FC Barcelona

  • Der Katalanismus (katal. Catalanisme) oder Katalanischer Nationalismus ist eine kulturelle und politische Strömung zur Anerkennung einer politischen, sprachlichen und kulturellen Eigenständigkeit Kataloniens oder der Gemeinschaft katalanischsprachiger Länder, den Països Catalans.
    Die Gründe für den Katalanismus liegen im Verlust der Rechte Kataloniens ab Beginn des 18. Jahrhundert. Zunächst wurde 1700 als Folge des Pyrenäenfriedens von 1659 und der Teilung Kataloniens die katalanische Sprache in Nordkatalonien verboten. Anschließend beschnitt in der Folge des Spanischen Erbfolgekriegs Philipp V. von Kastilien 1716 mit den Dekreten der Nueva Planta die Rechte auch im Südteil des Landes, dem Prinzipat Katalonien. Die Unterdrückung der katalanischen Sprache, Kultur und Institutionen dauerte mit den Diktaturen von Primo de Rivera und Franco bis weit in das 20. Jahrhundert.
    Der Katalanismus wurde erstmals als kulturelle Bewegung während der Renaixença wahrgenommen. Sie hatte das Ziel, die gesellschaftliche Anerkennung der katalanischen Sprache und Kultur nach den Jahrhunderten des Niedergangs zurückzuerlangen. Dazu diente auch das Wiederaufleben des romantischen Dichterwettstreits der Jocs Florals.
    Zur politischen Bewegung wurde der Katalanismus spätestens 1882, als mit den Bases de Manresa (‚Grundsätzen von Manresa‘) die Wiedereinsetzung der Constitucions de Catalunya gefordert wurde, der von der Ständeversammlung (den Corts Catalanes) bestätigten Gesetzessammlung, die Katalonien von 1283 bis 1714 ein hohes Maß an Selbstbestimmung gesichert hatte.
    Heute wird Katalonien, und teilweise auch die Països Catalans, von den Katalanisten als eine Nation betrachtet, der folglich ein hohes Maß an Selbstverwaltung zusteht. Die Unterschiede unter den Katalanisten liegen im Grad der angestrebten Wiedererlangung historischer Rechte. Während einige über die Selbstbestimmung zu einer Unabhängigkeit des katalanischen Volkes kommen wollen, streben andere eine Ausweitung der Selbstverwaltung im Rahmen des Autonomiestatuts an, oder sprechen sich für föderale Strukturen aus.

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  • Ueber den Gruender Gamper:


