Tigerentenclub Dortmund

  • Ich kenne "den Pharao" nur wenig. Aber was ich ab und an von ihm gesehen habe, passt weit eher auf das Dortmunder Spiel als das, was Immobile bisher anbietet.


    Ich glaube zwar, dass das eine Ente ist, aber mE wäre das eine durchaus sinnvolle Variante.

    give a man fire, he'll be warm for a day
    set a man on fire, he'll be warm for the rest of his life

  • Ja ich weiss es ist viel Text, und keine Ahnung obs schon drin stand, aber ein lesenswerter Artikel was bei den Dortmundern falsch laufen könnte(oder falsch läuft, nach Meinung dieses Herren) und was Guardiola im Gegenzug richtig zu machen scheint
    http://www.11freunde.de/node/318750


    »Dortmund hat eine Menge Probleme«
    Die Topklubs in Europa haben ein Problem – sie trainieren einfach falsch. Behauptet zumindest der niederländische Fitnessguru Raymond Verheijen.
    Vor einigen Jahren galt mein Landsmann Arjen Robben als »Mann aus Glas«, weil er ständig verletzt war. Aber die vermeintliche Anfälligkeit für Verletzungen lag daran, dass seine Trainer nicht gut genug waren. Sie hatten nicht verstanden, dass so explosive Spieler wie er eine besondere Muskulatur haben. Sie wird nicht so gut durchblutet, dementsprechend schlechter mit Sauerstoff versorgt und regeneriert langsamer als bei Ausdauertypen.


    Man muss sich das wie mit einem Auto an einer Ampel vorstellen. Fährt man bei Grün scharf an, verbraucht man viel Sprit. Robben zieht ebenfalls mehr Energie aus seinen Muskeln, und zugleich erholt er sich nicht so schnell. Damals bei Chelsea habe ich dem Trainerteam geraten, sein Trainingsvolumen zu reduzieren, damit seine Muskulatur nicht ermüdet, denn Spieler verletzen sich dann leichter.


    Das liegt daran, dass das menschliche Nervensystem bei Müdigkeit langsamer arbeitet und das Signal vom Gehirn zum Muskel länger braucht. Für einen Fußballprofi bedeutet das ein drastisch steigendes Verletzungsrisiko, denn während explosiver Fußballaktionen hat er weniger Kontrolle über seinen Körper. Er kann sich leichter den Knöchel oder das vordere Kreuzband im Knie verdrehen. Bei einer Rotationsbewegung ziehen sich die Muskeln im Knie normalerweise zusammen, halten es stabil und beschützen es. Spieler können das in ihrer Karriere problemlos eine Million Mal machen. Sind sie aber müde und kommt das Signal vom Gehirn zu spät im Knie an, fällt der Schutz weg und schwerste Verletzungen können die Folge sein.


    Bei Chelsea habe ich damals mit meinen Kollegen für Arjen Robben eine individuelle Periodisierung des Trainings erarbeitet, um die Belastung seinen Bedürfnissen anzupassen. In der Folge hatte er viel weniger mit Verletzungen zu kämpfen. Inzwischen gehe ich sogar davon aus, dass 80 Prozent der Verletzungen im Fußball durch eine richtige Trainingssteuerung vermeidbar wären. Leider ist der Fußball aber noch nicht so weit, selbst wenn die besten Trainer der Welt am Werk sind. Ich habe mit Louis van Gaal bei der holländischen Nationalmannschaft zusammengearbeitet und weiß: Taktisch sind nur wenige Trainer so gut wie er.


    Aber schon bei der Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft in Brasilien fiel auf, wie viele holländische Spieler Muskelverletzungen hatten: Rafael van der Vaart, Jonathan de Guzman, Robin van Persie, Leroy Fer, Nigel de Jong und Wesley Sneijder. Als van Gaal nach dem Turnier als Nationaltrainer aufhörte und anschließend bei Manchester United begann, setzte sich das Muster fort. Am Ende der Vorbereitung hatten sich fast ein Dutzend United-Spieler verletzt.



    Wenn man bei Manchester United arbeitet, viele Spieler bei der WM waren und der Klub noch eine Sommertour in die USA unternimmt, muss ein Trainer sein Programm anpassen. Van Gaal ist mit den externen Faktoren, wie der Müdigkeit durch viele Spiele, lange Reisen, Jetlag usw., jedoch nicht richtig umgegangen. Er hat mit der Gesundheit seiner Spieler russisches Roulette gespielt. Das gilt auch für Arsène Wenger, der nach der WM ähnlich viele Verletzte zu beklagen hatte, darunter Mesut Özil.


