Hertha BSC Berlin

  • Neben den dramatisch unterschiedlichen finanziellen Möglichkeiten von Katar vs. Ich-hab-ne-Insolvenz-hingelegt-Lars gibt es noch einen weiteren Aspekt, den man betrachten sollte:


    Lars Windbeutel ist Minderheitseigner von Hertha BSC und muss das wegen 50+1 auch bleiben. Das heißt, er hat die 200 Mio. EUR für seine Anteile bezahlt; das ist ein Einmalinvest, das Hertha in Teilen schon für die neuen Spieler verbraten hat. Welche Motivation sollte Lars Windhund haben, darüber hinaus noch Geld - noch dazu in den hier teilweise genannten Größenordnungen - in den Verein zu pumpen? Er wird dafür keine weiteren Anteile erhalten, zumindest keine stimmberechtigten (der blaue Scheich, der gar kein Scheich ist, lässt grüßen). Damit kommen eigentlich nur Darlehen in Frage (auch hier lässt der Möweninvestor grüßen), die man dann aber auch irgendwann fällig stellen oder umwandeln muss.


    Das ist bei den Investoren bei PSG, ManCity usw. komplett anders. Das sind "ihre" Vereine, ihre Spielzeuge, in die sie investieren.

    Nicht so ganz - da gibt es ja mittlerweile genug Beispiele, wie man 50+1 entsprechend "modifiziert" . Entscheidend ist, das Mehrheitsverhältnis bei den entsprechenden "Entscheidungen" . Bleibt die "Mehrheit" egal wie auch immer das Zahlenverhältnis aussieht, beim Verein, spielt der Rest keine Rolle.

    Bei den Tigerenten hat der Verein das Stimmrecht in der KGaA zu 100%, obwohl dem Verein nur noch knapp 6% der KGaA gehören.

    In Uerdingen gehören 97,5 % der GmbH einer Eventagentur , aber der Verein hat trotz nur 2,5% Besitz die Stimmenmehrheit. Also wird 50+1 eingehalten, weil ja die Stimmenmehrheit gegeben ist.

    Schräg ist eben nur, dass der Präsident, der über die 2,5% mitbestimmt, gleichzeitig der Besitzer der Eventagentur ist. 50+1 kann doch jeder Jurastudent im 2. Semester aushebeln.

    Bei RB hat ja auch der Verein die Stimmenmehrheit über die AG. Der ganze Verein hat 19 Mitglieder und die sind alle Angestellte von Mateschitz.

    Aber 50+1 ist zumindest nach den Buchstaben des Gesetzes eingehalten.


    Der Hauptknackpunkt sind einfach die finanziellen Mittel.

    Wo die Sonne der Erkenntnis tief steht, werfen auch Zwerge lange Schatten.

  • Auch nicht schlecht, wenn man sich hier im Thread mal die Kommentare durchliest nachdem bekannt wurde, dass Klinsmann die Hertha übernimmt :D Das Forum hat mal wieder gewusst wie es endet, auch wenn das bei der Personalie nicht besonders schwer vorherzusehen war :D

    Die alten Insulaner hier lagen ja bei Kovac schon richtig.

    #KovacOUT

  • Klinsmann ist wirklich ein Witz. Selbst wenn er sich mit Sportvorstand nicht in allem einig gewesen sein soll. Man krempelt doch nicht alles um, und haut dann einfach wieder ab. Zumindest hätte er die Saison mit Anstand zu Ende bringen sollen, dann hätte man ja nochmals über die Modalitäten einer weiteren Zusammenarbeit sprechen können. So hat er sich hoffentlich ein für alle Mal für einen weiteren Job in der BuLi verbrannt.

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  • So hat er sich hoffentlich ein für alle Mal für einen weiteren Job in der BuLi verbrannt.

    In der Buli hat es ihm ja eh nicht gefallen, weil da der Manager mit auf der Bank sitzen darf. Das war er aus England anders gewöhnt, obwohl er da noch nie als Trainer gearbeitet hat...

