Kalle Rummenigge

  • Ich bleibe dabei. Einen Double Trainer zu entlassen wäre öffentlich kaum vermittelbar gewesen. Dann hättest du beim nächsten Trainer bei jedem Punktverlust Theater gehabt und es wären ständig Quervergleiche gekommen.


    Abgesehen davon welcher Trainer hätte dieses Erbe antreten wollen unter diesen Umständen?


    Das wäre nur möglich gewesen, wenn die Mannschaft gesagt hätte wir wollen nicht mehr mit Kovac.

    Double oder nicht-Double bzw -Meister sollte doch gar keine Aussagekraft über die Qualität eines Trainers haben. Da ist die Konkurrenz sowas von dermaßen schwach, dass wir die Titel in 9 von 10 Fällen nebenbei mitnehmen.


    Das war/ist eben auch das Problem bei uns: wir legen den Fokus auf mittelfristigen nationalen Erfolg, während er auf langfristiger spielerischer Nachhaltigkeit und internationaler Konkurrenzfähigkeit liegen sollte.


    Von daher kann man auch ruhig einen Doubletrainer entlassen, falls diese Komponenten nicht greifen - völlig egal, ob das (medial) irgendwelche Quervergleiche einlädt. Vernünftig kommuniziert würde das mMn auch zukünftige Trainer nicht vom FC Bayern abhalten.

    "Es gibt zuviel' Leute, die sagen zu wenig; die reden einfach zuviel."

    Klaus Lage

  • Das kannst du auf deiner Couch sagen, dass dir das scheiss egal wäre. Wenn du die ganze Saison Theater hast ist das auch für die Spieler nicht so toll.


    Die Aussenwirkung für zukünftige Trainer ist dann auch ziemlich schlimm. Wer sagt überhaupt, dass Ten Hag bereits im Sommer zur Verfügung gestanden hätte?


    Er ist zwar auch mein Wunschtrainer aber mit der Bürde bei deinem ersten Topclub starten muss auch nicht sein. Lass den dann mal holprig starten.


    Das is jetzt halt so gelaufen. Der beste Weg wäre Tuchel nach Pep, aber das hat man verpennt.

    Danger is my business

  • Wie bereits in einem anderen Post gesagt: Der Pokal hat seine eigenen Gesetze. Ich glaube kaum, dass Kovac entlassen worden wäre, hätten wir in Bochum so gespielt, wie wir es jetzt getan haben, aber in Frankfurt dann 2:0 gewonnen.

    Dann wär es halt später passiert, es war einfach nur eine frage der zeit bis wir mal richtig untergehen. Bochum fehlte es halt am ende an der qualität.

  • Wie bereits in einem anderen Post gesagt: Der Pokal hat seine eigenen Gesetze. Ich glaube kaum, dass Kovac entlassen worden wäre, hätten wir in Bochum so gespielt, wie wir es jetzt getan haben, aber in Frankfurt dann 2:0 gewonnen.

    Klar.

    wollte ich damit auch nicht sagen. Ich glaube nur, dass das der Ausschlag dafür war, DASS Frankfurt sein Ende war. Hätte man vorher überzeugend gespielt, hätte man eine Pleite gg FRA mal verkraften können. Selbst eine Klatsche. Aber so war es halt wie Neuer sagte, das Ende einer Entwicklung.

    Wir kennen ja alle Ulis Leitspruch mit dem Trend...

    Give a man fire, he‘ll be warm for a day.

    Set a man on fire, he‘ll be warm for the rest of his life. - Rincewind

  • Ich glaube nur, dass das der Ausschlag dafür war, DASS Frankfurt sein Ende war. Hätte man vorher überzeugend gespielt, hätte man eine Pleite gg FRA mal verkraften können. Selbst eine Klatsche.