    Aber wenn schon die besten Trainer der Welt in dieser Frage inkompetent sind, was können wir dann von den anderen erwarten? Dass viele Spieler, die in Brasilien dabei waren, nach der WM Verletzungen erlitten haben, dafür gibt es eine Erklärung. In der normalen Sommerpause, in der Spieler vier, fünf oder gar sechs Wochen Pause haben, verlieren sie Fitness, aber zugleich erholen sie sich von der vorangegangenen Saison.
    Sie starten in die Vorbereitung also mit relativ ni­edriger Fitness, aber hoher Frische. Das Ziel ist folglich, die Fitness wiederzugewinnen und die Frische zu bewahren. Genau das Gegenteil gilt jedoch für Spieler, die nach großen Turnieren nur zwei oder drei Wochen Pause haben: Ihre Fitness ist durch die Spiele beim Turnier noch relativ hoch, aber sie sind sehr müde. Die meisten Trainer jedoch machen auch mit ihnen in der Vorbereitung ausgedehntes Fitnesstraining. Bei zwei Trainingseinheiten am Tag mögen sie zwar an Fitness zulegen, aber an der Frische wird es weiter fehlen. Genau das aber führt dann zu der beschriebenen Situation, dass durch Müdigkeit die Verletzungsanfälligkeit steigt.


    Also müssten Spieler, die von einem großen Turnier zurückkommen, eigentlich ein komplett anderes Training bekommen als jene, die eine normale Sommerpause hatten. Wir nennen das individuelle Periodisierung. Nur wissen die meisten Trainer nicht, wie sie auf moderne Art und Weise durchgeführt wird. Die meisten Fitnesstrainer jedoch sind nicht fußballspezifisch ausgebildet. Noch deutlicher gesagt: Die meisten Fußballtrainer verstehen Fitness nicht, und die meisten Fitnesstrainer verstehen Fußball nicht.


    Viel zu viele Verletzte


    Ich habe mich mit vielen Fitnesstrainern in der englischen Premier League unterhalten und war schockiert über ihre Arbeitsweise. Auch in Deutschland arbeiten bei den meisten Klubs Fitnesstrainer, die Fitness als etwas betrachten, was isoliert von Fußball existiert. Sie sprechen darüber in der Fitness-Sprache und nicht in der des Fußballs. Sie reden also über aerobe Kapazität, wo es eigentlich aber heißen müsste, den Spielkader instand zu halten. Das hat dramatische Konsequenzen fürs Training: Wenn man nämlich Fitness in der Fußballsprache beschreibt, ist sie ein integraler Teil des Trainings durch Fußballtrainer. Ist das nicht so, wird es fußballfremde Übungen geben, vorgegeben von fußballfremden Trainern.


    Ich weiß nicht, wer etwa für diese Arbeit bei Borussia Dortmund zuständig ist, aber dort gibt es eine Menge Probleme. Die Liste der verletzten Spieler ist lang, was für mich eine große Überraschung ist. Vor zwei Spielzeiten hatte die Mannschaft fast keine Ausfälle, obwohl sie in der Champions League bis ins Finale kam und fast alle Spiele mit fast derselben Besetzung absolvierte. Ich weiß, dass der Klub danach seinen Fitnesstrainer auswechselte, Oliver Bartlett ist zum RB Salzburg gegangen und in diesem Sommer mit Trainer Roger Schmidt zu Bayer Leverkusen. Um genau zu analysieren, was in Dortmund schief läuft, müsste man vor Ort sein. Aber man kann sicher sagen, dass etwas schief gelaufen ist. Die Frage ist nur, ob Jürgen Klopp und Borussia Dortmund das Problem lösen wollen. Wenn sie externen Faktoren die Schuld geben, wird das nicht passieren. Wenn sie sich selbst die Schuld geben, dann haben sie die Chance dazu.


    Natürlich kann man Pech haben und der Gegner trifft den Knöchel oder bricht einem das Bein. Verletzungsserien jedoch liegen fast immer in der Verantwortlichkeit des Klubs. Überbelastung der Spieler ist nur teilweise eine Ausrede. Ich habe vor zwei Jahren eine Studie veröffentlicht, die über zehn Jahre in diversen europäischen Spitzenligen, der Champions League und Europa League fast 27 000 Spiele umfasst hat. Dabei konnte ich klar belegen, dass zwei Tage Erholungszeit nicht ausreichend sind. Dadurch steigt das Verletzungsrisiko. Jeder, der schon einmal Sport gemacht hat, weiß selber, dass man am zweiten Tag nach einer hohen Belastung meistens besonders müde ist. Der Muskelkater ist noch deutlicher spürbar, der Körper ist auf dem Tiefpunkt. Genau in diesem Moment aber muss ein Profi wieder trainieren, wenn er am dritten Tag ein Spiel hat, um den Motor wieder in Gang zu setzen. Man kann also genau dann keine Pause machen, wenn man sie am meisten braucht.