  • Im Endeffekt ist Klinsmann einfach ein sich selbst überschätzendes Weichei, das nicht mit Kritik umgehen kann und lieber den Schwanz einzieht, statt sich der Situation zu stellen, wenn es nicht komplett nach seiner Nase geht. Eine Diva war er ja sowieso schon immer. Es ist ja durchaus löblich, dass er sich am US-Sport orientiert (Manches würde ich mir beim FCB auch wünschen, vor allem im Bereich Scouting oder Fitness), gleichzeitig ist er aber nicht ansatzweise in der Lage, diese Methoden in Deutschland zu implementieren. Ergo: Seine Ansätze sind komplett wertlos.


    Am Ende hat der einfach nur massives Glück gehabt, dass damals das Sommermärchen zustande gekommen ist, was, das kann man heute wohl sagen, in erster Linie an des Schals Taktik und der allgemeinen Euphoriewelle in Deutschland gelegen hat und offenbar maximal rudimentär mit Klinsmann Fähigkeiten als Motivator (das Wort "Trainer" nehme ich in diesem Kontext mal nicht in den Mund) verknüpft werden kann. So kam er zu seinem Job bei uns und so kam er offenbar auch zur Hertha, die sich dadurch wohl eine Art internes Wintermärchen gewünscht hat.


    Im Endeffekt ist der in meinen Augen ein weiterer ehemaliger Weltklasse-Spieler (wie Lodda, Effenberg, Scholl und co.), der in seiner Karriere nach der Spielerkarriere gnadenlos seine Unfähigkeit zur Schau gestellt hat. Würde der nicht durch eine glückliche Fügung mit dem Sommermärchen verknüpft werden, hätte der maximal irgendwelche MLS-Clubs gecoacht, wenn überhaupt. Ansonsten hätte er wohl weiter in Florida vor sich hin gedümpelt und nach 10 Jahren, wenn das Geld zuneige geht, irgendwelche ambitionierten, aber zum Scheitern verurteilten Jobs in Deutschland angenommen (wobei, das tat er ja nun sogar... :D).


    Der Typ darf nie wieder einen ernsthaften Job auf Profi-Niveau bekommen. Am besten assistiert er Effenberg bald dabei, den KFC Uerdingen vor die Wand zu fahren oder Basler beim Weißbiersaufen im Doppelpass, aber mehr darf und wird für ihn nicht mehr drin sein. Mit dieser Posse hat er sich nun hoffentlich endgültig ins Aus katapultiert.

  • Klinsmann ist wirklich ein Witz. Selbst wenn er sich mit Sportvorstand nicht in allem einig gewesen sein soll. Man krempelt doch nicht alles um, und haut dann einfach wieder ab. Zumindest hätte er die Saison mit Anstand zu Ende bringen sollen, dann hätte man ja nochmals über die Modalitäten einer weiteren Zusammenarbeit sprechen können. So hat er sich hoffentlich ein für alle Mal für einen weiteren Job in der BuLi verbrannt.


    Wetten würde ich darauf nicht.


    Für den ein oder anderen scheint Klinsmann sowas wie ein Beckenbauer 2.0 zu sein. Für mich ja eher ein Beckenbauer für Arme.

  • I Das sind ganz andere Größenordnungen. Das ist bei uns vergleichbar mit RB und Hoffenheim auf der einen und H96 auf der anderen Seite. Die einen Investoren sind milliardenschwer, da sind mal eben 500 Mio eben kein Problem. Und der andere ist eben noch im Bereich unter der Milliarde und da wird es dann schon schwieriger.

    So nicht ganz richtig. Der Opa und der Baumkletterer Roßmann haben zusammen ca. 3 Milliarden. Dazu kommt noch ein Herr Baum, von dem ich nichts weiß geldmäßig. Und die 3 zusammen müssten eigentlich das Geld stiften. Nur haben sie das nicht getan, sondern geplündert, wie ja die meisten nun wissen. Hopp und Mateschitz haben eine kräftige Anschubfinanzierung gegeben.

