Karl Hopfner

  • keine Angst, ich habe den Hinweis- von wem auch immer - schon verstanden. Und ich erlaube mir doch glatt, dazu eine relativierende Meinung zu haben...
    die ich, dachte ich, auch begründet hätte...


    ob Du es glauben wirst oder nicht: es gibt Leute bei AUDI, Daimler oder oder , die haben da zu ihrem Job ne absolut vergleichbare emotionale Bindung wie Du sie für einzigartig möglich beim FCB - oder wahrscheinlich allen Fußballclubs an sich - hältst...doch, das gibt es...


    und am Ende ging es darum , ob man , um einen ausgezeichneten Job beim FCB als Finanzvorstand machen zu können, wirklicher Fan sein MUß ....was ich definitiv bezweifle....Da muß man sich schon mal die Mühe machen, über den eigenen Fan-Horizont hinauszuschauen. Um das zwingendste Beispiel von allen zu nennen: wieviele SPIELER sind wohl Fans des Clubs, für den sie arbeiten ???
    Die Antwort erspare ich mir lieber, sie wäre -sofern man sich da Illusionen macht- desillusionierend.


    man hat sich jetzt allgemein doch sehr gefreut, dass mit Sammer jemand kam, der ein exzellenter Fachmann ist und der endlich mal NICHT aus dem vertrauten Kreis früherer Spieler kam. Und der -bei allem fachlichem Respekt, den er für den FCB immer schon hatte- doch niemals als Bayern-Fan eingestuft wurde. Und er ist nun viel näher am Fußball und damit an der essentiellen Seite des FCB dran als ein Finanzvorstand. Da reicht es locker, wenn letzterer dann fußballinteressiert ist. Alles übrige wäre begrüßenswerte Zugabe, aber sicher nicht lebensnotwendig.

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  • Wir haben mit Uli, Kalle und Sammer genug Leute in der Führungsriege, die aus dem Fußballbereich kommen. Ein Finanzexperte, der das ganze etwas sachlicher und rationaler sieht, ist doch als Gegenpol genau das richtige. Die Vita von Dreesen klingt doch schonmal vielversprechend. Ich hoffe, er macht einfach das, was Hopfner die letzten Jahre erfolgreich gemacht hat.

    Man fasst es nicht!

  • Also wenn das bei einer Position wirklich von Vorteil wäre, hätte ich es eher beim Sportvorstand erwartet.
    Da gab es aber komischerweise keine Wellen als man einen einstellte, der mit dem FcB so überhaupt nichts am Hut hatte.


    Beim Finanzvorstand ist es mir ziemlich jacke, in welcher Bettwäsche der früher mal geschlafen hat, solange es nicht gerade die von Real oder anderen Finanzhasardeuren war.

    give a man fire, he'll be warm for a day
    set a man on fire, he'll be warm for the rest of his life

  • Darum ging es nie. Das hat hier auch niemand gesagt. Das Kompetenz vor Vereinszugehörigkeit geht ist auch völlig klar und sollte auch relativ klar aus meinem Post hervor gegangen sein.


    Dein vergleich mit Audi hinkt mehr als ein Einbeiniger, denn Audi begründet sich nicht auf so etwas emotionalem wie Fußball.


    Und zu dem desillusionierend --> Welchen Spieler (bei gleicher Leistung) siehst du denn bei Bayern lieber - jemand mit Vereinsbindung oder einen von Aussen?


    Also wenn das bei einer Position wirklich von Vorteil wäre, hätte ich es eher beim Sportvorstand erwartet.
    Da gab es aber komischerweise keine Wellen als man einen einstellte, der mit dem FcB so überhaupt nichts am Hut hatte.


    Also von meiner Seite überhaupt nicht. Auch hier wieder weil Kompetenz vor geht und es niemanden vergleichbaren mit Vereinszugehörigkeit gab.


    Nochmal zur Klarstellung: Ich möchte Dreesen nicht schlecht reden und denke auch, dass er rein von der Qualifikation ein guter Ersatz werden kann. Aber dieser Verein ist mit Leuten groß geworden die eine Bindung zu diesem Verein hatten. Und da kann man schon mal ein neues Vorstandsmitgleid hinterfragen, ohne Ihn gleich lynchen zu wollen.

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  • Ich glaube kaum dass Hopfner vor seiner Bewerbung hier eine grossartige Bindung hatte.