    Nachdem seine Mutter an Tuberkulose gestorben war, zog die Familie in die Heimatstadt des Vaters, Zürich. Die schwierige familiäre Situation brachte Hans Gamper zum Sport.
    Gamper fühlte sich in jeder Sportart wohl. So gewann er Radfahrwettbewerbe ebenso wie Rennen in der Leichtathletik. Er spielte Rugby, Tennis, Golf und Fussball. Fussball war auch der Sport, der ihn besonders begeisterte. Hans Gamper spielte von 1896 bis 1898 beim FC Zürich.
    Im Oktober 1898 zog er nach Barcelona. Als Buchhalter fand er Arbeit bei Crédit Lyonnais, der Sarria Eisenbahngesellschaft als Chefbuchhalter[1] und als Sportkolumnist. Ferner arbeitete er für zwei schweizerische Zeitungen und half, die Zeitschrift Los Deportes zu veröffentlichen. Er war aber auch im Zucker- und Kaffeehandel tätig. Er schloss sich der lokalen schweizerischen evangelischen Kirche an und begann, im Bezirk von Sarri à-Sant Gervasi mit anderen Protestanten aus der Gemeinde Fussball zu spielen.
    Nach etwa einem Jahr hatte er die Idee, einen eigenen Fussballklub zu gründen und suchte über eine Zeitungsanzeige nach Interessierten. Schliesslich wurde der Verein von 36 - ausschliesslich protestantischen - Mitgliedern gegründet und der Name FC Barcelona gewählt. Hans Gamper führte auch die Vereinsfarben Blau und Rot ein, jedoch ist umstritten, ob er die Farbgebung von seinem Stammverein FC Excelsior Zürich (bei dem er selber spielte) übernahm oder von den Farben des FC Basel inspiriert worden ist.[2]
    Hans Gamper wurde erster Kapitän des FC Barçelona, für den er zwischen 1899 und 1903 120 Tore in 51 Spielen schoss.[3][4] Er war einer der besten Fussballspieler seiner Zeit und hält beim FC Barcelona bis heute den Rekord für die meiste Tore in einem Spiel.[4] Gleich in drei Spielen zwischen 1901 und 1903 erzielte er jeweils neun Tore.[5]
    Da die damalige spanische Verfassung nur den Katholizismus als Religion erlaubte, mussten viele Spieler den Verein verlassen, darunter auch Hans Gamper. Gamper fühlte sich auch den Freimaurern verbunden. Erst 1908 konnte er zum FC Barcelona zurückkehren und wurde zum Präsidenten gewählt[6]. Einer der Gründe war wohl die Heirat mit einer streng katholischen Schweizerin.
    Gamper nahm den Ruf als Vereinsvorstand an. Nach 322 Tagen als Vorsitzender trat er aus beruflichen Gründen zurück[7]. Gamper erreichte die finanzielle Rettung des Clubs und initiierte den Bau des ersten eigenen Stadions.[7] Aber Gamper vergass nicht, für seine Ziele auch gegen den Widerstand der Autoritäten zu kämpfen, und wurde aufgrund dessen immer wieder angeklagt.
    Am 14. Juni 1925 wurde ein Freundschaftsspiel zu Ehren des katalanischen Volkschores Orfeó Català organisiert. 14.000 Zuschauer buhten während der spanischen Nationalhymne und applaudierten der britischen Hymne. Gamper wurde wegen Unterstützung des „Katalanismus“ für drei Monate des Landes verwiesen, der Sportplatz wurde für ein halbes Jahr geschlossen. Darüber hinaus wurde Gamper jeglicher Kontakt mit dem FC Barcelona verboten, was ihn schwer traf, da er sein Lebenswerk als zerstört ansah.[8]
    In Folge der Weltwirtschaftskrise in den 1930er Jahren verlor Gamper all sein Geld. Von Depressionen geplagt, erschoss er sich am 30. Juli 1930 in seinem Haus in der Carrer de Girona Nr. 4 in Barcelona. Tausende folgten dem Trauerzug.

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  • Bei Barca sind mit Fabregas (mal wieder) und Sanchez (Udinese) absolute Hochkaräter im Gespräch. Angeblich sind sie auch an Rossi von Villareal interessiert.


    Fabregas wird ganz sicher zurückkehren, da scheint es nur noch darum zu gehen, ob er schon in der Saison wechseln wird. Sanchez wäre eine starke Alternative für die Offensive. Der hat eine starke Saison in Italien gespielt. Rossi halte ich sowieso für ein Ausnahmetalent.


    Diese potentiellen Neuzugänge würden Barca auf alle Fälle nicht schlechter machen.


    ;-)

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  • <span style="font-weight:bold; font-style:italic">Zitat:</span><br><span style="font-style:italic">Schmeiss nicht den Thread, welcher der besten Vereinsmannschaft der Welt gewidmet ist, mit deinem Müll zu. Deine Meinung ist absolut irrelevant. Erzähl das doch alles deiner Oma, vielleicht stimmt sie dir zu und du kannst dich darüber freuen. Geschichte schreiben werden weiterhin andere, und du kannst gar nichts dagegen tun</span><br>-------------------------------------------------------


    da täuschst du dich, mein schon viel zu lange geduldeter vertreter der zahnlosen. meine oma konnte wundervolle geschichten erzählen und schreiben. soll ich dir mal die ISBN schicken von einem ihrer bücher?

