Der FCB im Allgemeinen

  • ? Was ist daran plausibel ?
    Wenn mir die Übertragung nicht gefällt, spreche ich an, was mir nicht gefallen hat. Aber die Logik: Ok, noch ne schlechte Übertragung, aber dafür dann wenigstens Kohle, könnte ich eher nicht nachvollziehen....:-)
    Da würde ich dann eher noch verstehen, dass man Sport 1 in der HOffnung auf eine bessere Sendung umsonst übertragen läßt, wofür ich anderenfalls auch kein Argument gefunden hätte.
    Insgesamt jedenfalls ne sehr ungeschickte Außendarstellung. Dass ein ö-r Sender nicht mal schnell nen 6-stelligen Betrag für sowas ausgeben kann, ohne befürchten zu müssen, dass es dann wieder riesige Diskussionen gibt, sollte auch unsren Verantwortlichen klar sein.

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  • Ja, hätte man aber vor längerer Zeit mit dem BR besprechen können sowie Wünsche äussern, was wie besonders wichtig übertragen werden soll. Ein Kasperltheater ist das wieder.

    Ich finde deine Erklärung so plausibel, weil sie Sinn macht. Erst die Meisterfeier, die ja offenbar sowohl bei vielen Fans vor Ort als auch in den Medien nicht sonderlich gut kam. Gleichzeitig steht das große Finale in Berlin bevor - mit der Option, womöglich erneut eine Feier auf dem Balkon abhalten "zu müssen". Schon möglich, dass man da wenig Zeit für eine vernünftige Analyse hat und in dem Stress einen Schuldigen sucht.


    Ist jedenfalls blöd gelaufen. Denke aber, dass man das epikritisch aufarbeiten und nächstes Mal besser machen wird.

    Uli. Hass weg!

  • Wo auch immer die Gründe liegen, der Ablauf ist jedenfalls mehr als ungeschickt, hat man doch nun allen Hatern direkt wieder nen Fisch hingeworfen um den Pokaltriumph und Peps gelungenen Abschied mit den üblichen Schei.sshausdiskussionen zu überspielen.


    Wo auch immer die Gründe liegen und wie man letztlich dazu stehen mag, sowas klärt man in Ruhe in der Sommerpause und nicht "zwischen Tür und Angel" zwei Tage vor dem Finale. Ist ja nicht so das 150.000 Euro jetzt den Etat gefährden würden. Hier scheint es grundsätzlichen Klärungsbedarf für die Zukunft zu geben, das ist völlig ok, aber so wie es nun gelaufen ist war das leider höchst unprofessionell.

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  • nur als einwurf:


    der ÖR zwingt bürger wie dich und mich zu einer monatlichen zahlung, während es der FCB dem BR in die eigenen hände gelgt hat, ob dieser eine kostenpflichtige leistung in anspruch nehmen will oder nicht.


    ich finde den hintergrund und die art und weise des handlens unseres vereins in dieser sache alles andere als in ordnung, aber mitleid mit dem zwnagsfianzierten ÖR?


    niemals.

    "Es zählt das, was bayernimherz sagt." (steveaustin10)

  • Lügenpresse... und alles nur, um den FC Bayern zu diskreditieren. Das ist diese Last, von der ich in einem anderern Thread gesprochen habe, die man als Bayernfan zu tragen hat.


    Aber lest selbst:


    http://www.zeitspiel-magazin.d…ayern-in-der-ns-zeit.html


    Unser Redaktionsmitglied Dietrich Schulze-Marmeling ist Verfasser des Buches „Der FC Bayern und seine Juden. Aufstieg und Zerschlagung einer liberalen Fußballkultur“. Wir haben ihm die Gelegenheit zu einer persönlichen Stellungnahme zur aktuellen Berichterstattung und Diskussion gegeben.


    "Man muss sich schon der gesamten Komplexität des Klubs widmen, um zu verstehen, warum der Münchner NS-Führung der FC Bayern immer etwas suspekt blieb. Und warum nach dem 2. Weltkrieg nicht nur Kurt Landauer, sondern auch weitere Juden, darunter der deutsch-jüdische Theaterintendant Kurt Horwitz und Hermann Schülein, Ex-Generaldirektor von „Löwenbräu“, dem Klub erneut beitraten und ihm sogar finanziell unter die Arme griffen.


    [...]