    Solche Phrasen enden auch immer schnell in Vetternwirtschaft wenn man Kompetenz eben nicht radikal prioisiert. Und jemanden mit vergleichbarer Kompetenz aber noch grösserer Vereinsliebe scheint es nicht zu geben aber woher auch? Die Bereiche Fussball und Finanzen sind eben relativ unverwandt und nicht mit Sammers Einstellung, bei der diese Priorisierung auch stattfand, zu vergleichen.


    Abgesehen davon traue ich Bankern nicht... :|

    Es gibt zuviel Leute, die sagen zu wenig - die reden einfach zuviel!


    Klaus Lage

  • Laut Bericht in der sz über die Umstände, unter denen er damals die Stelle bekam, war er schon damals Fan des FCB.


    Laut ftd ist Dreesen das übrigens auch "schon lange".


    Natürlich sind die Bereiche Fußball und Finanzen nicht verwandt. Beim FCB müssen sie das aber eben doch sein, und genau das ist die Schwierigkeit dabei. Zumindest wird die Besetzung durch Dreesen nicht für sehr viel mehr Fingerspitzengefühl beim Umgang mit dem normalen Fan bedeuten. Eher wird es in die Richtung gehen, dass Entscheidungen noch mehr allein aus finanzieller Sicht getroffen werden.
    Mir ist aber bewusst, dass das den meisten hier egal ist, solange man einmal im Jahr mit einem Titel und evtl. neuen Umsatzrekorden angeben kann...

  • Ganz ohne Interesse für Fußball wird so einen Job wohl niemand machen können - aber grundsätzlich geht es doch erstmal darum, ob er ein guter Nachfolger von Karl Hopfner werden kann und nicht darum, ob er jetzt Fan des FC Bayern München ist oder nicht. Das Gleiche gilt doch für Spieler auch. Fachkompetenz muss das wesentliche Kriterium sein, und ob Jan-Christian Dreesen hier gute Dinge machen kann, wird von uns wohl keiner wirklich beurteilen können. Ich verstehe diese "gewollte Dagegen-Stimmung" in dieser Personalie nicht.

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  • Es gibt wohl offenbar keinen der mit dem FCB näher verwandt ist als dieser Dreesen ohne ein deutliches Kompetenzminimum mitzubringen.


    Was die Fans betrifft, was meinst du mit Fingerspitzengefühl? Explizit die aktuellen Reibungspunkte in der Südkurve? Oder dieses Heranziehen von "Kunden", auch dadurch bedingt dass sich der FC Bayern in den letzten Jahrzehnten neben dem Fussball auch als waschechte Haushaltsmarke etabliert, somit den Fussball oft in den Hintergrund bei Markterschliessungen gedrängt hat? Oder die Anteilsverkäufe der letzten Jahre die vielleicht nicht die letzten sind?


    Bei der ersten Möglichkeit wird Dreesen wenig bis gar nicht zu sagen haben, schliesslich fällt das so gar nicht in sein Aufgabengebiet... ;-)

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    Klaus Lage

  • patella : Es ist keine "gewollte Dagegen-Stimmung", sondern nur ein- meiner Meinung nach- gesundes Misstrauen gegenüber unserem neuen finanziellen Gewissen. Die Bedeutung von Karl Hopfner wird, glaube ich, in diesem Verein oft unterschätzt. Und ebenso vielleicht die Tragweite eines solchen Personalwechsels.

  • @mexi:
    Es geht doch auch gar nicht darum, den weltgrößten Bayernfan für diesen Posten zu finden. Mir persönlich ging es einfach darum, dass ich wissen möchte, wer da demnächst am Ruder sitzt- und als Fan gehört die sportliche Gesinnung für mich zu diesem Gesamtbild.