    Windhorst ist ein Investor, der will verdienen. In Hannover gehört ihm das Ihme-Zentrum-ein Fass ohne Boden. Keine Ahnung, wie man sowas zu Geld machen kann. Wer das kennt, wird mir sicher zustimmen.

    Meine Vermutung ist, dass er, sobald Hertha es tatsächlich europäische schafft, seine Anteile an irgendwen verhökert. Die Vergangenheit mit den ganzen Insolvenzen hat doch gezeigt, dass man dem nur von 12 bis Mittag trauen kann.

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  • Ich sage doch Äpfel mit Birnen - Windhorst ist angeblich 800 Mio schwer. Chelsea, Man City und PSG haben in den letzten Jahren nach Einstieg der Investoren jeweils ca 1,5 Milliarden!! alleine in Spieler investiert. Das sind ganz andere Größenordnungen. Das ist bei uns vergleichbar mit RB und Hoffenheim auf der einen und H96 auf der anderen Seite. Die einen Investoren sind milliardenschwer, da sind mal eben 500 Mio eben kein Problem. Und der andere ist eben noch im Bereich unter der Milliarde und da wird es dann schon schwieriger.

    Da sind dann schon neben den jetzt investierten knapp 200 Mio in jeder Transferperiode 50+ schon mal ne Hausnummer.

    Und wenn es dann nicht funktioniert, dann ist der Herr Investor sehr schnell am Ende.


    Wenn ein Hopp 500 Mio in den Sand setzt, dann sind das gerade mal 5% seines Privatvermögens. Wenn das ein Windhorst macht, dann reden wir von über 60%, da wird man dann schon mal eher nachdenklich.

    Ok, das wusste ich nicht.

    Ich dachte, Windhorst würde in der Liga der ganznReichen mitspielen.

    Mit „nur“ 800 Mio wird das natürlich ein schwieriges Unterfangen, da hast du recht.

    Give a man fire, he‘ll be warm for a day.

    Set a man on fire, he‘ll be warm for the rest of his life. - Rincewind

  • Köstlich wie jetzt alle über Blendax herziehen, dabei muss doch jedem lange klar gewesen sein, das wer dermaßen link Kahn gegen Lehmann austauscht, massiv einen an der Klatsche haben muss.

  • "Du bist nicht der Klopp -- nur der Klinsmann!"

    :thumbsup:


    Bild+ Meinungsartikel, den ich aufgrund meines eigenen Anspruchs nicht lesen kann ;-) Aber die Headline bringt's bereits auf den Punkt.

    "Es zählt das, was bayernimherz sagt." (steveaustin10)

  • "Du bist nicht der Klopp -- nur der Klinsmann!"


    Der geradezu beispiellos stillose Abgang von Jürgen Klinsmann bei Hertha BSC wird dazu führen, dass er sich so gut wie sicher in Deutschland nie mehr als Trainer wird blicken lassen können. Und das ist gut so!

    Beim Zerwürfnis in Berlin ging es auch um Kompetenzstreitigkeiten. Klinsmann wollte über das Traineramt hinaus auch die Transferpolitik bestimmen, also die Ein- und Verkäufe von Spielern.


    Ob es ihm dabei ausschließlich um das Wohl des Vereins oder aber auch um Eigeninteressen ging (z. B. um eine Verpflichtung seines Sohnes, der Torwart ist), kann abschließend nicht mehr geklärt werden. Diejenigen, die ihn schon länger kennen, sagen, dass eher das Zweite der Fall ist.

    Kann man das Schicksal eines Klubs in die Hände von Klinsmann legen? Hertha hat die Frage mit Nein beantwortet.


    Hierzulande herrscht die Meinung vor, dass Trainer kommen und gehen, der Verein aber immer bleibt. Trainer haben bei der Personalpolitik deshalb zwar ein Mitspracherecht, die letzte Entscheidung aber treffen in der Regel die Verantwortlichen des Klubs.


