• Hallo an alle!


    Ich erinnere mich, dass im alten Forum mal ein Thread exisitierte, wo ein paar User unter uns ihr Wissen bezüglich den Finanzen des FC Bayern teilten!


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    Damit meine ich zum Beispiel so etwas wie: "Was passiert, wenn der FC Bayern bspw. Gomez für 50 Millionen Euro verkauft?" Da werden ja wohl nicht 50 MIllionen Euro schön auf dem Konto des FCB landen und direkt ins Transferbudget übertragen. Was entstehen da für Unkosten/Steuern? Kann man da etwas abschreiben, wenn man das tatsächlich in das Budget überträgt?


    Ist mit freie Liquidität das mysteriöse Festgeldkonto gemeint?


    Kann der FC Bayern als AG auf das riesige Eigenkapital zugreifen oder bleibt dieses Geld (Juni 2011 über 250 Millionen Euro) stets als Absicherung? Ich weiß nur, dass man als AG ein gewisses Eigenkapital haben MUSS. Wieviel das ist und ob man darauf zugreifen kann, weiß ich nicht.


    Hat irgendjemand eine Ahnung, wieviel Geld noch ungefähr wahrscheinlich in den Stadionkredit fließen muss? Man hat gesagt, bei einem neuen Anteilshaber (>100 Mio. €) könnte man das Stadion direkt abbezahlen, wobei das ja nicht heißen muss, dass dann dieses Geld alleine ausreichen würde.


    Da frage ich mich, ob man nicht die "freie Liquidität" um 80 Mio. € verkleinern könnte, um sich Zinszahlungen für das Stadion einzusparen. Ist dieses Eigenkapital von über 250 Mio. € nicht dazu da, genau in solchen Fällen Absicherung zu sein? Wozu dann freie Liquidität in dieser Höhe noch als Absicherung, wenn man dafür unnötig Zinsen für das Stadion bezahlt?


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    Ich erinnere mich, dass solche und viele weitere ähnliche Fragen/Themen aufgegriffen wurden. Der eine User kannte sich mehr aus, der andere weniger. Manche wussten sogar sehr sehr viel. Ich denke, dass uns dieses Wissen als Fans schon gut täte.
    Vor allem im Hinblick auf die JHV 2012 und die dort vorgestellten Zahlen, wobei ich glaube, dass da die letzten Monate wieder nicht inbegriffen sind. Das Geschäftsjahr müsste bei uns ja dann Juli 2011 bis Juni 2012 sein.

  • Hierzu kann man auf jeden Fall eines noch sagen. Die Konzernbilanz ist jederzeit im Bundesanzeiger abrufbar.


    Um mal das ominöse Festgeldkonto anzusprechen. In der Bilanz 2010/2011 ist ein Kassenbestand, guthaben bei Kreditinstituten und Schecks von genau: 143.706.850,33 eingetragen.


    Hier muss man dann natürlich zwischen Konzernbilanz (AG + Allianz Arena) und dem Jahresabschluss der AG unterscheiden.


    Die Kassenbestände waren also:


    Konzern: 143.706.850,33€
    AG: 129.082.090,47€



    On man sich Zinsen für die Arena sparen kann, ich glaube das kann hier keiner abschließend beurteilen, denn keiner kennt die Kreditverträge die dort abgeschlossen wurden. Keiner weiß, in wie weit eine frühzeitige Tilgung möglich ist.

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  • Kann mich erinnern, dass mal gesagt wurde, alles was früher abzahlbar war, hat man gemacht. Was jetzt noch übrig ist, kann man nicht schneller abzahlen, da sich die Bank weigert, bzw. so einen hohe Abstandszahlung (nennt man das so?) gefordert hat, dass man sich dagegen entschieden hat.

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  • Ich meine auch das mal gehört zu haben. Dann würde man wahrscheinlich die 100 Mio in die Kapitalrücklage packen, so dass die komplett die noch vorhandenen Verbindlichkeiten decken und somit wäre die Arena dann quasi abbezahlt.

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  • Ich kenne nur den Begriff der Vorfälligkeitsentschädigung.


    Ist ja auch wurscht wie das heißt.



    Im Endeffekt werden sich die Verantwortlichen schon ausgerechnet haben was billiger ist.


    Jetzt sofort tilgen mit einer wie auch immer genannten Sonderzahlung oder über die Jahre mit Zinsen zahlen.



    In dem Punkt vertraue ich unseren Verantwortlichen völlig...

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  • wenn die das also als vorteil sehen, wir ja wohl etwas dran sein..


    und diese zeit, von der ihr sprecht, könnte auch schon erfüllt sein. wir sind ja nicht seit gestern kreditnehmer.

  • Ich denke einfach der vorteil ist das man dann schuldenfrei ist und egal was in den naechsten jahren auch passieren sollte ( man weiss ja nie in der derzeit weltweit kritischen finanzlage) man das stadion besitzt und nix mehr abbezahlen muss


    Denke das ist einfach der gedankengang

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  • Wobei das mit der weltweiten Finanzlage eher nix zu tun hat.


    In Finanzkrisen ist es immer besser Schulden zu haben als Geld.
    Da richtig üble Krisen idR mit Inflation und im schlimmsten Fall Geldentwertung einhergehen, wäre es ideal, wenn man noch den vollen Schuldenstand aufweisen könnte, da diese sich dann automatisch drastisch reduzieren würden (stark vereinfacht ausgedrückt).