    Fazit: Im Süden nicht Neues. Und dies gleich im doppelten Sinne: Sowohl den FC Bayern und seine Geschichte in den NS-Jahren, wie die fragwürdigen Methoden des Religionsphilosophen aus dem Kloster Irsee betreffend."

    "Es zählt das, was bayernimherz sagt." (steveaustin10)

  • Ich muss ehrlich sagen, dass ich diese Stellungnahme nicht sehr gelungen finde. Da schwingen einfach zu viele Emotionen mit - verständliche Emotionen zwar, aber auf unseriöse Artikel wenig seriös zu reagieren, ist auch nicht die optimale Lösung.
    Auch inhaltlich bleiben weiter zu viele Lücken. Die für mich interessanten Fragen sind nach wie vor unbeantwortet - kann man nicht konkretere Fakten liefern oder will man es nicht? Gut, eine meiner Fragen wollte Herr Schulze-Marmeling klären, indem er auf sein Buch verwies, wo auf S. 175/76 der Paragraph von 1935 erwähnt sein soll. Ist er aber nicht. Entweder fehlt das in der 1. Auflage, die ich scheinbar habe, oder mit dem Verweis ist was schiefgegangen. Ich habe bisher jedenfalls keine Erwähnung des Paragraphen in dem Buch gefunden.
    Damit bleibt die Sache für mich nach wie vor einfach sehr komisch.

  • Ich muss ehrlich sagen, dass ich diese Stellungnahme nicht sehr gelungen finde. Da schwingen einfach zu viele Emotionen mit - verständliche Emotionen zwar, aber auf unseriöse Artikel wenig seriös zu reagieren, ist auch nicht die optimale Lösung.
    Auch inhaltlich bleiben weiter zu viele Lücken. Die für mich interessanten Fragen sind nach wie vor unbeantwortet - kann man nicht konkretere Fakten liefern oder will man es nicht? Gut, eine meiner Fragen wollte Herr Schulze-Marmeling klären, indem er auf sein Buch verwies, wo auf S. 175/76 der Paragraph von 1935 erwähnt sein soll. Ist er aber nicht. Entweder fehlt das in der 1. Auflage, die ich scheinbar habe, oder mit dem Verweis ist was schiefgegangen. Ich habe bisher jedenfalls keine Erwähnung des Paragraphen in dem Buch gefunden.
    Damit bleibt die Sache für mich nach wie vor einfach sehr komisch.

    Ich frag mich jetzt ehrlich, welche Fragen da jetzt noch offen bleiben.


    Ich stimme Dir zu, dass es sicher nicht optimal ist diesen Artikel in dem Ton zu schreiben (wobei ich mir nicht sicher bin, ob dies nicht für das magazin in dem er veröffentlicht üblich ist...)


    Aber nehmen wir nur die Kernaussage des Artikels


    Nächste „Enthüllung“: „Am 27. März 1935 machten die Bayern Ernst mit der Ausgrenzung der Juden.“ Steht ebenfalls bereits in meinem Buch (S.175/176), einschließlich des angeblich erst von Herzog entdeckten Arierparagrafen. Dass es auch beim FC Bayern irgendwann einen solchen gab, ist nun wirklich keine Überraschung. (...)


    Was Herzog bewusst unterschlägt (und die „Spiegel“-Redakteure offenbar nicht wissen): Im Vergleich zum DFB und vielen anderen Vereinen war der FC Bayern mit dem Ausschluss seiner Juden ziemlich spät dran – wie im Übrigen auch Eintracht Frankfurt. Der 1.FC Nürnberg beispielsweise war diesbezüglich bereits im Mai 1933 aktiv geworden. Der FC Bayern fuhr einen Monat später nach Italien. Trainer war noch immer der Jude Richard Dombi, der die Reise „bis ins Kleinste ausgearbeitet und…ganz vortrefflich vorbereitet“ hatte, wie die „Club-Nachrichten“ einige Wochen später berichteten. Kurt Landauer war noch bis mindestens Mitte der 1930er im Klub aktiv. Die Nazifizierung des FC Bayern und der Ausschluss seiner jüdischen Bürger verlief eben nicht so schnell und reibungslos, wie der „Spiegel“ und sein Herzog suggerieren.