    In England, wo mit der Premier League die erfolgreichste Liga der Welt spielt, ist das anders geregelt. Da heißt der Trainer nicht Trainer, sondern gleich Manager. Und er bestimmt alles: wie die Spieler trainieren, die Aufstellung, aber auch, welche Verträge verlängert werden und welcher Star gekauft wird.

    Das prominenteste Beispiel ist Sir Alex Ferguson. Er war 27 Jahre (von 1986 bis 2013) Manager bei Manchester United. Er holte insgesamt 38 Titel und saß in 1500 Pflichtspielen in Doppelfunktion auf der Bank.

    Auf den Spuren von Ferguson befindet sich gerade Jürgen Klopp.


    Er hat die Champions League gewonnen und wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit englischer Meister. Auch er nennt sich inzwischen Manager.

    Sollte die Bundesliga davon träumen, eines Tages wieder einen Trainer dieses Kalibers verpflichten zu können, dann müssten die Klubs möglicherweise ihre Strukturen überdenken.

    Bei allem Respekt für Hasan Salihamidzic – ich kann mir nicht vorstellen, dass sich Klopp, sollte er eines Tages in München landen, vom Sportvorstand außer einem Vorschlagsrecht irgendetwas würde vorschreiben lassen.

    Jürgen Klinsmann wird damit weder als Manager noch als Trainer noch etwas zu tun haben.


    Von ihm als Spieler ist eine Geschichte überliefert: Bei der WM 1990 brüllte ihn Franz Beckenbauer bei seinem legendären Wutanfall nach dem Spiel gegen die CSSR mit den Worten an: „Du bist nicht der Pelé, du bist nur der Klinsmann!“

    Auf den Trainer/Manager-Posten bezogen muss man heute sagen: Du bist nicht der Klopp – nur der Klinsmann!



  • mag sein, dass der ein oder andere Trainer als "Manager" erfolgreicher agieren kann.


    MMn hat dieses Modell aber einen entscheidenden Nachteil: Die Trainer-Manager hinterlassen nach ihrem (früher oder später unvermeidlichen) Abgang oft ein dramatisch großes Loch. Und der Club ist dann nicht mehr derselbe wie zuvor, siehe Arsenal, siehe Manchester.


    Und auch Liverpool wird nach Klopp erstmal wieder seine Einzelteile zusammenklauben müssen, in Ansätzen hat das ja bereits der bvb schmerzhaft erfahren müssen.


    Hier sollte die Bundesliga und insbesondere unser Verein ihrer bzw. seiner eigenen Kultur treu bleiben.

    "Es zählt das, was bayernimherz sagt." (steveaustin10)

  • Stimmt. Die sah ja auch einer davon noch in der Woche vor Kovacs Entlassung das Problem nicht beim Trainer.

    Sehe ich primär nach wie vor nicht. Auf der anderen Seite habe ich immer geschrieben, dass es den Trainer treffen wird, wenn Vergleichbares eintritt wie bei CA. Und NK hatte sein Paris 2.0 dann eben in Frankfurt. Soviel "Weitsichtigkeit" darfst du gerne auch der Gegenseite unterstellen, selbst wenn die sich deswegen nicht auf die Schulter klopft.

  • Sehe ich primär nach wie vor nicht. Auf der anderen Seite habe ich immer geschrieben, dass es den Trainer treffen wird, wenn Vergleichbares eintritt wie bei CA. Und NK hatte sein Paris 2.0 dann eben in Frankfurt. Soviel "Weitsichtigkeit" darfst du gerne auch der Gegenseite unterstellen, selbst wenn die sich deswegen nicht auf die Schulter klopft.

    Das ist die frechste Tatsachenverdrehung die ich hier seit langem gelesen habe und das mit der tiefen Inbrunst eigener Überzeugung. Vielleicht wird aus dir doch noch eines Tages ein passabler Anwalt.