  • sociobarca - diese mittelalterlichen rechte gabs auf der ganzen iberischen halbinsel. genauso wie im rest europas. letzte überbleibsel sind hamburg und bremen. und den romantischen blabla kennen wir auch von allen anderen nationalismen (kroaten, serben, flamen, walonen, aber auch aus der frühzeit des deutschen nationalismus,...).
    mit den echten gründen hat das wenig zu tun. war in deutschland der einigungsgedanke vor allem durch den äußeren feind (napoleon) vorhanden, so wars im falle kataloniens vor allem der verlust kubas im spanisch-amerikanischen krieg von 1898. schon davor war das schiff (das spanische überseeimperium) am untergehen, aber erst der verlust kubas war für die katalanische burgeoisie der grund sich vom rest spaniens loslösen zu wollen, denn die katalanischen industriellen hatten das monopol auf den textilhandel zu dieser so wertvollen kolonie. vorher auf kosten der allgemeinheit privilegien genießen und als diese wegfallen sich vom acker machen wollen. das ist die geschichte vom katalanischen nationalismus bzw. des katalanischen großbürgertums (wir wollen ja nicht verallgemeinern).
    und im nachhinein die geschichte so umschreiben, wie sie einem in den kram paßt, kennen wir auch von allen anderen nationalismen.
    du schreibst, daß 1714 die katalanische gesetzgebende körperschaft durch philip V von kastilien abgeschaft wurden. philip V war franzose, borbone und sieger des spanischen erbfolgekrieges, der zwischen den europäischen großmächten ausgetragen wurde. er war genausowenig spanier oder kastilier wie messi brasilianer ist. außerdem vergessen die katalanischen nationalisten immer wieder zu erwähnen, daß neben der neuordnung der krone aragons (denn dazu gehörte katalonien seit dem mittelalter, auch das wird immer wieder vergessen, daß es nämlich kein eigenständiges katalonien war) auch die krone kastiliens neugeordnet wurde und die alten kastilischen rechte nun auch endgültig abgeschafft wurden.
    und daß kastilisch als landessprache eingeführt werden sollte, hat nichts mit einer kastilischen eroberung zu tun.
    denn nun war es ein franzose, der in spanien herrschte und sich frankreich und seine zentralisierung als vorbild nahm, und eben die sprache wählte, mit der er am effektivsten eine funktionierende verwaltung aufbauen konnte - vor allem zur steuereintreibung (eben die, die alle verstehen, genauso wie französisch in frankreich, kings-english in england und unter joseph II deutsch in den habsburgischen kronländern).


    nur zwei zitate von männern, die weit weit über mir stehen: ernest renan, der vater der nationalismusforschung hat treffend gesagt: "keine nation ohne fälschung der eigenen geschichte"
    und der große deutsche philosoph ralf dahrendorf spricht im bezug auf das selbstbestimmungsrecht der nationen von grenzen "die weniger durch die geschichte als durch amateur-historiker mit politischen ambitionen gezogen wurden" - siehe paisos catalanes - ein begriff der teile valencias, aragons, frankreichs, mallorcas, ja sogar italiens beinhaltet. daß die davon nichts wissen wollen ist den ambitionierten herren in ihrer katalanischen wahnvorstellung natürlich egal, genauso die 80% katalanen, die gegen eine unabhängigkeit sind. was zählt schon der freie wille des volkes, wenn ein paar berufsnationalisten es besser wissen. gab ja auch vor 80 jahren einen bei uns, der genau wußte, was "das volk" will und im namen des volkes dann das volk in die katastrophe getrieben hat...


    ps: franco war galizier, also auch aus einer region, die heute "nationalistisch" ist und madrid hat am längsten gegen die francotruppen im bürgerkrieg standgehalten. paßt nicht in die geschichtsschreibung der nationalisten, aber is trotzdem realität


    pps: eigentlich schade, daß man in einem fußballforum über so einen dreck schreiben muß, aber erstens sollte so ein unsinn nicht unwidersprochen bleiben und zweitens sind es eben immer die barca fans, die mit der märchenstunde beginnen

