Deutsche Nationalmannschaft

  • Es wäre in meinen Augen die einzig sinnvolle Möglichkeit, wenn die potentielle Olympia Mannschaft auch das Quali Turnier bestreitet. Auch wenn der Zeitplan hart wäre. Wer sollte sich denn auch für die Nationalmannschaft mitten in der Saison den Allerwertesten aufreißen, evtl. eine eigene Verletzung riskieren, wenn er genau weiß, das er zu Olympia nicht mit fährt, auch wenn er das Quali Turnier gewinnt? Ich verstehe da jeden, der absagt. Ging den Kanadiern und USA ja schon bei dieser Weltmeisterschaft so - und da ist der zeitliche Zusammenhang zu Olympia nicht so extrem gegeben.

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  • Also, ich weiß nicht wie es euch geht - aber ein paar Tage nach dem Ende der WM für die deutsche Nationalmannschaft wächst da kein Gras über die Sache - es formt sich eher ein immer unsäglicheres Bild von dem "Haufen". Auf der einen Seite hast Du einen Dennis Schröder der im (maßgeschneiderten -> Instagram) Leibchen zwar für Deutschland aufläuft und großspurige Ansagen macht, gleichzeitig aber mit seinen Ego Trips die Mannschaft auf- und abseits des Feldes beschädigt.


    Auf der anderen Seite hast Du einen Präsidenten, der in einem Interview mit Fäkalsprache um sich schmeißt und auch sonst offensichtlich nicht Herr seiner Worte ist (wenn Weiß nach DER Berichterstattung auf Magentasport ernsthaft zu einem Reporter sagt, das er auch mal gern ein Spiel bei ARD und ZDF gesehen hätte, dürfte dem rosa Riesen auch niemand böse sein, wenn die zur EM im eigenen Lande mal "Nein" sagen - und dann schauen wir mal, wieviel Minuten die Öffentlichen übertragen).


    Inklusive Endergebnis und Außendarstellung hätte ich mir kein schlechteres Auftreten bei der WM vorstellen können. Da sind ein paar Köpfe dabei, die dem deutschen Basketball absolut nicht gut tun.

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  • Das wird fast direkt vor Olympia sein, also nach der Saison. Für die Spieler wird es hart. Euroleague, BBL-Playoffs, Qualiturnier und im Erfolgsfall Olympia. Bis 9. August. Da wird der Urlaub kurz.

    Die Saison ist um, wenn die Qualiturniere für Olympia starten. Ich glaube nicht, dass sich Deutschland, noch dazu ohne Heimvorteil, qualifizieren wird. Aber es wäre schön sehr sinnvoll, wenn sich das Team, das sich auf die Quali vorbereitet und dann auch spielt, im Erfolgsfall auch nach Tokio fährt. Hat ja keiner etwas Anderes vor in dieser Zeit. Also rein sportlich betrachtet.

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  • Auf der einen Seite hast Du einen Dennis Schröder der im (maßgeschneiderten -> Instagram) Leibchen zwar für Deutschland aufläuft und großspurige Ansagen macht, gleichzeitig aber mit seinen Ego Trips die Mannschaft auf- und abseits des Feldes beschädigt.

    Ich bin zumindest soweit bei Dir, dass auch ein Dennis Schröder bei dieser WM, gemessen an seinem Potenzial und seinen Ansagen, maßlos enttäuscht hat. Aber ich denke nicht, dass er die Mannschaft in irgendeiner Weise "beschädigt" hat.


    Dennis Schröder ist unumstritten der mit weitem Abstand beste PG, den wir in Deutschland haben. Er ist vermutlich keine Weltklasse, aber Galaxien besser als alles, was ansonsten mit deutschem Pass auf der PG-Position rumläuft. D. h. für mich, dass die deutsche NM ohne Schröder deutlich schlechter wäre, als sie es mit ihm ist.


    Ich denke auch, dass die anderen Spieler mit Dennis Schröder kein echtes Problem haben. So lange er menschlich kein @rsch ist - was er nach allem, was man so über ihn hört und von ihm mitbekommt, auf gar keinen Fall ist -, werden die anderen Spieler seine Qualitäten schätzen und mit seinen Besonderheiten zurecht kommen, davon gehe ich fest aus. Nur mal so zum Vergleich: Maxi Kleber spielt ja auch in der NBA, kennt also viele andere NBA-Stars und -Sternchen und spielt mit ihnen teilweise zusammen. Ich denke, dass Schröder im Vergleich mit vielen anderen NBA-Spielern ein Waisenknabe oder zumindest ein absoluter Normalo ist, was sein Verhalten on- und off-court betrifft.


