TSG Hoffenheim

  • Der Artikel hat meiner Meinung nach dasselbe Niveau wie sein Adressat, aufgehübscht durch ein paar Paragraphen.


    Eine kleine Frage:


    Noch nie jemanden beleidigt? Auf der Autobahn genötigt? Nach einem Glas Wein zuviel mit dem Auto gefahren?


    Muss man sich jetzt als Saubermann bezeichnen wenn man auf diese Fragen dreimal "Nein" antwortet? :|

    Es gibt zuviel Leute, die sagen zu wenig - die reden einfach zuviel!


    Klaus Lage

  • „Ich kann noch sieben, acht Jahre auf höchstem Niveau spielen. Jetzt habe ich mich für die neue Herausforderung entschieden, darauf werde ich mich freuen.“


    Bei seinem neuen, noch unbekannten Verein sieht Wiese dagegen deutlich bessere Chancen: „Es ist ein Klub, der dauerhaft um Titel mitspielen wird und finanziell nicht am Hungertuch nagt. Ich habe dort langfristig unterschrieben.“


    Ne Limbotanzgruppe wäre vielleicht die bessere Wahl gewesen, so locker, wie Solarium-Pomaden-Wiese unter jedem Ball durchschlüpft :D

  • In Hoffenheim läuft wirklich überhaupt nichts zusammen. Man wird Babbel noch weiter den Rücken stärken, weil keine brauchbaren Alternativen auf dem Markt sind. Das Defensivverhalten war aber schon erschreckend schwach.

    0

  • Wiese macht dort sicherlich nicht die beste Figur, aber an seiner grundsätzlichen Klasse sollte man eigentlich nicht zweifeln. Viel spannender ist doch da, wie lange Babbel wirklich fest im Sattel sitzt. Der hat doch dort die ganze Misere zu verantworten. Er ist es ja gewesen, der in Eigenregie Spieler aussortiert hat, Spieler geholt hat und seit einem halben Jahr überhaupt nichts gerissen hat. Schon im letzten Halbjahr hat der doch die Mannschaft nicht erreicht, und was in dieser Saison abgeht, ist doch mit dem eigentlich guten Kader nicht zu erklären.

    "When life gives you lemons, go murder a clown."

  • Au ja das wird ein Waahnsinnsspiel. :D


    Aber im Ernst, ich glaube Hoppelheim wird kaum jemand vermissen. Von daher freut mich jede Niederlage ein wenig. Ich konnte mich nie mit diesem aufgepeppten Dorfklub in der 1. Liga "anfreunden" und die sind jetzt schon im 5. Jahr in der Buli...:(

    3

  • Spiegel Online / 17.09.2012


    Krise bei 1899 Hoffenheim
    Schlingerkurs in Sinsheim


    Aus Freiburg berichtet Christoph Ruf


    3:5 in Freiburg - spätestens seit der jüngsten Niederlage ist in Hoffenheim der Trainer angezählt. Tatsächlich hat Markus Babbel viele Fehler gemacht. Doch die Probleme im Verein sind grundsätzlicher Natur: Der mächtigste Mann im Verein wechselt oft den Kurs.


    Die Zunft der Trainer verfügt über mehrere Kniffe, wenn sie der Öffentlichkeit verkaufen will, Nackenschläge seien in Wahrheit etwas Heilsames. Besonders beliebt sind offensiv zur Schau getragene Zerknirschtheit ("Indiskutable Leistung meiner Mannschaft") und die Flucht nach vorne ("Werden am Samstag ein anderes Gesicht zeigen"). Eher selten ist hingegen die Variante, für die sich Hoffenheims Trainer Markus Babbel nach der hochnotpeinlichen 3:5-Niederlage beim SC Freiburg entschied. Realitätsverleugnung war angesagt.


    Babbel fand, es sei "mehr drin gewesen" für sein Team. Eine noch höhere Niederlage war damit allerdings nicht gemeint. "Wie die Mannschaft nach dem Rückstand zurückgekommen ist, hat mir gut gefallen". In Wirklichkeit kam das zwischenzeitliche 2:2 durch Boris Vukcevic nur zustande, weil Freiburgs Oliver Sorg den Ball vor dem eigenen Strafraum in die Füße des Gegners gespielt hatte, das 3:3 durch Takashi Usami war ein Distanzschuss. Die defensiv desaströsen Hoffenheimer brachten aus dem Spiel heraus auch offensiv wenig zustande.


