Jan-Christian Dreesen

  • Seine Vita liest sich ja völlig passend: "Michael Diederich ist ein deutscher Manager und Funktionär. Seit Januar 2018 ist er Vorstandssprecher der Hypovereinsbank in München sowie Country Chairman Germany und Mitglied des Group Executive Committee der Konzernmutter Unicredit in Mailand."


    Da kommt auf jeden Fall jemand externes mit ordentlich Expertise. Wenn ich mir in einem Bereich wirklich überhaupt noch nie Gedanken bei unserem Verein gemacht habe, dann bei den Finanzen. Das wird auch so bleiben.

    Keine Frage. Der wird auch sehr gut sein. Dennoch hätte ich mir Dreesen gerne länger gewünscht.

    Es wäre heute nicht so, wie es ist, wäre es damals nicht gewesen, wie es war.

  • Erstmal grundsätzlich sehr schade. Ich werde vor allem seine wirklich guten JHV-Präsentationen vermissen und ganz grundsätzlich hatte ich immer das Gefühl das unsere Finanzen bei ihm in guten Händen sind.


    Das Statement klingt erstmal freundschaftlich und ohne versteckte Spitzen. Der Zeitpunkt kann Zufall sein, lässt aber mit der Nähe zum Abschied von KHR und Wacker schon auch Interpretationsspielraum das Kahn sich hier nach und nach sein eigenes Vorstandsteam zusammenstellt (was natürlich legitim ist). Nach über zehn Jahren kann man sich natürlich mal verändern wollen, genauso denkbar ist aber auch das die neuen Köpfe angesichts der stark veränderten Marktlage weg vom eher konservativen Finanzgebaren der letzten Dekade und mehr Risiken eingehen wollen/müssen um konkurrenzfähig zu bleiben. Da braucht es dann vielleicht auch jemand anderen an der Kasse.


    Hoffen wir das es ohne schmutzige Wäsche über die Bühne geht. Die Medien-Geier werden zweifellos ganz genau hinschauen.

  • Vielleicht ist der Grund auch ein gesundheitlicher? Dreesen hatte ja in der Vergangenheit schon z.B. einen Herzinfarkt.

    Wird man dann gut daran erkennen können, was er als nächstes macht. Falls er bei einem Hedgefonds einsteigt war es vermutlich nicht die Gesundheit... ^^


    Die Diskussion hier über seine Beweggründe zeigt aber sehr deutlich, dass im Fussball die Uhren ein bisschen anders ticken als in jeder anderen Branche. 8 Jahre im Management sind eine sehr lange Zeit, da ist es nicht ungewöhnlich, wenn jemand aufhört, aus welchem Grund auch immer. Im Fussball wird von den Verantwortlichen aber - m.E. auch aus guten Gründen - immer ein sehr langes Commitment erwartet. Ich glaube Kahn hat auch sehr, sehr lange darüber nachgedacht ob er sich das "antun" will, denn CEO bei Bayern wird man halt nicht für 5 Jahre sondern eher für 50... ;)

    0

  • Er hat doch selbst gesagt, das er noch einmal etwas anderes machen möchte. Von seiner Vita und Kompetenzen her kann er sicherlich eine prominentere bzw anspruchsvollere Position übernehmen als CFO des FCB.


    Die Gerlinger Beförderung könnte auch mit seiner Entscheidung zusammenhängen.


    Nach langer und reiflicher Überlegung habe ich mich nun entschlossen, nach dieser außergewöhnlichen Dekade meine persönlichen Ziele noch einmal neu zu definier

    Nach langer und reiflicher Überlegung habe ich mich nun entschlossen, nach dieser außergewöhnlichen Dekade meine persönlichen Ziele noch einmal neu zu definieren.

  • Oh oh- BILD


    Ein Grund für Dreesens freiwillige Entscheidung: teils grundsätzlich konträre Auffassungen und fehlende Harmonie mit Rummenigge-Nachfolger Oliver Kahn sowie Sport-Vorstand Hasan Salihamidzic. Dreesen, der Bayern anstelle von Kahn vorerst noch bei der Liga und im DFB repräsentiert, orientiert sich lieber neu.

  • Oh oh- BILD


    Ein Grund für Dreesens freiwillige Entscheidung: teils grundsätzlich konträre Auffassungen und fehlende Harmonie mit Rummenigge-Nachfolger Oliver Kahn sowie Sport-Vorstand Hasan Salihamidzic. Dreesen, der Bayern anstelle von Kahn vorerst noch bei der Liga und im DFB repräsentiert, orientiert sich lieber neu.

