Der FCB im Allgemeinen

  • "Im Forum auf fcb.de sieht es völlig anders aus. Dort wird sich schon während der Partien permanent negativ ausgetauscht. Flick wie auch seine Spieler stehen schnell im Fokus der Kritik. Oft unsachlich und falsch analysiert."


    Unsachlich und falsch analysiert. :thumbsup:

  • Wie sieht es mit den analytischen Fähigkeiten der AA-Besucher aus, etwa wenn diese zu einem Pfeifkonzert anstimmen...?

    "analysistisch", das Wort heißt "analysistisch"...alles andere wäre für einen Analysisten dieses Kalibers eine Beleidigung... ;)

  • Das hat die Kurt Landauer Stiftung heute gepostet, eine coole Geschichte.


    VOR 25 JAHREN –

    MIT EISENBAHN & FÄHRE ZUM FCB-TRAININGSLAGER AUF SARDINIEN


    In Zeiten von sehr kurzen Winterpausen und einem nicht gerade abwechslungsreichen Zielen der Trainingslager wollen wir mit euch auf die Rückrunden-Vorbereitung in Sardinien vor genau 25 Jahren zurückblicken und dabei einen speziellen Blick auf das damalige Leben als Anhänger des FC Bayern werfen.


    Doch bevor es nach Sardinien gehen konnte, wurde ab dem 12. Januar 1996 erstmal Hallenfußball gespielt. Nach drei Turniertagen in Berlin, gewann der FC Bayern im dort ausgespielten Hallenmasters den Holsten Cup. Drei Tage später rollte der Ball zum Freundschaftsspiel in Celle, bevor am darauffolgenden Wochenende das nächste Hallenmasters absolviert wurde. In der Münchner Olympiahalle wurde beim Sparkassen Cup der dritte Platz erreicht.


    Mit 13 Hallenspielen und einem Freiluftspiel in den Knochen ging es per Flieger nach Sardinien. Doch nicht für die wenigen mitreisenden Fans, in Zeiten lange vor den Billigfliegern und Meilen-Sammlungen ging es mit der Eisenbahn bis in die von München aus rund 900 km entfernte italienische Hafenstadt Civitavecchia. Dort wurde das Fährticket für die Überfahrt nach Olbia für 60.000 Lira gelöst, umgerechnet rund 55 Mark.


    Nach 7,5 Stunden war das Zwischenziel erreicht, um wieder auf die Eisenbahn umzustiegen und quer über die Insel nach Cagliari zu gelangen. Es war fast geschafft, das Trainingslager wurde im beschaulichen Örtchen Pula abgehalten, was dann auf den letzten Kilometern per Linienbus erreicht wurde.


    Nun musste nur noch die Hotelfrage geklärt werden. Ohne die heutigen Buchungsportale ging es zur damaligen Zeit meist erst vor Ort auf die Suche nach einer bezahlbaren Unterkunft, doch auch das war schon bald geklärt.


    Einen wollen wir natürlich nicht unterschlagen – auch unser legendärer Busfahrer Rudi Egerer war mit dem Mannschaftsbus auf dem Land- und Seeweg nach Sardinien gereist.


    Vor Ort wurden die Informationen zu den Trainingszeiten und dem geplanten Freundschaftsspiel in Cagliari geklärt.


    Nach den ersten Trainingseinheiten unter Otto Rehhagel stieg am Dienstag, den 23. Januar 1996 im Stadio Sant’Elia das Vorbereitungsspiel gegen US Cagliari, die damals von unserem vorherigen und schon bald wieder zurückkehrenden Trainer Giovanni Trapattoni gecoacht wurden.

    Das Stadion, das heutzutage leider vor dem Abriss steht, war 1990 übrigens der Austragungsort aller Vorrundenspiele der Engländer. Die wenigen mitgereisten Bayern-Anhänger wurden vor dem Stadion von Markus Hörwick mit Freikarten versorgt, ein schönes Zeichen der Anerkennung.

    8.000 Zuschauer im weiten Rund sahen ein 2:2 Unentschieden, für Bayern München trafen Emil Kostadinov und Mehmet Scholl.


    Am Folgetag beim morgendlichen Training fiel der Spaß der mitgereisten Jungs groß aus. Dieter Frey, der von den Spielen der Bayern Amateure bestens bekannt war, wurde lauthals gefeiert. Auf Nachfrage erfuhren die reiselustigen Bayern-Anhänger von einem kurzfristig angesetzten weiteren Testspiel, das am Freitag auf dem Trainingsplatz in Pula über die Bühne gehen sollte, was allen auf den Magen schlug – schließlich wollte man das Spiel natürlich nicht verpassen, musste aber am Montag früh wieder bei der Arbeit sein, was mit Bus, Fähre und Eisenbahn nicht zu schaffen war. So wurde kurzerhand gefragt, ob die freien Plätze im Mannschaftsflieger genutzt werden können. Uli Hoeneß ermöglichte dies, was die Stimmung auf den Siedepunkt brachte. Wie zuvor wurde beim Training insbesondere „Dieter Frey allez, allez“ geschmettert, was bald auch Markus Babbel und Mehmet Scholl dazu ermunterte in die Gesänge einzusteigen. Beim Laufen der Runden um den Sportplatz machten später auch Thomas Helmer, Lothar Matthäus, Jean-Pierre Papin, Didi Hamann und Christian Nerlinger mit. Bei jedem Vorbeilaufen an den Fans erklang „Dieter Frey allez, allez“.