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  • @neutralers
    Wie du es treffend formuliert hast. Jeder hat seine eigene Sicht auf die
    Dinge. Geschichte gehoert hier nicht hin. Sonst werden wir den Fred hier
    zerlabern. Also zurueck zum Fussball. ;-)

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  • in anderen worten: du hast keine ahnung von dem was neutraler gerade geschrieben hat. zumindest wirst du es nicht zur kenntnis nehmen weil es nicht in dein bild passt das du gerne malst.


    neutraler : vielen dank für den hintergrund. auch wenn spanische geschichte ein kern meines studiums war, sind mir einige dinge neu gewesen. ergänzen sollte man aber noch dass es nicht kuba allein war die ´98 die krise der "weltmacht" spanien hervorrief sondern weitere kolonien.


    und die 80% die du erwähnst halte ich für falsch. schau dir an welche wahlerfolge katalanischen nationalisten seit langem haben, allen voran der zwerg jordi. der diskriminierende nationalismus ist in katalonien und allem was sich in wachsender geographie dazuzählt wesentlich verbreiteter als der baskische, auch wenn terror dazu dort noch kaum ein kampfmittel war wie die vom baskischen volk längst nicht mehr unterstütze ETA.

  • Wie auch die übrige Mittelmeerküste auch wurde Katalonien in der Antike zunächst von den Griechen und dann von den Karthagern besiedelt. Die Griechen gründeten in der Nähe der Mittelmeersküste Handelsniederlassungen, später wurden diese zu Kolonien. Die bedeutendsten Kolonien in Katalonien waren Empurion (Empuries) und Rhoda (Roses). Aber Überreste der griechischen Besiedlungen finden sich auch im Hinterland. Von Katalonien aus gab es auch einen starken Seehandel. Es wird geschätzt, dass alleine im 5. Jahrhundert etwa 300 Schiffe vor dem Cap de Creus sanken.


    Nachdem die Römer 218 v. Chr. die Karthager besiegt hatten übernahmen sie auch Katalonien und damit auch Emporion. Auf dem Gebiet des heutigen Barcelonas entstand Barcino auf dem Gebiet des heutigen Tarragona die Siedlung Tarrago. Nachdem das römische Reich im fünften Jahrhundert zusammenbrach, wurde Katalonien, wie auch die übrige iberische Halbinsel durch die Goten (Wisigothen) besiedelt, die von Norden auf die iberische Halbinsel vordrangen. Die Wisigothen erklärten Barcelona zu ihrer Hauptstadt und integrierten später Katalonien in das Königreich Toledo. Das Westgotenreich ging aber dann 711 nach der Invasion der Mauren unter. Die Mauren erreichten Katalonien 716. Die Einwohner, die den Mauren entkommen wollten, wanderten in das Frankenreich und in die Pyrenäen aus.


    Reconquista in Katalonien
    Im 8. Jahrhundert war Katalonien dann kurze Zeit von den Mauren beherrscht, von hier unternahm der Emir Abdul Rahman Al Ghafiqiwas eine Invasion in Richtung des fränkischen Reichs, die Mauren dringen bis nach Tours im heutigen Frankreich vor. Der Karolinger Karl Martell, Großvater von Karl dem Großen, schlägt die Mauren aber in der Schlacht von Tours und Poitiers im Jahre 732 und verhindert so ein weiteres Vordringen der Mauren nach Westen. In der Folge wird Katalonien unter Karl dem Großen als Pufferzone zwischen dem Frankenreich und dem maurischen Reich der Umayyaden angesehen und die Spanische Mark (Marca Hispanica, gelegentlich auch Gothien genannt) gegründet. Die Spanische Mark bildete später den Ausgangspunkt für die weitere Reconquista, der Rückeroberung der iberischen Halbinsel von den Mauren. Allerdings dauerte es bis 1149, als Raimund Berengar IV. Tortosa und Lleida zurückeroberte, bis ganz Katalonien bis hin zum Ebro zurückerobert werden konnte. 1115 griffen die Almoraviden Barcelona an, acht Jahre zuvor verwüsteten sie Penedès. Die größte Rolle in der Spanischen Mark spielte die Grafschaft Barcelona.
    Grafen von Barcelona


