Der FCB im Allgemeinen

  • Hmm...wenn das stimmt rüttelt das schon etwas am Fundament. Nur komisch das da jetzt "plötzlich" so neue Erkenntnisse auftauchen, diese Protokolle wird man ja kaum in irgendwelchen Alpen-Höhlen gefunden haben sondern im Vereinsarchiv. Wie konnten so grundlegende Dinge bei den Recherchen zu "Der FC Bayern und seine Juden" und dem Landauer-Film unentdeckt bleiben?


    Da das Ganze am Tag des Pokalfinals ausgerechnet von SPON veröffentlicht wird, mache ich da erstmal ein großes Fragezeichen hinter.

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  • Selbst, wenn das stimmen sollte, würde sich für mich nichts ändern. Wer weiß schon, was damals alles getrieben wurde und es war für keinen eine angenehme Zeit...

  • Widerlich vom Spiegel, das am Tag des Finals auf die erste Seite zu packen!


    Zudem stimmt das auch alles gar nicht so wie das behauptet wurde und wird verkürzt und falsch wiedergegeben. Einen solchen Paragraphen gab es schon seit April 1933 als Bestandteil des "Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums". Der Süddeutsche Fußball- und Leichtathletik-Verband und der DFB haben diesen bereits 1933 in ihre Satzungen übernommen. Bayern aber erst zwei Jahre später.
    Das ist also kein Beweis für das "Ende der Heldengeschichte", sondern ein krasser Widerstand, wenn man so einen Paragraphen erst zwei Jahre später einführt.


    Zudem wurde er 1938 wieder gestrichen.Außerdem wurde nie bestritten, schon gar nicht vom FCB, dass nachdem der Landauer zurückgetreten ist, viele Nazis auch bei Bayern das Ruder übernahmen.
    Dennoch hat die ganze Bayernmannschaft damals im Auswärtspiel dem Landauer, der in der Schweiz auf der Tribüne saß, zugewunken, was damals ein unfasser Affront war. Und 1947 übernahm Landauer auch wieder das Präsidentenamt. Der Spiegel hat das alles unfassbar schlecht recherchiert und reißerisch aufbereitet, widerlich.

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  • Allein schon durch den abschließenden Kommentar klingt das nicht unbedingt seriös.
    Außerdem war der Arierparagraph ja keine Erfindung des FCB, sondern wurde im Grunde schon 1933 eingeführt - wie verpflichtend oder nicht, kann ich nicht beurteilen, aber erwünscht war das durchaus (siehe z.B. Schulze-Marmelings "Der FC Bayern und seine Juden", Seite 125).


    Würde mich doch sehr interessieren, ob der komplette Artikel da noch ein paar andere Fakten bringt oder ob das darin auch so schwammig bleibt. Will aber keinen Spiegel kaufen. Falls es jemand tut, kann er ja seine Erkenntnisse mal mit uns teilen. :)
    Bis dahin würde ich das jedenfalls auch eher skeptisch betrachten.

  • und der Spiegel fragt sich ernsthaft, warum die Auflage immer mehr sinkt ?mit Journalismus hat das nur noch wenig zu tun hauptsache die Schlagzeile passt.


    Der Arierparagraph in Sportvereinen wurde durch den Reichssportkommissar am 25. April 1933 verkündet, also zwei Jahre vorher. Was aber naheliegen dürfte -, das der FCB eine Rüge bekam und deshalb die Satzung 1935 änderte. Höchst seltsam ist aber vor allem, dass Bayern ihn 1938 wieder herausnahm, was nicht sehr systemanbiedernd war. Deshalb gab es 1940 offensichtlich den nächsten Ärger.



    Der FCB war sicher kein Anti Nazi Verein, was aber wohl kaum irgendeine Organisation von sich behaupten konnte zu der damiligen Zeit. Es gab welche die haben sofort mitgemacht (huhe münchen blau, Huhu Schalke) oder welche die sich so gut dagegen gesträubt haben wie es eben ging. und da hat unser FCB sicher eine der besseren Rollen gespielt.