    Gerade im Vergleich zum SC fielen die Hoffenheimer Defizite auf. Die individuellen Schwachstellen sind entscheidende - mit Marvin Compper und Matthieu Delpierre sind gleich beide Innenverteidiger in der Form vom Sonntag nicht bundesligatauglich. Zudem fehlt dem Team ein Spielkonzept, elf Einzelkämpfer werkeln auf dem Feld unkoordiniert vor sich hin. Und wenn in dem ganzen Mischmasch aus langen hohen Bällen, Fouls und Fehlpässen dann doch hin und wieder einmal Torgefahr entsteht, liegt das schlicht und einfach daran, dass ein Team mit solch hochveranlagten Individualisten wie Roberto Firminio oder Usami gegen Low-Budget-Teams wie Freiburg eben doch einmal gefährlich vors Tor kommt.


    Im Kollektiv aber war es dem SC deutlich unterlegen. Das ist ein Armutszeugnis für einen Trainer. Auch Babbels Punkteausbeute ist verheerend: Seit seinem Amtsantritt am 10. Februar gab es nur vier Siege.


    Man darf wohl davon ausgehen, dass Babbel manchmal selbst die Hände über dem Kopf zusammenschlägt, wenn er an seine Mannschaft denkt. Doch genau das ist das Problem: Er hat sie selbst zusammengestellt, ist für Spielsystem und Taktik verantwortlich. Und dafür, dass das Team als Einheit auftritt. Genau in diesem Bereich muss sich Babbel schwere Versäumnisse ankreiden lassen.


    Babbel scheiterte bisher mit seinen Ideen und Spielerkäufen


    Ohne Not servierte Babbel, der seine Manager-Aufgaben künftig abgeben will, im Sommer Tom Starke ab und ersetzte ihn durch Tim Wiese, der mittlerweile der fünfte Spieler der Beratungsagentur Rogon im Kader ist. Wiese ist auf der Linie nach wie vor stark, fußballerisch aber zu limitiert, um das Spiel so gut zu eröffnen, wie das der Großteil der Bundesligakeeper heutzutage kann. In der Strafraumbeherrschung hat er ebenfalls Defizite - auch wenn der 30-Jährige nicht jeden Tag viermal am Ball vorbeisegelt und zwei Gegentreffer verursacht wie gegen Freiburg.


    Vorgänger Starke war hingegen ein grundsolider Keeper und mannschaftsintern wichtig, weil er Fehlentwicklungen ansprach und einer der wenigen Charakterköpfe im Team war. Gleiches gilt für Verteidiger Andreas Beck, der zuletzt durchwachsen spielte, von Babbel aber gleich auf die Tribüne gesetzt und somit gedemütigt würde. Babbel wollte eine neue Hierarchie im Team. Doch die Spieler, die er als Führungsspieler sah - Wiese, Delpierre, Eren Derdiyok - stecken samt und sonders im Leistungstief.


    Doch das Hauptproblem der TSG liegt tiefer, es wäre wohl auch mit dem vierten Trainerwechsel seit Januar 2011 nicht zu beheben, solange sich Dietmar Hopp, der einzige Mann, der in Hoffenheim wirklich etwas zu sagen hat, mit Menschen umgibt, die mit Kritik an ihm äußerst sparsam umgehen. Und so ändert der Boss alle paar Monate nahezu ohne Gegenwind die Leitlinien im Verein. Nach dem Sparkurs unter Trainer Holger Stanislawski durfte Babbel nun wieder im großen Stile einkaufen.


    1899 Hoffenheim steht anno 2012 für nichts mehr, außer für den Versuch, mit viel Geld einigermaßen über die Runden zu kommen. Diese Einfallslosigkeit bestraft inzwischen auch die ohnehin schon ausgesprochen bescheidene Fanbasis: Zum badischen Derby bequemten sich gerade einmal 500 Gästefans.

    0