    Natürlich hat Dennis Schröder seine Defizite - vor allem ist er kein Leader, kein Anführer. Das wirst Du nicht automatisch, bloß weil Du der talentierteste, best verdienenste Spieler des Teams bist und auch noch als PG spielst. Aber genau deshalb sehe ich die Hauptverantwortung nicht bei Schröder, sondern bei unserem Nationaltrainer. Rödl hat es nicht geschafft, ein Team zu bauen und dem Team die Marschroute mitzugeben, dass die Stärken von Schröder und die seiner Mitspieler maximal zur Geltung kommen. Anstelle dessen sah es in der Offense für den geneigten Zuschauer so aus, dass die Taktik maßgeblich "Ball zu Schröder und der soll dann entscheiden, was er damit anfängt" lautete. Und genau das darf nicht sein, wenn Du ein angeblich ach so talentiertes Team hast. Und in der Defense war für mich gar nicht erkennbar, was wir da eigentlich machen. Für mich ist die Position des Trainers das eigentliche Riesen-Defizit unserer NM. Btw.: Was sind doch gleich nochmal die Erfolge von Herrn Rödl als Trainer auf Profi-Niveau?


    Vielleicht ist das Team auch insgesamt nicht so gut, wie man vor der WM geglaubt hat. Mir fällt da z. B. auf, dass wir mit SG und SF auf zwei Positionen im Vergleich zu den wirklich guten Teams eigentlich sogar ziemlich mau besetzt sind. Vermutlich wären wir besser, wenn wir nicht drölfzig herausragende Bigs + einen Top-PG hätten, sondern das Talent der Mannschaft über alle Positionen hinweg gleichmäßiger verteilt wäre.


    Aber gut, ist eh alles müßig. Für die Niederlage gegen die DomRep gibt es schlichtweg keine Entschuldigung; alles Weitere, was danach im Turnier passiert ist, ist Makulatur. Dass wir uns in einem der Quali-Turniere noch für Olympia qualifizieren, dürfte ziemlich unwahrscheinlich sein.

    Auf der anderen Seite hast Du einen Präsidenten, der in einem Interview mit Fäkalsprache um sich schmeißt und auch sonst offensichtlich nicht Herr seiner Worte ist

    Da stimme ich Dir uneingeschränkt zu. Das schlechteste Abschneiden einer deutschen NM bei einer WM ist, obwohl wir doch angeblich das talentierteste Team ever ins Rennen geschickt haben, ein Erfolg? Wtf? Was raucht der Kerl denn? Die von Dir zitierte Äußerung zur Übertragung ist ebenso peinlich. Gleiches gilt für die Kritik an der medialen Berichterstattung über das Abschneiden unserer NM.


    Aber gut - wenn Du eh schon mit der Torte im Gesicht dastehst, kannst Du die Kuchenreste natürlich auch noch mit dem Hammer im Gesicht weiterverteilen, kommt eh schon nicht mehr darauf an.

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  • Ich bin zumindest soweit bei Dir, dass auch ein Dennis Schröder bei dieser WM, gemessen an seinem Potenzial und seinen Ansagen, maßlos enttäuscht hat. Aber ich denke nicht, dass er die Mannschaft in irgendeiner Weise "beschädigt" hat.

    Das meinte ich eigentlich gar nicht. Die individuelle, sportliche Leistung von Schröder hat für mich schon "einigermaßen gepasst".



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    D. h. für mich, dass die deutsche NM ohne Schröder deutlich schlechter wäre, als sie es mit ihm ist.

    Hmmm, auf dem wie vielten Platz hätten wir wohl ohne Schröder, aber mit einem funktionierenden Team abgeschlossen - und wäre das dann irgendwie noch maßgeblich gewesen?



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    Ich denke auch, dass die anderen Spieler mit Dennis Schröder kein echtes Problem haben. So lange er menschlich kein @rsch ist - was er nach allem, was man so über ihn hört und von ihm mitbekommt, auf gar keinen Fall ist...