    Herzog konstatiert: „Eine Heldengeschichte des FC Bayern gibt es nicht.“ Eine solche hat auch niemand behauptet. Nicht der Landauer-Film, der tatsächlich historische Ungenauigkeiten beinhaltet, aber es ist halt „nur“ ein Spielfilm; nicht Dirk Kämper, Autor der ausgezeichnete Biografie „Kurt Landauer – Der Mann, der den FC Bayern erfand“, nicht Andreas Wittner vom FC Bayern-Archiv, nicht das Münchner Stadtarchiv und ich auch nicht



    Damit ist eigentlich alles gesagt. (was ich auch schon in kurzform, auf der letzten Seite geschrieben habe)


    natürlich gab es im Laufe der Zeit auch beim FCB Nazis. Das ist 0,0 verwunderlicher, da stramme öffentliche Opposition gegen das Regime den Weg ins KZ bedeutet hätte. Im Rahmen seiner Möglichkeiten hat der FCB aber wesentlich "langsamer" mitgemacht bzw. auch zu späteren Zeiten so gut es ging Distanz gehalten.


    Hätten alle Institutionen - vor allem die die damals auch so etwas wie Einfluß hatten- ähnlich wie Bayern München so gehandelt, dann wäre die Geschichte sicher anders gelaufen.

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  • Ich frag mich jetzt ehrlich, welche Fragen da jetzt noch offen bleiben.

    War die Aufnahme des Paragraphen wirklich "freiwillig", wie Herzog behauptet? Also gab es nur Druck oder doch den Zwang? Was hat es mit der Verschärfung auf sich? Wie viele Juden waren zu dem Zeitpunkt überhaupt noch im Verein? Gibt es irgendwelche Informationen, warum er 1938 wieder gestrichen wurde?
    Und die Hauptfrage nach wie vor: Warum kommt das gerade jetzt? Warum steht das sonst noch nirgends bzw. steht es in der 2. Auflage von "Der FC Bayern und seine Juden", die ich nicht habe?


    Dass es Nazis im Verein und auch in führenden Positionen gab, ist zur Genüge bekannt. Aber hier geht es ja nur um diese vermeintliche "Sensation".

  • War die Aufnahme des Paragraphen wirklich "freiwillig", wie Herzog behauptet? Also gab es nur Druck oder doch den Zwang? Was hat es mit der Verschärfung auf sich? Wie viele Juden waren zu dem Zeitpunkt überhaupt noch im Verein? Gibt es irgendwelche Informationen, warum er 1938 wieder gestrichen wurde?
    Und die Hauptfrage nach wie vor: Warum kommt das gerade jetzt? Warum steht das sonst noch nirgends bzw. steht es in der 2. Auflage von "Der FC Bayern und seine Juden", die ich nicht habe?


    Dass es Nazis im Verein und auch in führenden Positionen gab, ist zur Genüge bekannt. Aber hier geht es ja nur um diese vermeintliche "Sensation".

    Steht m.e. auch alles da (bis aufs fette).
    Was die Freiwilligkeit angeht .
    Die Frage ist an sich schon falsch. Die Nazis waren kein Verein bei man gefragt wurde, ob man den mitmachen möchte. man musste und sollte. und alleine die tatsache, dass man fast 2 jahre nach machtübernahme keinen §§ hatte ist schon ein starkes Indiz für den Verein.
    Wie viele Juden noch im verein waren, wusste man nicht da " die gescheiterte „Juden-Zählung“ im Verein und der noch 1936 tagenden Bayern-Stammtisch, an dem, so seine vereinsinternen Gegner, „Menschen und unwürdiger Stämme und Rassen“ auftraten."


    Darüber das der §§ laut Herzog gestrichen wurde findet DSM ja auch eine klare Antwort
    "1938 war das Jahr der Reichspogromnacht, in der auch einige Bayern-Mitglieder, darunter Kurt Landauer, im KZ-Dachau landete. Beim FC Bayern gab es keine Juden mehr. Und schon gar nicht gab es im vorherrschenden politischen Klima irgendeine Notwendigkeit, einen Arierparagrafen zu streichen. Sollte Herzog hier Recht haben, sollte es beim FC Bayern ausgerechnet in der Zeit 1938 bis 1940 keinen Arierparagrafen gegeben haben, wäre dies eine Sensation. Aber es wäre – wie gesagt – eine, die Herzogs Bild vom FC Bayern eher widerlegt."


    Das es ab 1938 keine Juden mehr gab die am Vereinsleben teilnahmen ist auch nicht verwunderlich, wenn man sich den historischen Kontext ansieht.
    juden zu sein oder juden zu helfen bzw. sie an Dingen partizipieren zu lassen die verboten waren, bedeutete spätestens ab 1938 Lebensgefahr für beide Seiten.