    Zu Deinem zweiten Absatz: Um all' das! Die aktuellen Reibungspunkte sind ja nicht wirklich aktuell, sondern schon lange Thema, weil sie einfach zum Umgang des Vereins mit den treuen Fans gehören und hier in der Vergangenheit so viele Fehler gemacht wurden, dass sie unmöglich alle nochmal aufzuzählen sind.
    Was die Anteilsverkäufe angeht, sind wir ja dank Vereinssatzung relativ auf der sicheren Seite. Aber, mal so als einfaches Beispiel: Wenn es darum geht, mehr Stehplätze in der Südkurve zu schaffen, die dann naturgemäß billiger sind, dann wird das eben auch den Vorstand Finanzen betreffen. Und die Motive, die einen Banker dann zu einer Entscheidung bewegen, dürften andere sein, als die eines Fanbasis-nahen Mannes. Schon da überschneiden sich die Bereiche also.
    Vielleicht bin ich da auch einfach noch zu sehr hoffnungsloser Fußballromantiker, weil ich mir so etwas wünsche oder mir einen Kopf darüber mache. Kann ich aber auch mit leben.

  • Das mag teilweise zutreffen, aber sicherlich nicht für Leute, die sich näher mit dem FC Bayern München beschäftigen als 90 oder 180 Minuten in der Woche.


    Und deshalb bin ich auch der Meinung, dass Karl Hopfner seine Arbeit nicht in die Hände eines neuen Angestellten gibt, wenn er nicht sicher ist, dass er dem vertrauen könnte. Der Verein weiß, welche Bedeutung diese Aufgabe hat und wird da nicht leichtsinnig irgendwelche unüberlegten Entscheidungen treffen. Gesundes Misstrauen ist immer gut, aber man sollte den guten Mann doch wenigstens mal hier arbeiten lassen und seine "Ergebnisse" beurteilen, bevor man überkritisch wird.

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  • Eher wird es in die Richtung gehen, dass Entscheidungen noch mehr allein aus finanzieller Sicht getroffen werden.


    :::::::::::::::::::::::::::::::::


    Woher nimmst du diese Annahme?


    Aus meiner Sicht übernimmt er die Rolle Hopfners. Ich wüsste nicht, dass der großartigen Einfluss auf grundsätzliche Entscheidungen des FcB gehabt hätte, also warum sollte das ein neuer Finanzvorstand haben?
    Ich erwarte, dass nach wie vor die Sportvorstände die wichtigen längerfristigen Entscheidungen treffen und der Finanzvorstand dann sagt, ob das realisierbar ist und die (finanziellen) Details ausarbeitet. So wie eben Hoeneß Hopfners Rolle bei dem Phoenix-Interview beschrieben hat.


    Oder siehst du Hopfners - bzw. Dreesens - Rolle anders?


    Und die Motive, die einen Banker dann zu einer Entscheidung bewegen, dürften andere sein, als die eines Fanbasis-nahen Mannes.


    War denn Hopfner so einer? ME ist da Uli der entscheidende Mann, der solche Dinge wie mehr Sitzplätze verhindern wird. Dafür hat er immer gestanden, dafür hat er immer gesorgt. Und es auch immer nach außen sehr deutlich kommuniziert. Davon kann (und ich denke auch will) er sicherlich nicht mehr abrücken.
    Was irgendwann mal ist, wenn er nicht mehr da ist, das werden wir sehen.
    Aber auch dann wird es mE viel mehr auf die neuen Führungspersonen ankommen als auf einen Finanzvorstand.

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  • Naja aber ich glaube nicht, dass sich das viel nimmt. Selbst wenn es mehr Stehplätze geben sollte, dann gibt es mehr Stehplätze als Sitzplätze zuvor in dem Block. Außerdem wird dadurch mehr bei den Getränken und Speisen umgesetzt. Ich glaube das nimmt sich nicht viel.


    Klar eine gewissen Bindung sollte er schon haben, aber gerade bei den Finanzen finde ich, darf diese auch nicht zu stark sein. Denn Zahlen sind trocken, aber überlebenswichtig!


    Bei Hopfner war das eine andere Situation, da er ja quasi alles mit aufgebaut hat. Dreesen wird Hopfner nicht 1:1 ersetzen können, das kann wahrscheinlich niemand, Hopfner war mindestens genauso wichtig wie Hoeneß für den FC Bayern. Umso schöner, dass er als Vizepräsident für die Finanzen erhalten bleibt!

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  • Welche "gewollte Dagegen-Stimmung"? Nur eddiedean und ich haben hier dieses Thema aufgegriffen und hier geht doch wirklich aus allen Posts hervor, dass die Fachkompetenz an erster Stelle steht. Noch viel deutlich kann ich das eigentlich nicht schreiben.

