte am Ende der Saison ein magerer DfB-Pokalsieg gestanden. Hättest du dann diesen Trainer genauso permanent angegriffen wie Jupp jetzt?
    Ich hätte das definitiv nicht gemacht.


    Schalke hatte es bis mitten in die RR hinein SELBST in der Hand, Meister zu werden, ohne dass wir das noch hätten beeinflussen können (hätten sie am 27. Spieltag gewonnen, hätten sie vor unserem direkten Duell 4 statt nur 2 Punkte Vorsprung gehabt).
    Kann man also dann daran festlegen, dass der Trainer einen schlechten Job macht? Nur weil ein anderes Team einfach eine Über-Phase hat und - wie die Dortmunder - fast alle Spiele gewinnt?


    Daher achte ich in der Trainerbewertung auf den Punkteschnitt. Denn der sagt eben aus, was der Trainer über die Saison gesehen für einen Job gemacht hat, UNABHÄNGIG von den Gegnerleistungen.


    Und ja: Wenn Dortmund es tatsächlich schaffen würde, jedes Jahr 70+ Punkte zu holen, dann müsste man sich darüber Gedanken machen, ob man selbst etwas falsch macht. WENN sie das eben auf Dauer trotz 3-fach-Belastung usw. hinbekommen. Schaffen sie aber - siehe die aktuelle Saison - nicht. Das waren 2 außergewöhnliche Jahre, in denen speziell das jeweilig desaströse internationale Abschneiden dafür sorgte, dass sie national mehr Punkte holen konnten als normal ist.


    Solange der Normalfall ist, dass man mit 70+ Punkten mal zumindest die sichere CL-Quali realisiert und in ca. 50% der Fälle Meister wird, bin ich mit einer Trainerleistung zufrieden, die in diesem Bereich angesiedelt ist.
    Sich die schwächste Phase einer Saison herauszupicken und an der dann irgendwelche Erkenntnisse abzuleiten, das ist einfach eine unfaire und ziemlich armselige statistische Verdrehung der Tatsachen. Das kann man auch beim Holländer und sogar seiner ersten Saison machen. Auch da waren genügend weniger überragende Phasen dabei.
    Es ist einfach völlig normal, dass man über eine lange Saison gesehen mal Phasen dabei hat, in denen es nicht optimal läuft. Vor allem, wenn man eben gleichzeitig in der CL voll gefordert ist.
    Wichtig ist, dass man dann über die Saison gesehen eine vernünftige Leistung abliefert. Und das haben sowohl JH als auch der SH in ihrer jeweilig ersten Saison geschafft.
    Der einzige Unterschied war, dass der SH eben keinen wirklich starken Gegner hatte.

    give a man fire, he'll be warm for a day
    set a man on fire, he'll be warm for the rest of his life