    Wenn das stimmt, hat das schon ein Geschmäckle...

    0

  • VORSTANDS-BEBEN BEI BAYERN

    Welche Rolle spielen Kahn und Brazzo?


    Überraschendes Vorstands-Beben beim FC Bayern!

    Finanz-Boss Jan-Christian Dreesen (55) verlässt den Rekordmeister zum Ende der Saison auf eigenen Wunsch. Nach zehn sehr erfolgreichen Jahren macht der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Schluss und lässt seinen Vertrag Ende Juni 2023 auslaufen. Dreesen begründet seinen Schritt in der Klub-Mitteilung: „Ich hatte fantastische zehn Jahre beim FC Bayern. Sportlich und wirtschaftlich war es die erfolgreichste Zeit der Vereinsgeschichte und mir eine große Ehre, zusammen mit unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern einen Beitrag dazu zu leisten. Nach langer und reiflicher Überlegung habe ich mich nun entschlossen, nach dieser außergewöhnlichen Dekade meine persönlichen Ziele noch einmal neu zu definieren.“


    Vorstands-Chef Oliver Kahn (53) bekommt nun einen neuen Vize – einen Big Boss aus der Finanz-Branche! BILD erfuhr: Kahn und Präsident Herbert Hainer (68) sind sehr glücklich, dass sie den bisherigen Aufsichtsrat Dr. Michael Diederich (57/seit 2018 im Gremium) für den Posten gewinnen konnten. Der Sprecher des Vorstandes der UniCredit Bank (HypoVereinsbank) wird ab 1. April in den Bayern-Vorstand berufen. Drei Monate sollen die beiden Finanz-Experten zusammenarbeiten, ab 1. Juli übernimmt Diederich dann die Posten von Dreesen.


    Welche Rolle spielen Kahn als Chef der FC Bayern AG und Sportvorstand Hasan Salihamidzic (45) beim Bosse-Beben? Auf den Tag genau ein Jahr zuvor war schon Jörg Wacker (54/Vorstand Internationalisierung) nach acht Jahren aus der Klub-Spitze ausgeschieden. Jetzt die Bekanntgabe von Dreesens Rückzug. Mit Ex-Boss Karl-Heinz Rummenigge (67/bis Juni 2021 Vorstands-Chef) hatte Dreesen ein sehr gutes Verhältnis. Beide verstanden sich blind. In den neun gemeinsamen Jahren gewann der Verein zwei Triple (2013 und 2020). Der Umsatz wurde mehr als verdoppelt, auch die Mitarbeiterzahl. 2018/19 verzeichnete der Klub einen Rekordumsatz vom 750,4 Mio. Euro. Aktuell liegt der Verein hinter dem FC Barcelona und Real Madrid in Europas Spitze auf Platz drei der Umsatztabelle. Als einziger Bundesliga-Klub kamen die Münchner ohne Minus durch die gesamte Corona-Pandemie.


    Dreesen lieferte immer Super-Zahlen! Auch, weil der Finanz-Boss nicht jedes Budget absegnete. Was mit Rummenigge noch ganz reibungslos lief, war nicht hundertprozentig kompatibel mit Salihamidzic und Kahn, der intern auch auf Ex-Unternehmensberater setzt. Dreesen eckte mit seiner Meinung im Vorstand jetzt mehr an! Nach BILD-Informationen hatte er seinen Aufsichtsrats-Chef Hainer schon vor einiger Zeit über sein Vorhaben informiert. Der Ex-Adidas-Boss hatte daraufhin einen Nachfolger gesucht und mit Diederich einen namhaften gefunden. Der Aufsichtsrat (beruft die Vorstände) war als Kontrollgremium der ausgegliederten Profi-AG am Mittwochabend über die Mitteilung am Folgetag um 8 Uhr informiert worden. Warum kam die Bayern-Meldung so früh am Morgen?


    BILD weiß: Da der italienische Mutterkonzern UniCredit in Mailand börsennotiert ist und der Handel dort ab 9 Uhr eröffnet, ging die börsenrelevante Nachricht davor raus. Diederichs Nachfolgerin bei der UniCredit Bank wird Marion Hoellinger. Bekommt Kahn nun mehr Macht?

    Von Hainer-Mann Diederich ist weniger Widerstand in Kahns Vorstand zu erwarten als vom unbequemeren Dreesen, der von Anfang an Kahn und dessen internes Berater-Team (inkl. Projekt Bayern Ahead) mindestens skeptisch gegenüberstand.


    Was wird nun aus Dreesen?