    Da haben wir anscheinend unterschiedlichen Quellen. Bei mir hat sich während der WM ein Bild von einem Spieler gezeichnet, der durch die Bank Extra Würste brät und seine "Aufopferung für die deutsche Nationalmannschaft" medial so inszeniert, wie das heute bei Stars & Sternchen halt so üblich ist, ohne das es dafür tatsächlich ein Fundament gibt, wie das z.B. bei einem Nowitzki der Fall war. Das fängt damit an, dass er zwei Wochen später als alle anderen anreist, wegen vieler privater Dinge nicht fit ist, für sich und seine Gefolgschaft Zimmer fordert (und hier ging es entgegen der medialen Darstellung nicht nur um "Familienzimmer für Frau und Kind"), nicht zu Spieler Essen erscheint, nicht an Aktivitäten teilnimmt, sondern stattdessen mit seiner Entourage abhängt usw... Wir werden da in den nächsten Wochen noch einiges zu lesen bekommen, da bin ich mir recht sicher... Das meinte ich, neben dem Abschneiden, mit beschädigen.



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    Rödl hat es nicht geschafft, ein Team zu bauen und dem Team die Marschroute mitzugeben, dass die Stärken von Schröder und die seiner Mitspieler maximal zur Geltung kommen. Anstelle dessen sah es in der Offense für den geneigten Zuschauer so aus, dass die Taktik maßgeblich "Ball zu Schröder und der soll dann entscheiden, was er damit anfängt" lautete. Und genau das darf nicht sein, wenn Du ein angeblich ach so talentiertes Team hast.


    Aber das ist doch genau das, was Schröder fordert: Er will "sein Spiel" durchziehen, er ist der Leader, Ball zu ihm und er entscheidet was passiert. Das Problem ist, dass ihm im Gegensatz zu einem Llull oder Campazzo der IQ für das, was er da möchte, offensichtlich fehlt. Was Rödl da machen soll, würde mich wirklich mal interessieren? Der müsste Schröder dann in der Off Season Trainings Vorgaben machen, damit er fit erscheint, ihn auch mal auf der Bank sitzen lassen wenn es nicht läuft und ihm klare taktische Anweisungen mitgeben, die er zu befolgen hat - glaubst Du, das Schröder damit zurecht kommt?


    Das Problem ist in meinen Augen, das Schröders individuelle Klasse dazu führt, dass er fürs Team gesetzt ist, er aber gleichzeitig das Team nicht besser macht, weil er nicht in der Lage ist, Mitspieler einzubinden und mitzureisen und damit ist die Natio in dieser Form zum Scheitern verurteilt. Der DBB tut sein Übriges dazu.

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  • Dass Rödl live und in Farbe sagt, Schröder sei nicht richtig fit gewesen wegen privater Dinge, damit ist doch alles gesagt. Wie bitte kann das sein? Zu einer Weltmeisterschaft?


    Nowitzki jubelt nach 21 Jahren NBA, dass er endlich machen und essen kann, was er will. Und Schröder reist, nicht wegen einer Verletzung, nicht richtig fit zu einer WM an?


    Ich denke, das Kernproblem von Rödl ist, dass er Angst hat, dass die Nationalmannschaft ohne Schröder nicht besser/schlechter spielen könnte, er dann aber verantwortlich wäre, wenn er auf Schröder verzichtet hätte, er aber jetzt erlebt hat, dass es so auch nicht geht und irgendwie die Hoffnung hat, dass Schröder es das nächste Mal besser macht und die Mannschaft davon profitiert. Es könnte eine trügerische Hoffnung sein.

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  • dapeda : Da haben wir wohl keine unterschiedlichen Quellen, sondern eher eine unterschiedliche Interpretation. Mir ging es hauptsächlich um Deine Aussage, dass das "die Mannschaft (...) beschädigt".


    Ich bin ja auch nicht der Meinung, dass Schröder ein einfacher Charakter ist. Die Quellen, auf die wir zugreifen können, zeichnen da ein recht klares Bild. Ich glaube aber nicht, dass diese Aspekte zu Problemen mit dem Rest des Teams oder sogar zu einem "Beschädigen" führen. Ich kann mich jedenfalls an keine negative Äußerung eines Mitspielers erinnern. Mag sein, dass das alles nur "geschluckt" wurde und jetzt, nach der WM, ans Tageslicht kommt. Glaube ich aber nicht. Die meisten Spieler dürften teammates mit Allüren gewohnt sein.