    Ich gehe daher davon aus, dass die Finanzexperten beim FcB eben gerade nicht von einer wirklich unsicheren Währung ausgehen und daher entschieden haben, dass es sinnvoll ist, entweder die Schulden abzubezahlen (falls das geht) oder eben mehr liquide Mittel zu haben.


    Finde ich persönlich jetzt schade, ich habe gerade so richtig schön viele Schulden, da könnte eine ordentliche Inflation gerade recht kommen ;-)

    give a man fire, he'll be warm for a day
    set a man on fire, he'll be warm for the rest of his life

  • Wir sind auch mit einem abbezahlten Stadion nicht "schuldenfrei". Die Anteilsverkäufe stellen Fremdkapital dar, dass finanztechnisch "Schulden" ist. Aus Betriebswirtschaftlicher Sicht wäre es auch nicht sinnvoll, völlig "schuldenfrei" zu sein, da sich ein entsprechender Verschuldungsgrad positiv auf die Eigenkapitalrentabilität (Verzinsung des Eigenkapitals) auswirkt. Das könnt ihr alles unter dem Stichwort "Leverage Effekt" nachlesen ;-)

    #nichtmeinpräsident

  • Schon richtig, aber es geht ja hier um die Arena bei den 100 Mio. Wenn die Schulden auf die Arena weg sind, dann ist die Allianz Arena Stadion GmbH quasi schuldenfrei, aber im Konzern gibt es natürlich noch eine gewisse Menge Schulden, dafür wird Hopfner bzw. Nachfolger schon sorgen :) Die verstehen ja auch was von ihrem Handwerk. Wenn ich das richtig in Erinnerung habe steht ja auch schon das nächste Investment an mit dem Bayern-Sportparadies, daran wird sich die Fussball AG bestimmt auch in gewissem Maße beteiligen

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  • Eben nicht, sondern Eigenkapital, deshalb sind es auch keine Schulden. Sonst hätte ja jedes Unternehmen der Welt, von dem man Anteile/Aktien erwerben kann, in diesem Sinne Schulden.

  • Richtig, das gezeichnete Kapital beträgt heute 27,5 Mio €. Ein gewisser Teil des bezahlten Geldes geht dann in das gezeichnete Kapital und der andere wird anderweitig verwendet, wie zum Beispiel für Kapitalrücklagen. Hier hat der FC Bayern derzeit (2011) 173.092.547,70€.

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  • Das kommt darauf an, ob diese Anteilsverkäufe zeitlich befristet sind. Mir persönlich ist zwar darüber nichts bekannt, aber sie könnten durchaus langfristige Verbindlichkeiten darstellen und wären demnach wieder Fremdkapital. Aber ansonten hast du mich richtigerweise korrigiert. Trotzdem bleibt es aus betriebswirtscahftlicher Sicht sinnvoll, einen gewissen Grad an "Schulden" zu haben.

    #nichtmeinpräsident

  • Du vergisst den Grund, warum diese Firmen Anteile kaufen. Es gibt bessere Kapitalanlagen als Fußballvereine, wenn man rein den Ertrag, also die Dividende sieht. Aber Audi und auch Adidas haben sicherlich auch ein Interesse ein langfristiges Interesse am FC Bayern zu manifestieren - sie halten so auch generell jedweden Konkurrenten aus dem Verein für die Zukunft heraus.

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  • Außerdem führt das zu einer Senkung der gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten, da insbesondere beim aktuellen Zinsniveau Fremdkapital günstiger ist als die Renditeansprüche der Anteilseigner des Eigenkapitals. Zusatzeffekt: steigender Unternehmenswert (man beachte Modigliani-Miller). Nachteilig am erhöhten Verschuldungsgrad ist aber eine erhöhte Volatilität der erwarteten Renditen (wobei das beim FCB irrelevant sein sollte, da dieses Risiko nur bei negativer Eigenkapitalrentabilität auftritt) :P
    Wen sowas interessiert, Corporate Finance googeln...und ja, ich hab grad nix zu tun, geht grad um die Handballabteilung auf der Hauptversammlung. :)

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  • JHV ist doch recht deutlich, Stadion aktuell 3,7 Mio Minus (Gewinnabführungsvertrag) weil einmal Kosten entstanden sind wegen Umstellung Kreditverträge. Denke da ist was umfinanziert worden, sollte aber auch egal sein sowohl Verein, wie auch AG weisen herausragende EK Werte auf.

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  • Und ich dachte wir hätte mit dem Thema Kapitalerhöhung schon erläutert hier.


    Mal abgesehen davon ist das andere in meinen Augen BWL blödsinn (theoretischer Müller), wenn ich es schaffe Jahr für Jahr mein EK zu verbessern und keine Schulden brauche, dann mache ich auch keine.


    Das ich dem Staat dann Geld gebe, nun gut das ist so, aber auf der anderen Seite lieber dem Staat, wie den Banken, die verschleudern das eh nur bei irgendwelchen Spekulationen sonstwo. Beim Staat besteht zumindest noch die Hoffnung das das Loch in der Straße vor der eigenen Wohnung /Betrieb geschlossen wird.

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  • Vielleicht kann ja jemand auf diese Fragen eingehen :-)


    Außerdem: Was bringt uns das EK außer Absicherung? Kann man darauf zugreifen? Was ist aktuell mit dem Festgeldkonto? Wen die von Gewinn sprechen, ist da schon vorher die Überweisung auf das Festgeldkonto geschehen?