    Unter Graf Wilfried I. von Barcelona, genannt Wilfried der Haarige (Guifre el Pilós, gestorben 897), gelang es eine Reihe von Grafschaften zu einem autonomen Königreich zu vereinen. Der Name Wilfried der Haarige war dabei bewusst gewählt, um sich von seinem früheren fränkischen Lehnsherrn (bis 865) Karl dem Kahlen abzusetzen. Wilfried verwaltete die Grafschaft von Barcelona aus. Wilfried der Haarige begründete nicht nur eine Dynastie der Grafen von Barcelona sondern gilt auch als der Gründer von Katalonien. Nach Wilfrieds Tod zerbrach die Einheit zwar wieder, der Kern aus den Grafschaften Barcelona, Gerona und Vic blieb ungeteilt. Borrell II. (947 bis 992) war es dann, der 988 die Erneuerung des Vasalleneid gegenüber dem König von Frankreich, Hugo Capet, verweigerte Damit wurde die Unabhängigkeit der Grafschaft Barcelona de facto hergesetllt.


    Den Titel eines Grafen von Barcelona gibt es heute noch. Der jetzige Träger ist der König von Spanien, Juan Carlos I. Ramòn Berenguer I., Graf von Barcelona (1035 bis 1076) war es dann, der Katalonien das Fundament seines politischen Lebens gab. Er vereinigte die Cortes und Verkündete die Usatges (Gewohnheiten). Diese Regelten die Rechte und Gewohnheiten innerhalb Kataloniens. Durch diese Rechte beschnitt Ramòn Berenguer die Macht des Königs. Von 987, die Grafen von Barcelona erkennen den französischen König Hugh Capet nicht als ihren Herren an, bis 1137, als Ramon Berenguer IV Petronila von Aragon heiratete, war Katalonien de fcato unabhängig. Durch die Heirat von Ramon Berenguer IV, Graf von Barcelona, und der Infantin Petronila von Aragon, kam es zur Vereinigung des Königreichs von Aragon und der Grafschaft Barcelona, wobei aber beide Länder ihre eigene Verwaltung behielten.
    Allerdings dauerte es bis 1258, bis der französische König Ludwig IX. auch formell die Oberherrschaft über Katalonien an König Jaume I. (Jakob) von Aragon übertrug. Der Vertrag von Corbeil wurde am 11. Mai 1258 geschlossen, er beendete den Streit zwischen Frankreich und dem Königreich Aragonien.


    Nordkatalonien und Barcelona werden Aragon zugesprochen. Während König Ludwig IX. auf die ihn praktisch wertlose Lehnshoheit über die Grafschaft Roussillon und Barcelona verzichtete, gab Jakob I. von Aragonien seine Erbansprüche auf die Grafschaften Toulouse und Provence auf. Wie damals üblich wurde der vertrag von Corbeil durch eine Heirat gefestigt. Die aragonesische Prinzessin Isabelle von Aragon, Tochter von König Jaume I., sollte den französischen Thronfolger Ludwig heiraten. Da Ludwig aber bereits 1259 starb, ehelichte Isabella von Aragon statt dessen den Bruder Philipp, der als Philipp III. der Kühne in die Geschichte einging.
    Unter König Jaume II. erreichte Katalonien seine höchste Macht während des Mittelalters. In der Folgezeit erlebte Katalonien unter der Herrschaft der Könige von Aragon eine wirtschaftliche Blüte und wurde eine große Seemacht. So konnte auch das Kloster Sant Pere de Rodes seinen Einfluss bis in den Roussillon in Frankreich ausweiten. Handel und Bankwesen in Katalonien florierten, es entstanden Betriebe und Schmieden. Aber auch der Seehandel florierte, so wurden über den Hafen von Barcelona Handel mit dem Orient betrieben. Damit stand Barcelona in direkter Konkurrenz zu den italienischen Hafenstädten Venedig und Genua.
    Dabei wurde das Königreich von Aragon durch die Eroberung von Valencia, den Balearen und Sardinien und Sizilien vergrößert.
    Pest in Katalonien
    1348 kam dann die schwarze Pest und beendete die katalanische Blütezeit. Wie im übrigen Europa auch sorgten schlechte Ernten für Hungersnöte, Epidemien verringerten die Bevölkerung zusätzlich. Dazu kamen soziale Unruhen.


    Vereinigung der spanischen Krone
    1469 kam es dann zur Heirat zwischen Ferdinand II von Aragon und der Isabella von Kastilien. Durch diese Heirat wurde ein Großteil Spaniens unter einer Krone vereint, zunächst allerdings nur als Personalunion. 1513 wurde dann auch das Königreich Navarra von der kastilischen Krone eingenommen. 1516 wurde die Personalunion zwischen dem Königreich Kastilien und dem Königreich Aragon dann durch das Königreich Spanien abgelöst. Ferdinand II. war gestorben, den spanischen Thron bestieg sein Enkel, Karl V. (I.), Erzherzog von Österreich, König von Spanien und Kaiser. Er war der Sohn von Johanna, der gemeinsamen Tochter von Ferdinand und Isabella. Durch die Beendigung der Reconquista 1492, dem Fall der letzten Maurenbastion auf der iberischen Halbinsel, Granada, wurde der Weg für Christoph Kolumbus frei, und in der Folge begann Spanien sich der Eroberung Amerikas zu widmen. In der Folge verlor Aragon seine politische Macht immer mehr zugunsten Kastilien. Spanien begann sich weg vom Mittelmeer hin zu den überseeischen Gebieten zu orientieren, damit verlor Katalonien seine politische und wirtschaftliche Gewichtung. Allerdings behält Katalonien seine Autonomie und traditionellen Institutionen. Der einzige Hafen in Spanien, der berechtigt war mit Amerika Handel zu treiben war bis 1778 Sevilla in Andalusien, so ging der der Überseehandel mit den Kolonien an Katalonien vorbei.
    Katalonien, als Teil des Königreichs Aragon, war durch Kriege geschwächt, so verlor Katalonien allmählich seine Macht an Zentralspanien.


    Zwischen 1640 und 1652 versucht Katalonien durch eine Revolte (Guerra dels Segadors) wieder an politischer Macht und alte Privilegien wieder zu erhalten. Ziel des Abspaltungskriegs, in dem die Katalanen von Franreich unterstützt wurden, war eine von Spanien unabhängige Republik. So wurde auch eine Republik unter der Schirmherrschaft Frankreichs ausgerufen. Der Präsident der katalanischen Generalität Pau Claris rief die Katalanische Republik unter der Oberherrschaft König Ludwig XIII. von Frankreich aus. Er erlaubte französischen Truppen sich so an das spanischen Land zu nähern. 1652 gelang es dann spanischen Truppen wieder auch Katalonien zu besetzen. Die offizielle Nationalhymne von Katalonien die Els Segadors (Die Schnitter) bezieht sich in ihrem Text auf Ereignisse dieser Zeit. Das Lied ist ein eindringlicher Aufruf an alle Katalanen, Katalonien, das katalanische Volk und die Werte des Landes zu verteidigen.