    Glaube aber eher, dass das bescheidene vorherige Auftreten in der Liga weit mehr Gewicht hatte. Hätten wir wie seinerzeit bei Pep elf Punkte Vorsprung nach der Hinrunde gehabt, dann hätte man sich auch so eine Klatsche locker mal abholen können. So ist es aber der Todesstoß, weil man noch schlechter war, als letzte Saison zu diesem Zeitpunkt, und dies bereits sehr bescheiden war.

  • Double oder nicht-Double bzw -Meister sollte doch gar keine Aussagekraft über die Qualität eines Trainers haben. Da ist die Konkurrenz sowas von dermaßen schwach, dass wir die Titel in 9 von 10 Fällen nebenbei mitnehmen.


    Das war/ist eben auch das Problem bei uns: wir legen den Fokus auf mittelfristigen nationalen Erfolg, während er auf langfristiger spielerischer Nachhaltigkeit und internationaler Konkurrenzfähigkeit liegen sollte.


    Von daher kann man auch ruhig einen Doubletrainer entlassen, falls diese Komponenten nicht greifen - völlig egal, ob das (medial) irgendwelche Quervergleiche einlädt. Vernünftig kommuniziert würde das mMn auch zukünftige Trainer nicht vom FC Bayern abhalten.

    Aus meiner Sicht gibt es im Fußball im engeren Sinn keine mittel- oder gar langfristige Planung. Im Hintergrund (sprich bei den Business-Entscheidungen, bei den Entscheidern im Verein) schon, aber alles das, was auf dem Platz passiert, was die Spieler und Trainer betrifft, sind Entscheidungen, die maximal das Ende der Saison betreffen.

    Jetzt im Nachhinein wird gerne von einer Entwicklung vG/Jupp gesprochen. Das ist mE kompletter Unsinn. Jupp hatte mit VG weniger gemeinsam als mit CA oder selbst Kovac.

    Trotzdem entwickelte sich die Mannschaft in der Phase genau richtig.

    Weil es eben genau passte und weil er dann seinen Kader auf einigen Schlüsselpositionen nach Wunsch verstärken durfte und den Reat „umerzog“.

    Pep war dann wieder völlig anders, funktionierte aber auch, weil er eben seine Schlüsselspieler bekam und die anderen „umerzog“.


    Daran scheiterten dann Kovac und CA. Sie bekamen es beide nicht hin, ihre Idee des Fußballs so rüberzubringen, dass das Team mitzog.


    Daher ist es mE nicht relevant, dass ein neuer Trainer eine bereits vorherrschende Idee entwickelt. Sondern dass er in der Lage ist, sein Team zu seinem Fußball mitzunehmen. Da hilft natürlich, wenn das ein Spielstil ist, der den meisten liegt, daher bin ich ja auch eher für tH. Aber ich bin mir sicher, dass auch Mou zB hier Erfolg hätte.


    Dabei fallen dann natürlich ein/zwei Spieler runter. Das war aber schon immer so bei Trainerwechseln. Würde selbst dann der Fall sein, wenn man eine Spielidee möglichst beibehält.

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  • Schau' wir liegen gar nicht so weit auseinander, nur haben wir verschiedene Schlussfolgerungen.


    Ich teile deine Meinung, dass die Jahre 2009 bis 2016 keine geplante, langfristige Entwicklung darstellten, sondern aus kurzfristigen Entscheidungen resultierten.

    Meiner Ansicht nach verpasst der FC Bayern ohne langfristiges strategisches Denken auch auf dem Fußballplatz allerdings sein eigentliches Potential.


    Da kommen wir in diesem Leben aber wahrscheinlich nicht mehr zusammen ;)

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    Klaus Lage

  • Ich glaube, dass man durch diese strategische Planung natürlich Chancen hat. Klareres Profil bei Trainern und Spielern zB. Auch einfachere Beurteilung, ob ein Jugendspieler was werden kann.

    Ich denke aber, dass wir uns das nicht erlauben können.

    Aus 2 Gründen: zum Einen bin ich davon überzeugt, dass man dadurch betriebsblind wird und wenn sich dann der Fußball in eine neue Richtung entwickelt, tut man sich sehr schwer, den sxhwerfälligen Kahn umzudrehen.

