Kalle Rummenigge

  • joo...haste Recht!


    das Problem dabei ist nur, dass das unseren Sponsoren gar nicht recht sein dürfte - für VW/Audi sind die dortigen Länder ein Riesenabsatzmarkt und ich glaube kaum, daß sich unsere Bosse da zwischen die Stühle setzen würden...leider!

  • Umso mehr muss man sich dagegen doch verwehren! Die Gleichung kann doch nicht sein: Audi investiert in den FC Bayern > deshalb können wir uns tolle Spieler leisten > für Audi und VW ist Saudi Arabien/Katar einer der wichtigsten Absatzmärkte > deshalb halte ich als FC Bayern-Fan den Mund > auch wenn dort Menschen gefoltert, verstümmelt und geköpft werden, nur weil sie moderat - z.Bsp. in einem Blog - Kritik äußern.


    Der Trainingsaufenthalt des FC Bayern in Katar legitimiert die dortigen Machthaber. Das finde ich extrem schwach von unserem Verein. Die Welt ist groß. Man muss sich nicht ein Land mit mittelalterlichen Menschenrechtsvorstellungen für sein Trainingslager aussuchen. Für mich das falsche Signal. Ich hoffe, nächstes Jahr fährt man woanders hin!

  • Uff. Das finde ich aber dann gleich ein paar Nummern zu groß. Ich finde unsere Richtung in diesen Dingen auch nicht gut, aber ob der FCB jetzt dahin fährt, es bleiben lässt oder öffentlich Kritik übt oder aber an der spanischen Küste mit den Füßen wackelt, interessiert die dortigen Machthaber wahrscheinlich mal so überhaupt nicht. Da wären vielleicht ein paar Scheichs und Prinzen beleidigt, weil sie ihr Spielzeug nicht live in der Heimat erleben dürfen, aber das war es dann auch...

  • Ich bin da bei dir, wobei alles relativ ist. Katar, Saudi-Arabien - das sind Länder, die vermutlich in Richtung Schurkenstaaten gingen, würde man nicht so prächtig mit ihnen Geschäfte machen. Und völlig klar: Viele der Dinge, die dort geschehen, sind mindestens aus unserer Sicht prekär.


    Auf der anderen Seite gibt es so viele Länder, die vielleicht keine barbarischen Strafverfolgung kennen, keine Ausländer wie Sklaven halten, die es aber zulassen, dass ganze Busladungen voller Studenten einfach mal so verschwinden, Hunderte in überfüllten Gefängnissen sich selbst überlassen bleiben, erbarmungswürdige Ghettos bestehen, regelmäßig Tausende unnötig bei Naturkatastrophen umkommen und und und.


    Will sagen: Wenn Dänemark oder Norwegen der Maßstab sind, stehen sogar WIR plötzlich schlecht dar. Sind Katar und Saudi Arabien der Maßstab - was ist dann mit Ländern wie Brasilien oder Mexiko? Eventuell sollte man Sport einfach Sport sein lassen.

    Uli. Hass weg!

  • Wir würden uns aber eben nicht mehr einer berechtigten Kritik aussetzen. Dass in einem solchen "Land" auch noch eine Fußball-WM stattfinden soll, das ist sowieso ein Witz. Die nächste dann in Nordkorea?

  • Ich denke auch, dass es im nächsten Jahr woanders hingehen will. Die Sponsoren haben auf Dauer auch nichts davon, denn alles was dem Image des Vereins schadet, schadet indirekt natürlich auch wieder den Sponsoren.

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  • In Brasilien und auch in Mexiko darf eine Frau Auto fahren, ohne dass sie dafür gesteinigt wird, darf man in Blogs Kritik an seiner Regierung äußern ohne dafür verstümmelt oder geköpft zu werden - in Katar/Saudi Arabien nicht. Für mich ein entscheidender Unterschied.


    Überträgt man Deine "Argumentation" auf den Nationationalsozialismus, hättest Du damals wahrscheinlich gesagt. "Die Russen haben bei Pogromen auch Juden getötet, und jetzt läßt Stalin Regimekritiker hinrichten. Überall gibt's so was."


    Man sollte das Thema nicht überstrapazieren. Und mir reichts jetzt auch. Aber, ich bin schon verblüfft, wie wurstig hier einige das hinnehmen.

  • Das hört sich doch gut an. Bringt also doch was.


    "Wir haben in den zurückliegenden Tagen diverse kritische Kommentierungen zum Testspiel des FC Bayern München am 17.1.2015 in Riad, Saudi-Arabien, zur Kenntnis genommen.