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  • Steile These.

    Mit anders gelaufen meine ich nicht, dass es keinen Krieg etc. gegeben hätte. Aber man darf nicht den Kontext vergessen. Bayern - und auch andere Vereine- waren damals Vereine. Keine Wirtschaftsunternehmen wie heute. Wenn VW, Thyssen usw. mit nazi gesetzten ähnlich verfahren wären wie der FCB oder die SGE...

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  • Mit anders gelaufen meine ich nicht, dass es keinen Krieg etc. gegeben hätte. Aber man darf nicht den Kontext vergessen. Bayern - und auch andere Vereine- waren damals Vereine. Keine Wirtschaftsunternehmen wie heute. Wenn VW, Thyssen usw. mit nazi gesetzten ähnlich verfahren wären wie der FCB oder die SGE...


    Ok. Es klang arg pathetisch.


    Ich kann dem bisherigen Diskurs weder Fakten entnehmen, die Anlass für eine Glorifizierung des Vereins bieten, noch solche, die Bayern in eine eine Ecke stellen würden, die noch dunkler ist, als es die Zeit eh schon war.


    Mein Eindruck ist, dass der Verein selbst den Ball sehr flach gehalten hat und auf den Landauer-Zug vor geraumer Zeit nicht aufgesprungen ist. Das war vermutlich genau die richtige Strategie.


    Vermutlich war der FC Bayern seinerzeit nicht anders als andere Vereine auch. Es gab Menschen, die es schwer hatten, weil sie jüdischen Glaubens, nach NS-Auffassung jüdischer Abstammung, Kommunisten, schwul etc. waren. Dann gab es solche, die darin ihre persönliche Chance sahen, weil sie einen Sprung nach Vorne machen konnten. Einige wenige, die sich dem Trend widersetzten, indem sie mehr oder weniger hörbar Widerstand im Kleinen leisteten oder womöglich Bedrohten halfen. Und die große Masse, die einfach das Spiel aus Überzeugung oder Opportunismus mitspielte.


    Ein Verein ist per se nicht gut, böse, heldenhaft oder feige. Er spiegelt bestenfalls das wider, was seine Mitglieder einbringen. Wir sollten uns von der Vorstellung verabschieden, dass die Mitglieder des FC Bayern irgendwie bessere Menschen waren als die Mitglieder anderer Vereine. Sie waren aber vermutlich auch keine schlechteren Menschen. Was allerdings auch niemand behauptet. Der "Spiegel" oder jener, der die vermeintlich neuen Ergebnisse veröffentlicht hat, jedenfalls nicht .

    Uli. Hass weg!

  • Naja, der Aufsatz ist schon ein wenig emotional geprägt... :D


    Quote

    Die „Spiegel“-Schreiber haben Herzogs Einschätzung blind vertraut, anstatt diese einem ausgewiesenen Experten zur Prüfung vorzulegen: Beispielsweise Prof. Dr. Lorenz Peiffer, der zu diesem Thema erheblich mehr geforscht und publiziert hat als Herzog, oder Dr. Henry Wahlig, der im Deutschen Fußballmuseum arbeitet. Im Gegensatz zu Herzog handelt es sich bei ihnen um ausgewiesene Sporthistoriker.


    Pfeiffer hat sogar in Herzogs Sammelband "Fußball zur Zeit des Nationalsozialismus. Alltag – Medien – Künste – Stars" einen Artikel zur Verfügung gestellt. Gerade dieser Sammelband hat durchweg positive Kritiken in der Fachwelt. Also man sollte den Autor dann doch lieber auf inhaltlicher Ebene packen... was aber auch ganz gut gelungen scheint in dem Artikel. Aber das kann ich nicht einschätzen.

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  • Was die Freiwilligkeit angeht .
    Die Frage ist an sich schon falsch. Die Nazis waren kein Verein bei man gefragt wurde, ob man den mitmachen möchte. man musste und sollte. und alleine die tatsache, dass man fast 2 jahre nach machtübernahme keinen §§ hatte ist schon ein starkes Indiz für den Verein.

    Logisch. Deshalb hatte ich es ja in Anführungszeichen gesetzt. Ich meinte damit den Druck von außen, war es nötig, um weiterhin spielen zu dürfen, gab es Drohungen, sowas. Denn ein Gesetz gab es ja laut Herzog nicht, was aber in dieser Zeit natürlich nichts heißen muss.