    Sicher hat sich hier keine "Heldengeschichte" abgespielt wie z.B. die einer S. Scholl oder von ander Wiederstandkämpfern. Das hat aber eigentlich auch niemand behauptet.

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  • PS: Das ist eine Übernahme einer Falschdatierung aus Wolfgang Benz "Die Juden in Deutschland 1933 - 1945". Das kann passieren wenn Dinge einfach nur noch zitiert werden und nicht mehr überprüft werden... Einer wie Benz macht schließlich keine Fehler, oder? ;)

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  • Ich erwarte da einige Klarstellungen von unserer Seite. Ich kann vieles vertragen. Meinetwegen kann der Spiegel morgen behaupten, dass sich unsere Oberen Cannabis in die Nase spritzen. Aber so dermaßen unser Selbstverständnis und das Fundament des "Mia san Mia" mit schlechtem Journalismus zu beschmutzen, geht fünf Nummern zu weit.

    *Member of "Die Gruppe" since 2013*

  • Ich erwarte da einige Klarstellungen von unserer Seite. Ich kann vieles vertragen. Meinetwegen kann der Spiegel morgen behaupten, dass sich unsere Oberen Cannabis in die Nase spritzen. Aber so dermaßen unser Selbstverständnis und das Fundament des "Mia san Mia" mit schlechtem Journalismus zu beschmutzen, geht fünf Nummern zu weit.


    Das sehe ich jetzt nicht so eng. Denke nicht, dass "Mia san mia" auch nur ansatzweise etwas damit zu tun hat, wie wir uns nun in der Zeit ab ´33 verhalten haben.


    Als die Sache mit Landauer vor einiger Zeit so ein wenig zur Heldengeschichte stilisiert wurde, fragten sich hier ja einige, warum der Verein da nicht mitspielt, also diesen Teil seiner Geschichte größer herausstellt. Vermutlich ist das, was aktuell in den Medien ist, schlicht ein Teil der Antwort auf diese Frage.


    Meiner Erfahrung nach gibt es sowas wie Helden nicht. Oder jedenfalls nur ganz, ganz selten. Die Geschichte unseres Vereins in der Zeit des Nationalsozialismus ist spannend und sollte unbedingt weiter aufgearbeitet werden. Aber unser Selbstverständnis bleibt davon unbeeindruckt - unabhängig davon, ob dieser Teil unserer Geschichte nun überwiegend erfreulich oder womöglich sogar verstörend erscheint.

    Uli. Hass weg!

  • Würde mich doch sehr interessieren, ob der komplette Artikel da noch ein paar andere Fakten bringt oder ob das darin auch so schwammig bleibt.

    Also wirklich schlau werde ich aus dem Artikel nicht. Dieser Historiker wirkt einfach zu ironisch und anti-Bayern, als dass ich den ernst nehmen kann. Er klärt ja in keiner Weise, warum wir diesen Paragraphen hatten und das angeblich in schärferer Form, als die Nazis es gewünscht hatten - Olympiade 1936. Der FC Bayern habe seine Juden "schlechter behandelt als der nazionalsozialistische Unrechtsstaat in seinen Rassengesetzen." Wenn ich das richtig verstehe, dass dieser Satz lediglich auf dem Arierparagraphen basiert, der plötzlich aus heiterem Himmel auftaucht und keiner weiß, warum, dann ist das schon sehr seltsam. Hier scheint doch einiges an Hintergründen zu fehlen.
    Was allerdings sehr verwundert (wenn es denn stimmt), ist, dass bisher niemand das gelesen/entdeckt hat, wenn die Unterlagen doch angeblich frei zugänglich sind?! Das hätte sich doch schon längst nutzen lassen können, um den Verein durch den Dreck zu ziehen, warum also erst jetzt? ?(

  • Einen direkten Schuldigen hat man noch nicht identifiziert.


    Grundsätzlich dürften wir Geld verlangen, dies aber zwei Tage vorher mal eben durchzudrücken ist natürlich ein Schmarrn. Gerüchtehalber war man mit der Übertragung der Meisterfeier sehr unzufrieden und wollte diesmal vom BR zumindest Geld.

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