    Zur Frage der Spielweise: Ist Schröder wirklich "nicht in der Lage (...), Mitspieler einzubinden"? Ist es wirklich so, dass Schröder es "fordert", dass alles über ihn läuft? In der NBA spielt er jedenfalls nicht so, sondern weit mannschaftsdienlicher. Gut, da hat er auch andere Mitspieler, so dass er eher ein mittelgroßes Licht ist und nicht der Star. Aber ob er dann in einem anderen Team mit weniger talentierten Mitspielern so eine extreme Rolle "fordert"? Ich weiß es nicht. Für mich ist es eher Rödls Versäumnis, andere Systeme etabliert zu haben. Das ist aber auch nur eine Vermutung.


    Vermutlich ist es eine Mischung aus "Dennis will es so" und "Rödl hat nix anderes etabliert" sowie x anderen Gründen. So ein episches Scheitern hat in der Regel mehr als nur eine Ursache.

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  • Dass Rödl live und in Farbe sagt, Schröder sei nicht richtig fit gewesen wegen privater Dinge, damit ist doch alles gesagt. Wie bitte kann das sein? Zu einer Weltmeisterschaft?

    Hast du Kinder? Dennis Schröder hat ein frischgeborenes. Vielleicht wollte oder musste er in den wenigen Wochen zwischen NBA Saison und WM-Training mehr Zeit für seine Familie aufbringen als es die WM Fitness erlaubt hat?
    Das soll keine Rechtfertigung sein, ist aber ein in meinen Augen sehr naheliegende Erklärung.
    Dennis ist jung und agiert nicht immer überlegt, geschickt oder sinnvoll. Dafür kann er aber halt verdammt schnell rennen.

    Der mit Abstand beste Spieler des Teams ist Point Guard, dabei aber aufgrund seiner Persönlichkeit nicht unbedingt ein Typ, der eine Mannschaft tatsächlich führen kann. Kommt vor, ist aber für ein Team ohne dominanten/autoritären Coach sicher eine schwere und zuweilen konfliktträchtige Situation.

    Wahrscheinlich/hoffentlich haben alle Beteiligten was draus gelernt.

  • dapeda : Da haben wir wohl keine unterschiedlichen Quellen, sondern eher eine unterschiedliche Interpretation. Mir ging es hauptsächlich um Deine Aussage, dass das "die Mannschaft (...) beschädigt".

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    Ja, ich bin schon der Meinung, dass das die Mannschaft beschädigt. Der Unterschied zwischen Natio und Verein ist ja offensichtlich. Millionen ordnen sich tagtäglich in Ihrem Job unter, weil die Kohle irgendwoher kommen muss - da ist es egal, ob Du Verwaltungsfachangestellter oder NBA Spieler bist. In der Nationalmannschaft muss das aber keiner machen. Die Jungs können ihre Sommer auch anders verbringen, wenn ihnen das keinen Spaß mehr macht - und da sehe ich in der Person Schröder ein gewisses Risiko. Viele haben ihren Sommer geopfert, einige haben die Schuld an den Niederlagen auf sich genommen. Wenn dann der große Leader auftritt und moniert, dass die Spieler, die von ihm auf dem Spielfeld keinen Ball sehen, auf der Bank nicht genug Euphorie zeigen, würde es mich wundern, wenn das zu allgemeinen Freude beiträgt und den Teamspirit stärkt.

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  • Wenn die Quellen die man so hört stimmen, hat er mit seinen Extrawürsten den Teamgedanken torpediert und das Teamgefüge beschädigt. Seine Klasse ist unbestritten, aber das Team ist wichtiger.

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  • Das Problem von Schröder ist auch, dass er sozusagen die Nachfolge von Nowitzki antreten möchte/muss. Dirk war ein Anführer, ohne es zu wollen. Alleine seine Präsenz im Team und auf dem Feld hat seine Mitspieler schon positiv beeinflusst. Ein echter Teamplayer und Leader, ähnlicher Typ wie Müller. Schröder dagegen ist wohl ein Typ, dessen Augenmerk eher auf der eigenen Leistung liegt als auf der des Teams. Da wirds schwierig echten Teamgeist zu entwickeln.

    Ich kann alles! Ich kann aber auch alles nicht! - Thomas Müller