    Wie viele Juden noch im verein waren, wusste man nicht da " die gescheiterte „Juden-Zählung“ im Verein und der noch 1936 tagenden Bayern-Stammtisch, an dem, so seine vereinsinternen Gegner, „Menschen und unwürdiger Stämme und Rassen“ auftraten."

    Richtig. Es ist aber offenbar bekannt, dass es 1933 etwa 50 Juden waren. Weiter scheint von vielen jüdischen Mitgliedern der Zeitpunkt der Emigration/Vertreibung/... bekannt zu sein, sodass man rückblickend zumindest eine Schätzung abgeben können müsste, wenn man sich die Mühe macht und nachzählt. Bzw. möglicherweise hat das ja schon jemand getan (vielleicht Herr Herzog selbst?).


    "1938 war das Jahr der Reichspogromnacht, in der auch einige Bayern-Mitglieder, darunter Kurt Landauer, im KZ-Dachau landete. Beim FC Bayern gab es keine Juden mehr. Und schon gar nicht gab es im vorherrschenden politischen Klima irgendeine Notwendigkeit, einen Arierparagrafen zu streichen.

    Allerdings war die Reichspogromnacht im November und ich habe bisher kein Datum der Streichung gefunden. Ob es da also einen Zusammenhang gibt, ist (mir) unklar.
    Sollte es aber so sein, dass der Paragraph 1935 "unfreiwillig" (im oben genannten Sinne) in die Satzung kam (und eventuell sogar kaum noch Juden betroffen waren) und 1938 aus Widerstand (möglicherweise als Folge der Reichpogromnacht) gestrichen wurde, dann hätte Herr Herzog sich einfach nur ein Eigentor geschossen.
    Aber ob es so ist, weiß ich nicht. Wäre natürlich schön. Letztlich ändert sich ja nichts - unser Vereinsverständnis bleibt gleich und die Anti-Bayern-Fraktion hat es sowieso schon immer gewusst.

  • http://werkstatt-blog.de/2016/…plik-auf-markwart-herzog/


    Auch der Landauerbiograph hat sich dem Thema angenommen
    Und Herzog gibt auch seine Replik(auf Diedrich Schjulze Marmeling) im Spiegel.


    http://www.spiegel.de/spiegel/…ur-ns-zeit-a-1093975.html


    Darf sich jeder sein eigenes Bild machen, aber ich finde gerade das Beispiel von S.Hermann zeigt ganz gut wie hier gearbeitet wird...
    Das sagt Herzog zu Hermann....
    Ebenso wie Adolf Hitler im März 1933 ein "Ermächtigungsgesetz" durchgesetzt hat, ist es dem "Vereinsführer" der Bayern, Siegfried Herrmann, im April 1933 gelungen, sich ebenfalls mit einem "Ermächtigungsgesetz" ausstatten zu lassen, das ihn beauftragte, wenn nötig, rechts- und satzungswidrige Maßnahmen zu ergreifen, um den Fußballklub an die nationalsozialistische Revolution anzupassen und beispielsweise die "Arierfrage" zu lösen. Ausgerechnet Herrmann, der von Beruf Kriminalbeamter war!



    und wenn man sich dann das ganze beim Landauerbiographen liest, dann wirkt es schon ein wenig anders.... zumal es mir in der Tat so aussieht, dass Herzog nur Quellen nimmt und diese 1:1 für bar nimmt und sie weder in den historischen Kontext setzt , noch sie mit den Handelnen Personen in bezug setzt (das BSP. mit dem Korb und der Nazifahne passt da gut)...



    Ganz überspitzt gesagt könnte man auf diese Weise sogar verschiedene Widerstandskämpfer zu 100 % Nazis machen.
    Oskar Schindler (will das jetzt in gar keine Weise mit dem FCB verglichen !! wichtig) hat selbst als seine Wandlung stattgefunden hat noch das Hakenkreuz getragen. Das würde ihm jemand wie Herzog wahrscheinlich vorwerfen...



    Auch witzig wie man D.S Zitat im Bezug auf die Heldengeschichte im Spiegel verdreht.
    Ja Kurt Landauers Geschichte ist eine Heldengeschichte.


    Aber nicht die von irgendwelchen Institutionen zu dieser Zeit...

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  • @frankemall


    Vielen Dank! