Tigerentenclub Dortmund

  • Mal eine grundsätzliche Frage: Was ist denn so der großartige Unterschied in unseren Spielstilen? Etwa das ominöse Spiel gegen den Ball, was auch der Jogi anführte? Wir haben regelmäßig Ballbesitzraten über 70%, das erreicht man nicht mit einem schlechten Spiel gegen den Ball. Auch deutlich mehr Ballbesitz gegen eine so agressiv gegen den Ball verteidigende Mannschaft wie gegen euch erreicht man nicht weil man lauffaul ist und nicht heiß auf den Ball ist. Nur dass unsere Gegner von vorneherein etwas defensiver stehen und deswegen vielleicht "einfacher" den Ball abgeben (obwohl ich das für einen Trugschluß halte). Aber das widerfährt euch doch inzwischen genauso, oder wie war das gegen Nürnberg? 70% Ballbesitz, mehr Spielanteile, mehr Chancen und trotzdem nur ein Punkt. Kenne ich irgendwoher...

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  • Mich würde mal eine Statistik interessieren, die aufzeigt, wie viele Leute innerhalb von 10 (oder auch nur 5) Sekunden oder so nach Ballverlust wieder zwischen diesem und eigenem Tor stehen, ich glaube, da werden es beim BVB mehr sein, irgendwoher müssen ja die mehr gelaufenen Meter ja auch kommen.

  • Das kommt ehrlich gesagt ein wenig auf die Gegner an. In den Spielen gegen uns (mal abgesehen vom Pokalfinale) wird diese Statistik überragend sein. Aber anders hätten sie auch keine Chance gehabt. In den Spielen wie z.B. gegen Nürnberg wird ihnen das wenig bringen, denn auch Nürnberg wird ja nicht mit 11 Mann nach vorne stürmen. Ganz im Gegenteil könnte es von Vorteil sein weiterhin einige Anspielstationen vorne zu behalten, so kann Nürnberg dann erst Recht nicht mit Mann und Maus kontern. Meiner Meinung nach hatte Dortmund noch wesentlich größeres Glück mit "mitspielenden Mannschaften", das kommt ihnen genauso entgegen wie uns (außer sie leisten sich Aussetzer wie gegen Stuttgart letzte Saison). Nur hoffe ich dass dieser Anteil an vollidiotischen (oder lieber: ambitionierten) Trainern wie Problembär Labbadia abnehmen wird für Dortmund. Weswegen ihnen vielleicht am Ende Real Madrid gar lieber ist, als 90% der BL-Gegner. Weil dann können sie wieder, wie Klopp es selber sagt, aus der Position des "Underdogs" heraus agieren. Deutschland bei der WM 2010 war doch genau dasselbe. 2010 haben wir Dortmund-Style gespielt, nur geht das eben nicht mehr, wenn sich selbst Topmannschaften hinten rein stellen.


    Warum versuchen es nicht mehr Mannschaften wie Nürnberg oder Augsburg gegen Dortmund? Dann nützt ihnen auch der ganze Laufkrampf um hinter den Ball zu kommen überhaupts nichts mehr. Genauso wie es für uns in 90% der Spiele überhaupt nicht notwendig ist, diese (kollektive) Laufarbeit zu machen...

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  • Tja, so lange sie damit Erfolg haben, warum sollten sie es anders machen? Erst wenn die Gegner wirklich wie gegen uns das Mauern anfangen, wird ein Umdenken einsetzen, aber solange dem nicht so ist, wäre es ja dumm etwas zu ändern.


    Wenn sie wirklich ambitioniert in der CL spielen wollen, können sie es vielleicht auch gar nicht mehr so spielen, denn es ist ja doch etwas Anderes, auf drei Hochzeiten zu tanzen, als auf 1-2.

  • Alles andere sehe ich (fast) genauso wie du.
    Hier bin ich ein wenig anderer Meinung, es ist schon so, dass ich das ein klein wenig als Gejammere empfinde, wie auch damals die Aussagen von Klausi oder diverse andere. Aber ok, spielt ja im Endeffekt auch nicht die ganz große Rolle, was die Vereinsvertreter wollen, Jogi wird schon relativ unabhängig von denen entscheiden.

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  • Dass kann durchaus stimmen. Interessant finde ich aber trotzdem, dass bayern weniger gegentore erhalten hat in der buli als dortmund. Von den auftritten in der CL braucht man auch nicht sprechen

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  • ich persönlich verstehe das ganze theater um die abstellung der nm gar nicht...


    ich wäre froh, wenn unsere spieler nicht zur nm müssen...
    am besten so wenig wie möglich... weniger verletzte/angeschlagene spieler, mehr frische, mehr training im verein und durch gute spiele in der nm werden eben auch topclubs aus dem ausland aufmerksamer...


    von mir aus könnte die nm auch nur aus dortmundern bestehen...
    aber gut... für mich hat ohnehin der club oberste priorität, von daher kann ich die sichtweise vermutlich auch gar nicht nachvollziehen... :)

    -> Becks84 ( TM ) - USER, BAYER, LEGENDE! <-

  • Das ist auf den Punkt gebracht. Es ist ein großer Unterschied, ob der Gegner mitspielt oder erst einmal in der Defensive sicher agieren möchte - das hat Borussia Dortmund in Nürnberg auch erlebt. Da kann man nicht zaubern, da ist Fußball erst einmal Arbeit.

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  • @steph


    Ganz interessant hierzu:


    Aber es geht nicht nur um Spaß. Jürgen Klopp erklärt detailreich den Ansatz für den Erfolg des Dortmunder Fußballs: "Unsere Hauptgewichtung liegt auf dem Spiel gegen den Ball, das ist formunabhängig, verleiht Stabilität und nimmt im Training 80 Prozent ein." Der FC Barcelona werde "unter Nichtfachleuten völlig falsch diskutiert. Die größte Stärke des FC Barcelona ist das Gegenpressing, sie verlieren den Ball und holen ihn sich sofort zurück, sie verteidigen in einer so hohen Zone wie keine andere Mannschaft der Welt." Denn: "Der beste Spielmacher ist Gegenpressing, der günstigste Moment, den Ball zu erobern, ist direkt nach dem eigenen Ballverlust."


    Und natürlich ist der Rivale Bayern München ein wiederkehrendes Thema des Vortrags. Der FC Bayern werde "noch auf Jahre hinaus die beste deutsche Mannschaft sein", sagt Klopp, "wir müssen gegen sie noch jahrelang die Sterne vom Himmel verteidigen, denn uns fehlt die Erfahrung und in Teilbereichen auch die Klasse, um auf ihrem Niveau mitzuspielen".


    Er will damit sagen, dass er gegen uns natürlich deutlich anders agieren muss. Sie wissen schon, dass es tödlich wäre, wenn man gegen uns mitspielen würde. Ich dachte immer, sie würden sehr viel Hauptaugenmerk auf das schnelle umschalten legen, aber scheinbar wird das Pressing unheimlich intensiv trainiert. Kein Wunder, alles sehr laufintensiv.


    http://www.sueddeutsche.de/bil…-kapuzenpulli-1.1410108-2

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  • Ein bisschen Understatement ist natürlich auch dabei.;-) Er lobt den FC Bayern ja fast immer. Und ob wirklich zu 80% das Pressing trainiert wird, keine Ahnung, sie machen auf alle Fälle deutlich mehr im taktischen Bereich als Don Jupp.

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  • Die größte Stärke des FC Barcelona ist das Gegenpressing, sie verlieren den Ball und holen ihn sich sofort zurück, sie verteidigen in einer so hohen Zone wie keine andere Mannschaft der Welt.



    ::::::::::::::::::::::::::::::::::::.


    Das wird nicht nur unter NIchtfachleuten falsch diskutiert. Unsere letzten beiden Trainer erwähnten beide in ihrer Antrittsrede Barca und wollten dorthinkommen, ohne auch nur im Geringsten zu begreifen, was die stark macht! Der eine dachte, man könnte das einfach erreichen, indem man genügend Spieler nach vorne schickt, der andere, wenn man sich in der IV den Ball 700mal hin- und herspielt.

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  • Falls du dir unsere Spiele anschaust, auch wir verteidigen in einer sehr hohen Zone unmittelbar nach Ballverlust. Was denkst du warum von Stuttgart irgendwann nur noch hohe Bälle nach vorne gedroschen kamen? Weil wir sie nicht unmittelbar nach Ballverlust gepresst haben?


    Das ist Standard. Das macht Dortmund genauso wie wir oder Barcelona. Vielleicht mehr oder weniger perfekt. Viel wichtiger ist es für uns etwas mit dem Ballbesitz anzufangen. Denn was nützt dir eine noch so schnelle Balleroberung, wenn du dann nichts in der Offensiv zustande bekommst. Und ja, einfach mal den Ball hin und her schieben gehört da dazu, das sind die modernen Durchschnaufpausen!;-)

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  • Ich finde schon, dass es da Unterschiede zwischen Barca, uns und Dortmund gibt. Bei gegnerischem Ballbesitz ist das Dortmunder Spiel dem von Barca mE schon sehr ähnlich. Die gehen mit Mann und Maus drauf, versuchen wirklich mit aller Gewalt, den Ball schnell zurückzuerobern. Gerade gegen Teams, die mitspielen, hat ihnen das oft Räume eröffnet, die sie dann nutzten.


    Wir machen das eher nicht so. Natürlich verteidigen wir auch nicht so wirkilch tief, aber dieses extreme Pressing, das der BvB durchzieht, spielen wir nicht. Exemplarisch dafür sind eben Spieler wie Kroos. So einer würde in der Dortmunder oder der Barcelona-Mannschaft mE einen sehr schweren Stand haben.
    Auch Robbery und Gomez sind zwar nicht mehr so defensivfaul wie früher, aber eben lange nicht dort, wo die vergleichbaren Dortmunder sind.


    Das Problem, das die Dortmunder dann ab und an hatten und mE in dieser Saison öfter haben werden, ist, wenn die gegnerischen Teams eben nicht mitspielen. Weil man dann durch das gute Pressing zwar schnell den Ball wieder hat, aber eben noch keine Räume. Dass sie sich da schwertun, hat man bsplsweise gg Nürnberg gesehen.
    Da sieht dann unser Fußball rein aufgrund der individuellen Klasse dem von Barca schon deutlich ähnlicher, die natürlich wie wir auch, dieses Problem bereits kennen.



    PS wenn man aber irgendwann nur noch durchschnauft, macht es auch keinen Sinn mehr ;-)

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  • Zudem versucht der BVB nach Balleroberung möglichst schnell zum Abschluss zu kommen. Da geht der Ball innerhalb von Sekunden über drei Stationen, und dann kommt der Torschuss. Das ist bei uns eher nicht so, wir ziehen den langsamen Spielaufbau vor mit dem Nachteil, dass sich der Gegner positionieren kann, wir aber eben auch mit mehr Leuten angreifen können. Leider hat dies in den letzten beiden Jahren nicht zum Erfolg geführt, und es lag einzig und allein an zu wenig erzielten Toren gegen die direkte Konkurrenz.


    Gegen uns spielt der BVB meist auch nicht mit, natürlich wurde er immer mutiger, aber dementsprechend auch die Ergebnisse knapper, vom Pokalfinale mal abgesehen.

  • Ein ganz wichtiger Punkt. Sie versuchen nach Ballgewinn enorm schnell umzuschalten. Hier sehe ich dann wieder einen Philosophieunterschied zu Barcelona, die die Kugel etwas länger zirkulieren lassen (mit großem Tempo), aber der Pass in die Spitze komm meistens erst, wenn eine Lücke erkannt wird. Natürlich macht Barca auch viele Tore nach Balleroberungen oder durch den Dribbler Messi, den Vergleich mit dem BVB finde ich trotzdem nicht ganz passend.

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  • Ich denke in der Beziehung sind wir Barca in der Tat ähnlicher als der BVB. Allerdings sehen wir eben oft genug wie ineffektiv es ist, wie wir um den Strafraum herumspielen. Da versucht man den Ball ins Tor zu tragen, anstatt einfach wie der BVB den schnellen Abschluss zu suchen.


    Ich denke in der Beziehung liegt es bei uns vorallem an den zwei zentralen Positionen in der Offensive. Mit Mandzukic geht das schneller als mit Gomez und auch mit Müller oder Shaq geht das schneller als mit Kroos im Zentrum. Barca hat eben die Einzelspieler, um auf diese Lücken zu warten und diese dan auszunutzen. Bei uns hängt das eben sehr von den gerade genannten Personen ab.

    "When life gives you lemons, go murder a clown."