• Recht hat er der Watzke. Das Geschafel einiger Clubs und Fans ist ja auch total unrealistisch. Wenn er sich jetzt noch für die überfällige Abschaffung von 50+1 einsetzt, könnte er sogar sympathisch werden.


    Hans-Joachim Watzke hat sich trotz der Dominanz des deutschen Rekordmeisters Bayern München gegen eine Umverteilung der TV-Gelder ausgesprochen.


    https://sport.sky.de/fussball/…-tv-gelder/12511040/34943

    Kein 50+1 mehr brächte uns national aber wieder mehr Konkurrenz. Wollen wir das, dass sich da Investoren mit richtig viel Cash auf einmal zum Beispiel in Düsseldorf oder Hamburg, Top-Städte, einbringen?

  • Aber wieso? Ich sehe da keinen Mehrwert. Vor ein paar Jahren hieß es mal, es läge auch an der schwachen Liga und den fehlenden Konkurrenten, dass man in der CL ausgeschieden sei. Hat sich jedoch die Jahre danach und mit dem letzten Titel auch nur als Fehlannahme herausgestellt. An den Status von England und Spanien kommt man auch ohne 50+1 nicht heran.

  • Kein 50+1 mehr brächte uns national aber wieder mehr Konkurrenz.

    Ich frage mich immer, warum so viele denken dass nach einem Wegfall von 50+1 sofort alle Vereine ihre Anteilsmehrheit an einen Investor verschachern, und der dann auch noch Milliarden reinpumpen würde.


    Ohne 50+1 würde sich exakt gar nichts ändern; unsere größten Konkurrenten haben überhaupt keine nennenswerten Anteile mehr die sie verkaufen könnten, und wenn sich irgendwelche Vereine wie Köln oder Düsseldorf tatsächlich einen Investor anlachen und dem die Stimmrechtsmehrheit überlassen würden (was ich für völlig ausgeschlossen halte, so lange sie nicht kurz vor der Pleite sind), dann würde dabei höchstwahrscheinlich sowas wie Hertha, H96 oder die Möwen rauskommen.


    50+1 ist m.E. völlig irrelevant. Da wird eine reine Scheindiskussion geführt.

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  • Ich frage mich immer, warum so viele denken dass nach einem Wegfall von 50+1 sofort alle Vereine ihre Anteilsmehrheit an einen Investor verschachern, und der dann auch noch Milliarden reinpumpen würde.


    Ohne 50+1 würde sich exakt gar nichts ändern; unsere größten Konkurrenten haben überhaupt keine nennenswerten Anteile mehr die sie verkaufen könnten, und wenn sich irgendwelche Vereine wie Köln oder Düsseldorf tatsächlich einen Investor anlachen und dem die Stimmrechtsmehrheit überlassen würden (was ich für völlig ausgeschlossen halte, so lange sie nicht kurz vor der Pleite sind), dann würde dabei höchstwahrscheinlich sowas wie Hertha, H96 oder die Möwen rauskommen.


    50+1 ist m.E. völlig irrelevant. Da wird eine reine Scheindiskussion geführt.

    Wieso sollte ich als Investor in irgendeinen willkürlichen Bundesligaclub investieren? In der Regel will man auch etwas aus seinem Investment haben. Es mag sein, dass die Millionenstädte erstmal Interessant wären aufgrund des Umfelds. Am Ende werden aber auch da die Vereine von profitieren, die das meiste sportliche Potential bieten, weil dir das am ehesten Erfolg und damit Geld einbringt. An unserer Vormachtstellung würde sich rein gar nichts ändern.

    Oh Well. Whatever. Nevermind.

  • Ich glaube zwar auch, dass sich an der Vormachtstellung so schnell nichts ändern würde, aber ganz so schwarz sehe ich es dann doch nicht.


    Wenn wir mal nach Italien schauen, erlebt die Serie A dort eine kleine Renaissance. Sie ist wieder deutlich attraktiver als noch vor ein paar Jahren geworden. Was - unter Umständen - auch daran liegt, dass Clubs wie Inter und AC Milan wieder deutlich finanzstärker am Markt auftreten können. Dazu kommen Neapel und Bergamo, die seit Jahren oben mitmischen. Haben die entsprechende Investoren wie die beiden Mailänder Clubs? Das weiß ich gar nicht. In jedem Fall dürfte die Serie A die Bundesliga gerade in den letzten zwei Jahren und mit dem Ende der Juve-Ära deutlich in Punkto Attraktivität hinter sich gelassen haben.


    Und bezüglich der Standorte gibt es in Deutschland einfach unglaublich viel Potential. Hamburg, Düsseldorf, Berlin - das sind alles Städte, deren Äquivalente in anderen Ländern, konkurrenzfähige Teams haben. Berlin hat es mittlerweile vielleicht mit Union. Eine solche Stadt könnte aber auch zwei große Clubs vertragen (siehe London). Leipzig hat es halbwegs geschafft, sich im oberen Bereich zu etablieren. Auch in Stuttgart und Köln sehe ich diese Möglichkeiten.


    Ich bin fest überzeugt, dass eine höhere Dichte an der Spitze der Liga ungemein gut tun wird. Schauen wir auf die Spiele, die wir verloren haben, so waren die doch allesamt eher unglücklich und das Pendel hätte in allen Spielen auch in unsere Richtung ausschlagen können. Dann hätten wir jetzt sagenhafte 15 Punkte Vorsprung auf Platz 2 und über 20 auf Platz 3. Hätte wäre wenn. So sind es dann 6 auf Platz 2 und 12 auf Platz 3. Auch das ist schon eine riesige Kluft.