    Chelsea und Bayern als Vorreiter


    Abgesehen von diesem Problem, dem viele Trainer durch Rotation beizukommen versuchen, gilt es bei der Trainingsplanung den besonderen Charakter des Fußballs zu beachten. Dazu muss man sich nur an den Charakteristika des Spiels orientieren: Der Unterschied zwischen einer Mannschaft auf hohem und einer auf niedrigem Niveau ist die Geschwindigkeit ihres Spiels. Auf niedrigerem Niveau hat man mehr Zeit und Raum. Wozu man vielleicht eine halbe Sekunde hat, das muss man auf höherem Niveau in einer Drittelsekunde schaffen. Fußball ist ein Sport, in dem es um Intensität und Handlungsschnelligkeit geht, aber nicht um Ausdauer. Denn das Spiel auf jedem Niveau dauert 90 Minuten.


    Weil Fußball aber ein Intensitätssport ist, muss man Qualität trainieren. Wäre er ein Ausdauersport, stände Quantität im Mittelpunkt des Trainings. Dann müsste man mehr und länger trainieren, wie Schwimmer oder Leichtathleten es tun. Im Fußball indes muss man besser trainieren, intensiver und mit höherem Tempo. Einmal am Tag für 90 Minuten kann man sich im Training zu hundert Prozent verausgaben. Zweimal am Tag ist das unmöglich. Nachmittags wird man das Morgentraining spüren, und dann kann man nicht zu hundert Prozent dabei sein. Also bringt man seinen Spielern bei, mit weniger als hundert Prozent zu trainieren, und erzielt den gegenteiligen Effekt von dem, was man eigentlich erreichen will. Ich weiß, dass viele Fußballfans glauben, dass die Spieler zu wenig trainieren. Das Problem ist in Wirklichkeit aber zu viel Training.


    Der schwedische Sportmediziner Jan Ekstrand hat in einer ausführlichen Untersuchung im Auftrag der UEFA schon vor fünf Jahren darauf hingewiesen, dass die meisten Verletzungen daher rühren. Schon in der Saisonvorbereitung neigen die meisten Vereine dazu, zu viel zu schnell zu machen. Und auch während der Saison bleibt Fußball ein Spiel- und kein Trainingssport. Leichtathleten trainieren oft acht oder neun Monate ohne Wettkampf, im Fußball muss man aber zwei- oder dreimal in der Woche spielen. Also dominiert der Wettkampf und nicht das Training. Fakt ist: 90 Minuten Fußballtraining mit höchster Intensität sind genug.


    Inzwischen haben viele Sportwissenschaftler ohne fußballspezifischen Hintergrund den Fußball gekapert. Spieler werden aufwendig mit Bluttests oder Ähnlichem untersucht. Doch je mehr Informationen man hat, desto müder wird das Auge für das, was man eigentlich beobachten sollte. Dabei können Zahlen und Daten nicht erklären, wie sich ein Spieler fühlt. Also macht keine Tests, sondern fragt sie selber, das ist viel effektiver! Oder macht Tests nur, um die eigenen Beobachtungen zu überprüfen.


    Chelsea ist heute ein Klub, in dem sehr gut gearbeitet wird, José Mourinho ist exzellent in puncto Periodisierung. Auch Pep Guardiola ist ein sehr guter Trainer, und Bayern München hatte zusammen mit Chelsea lange die wenigsten Verletzten in Europa. Doch insgesamt wird es noch einige Jahre dauern, bis die junge Generation fußballspezifisch arbeitender Fitnesstrainer bei den Spitzenklubs angekommen ist. Sie werden wesentlich besser darin sein, topfitte Spieler ohne Verletzungen zu entwickeln. Und wir Fans werden dann noch mehr Spaß an ihnen haben.

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  • Ich halte es für einen Kindergarten. Kann ja verstehen wenn Raul gg Real Messi gg Barca oder Gerrard gg Pool nicht jubeln, aber ein Schieber gg BVB... Da möchte ich mir jegliche Kommentare verkneifen.

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