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  • Ich glaube hier unterschätzt du die Rolle von Hopfner. Sämtliche wichtige Entscheidungen der letzten 25 Jahre basieren auf Hopfners Einschätzung. Mir bereitet das aufhören von Hopfner mehr Bauchschmerzen als das Ende von Beckenbauer, Hoeness oder zukünftig Rummenigge.

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  • Er wird ja zum Glück nicht ganz verschwinden! Er wird Vizepräsident für Finanzen und sitzt daher im Aufsichtsrat. Weitreichende Entscheidungen müssen ja vom Aufsichtsrat abgesegnet werden, daher wird er auch weiterhin ein Auge auf die Finanzen haben und sicherlich mit Rat zur Seite stehen!

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  • @jarlaxle:




    Woher nimmst du diese Annahme?


    Einfach ein Bauchgefühl. Immerhin ist der Mann Banker, und wenn er eines gelernt haben sollte, dann das.




    Oder siehst du Hopfners - bzw. Dreesens - Rolle anders?


    Hopfners nein. Dreesens kann ich aus naheliegenden Gründen noch nicht einschätzen. Natürlich hoffe ich, dass er möglichst nah an Hopfners Philosophie dran ist.




    War denn Hopfner so einer? ME ist da Uli der entscheidende Mann, der solche Dinge wie mehr Sitzplätze verhindern wird. Dafür hat er immer gestanden, dafür hat er immer gesorgt. Und es auch immer nach außen sehr deutlich kommuniziert. Davon kann (und ich denke auch will) er sicherlich nicht mehr abrücken.
    Was irgendwann mal ist, wenn er nicht mehr da ist, das werden wir sehen.
    Aber auch dann wird es mE viel mehr auf die neuen Führungspersonen ankommen als auf einen Finanzvorstand.


    Uli will mehr Sitzplätze verhindern? Okay, das dürfte in die alte Grundsatzdiskussion über Hoeneß hineingehen, und dass wir beide die nicht führen brauchen, sollte klar sein.;)
    Zu Deinem letzten Satz: Aber ein Finanzvorstand ist doch eine Führungsperson. Vorstand eben. Mit entsprechenden Befugnissen und entsprechender Macht.


    Ich will doch Dreesen überhaupt nichts. Aber die gesamte Konstellation ist nun mal die, vor der ich am meisten Angst hatte. Und bei den Dingen, die Banken heutzutage so tun, ist das wohl mehr als berechtigt. Und natürlich bekommt er eine faire Chance. Seine Arbeit wird eh nur sehr langfristig zu beurteilen sein, denke ich.

  • Und zu dem desillusionierend --> Welchen Spieler (bei gleicher Leistung) siehst du denn bei Bayern lieber - jemand mit Vereinsbindung oder einen von Aussen?


    ::::::::::::::::::::::::::::::


    Mir ist es völlig egal.
    Weil ich nicht glaube, dass es sowas wie "Vereinsbindung" im modernen Fußball noch gibt.


    Sah man doch wunderbar an Müller. Spielt seit zwöfhundert Jahren beim FcB, sagte, er würde gerne auf Lebenszeit hierbleiben und dann, nach 3 Spielen auf der Bank, hörte er sich das Angebot von Inter mal an, "ich bin ja nicht mit dem FcB verheiratet".
    Oder BS, der vor (ich glaube) 3 Jahren laut eigener Aussage sehr knapp vor einem Wechsel zu Inter stand.
    Lahm, der schon auf gepackten Koffern Richtung Spanien saß.
    Kevin Großkreutz, der den Traum hat, in England zu spielen.
    Manuel Neuer,...
    Und, und, und.


    Mir ist es völlig egal, wo ein Spieler herkommt. Bringt er Leistung, dann ist es gut, bringt er keine, eben nicht.
    Gleiches gilt dann auch für den Vorstand.
    Ein Sammer kann von mir aus den FcB früher gehasst haben. Ist mir völlig jacke, solange er gute Arbeit macht.
    Genau das selbe gilt dann natürlich auch für den Finanzvorstand.


    "Vereinsbindung" entsteht mE am Ehesten durch eine lange und erfolgreiche Zusammenarbeit. In 5 Jahren wird ein Sammer genauso Bestandteil der FcB-Familie sein wie die anderen, WENN er - wovon jeder ausgeht - gute Arbeit leistet.


    Genau das selbe traue ich einem Dreesen zu.


    Und auch einem Manuel Neuer ;-)

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