    Zweitens ist man davon abhängig, immer die für das System essenziellen Positionen optimal besetzt zu haben. Barca zB hat seit dem Xavi/Iniesta Abgang ein massives Problem im Zentrum. Trotz horrender Ausgaben.

    Das können wir mE nicht leisten. Wir sind mE darauf angewiesen, bei Schnäppchen wie Robben zuschlagen zu können und dann die Bereitschaft zu haben, unser System für sie umzubauen.

    Denn wir können im ganz hohen Regal der Spieler mit den ganz Großen nicht mithalten, konkurrieren aber sportlich mit genau diesen Teams.


    Daher glaube ich, dass wir einen etwas anderen Weg gehen müssen, der flexibler ist. Was natürlich auch solche Komplettfehlschläge wie das Jahr unter JK bedeutet, was Barca so vermutlich nie passiert. Aber das ist mE der Preis, den wir zahlen müssen, damit wir wie unter OH oder Jupp mal kurzzeitig auch ganz oben mitstinken dürfen.

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  • Wie bereits in einem anderen Post gesagt: Der Pokal hat seine eigenen Gesetze. Ich glaube kaum, dass Kovac entlassen worden wäre, hätten wir in Bochum so gespielt, wie wir es jetzt getan haben, aber in Frankfurt dann 2:0 gewonnen.

    Das trifft seit den 70ern nicht mehr bei uns zu...

    #KovacOUT

  • Witzigerweise hat die von dir beschrieben Situation genau seit 2016 ein UH herbeigeführt mit der Erschwerniss eben keinen Plan zu haben. Heile Bayernwelt, böser internationaler FUssball, nur Lakaien und keine Expertise, schon gar nicht von extern. Man ist mit Kovac, Brazzo und ihm sowie der Vetternwirtschaft maximal festgefahren. Zudem hat man einen zu kleinen Kader und verschiebt nach wie vor Baustellen in die Zukunft, anstatt hier aktiv zu werden. Von konkreter strategischer Planung kann gar keine Rede sein. Die beginnt erst wieder am 1.1. mit Kahn und dann hoffentlich peux a peux mit einem Chefcoach, der hier modernen Fussball spielen lässt und dem mittelfristigen Einbinden von Ex-Spielern mit Weitsicht wie Lahm oder Schweinsteiger.

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  • Ich bleibe dabei. Einen Double Trainer zu entlassen wäre öffentlich kaum vermittelbar gewesen. Dann hättest du beim nächsten Trainer bei jedem Punktverlust Theater gehabt und es wären ständig Quervergleiche gekommen.

    Es ist sogar schon mal vorgekommen, dass wir einen Triple-Trainer in Rente schicken wollten, der eigentlich gar kein Bock auf Rente hatte und seinen Ruhestand gerne selbst entscheiden wollte.


    Eine Trennung von Kovac im Sommer wäre definitiv vermittelbar gewesen.

  • Es ist sogar schon mal vorgekommen, dass wir einen Triple-Trainer in Rente schicken wollten, der eigentlich gar kein Bock auf Rente hatte und seinen Ruhestand gerne selbst entscheiden wollte.


    Eine Trennung von Kovac im Sommer wäre definitiv vermittelbar gewesen.

    Naja weil das mit Pep ja längst fix war. Den Fans wäre es ja vielleicht vermittelbar gewesen. Ich hab nach der Saison auch gesagt eigentlich ist Kovac so beschädigt, dass du dich trotz Double trennen musst. Ich gebe nur zu bedenken, dass das auch einen Rattenschwanz neuer Probleme mit sich gebracht hätte.


    Jetzt ist es so wie es ist. Bringt uns nicht um, wenn wir jetzt mal ein halbes Jahr auf den richtigen Trainer warten, so lange der dann endlich wirklich passt und dann hoffentlich mindestens 3 Jahre hier was entwickeln darf.

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