    Zwischen den Trainingseinheiten ließ es sich bei Wein und Bier gut aushalten, auch der Sprung ins kalte Meer wurde trotz fehlender Badehosen gewagt.


    Kaum zum Nachmittagstraining angekommen, konnten die Spieler beobachtet werden, die nun mit Dieter Frey Gesängen aus dem Mannschaftsbus stiegen. Auch die nächsten Einheiten wurden souverän begleitet.


    Am Freitag, den 26. Januar 1996 wurde Dieter Frey von den mitgereisten Anhängern am Rande des Trainings am Vormittag zum „Spieler des Trainingslagers“ gekürt. Nach einem weiteren gemütlichen und feuchtfröhlichen Nachmittag stieg um 17 Uhr das zweite Testspiel gegen den lokalen Verein aus Pula. 1.500 Zuschauer freuten sich über das 17:2 Schützenfest des FC Bayern. In die lange Liste der Torschützen trugen sich Papin (3), Kostadinov (3), Kreuzer (2), Scholl (2), Ziege (2), Babbel, Helmer, Herzog, Zickler und Hamann ein.


    Der letzte Abend klang bei sardischen Köstlichkeiten aus und halbwegs fit wurde am Samstag der Mannschaftsflieger nach München bestiegen – eine Reise, die noch sehr lange in Erinnerung bleibt, ging zu Ende.


    Nach vier weiteren Testspielen in Deutschland konnte am 11. Februar 1996 nach mehr als zwei Monaten endlich wieder das erste Pflichtspiel steigen!


    Abschließend möchten wir uns herzlich bei den Anhängern bedanken, die uns von der damaligen Reise und ihren Erinnerungen ausführlich berichtet haben. Immer weiter!

  • Naja alles eigentlich, oder? Angefangen mit zwei Monaten Winterpause, mehreren Hallenturnieren (was ich schade finde, zumindest Anfang der 90er war Hallenfußball toll) und Testspielen (die NICHT live im TV zu sehen waren), den Reisemodalitäten ohne Internet und Billigflieger über den wohl schon recht nahen Kontakt zu Verein und Mannschaft vor Ort und das man die Fans im Teamflieger mit heimgenommen hat.


    Klingt, auch ohne Corona, wie eine Geschichte aus einer anderen Zeit...und ist es ja letztlich auch.

  • Naja alles eigentlich, oder? Angefangen mit zwei Monaten Winterpause, mehreren Hallenturnieren (was ich schade finde, zumindest Anfang der 90er war Hallenfußball toll) und Testspielen (die NICHT live im TV zu sehen waren), den Reisemodalitäten ohne Internet und Billigflieger über den wohl schon recht nahen Kontakt zu Verein und Mannschaft vor Ort und das man die Fans im Teamflieger mit heimgenommen hat.


    Klingt, auch ohne Corona, wie eine Geschichte aus einer anderen Zeit...und ist es ja letztlich auch.

    Das war eine völlig andere Zeit!

    Wo die Sonne der Erkenntnis tief steht, werfen auch Zwerge lange Schatten.

  • Hallenfussball geht heute nicht mehr, wenn du die aktuelle Mannschaft da reinschickst zerreissen sie sich alle Bänder ^^

    :D Echt schade, war in der Winterpause echt ein Highlight. Von der Schule nach Hause und dann den Rest des Tages auf DSF erst die Finalrunde vom einen Turnier und dann schon direkt die Vorrunde vom nächsten. Aber wie so oft, als es dann "offiziell" wurde und um Geld ging war es mit dem Spaß schnell vorbei. Dann wurde taktiert, und sich gegenseitig die Knochen kaputt getreten.


    Auch schön die jährlichen Winter-Transfers irgendwelcher Hallen-Stars, die dann auf dem Feld regelmäßig komplett verkackt haben.

  • Wobei ich mich erinnere, dass Hallenfußball immer irgendwie frustrierend war.


    Zum einen, weil wir vergleichsweise wenige Turniere spielten. Zum anderen war die Konkurrenz in der Halle meist viel besser als wir.

  • Naja alles eigentlich, oder? Angefangen mit zwei Monaten Winterpause, mehreren Hallenturnieren (was ich schade finde, zumindest Anfang der 90er war Hallenfußball toll) und Testspielen (die NICHT live im TV zu sehen waren), den Reisemodalitäten ohne Internet und Billigflieger über den wohl schon recht nahen Kontakt zu Verein und Mannschaft vor Ort und das man die Fans im Teamflieger mit heimgenommen hat.


    Klingt, auch ohne Corona, wie eine Geschichte aus einer anderen Zeit...und ist es ja letztlich auch.

    Alles richtig was du schreibst.

    Die Zeiten haben sich schon deutlich geändert,

    in jeglicher Auslage und Sichtweise derer die ein Teil davon sind.

    Vom Spieler über Fans bis Verantwortliche.

    Schlussendlich ist das so heutzutage garnicht mehr möglich, wo aber auch der Klub und auch die Fans ihren Anteil leisten, dass es eben so ist.


    Im Teamflieger kann man immer noch ins Trainingslager oä. mitfliegen, das verbuchen der Enonomy übernehmen die Damen und Herren vom hauseigenen Reisebüro.

  • Wobei ich mich erinnere, dass Hallenfußball immer irgendwie frustrierend war.


    Zum einen, weil wir vergleichsweise wenige Turniere spielten. Zum anderen war die Konkurrenz in der Halle meist viel besser als wir.

    Schon ja. UH war ja nie der ganz große Hallenfußball-Fan. Gefühlt haben wir immer nur Berlin (Deutschlandhalle) und/oder Stuttgart und das Masters gespielt wenn es in München stattfand während Frankfurt und Nürnberg in manchen Jahren acht, neun Turniere, davon einige sogar gleichzeitig mit zwei Teams gespielt haben.


    Das wir 1997 in eigener Halle das Finale gegen Lautern verloren und den Masters-Titel somit nie gewonnen haben wird ein ewiger Makel in der FCB-Historie bleiben, wenn auch nur als Fußnote auf Seite 1762 unterhalb der Auflistung aller Reinigungskräfte der Geschäftsstelle.

  • Wobei ich mich erinnere, dass Hallenfußball immer irgendwie frustrierend war.


    Zum einen, weil wir vergleichsweise wenige Turniere spielten. Zum anderen war die Konkurrenz in der Halle meist viel besser als wir.

    In der Hinsicht war es in der Tat frustrierend. Kann mich noch an ein Hallenturnier erinnern, als di Salvo für uns spielte (dürfte wohl das letzte offizielle DFB/DFL Hallenturnier gewesen sein). Außer diesem Turnier spielten wir aber gefühlt bei keinem anderen Turnier mit, während wohl die ganze restliche Bundesliga unterwegs war. Als Kind waren die Turniere schon richtige Highlights, aber auch heute schalte ich noch gerne ein.


    "Heute" treten wir leider auch nicht mit Legenden-Mannschaften an. Turniere mit Normalbesetzung gibt es ja kaum noch, irgendwo auch verständlich. Dennoch sind auch die Turniere sehr unterhaltsam, bei denen Bundesligaspieler der 90er oder 00er unterwegs sind.

  • Sehr geil

    Herr Zelt definiert wen er gerne sehen will und wen nicht. Es genau diese Arroganz der wenigen sogenannten hard Core Fans die es nicht braucht.


    Zelt: Wir fragen uns schon, ob wir - wenn es wieder weitergeht - alle wiedersehen, die wir kennen. Oder ob es viele gibt, die in der Zwischenzeit erkannt haben, dass es auch andere schöne Dinge im Leben gibt. Schon vor Corona gab es viele, denen der Fußball nicht mehr gefällt, so, wie er sich entwickelt hat. Die können die Krise natürlich jetzt als Anlass nehmen, wegzubleiben.
    Mit welcher Konsequenz?
    Zelt: Es ist zu befürchten, dass diejenigen wegbleiben, von denen wir uns wünschen, dass sie noch da wären. Ganz allgemein gesagt: Wenn die Bedingungen schlechter werden, bleiben nicht immer die übrig, von denen man sich wünscht, dass sie dabei sind.


    https://www.tz.de/sport/fc-bay…coronavirus-90185950.html

  • Hallenfußball war zwischen den Jahren immer der Hit für mich. Der eine Turniertag endete am Nachmittag, gegen Abend begann dann ein neues Turnier. Und das in der Woche. Das war schon richtig cool. Viele Tore, alles nicht ganz so verbissen und noch wesentlich gemütlicher als heute. Irgendwann (wahrscheinlich 1996) war ich mal bei einem inoffiziellen Hallturnier in Dortmund als Zuschauer dabei. Das war mein allererstes Live-Erlebnis überhaupt. Unvergessen für mich: Werner Hansch als Hallensprecher, den ich damals nur von Sat 1 kannte.


    Schade, aber nachvollziehbar, dass es das heute nicht mehr gibt.

    Reiner Weltverein, ma' sag'n!