    1659 wurden die Konflikte durch den Pyrenäenfrieden beigelegt, Katalonien wurde geteilt. Die nordkatalanischen Gebiete, darunter das Gebiet Roussillon und Cerdanya fielen an Frankreich. Die Pyrenäen wurden in dem Friedensschluss als neue Grenze zwischen Spanien und Frankreich festgelegt. Auch der Pyrenäenfrieden wurde durch eine Heirat besiegelt. Maria Theresia, Tochter König Philipps IV. Von Spanien wurde mit König Ludwig XIV. von Frankreich verheiratet. Die spanische Prinzessin verzichtete auf ihre Ansprüche auf den spanischen Thron gegen eine Geldzahlung, die allerdings nicht geleistet wurde.
    In der Folge kommt es zu einer wirtschaftlichen Rezession in Katalonien, neue Pestepidemien plagen das Land ebenso wie Überschwemmungen.
    Spanischer Erbfolgekrieg - Folgen für Katalonien


    1700 begann dann der Spanische Erbfolgekrieg, nachdem der spanische König Karl II. ohne Nachkommen zu hinterlassen starb. Katalonien ergriff für die später unterlegene Seite Partei und unterstütze den Habsburger Thronprätendenten Erzherzog Karl gegen den Bourbonen Philipp von Anjou, einem Enkel der Infantin Maria Theresia. Die Unterstützung der falschen Seite hatte zur Folge, dass 1714 Barcelona von französischen Truppen besetzt wurde, König Philipp V. die katalanische Selbstverwaltung durch die Auflösung der katalanischen Institutionen beendete. Durch die Dekrete Nueva Planta, die Philipp V. zwischen 1707 und 1716 erliess, wurde Spanien, ähnliche wie Frankreich zu einen Zentralstaat, spanisch (kastilisch) wurde alleinige Amtssprache, Aragonesisch und Katalanisch komplett aus dem System verbannt, die Gesetzsprechung erfolgte nur noch direkt von Madrid aus, wo der König seinen Hof unterhielt. Sämtliche Privilegien Kataloniens wurden abgeschafft, Katalonien zur spanischen Provinz degradiert.

    Obwohl die Katalanen am 11. September 1714 eine historische Niederlage kassierten, ist der Tag heute Katalanischer Nationalfeiertag
    Wirtschaftlich geht es aber wieder Bergauf in Katalonien. So entsteht in Girona eine erste Papier- und Textilfabrik.


    1812 und 1813 war Katalonien von französischen Truppen besetzt, die Belagerung Gironas dauert sieben Monate an, erst nach der Niederlage von Napoleon fiel Katalonien wieder an Spanien. Spanien und auch Katalonien steht von 1814 an unter der Herrschaft König Ferdinands VII.
    In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhundert wurde Katalonien industrialisiert und die Grundlage für die heutige wirtschaftliche starke Stellung wurde geschaffen. Auch erführ die katalanische Kultur und insbesondere die katalanische Sprache eine Renaissance. So gab es in Katalonien die erste Eisenbahnstrecke Spaniens und zwar seit 1848 eine Verbindung zwischen Barcelona und Mataró. Aber auch eine Arbeiterbewegung entsteht, die sich nur auf Katalonien beschränkt. Es kommt zu tiefen Gräben z wischen den Stadtbürgertum und der bäuerlichen Gesellschaft. Dazu kommt eine Regionalista, die für Katalonien die Selbstbestimmung erreichen will. Die nationale Bewegung wird stärker, gleichzeitig fangen die Massen in den Städten an gegen ihre elenden Lebensbedingungen zu revoltieren. Es dauerte aber bis 1931, bis zum Beginn der Zweiten Republik in Spanien, bis Katalonien wieder autonome Eigenständigkeit von Spanien erhielt. In Katalonien hatte die neue Partie La Esquerra Republicana de Catalunya die Regionalwahlen gewonnen, die auch die neue autonome Landesregierung La Generalitat de Catalunya bildete. Diese machte sich daran ein Autonomiestatut für das Land auszuarbeiten, diese wurde dann zunächst 1932 von den Cortes, dem Parlament in Madrid, bestätigt. Der Autonomiestatut sicherte Katalonien eine eigene Landesregierung, Generalitat genannt, ein eigenes Wirtschaftsbudget und Kulturhoheit zu.