    Dass mit mehr Geld nicht automatisch mehr Knowhow einzieht, ist auch klar. Allerdings werden sich die meisten Investoren nicht mit Sportdirektoren a la Horst Heldt abgeben. Mit Investoren müssen automatisch professionelle Firmenstrukturen Einzug halten, die sich von der Spitze bis nach ganz unten ziehen. Dann werden es ehemalige Spieler auch weiter in Management-Positionen schaffen. Aber eben nur solche, die auch das Rüstzeug dafür mitbringen. Leute wie Schmadtke werden es dann schwerer haben, Leute wie Eberl aber werden weiter eine Rolle spielen.

  • Nur kann man halt Milan nicht mit deutschen Clubs vergleichen. Es gibt hierzulande vielleicht 5-6 Clubs, die ausserhalb ihrer Region überhaupt jemanden interessieren. Drei davon (HSV, Werder, Schalke) krebsen in der 2. Liga rum und die Schalker (die wohl das größte Potenzial nach einem Investoreneinstieg hätten) würden wohl lieber ihren Verein auflösen als einem Investor das Ruder zu überlassen.


    In der ersten Liga haben wir Dortmund (schon verkauft) und mit RB, Wolfsburg und den Pillen drei Konzernvereine (im Prinzip auch schon verkauft). Potenzial hätten hier die Eintracht, Köln und dergleichen. Die wohl auch lieber der Vereinsauflösung als einem Verkauf zustimmen würden; ob ein Provinzverein wie der Effzeh für einen (seriösen) Investor überhaupt interessant wäre, ist dabei auch noch nicht geklärt.


    Das Problem ist, dass man hier immer Vergleiche zu anderen Ländern zieht, in denen es aber seit jeher völlige andere Eigentümerstrukturen gibt als in Deutschland. Und die international auch schon immer interessanter waren.

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  • Das tut einfach sowohl dem Auge als auch der Seele gut. :)

  • KHR hat eben den Durchblick

    DPA Interview


    Rummenigge: Ich kenne Frau Hopfen noch nicht persönlich. Sie hat große Fußstapfen vor sich, die Christian Seifert hinterlassen hat. Er hat den Job top gemacht, insbesondere in Zeiten von Corona. Aki (Watzke) wiederum ist ein ausgeschlafener, erfahrener Manager im Fußball. Die wichtigste Aufgabe - nicht nur der beiden, sondern der Bundesliga - wird sein, Sorge zu tragen, die internationale Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Vereine zu gewährleisten und gleichzeitig wieder mehr nationalen Wettbewerb herbeizuführen. Für beides braucht man Geld. Eine Umverteilung von oben nach unten wird die Bundesliga in der Spitze eher schwächen als stärken. Deshalb ist auch bei der 50+1- Regel mein Ansatz ein anderer als von zahlreichen anderen Protagonisten in der Liga.

    Bayern München und Sie plädieren für eine Öffnung der Bundesligavereine für Investoren?

    Rummenigge: Wenn man sich die Entwicklung des englischen Fußballs anschaut, oder auch die Entwicklung von Paris Saint-Germain: Wo standen diese Clubs vor zehn, 15, 20 Jahren? Wo stehen sie heute? Sie sind alle wesentlich wettbewerbsfähiger. Manchester City war zur Jahrtausendwende nur drittklassig!


    https://m.faz.net/aktuell/spor…-league-17791029.amp.html

  • Ganz tolle Beispiele. Welcher Fan träumt nicht davon das sein Herzensvereins ein seelenloses Konstrukt wie PSG oder City wird, bei dem das Ticket dann schnell mal eine dreistellige Summe kostet und nahezu jeder Beteiligte beliebig austauschbar ist. Gut, dass Kalle da warnende Beispiele aufführt wohin dieser Investorenwahn führen kann.

  • Ganz tolle Beispiele. Welcher Fan träumt nicht davon das sein Herzensvereins ein seelenloses Konstrukt wie PSG oder City wird, bei dem das Ticket dann schnell mal eine dreistellige Summe kostet und nahezu jeder Beteiligte beliebig austauschbar ist. Gut, dass Kalle da warnende Beispiele aufführt wohin dieser Investorenwahn führen kann.

    Verstehe auch absolut nicht, wie man sowas positiv sehen kann.


    Gute Arbeit ist bei solchen Vereinen schlichtweg irrelevant.


    Hätten sich Abramovic oder die Scheichs damals statt Chelsea, City und PSG Vereine wie Fulham, Everton oder FC Paris gekauft, dann wären eben diese jetzt (Mit-)Favoriten auf die CL.


    Genauso wie die ganzen RB Klone. Die könnten statt in Salzburg genausogut in Wien, Graz oder Innsbruck sitzen. Statt in NY auch in LA oder Miami.

    Oder statt in Leipzig in jeder anderen deutschen Stadt ohne Erstligisten.

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  • Ist so. Gilt ja auch für uns, mit dem Unterschied freilich, dass uns die Kohle nicht in den Allerwertesten geblasen wurde.


    Aber das kann der Konkurrenz auch egal sein, die keinen Zugriff auf die ganz großen Töpfe hat.

    "Jeder I.diot kann einen Krieg beginnen, aber es braucht 100 Genies, um ihn zu beenden."