    Neben der Ausübung des Vorstandspostens bis Ende der Saison bleibt der Finanz-Boss auch bis zum Sommer in den Gremien bei DFL (Mitglied im Präsidium, Vorsitzender des Lizenzierungsausschusses) und DFB (Mitglied im Vorstand).

  • Puuh...auch wenn das jetzt kein wirklich ungewöhnlicher Vorgang nach einem CEO-Wechsel ist, vielleicht werden wir in ein paar Jahren auf diese Meldung zurückblicken als den Moment wo der FCB seinen Weg verlassen hat.


    Nichts gegen Diederich, den kann ich überhaupt nicht bewerten, aber was da an Begründung mitschwingt lässt einiges erahnen was da in den letzten zwei Jahren abgelaufen ist und was sich nun wohl ändern wird.

  • Quote

    Von Hainer-Mann Diederich ist weniger Widerstand in Kahns Vorstand zu erwarten als vom unbequemeren Dreesen, der von Anfang an Kahn und dessen internes Berater-Team (inkl. Projekt Bayern Ahead) mindestens skeptisch gegenüberstand.

    Wer schreibt denn bei Bild so etwas? Der Praktikant? Meine Fresse.


    Ich habe das Gefühl, dass all das (inkl. der Personalie um die neue Abteilungsleitung aus der Stoiber-Lende) wesentlich bedeutender und leider auch problematischer ist, als alles, was wir sportlich so an Problemen haben.


    Bittere Geschichte.

  • Spaßeshalber haben wir gestern einfach mal den 2021er-Geschäftsbericht der Hypo-Vereinsbank neben den 2020/21er-Geschäftsbericht der FC Bayern München AG gelegt und zu unserem großen Erstaunen festgestellt, dass der achtköpfige HVB-Vorstand zuletzt auf eine Gesamtvergütung von gerade mal 6,2 Mio. Euro kam – während dem fünfköpfigen FCB-Vorstand (geführt vom "Master of Business Administration" Oliver Kahn) satte 17,6 Mio. Euro zuflossen. Das ist zum einen gesamtgesellschaftlich bemerkenswert (das durchschnittliche Vorstandsmitglied eines stinknormalen Mittelständlers mit 636 Mio. Euro Umsatz verdient also das Viereinhalbfache des durchschnittlichen Vorstandsmitglieds einer hochprofitablen Bank mit 312 Mrd. Euro Bilanzsumme) – und lässt zum anderen die Vermutung zu, dass sich der bisherige HVB-Vorstandschef und künftige FCB-Finanzvorstand Michael Diederich bei seinem gestern vermeldeten Vereinswechsel möglicherweise nicht unbedingt verschlechtern wird.


    https://finanz-szene.de/bankin…-hvb-chefs-zu-den-bayern/


    Die FCB-Vorstände verdienen im Schnitt also 3,52 Millionen Euro. Das ist zwar tatsächlich ziemlich viel, aber dennoch nicht mit anderenAktiengesellschaften zu vergleichen. Es dürfte außerhalb des Fußballs kaum AGs geben, in denen Angestellte ohne Führungsverantwortung gleich im Dutzend mehr als 10 Millionen Euro im Jahr verdienen.

  • Sehr interessant. Habe mir auch mal die Zahlen angeschaut in anderen Sportarten. Und offenbar verdient man beim Fußball sehr, sehr gut. Das sind Gehälter von denen auch die meisten Top-Executives bei den großen US-Teams nur träumen können. Da musst du schon der GM der Yankees sein, um das zu bekommen, was Kahn & Co hier bekommen.

    0

  • Wobei der GM der Yankees wahrscheinlich nochmal mehr verdienen würde, wenn wirklich er und nicht der Eigentümer an der Spitze des Vereins stehen würde.


    Das ist bei uns ja zum Glück anders. Kahn steht bei uns wirklich an der Spitze und ist nur AR/Mitgliedern eine gewisse Rechenschaft schuldig.

  • Da musst du schon der GM der Yankees sein, um das zu bekommen, was Kahn & Co hier bekommen.

    Die Top-Verdiener unter den General Managern bzw. Team-Präsidenten verdienen doch noch mal deutlich mehr. Theo Epstein beispielsweise verdient bei den Chicago Cubs 10 Millionen Dollar pro Saison und hat Anteile am Franchise bekommen. Brian Cashman verdient bei den Yankees fünf Millionen Dollar pro Jahr.


    Ich nehme an, dass Kahn fünf oder sechs Millionen Euro im Jahr bekommt, das ist natürlich trotzdem außergewöhnlich.