• SPORT BILD: Herr Carro, die meisten Stadien der Liga sind wegen der Corona-Krise leer. Die Zahl der Infizierten steigt täglich. Müssen Sie die Zuschauereinnahmen bis zum Saisonende abschreiben?

    Fernando Carro (56): Wir hatten von Beginn an für die ganze Saison ohne Zuschauererträge kalkuliert, weil wir nicht überzeugt waren, an dieser Stelle Gewinne machen zu können. Wenn wie gegen Leipzig 6000 Fans kommen dürfen, sind wir zwar sehr glücklich, weil die Fans zum Fußball gehören und Atmosphäre in die Arena bringen. Aber wir verdienen daran nichts, da gleichzeitig Kosten entstehen und wir zum Beispiel die Gastronomie, Ordnungs- und Sicherheitsdienste zahlen müssen. Um in die Gewinnzone zu kommen, bräuchten wir mehr als diese 6000.


    Welche Haltung haben Sie zu einer Umverteilung der TV-Gelder? Es gibt einen Plan von Klub-Bossen der ersten und zweiten Liga, den großen Klubs Geld zu nehmen, um es den kleinen zu geben.

    Da habe ich eine ganz klare Einstellung: Wenn am Ende mehrheitlich die Vereine der zweiten Liga entscheiden, welche Fernsehgelder die Vereine der ersten Liga bekommen, ist das ein völlig indiskutables Szenario. Das kann zu einer Spaltung der ersten und zweiten Liga führen.

    Warum sind Sie nicht kompromissbereit?

    Es ist Kompromiss genug, wenn wir der zweiten Liga 20 Prozent der nationalen TV-Einnahmen überlassen, nicht zu vergessen die Solidaritätsgelder aus den europäischen Wettbewerben, die direkt an die Zweitligisten weitergereicht werden. Wenn die zweite Liga jetzt auch an den internationalen TV-Topf möchte, geht mir das zu weit. Hinzu kommt, dass die zweite Liga in Deutschland schon jetzt mehr TV-Geld erhält als die Unterhäuser in den anderen europäischen Ligen. Meiner Meinung nach wäre es sinnvoller, wenn sich die zweite und dritte Liga gemeinsam unter der Bundesliga organisieren. Dann bekommen sie weiterhin 20 Prozent und können das Geld verteilen, wie sie es für richtig halten.

    Sie ärgern sich.

    Mich stört, dass die Diskussion in einer Krisenzeit geführt wird. Wir alle bekommen gerade schon weniger. Warum sollen jetzt diejenigen, die gut gearbeitet haben, weniger kriegen, damit andere, die möglicherweise schlechter gewirtschaftet haben, mehr bekommen? Das sehe ich nicht. Für mich ist klar, es ist jetzt nicht die Zeit für eine Revolution, es geht um verträgliche Anpassungen.

    Reicht das aus, um für mehr Wettbewerb zu sorgen?

    Wenn ein Zweitliga-Vertreter argumentiert, das Geld muss anders verteilt werden, damit der Kampf um die Meisterschaft spannender wird, halte ich das für populistisch und scheinheilig. Wer in der zweiten Liga spielt, hat mit der Dominanz von Bayern München nichts zu tun.

    Sollten nicht alle an einer spannenden Bundesliga interessiert sein?

    Wenn es wirklich alleine darum ginge, müsste man den Bayern ganz viel abnehmen und das Geld dem Zweiten, Dritten, Vierten und Fünften geben, damit die rankommen – und nicht den Zweitligisten. Aber auch das ist ein unrealistisches und nicht praktikables Szenario.

  • Da es in den anderen Ligen keine 50+1 Beschränkung gibt werden weiter Clubs von Investoren gekauft.

    Die stolze DFL fällt immer weiter zurück.

    Seifert weiß schon genau warum er geht


    https://footballbenchmark.com/…g_football_club_investors

    Ich bin grundsätzlich dafür 50+1 zu kippen, allerdings muss es Regeln geben. Solche Auswüchse wie teilweise im Ausland sind Gift. Nationale Investoren oder zumindest Investoren die vertrauenswürdig sind, sind aus meiner Sicht Pflicht. Möchte keinen Araber oder russischen Oligarchen in der Bundesliga an einer Vereinssspitze sehen.

    Es wäre heute nicht so, wie es ist, wäre es damals nicht gewesen, wie es war.

  • Möchte keinen Araber oder russischen Oligarchen in der Bundesliga an einer Vereinssspitze sehen.

    KFC Uerdingen: Präsident Michail Ponomarev - und das mit 50+1!

    Allerdings gehören dem Verein nur noch 2.5% seiner Profi-GmbH. Aber sie haben die Stimmenmehrheit.

    Die anderem 97,5% gehören einer Eventagentur, deren Besitzer ein gewisser Ponomarev ist.

    Wo die Sonne der Erkenntnis tief steht, werfen auch Zwerge lange Schatten.

  • Ich bin grundsätzlich dafür 50+1 zu kippen, allerdings muss es Regeln geben. Solche Auswüchse wie teilweise im Ausland sind Gift. Nationale Investoren oder zumindest Investoren die vertrauenswürdig sind, sind aus meiner Sicht Pflicht. Möchte keinen Araber oder russischen Oligarchen in der Bundesliga an einer Vereinssspitze sehen.

    absolut richtig.

    Die Regeln der EPL sind schon sehr hart.

    Insbesondere hinsichtlich KYC , Ursprung der Gelder, Eigentümer etc


    Die Übernahme von Newcastle ist ja genau daran gescheitert weil die Saudis die Hosen nicht runterlassen wollten.


    Solche Typen wie Ismaik könnten noch nicht einmal in die Nähe eines zweit oder drittligaclubs kommen.


    Ein Russe ist nicht automatisch ein Oligarch.

    Blavatnik hat DAZN Goal etc aufgebaut und war auch schon vorher in der amerikanischen Unterhaltungsindustrie unterwegs

  • Woran die Übernahme von Newcastle gescheitert ist, weiß doch bis heute keiner so recht. Das war schon sehr undurchsichtig und es ist nicht die erste Übernahme, die Mike Ashley hat platzen lassen. Ob das also nur an den Arabern bzw der EPL lag, lasse ich mal offen.

    "When life gives you lemons, go murder a clown."

  • Türkgueci oder wie die heißen in der dritten Liga sind ja auch nur ein Spielball ihres Investors.

    Bitte denken Sie scharf nach, was Sie in eine Signatur schreiben.