    Der FC Bayern München als Verein verurteilt jede Form von grausamer Bestrafung, die nicht im Einklang mit den Menschenrechten steht, wie im aktuellen Fall mit dem islamkritischen Blogger Raif Badawi. Es wäre besser gewesen, das im Rahmen unseres Spieles in Saudi-Arabien deutlich anzusprechen.


    Auch deutsche Spitzenpolitiker reisen demnächst nach Saudi-Arabien. Die Politik hat grundsätzlich in diesen Fragen die Richtlinienkompetenz. Wir sind ein Fußballverein und keine politischen Entscheidungsträger, aber natürlich tragen am Ende alle, also auch wir, dafür Verantwortung, dass Menschenrechte eingehalten werden.


    Ich möchte im Namen des FC Bayern München dazu erneut klarstellen: Gerade unser Klub hat sich immer gegen jegliche Diskriminierung, gegen Gewalt und gegen Rassismus bekannt. Und wir machten und machen uns stets für Toleranz stark. Fußball ist immer auch im Dienste der Völkerverständigung unterwegs, Menschenrechte sind darin ein integrierter Wert.


    gez.


    Karl-Heinz Rummenigge
    Vorstandsvorsitzender
    FC Bayern München AG

    "

  • Schade das man jetzt derart vor dem Mob der Berufsempörten einknickt, nur damit ein paar Polit-Hansel und Gutmenschen ihr Mütchen stillen können. Dann hätte man es wirklich besser ganz gelassen, statt nun im Büßerhemd loszurennen.


    Aber nun ist die Welt ja wieder schön, die katarischen Sklavenarbeiter ziehen mit einem fröhlichen Lied auf den Lippen in den Sonnenuntergang und Saudi-Arabien ruft morgen eine feministisch geprägte Demokratie aus.


    Im nächsten Sommer befreien wir dann Nordkorea nehme ich an. Pack ma's.

  • Ganz gewiss nicht, keine Sorge!


    Es gibt zweifellos Länder, die ein No-Go sind. Bei anderen ist das nicht so ganz einfach. So unsympathisch mir Katar und Saudi Arabien auch sind, kann man bei ihnen nicht alles verurteilen. Man denke nur an das immerhin für die Einwohner kostenlose Gesundheitswesen, aber beileibe nicht nur.


    In Mexiko darf eine Frau natürlich Auto fahren. Aber ihr Sohn verschwindet womöglich spurlos, bloß weil er einer lokalen Größe politisch auf die Füße tritt. Und der Staat lässt das in großem Maßstab zu. Was nun verwerflicher ist, mag jeder für sich selbst entscheiden!


    Was ist mit Ländern wie Singapur? Eine Demokratie (auf dem Papier), ja. Toller Lebensstandard und alles so sauber. Aber auch die höchste Hinrichtungsrate weltweit. Keine vier Leute dürfen zusammen über Politik diskutieren, ohne vorher eine Genehmigung dafür eingeholt zu haben. Prügelstrafen selbst für nach unseren Maßstäben Bagatellen.


    Nun mag sich die Frage eines Trainingslagers in Singapur gerade nicht stellen, aber man weiß ja nie...

    Uli. Hass weg!

  • Das sehe ich ähnlich. Ich bin ob der fast schon unterwürfigen Art und Weise der Stellungnahme daher auch etwas zwiegespalten.


    Selbstverständlich geschehen in diesen Ländern (aber nicht nur dort) teils gravierende Menschenrechtsverletzungen, die durch nichts zu entschuldigen sind.


    Aber es jetzt speziell seitens der Politik oder der Medien einem Sportverein aufzubürden, hier den Finger in die Wunde zu legen und das Wort zu erheben, halte ich doch für sehr scheinheilig.


    Denn andererseits macht die Wirtschaft (gestützt von maßgeblichen Entscheidungsträgern in der Politik) mit diesen Ländern die allerbesten (oder miesesten) Geschäfte, teils sogar Waffengeschäfte. Was für eine Doppelmoral!


    Sport und Politik sollten nach wie vor getrennt bleiben. Denn wo soll man die Trennlinie ziehen? Dürfen wir noch in Russland spielen, obwohl Putin die Krim annektiert hat? Dürfen wir noch in den USA spielen, trotz Guantanamo?

  • Unglaublich wie menschenverachtend hier manche reagieren. Natürlich ändert sich mit einer Absage des FCB wenig, aber man kann ein Zeichen setzen.


    Du sagst dir aus egoistischer Sichtweise, ich bin ja nicht betroffen, mir doch egal. Wenn andere umkommen oder gefoltert werden, was interessiert mich das.
    Traurig wie verkommen unsere Gesellschaft mittlerweile ist...

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