    Nach dem Spanischen Bürgerkrieg und dem Sieg von General Francisco Franco in Spanien war es mit der Eigenständigkeit Kataloniens dann wieder vorbei. Die katalanische Autonomie wurde zurück genommen, in der Folge die katalanische Kultur wie auch das katalanische Nationalbewusstsein wurde unterdrückt. So war in den Jahren der Diktatur in Spanien der Gebrauch der katalanischen Sprache nicht nur verpönt, sondern auch verboten. Druckerzeugnisse wie Bücher oder Zeitungen durften nicht auf Katalanisch erscheinen. Viele Katalanen gingen unter Franco ins Exil, etwa 4000 wurden zwischen 1938 und 1953 hingerichtet, darunter auch der Präsident der Generalität Lluis Companys. Die Gefängnisse füllten sich mit politischen Gefangen.


    Nach dem Ende des Spanischen Bürgerkriegs begannen in Spanien die Jahre des Hungers (años del hambre), als es wenigen Menschen gut ging, der breite Masse aber so schlecht, dass auf den Märkten sogar Grass verkauft wurde. Die Jahre des Hungers dauerten bis in die 50iger Jahre an.
    Die Unterdrückungsmaßnahmen Francisco Franco richtet sich nicht alleine gegen Katalonien, Francisco Franco wollte einen Neuen Staat (Estado nuevo) aufbauen. Ende der 50iger Jahre, als es in Spanien zu einer wirtschaftlichen Besserung kam, begannen Intellektuelle und Künstler in Barcelona sich wieder an das katalanische Nationalbewusstsein zu erinnern. Allerdings war es eher ziviler Ungehorsam als eine organisierte Bewegung gegen die Diktatur. Aber die Katalanen setzten Zeichen: Formulare wurden in katalanisch ausgefüllt, Polizisten, die als Symbol Spaniens angesehen wurden, wurden demonstrativ auf Spanisch nach dem Weg gefragt, Katalanische Lieder wurden gesummt, katalanische Musiker bringen Platten auf katalanisch heraus, die allerdings nur auf dem Schwarzmarkt gehandelt werden können. Die neue Stilrichtigung wurde unter dem Namen Nova Canco bekannt. Die spanische Zentralregierung kann nur hilflos reagieren, ihre Repressalien blieben aber ohne großen Erfolg.


    Erst nach dem Tod von Francisco Franco (1975) und dem Übergang Spaniens zur Demokratie erhielt Katalonien wieder seine kulturelle Autonomie zurück und auch einen Teil der politischen Macht. So schreibt die spanische Verfassung von 1978 vor, dass auf die kulturellen Eigenheiten der einzelnen autonomen Gemeinschaften verstärkt eingegangen werden muss und diese nicht mehr unterdrückt werden dürfen. Katalonien und das Baskenland sind die ersten Regionen in Spanien, denen Ein Autonomiestatut zuerkannt wurde.


    Katalanisch ist nicht nur Amts- sondern auch wieder Unterrichtssprache.
    Heute ist Katalonien eins der dynamischsten wirtschaftlichen Regionen von Spanien. Barcelona, die Hauptstadt Kataloniens und die größte Stadt der Region ist ein internationales kulturelles Zentrum und eine wichtige touristische Stadt.


    Seit 2006 ersetzt das neue Autonomiestatut das Statut vom 1979, nach einigem politischen Tauziehen gelang es dem katalanischen Parlament in dem neuen Statut die Definition unterzubringen, die Katalonien als Nation definiert, ohne dies in Konflikt mit der spanischen Verfassung zu bringen. Bereits das Autonomiestatut von 1979 macht die lange Jahre unterdrückte Sprache Kataloniens, das Katalanische, zur gleichberechtigten Sprache neben dem Kastilischen in Katalonien.

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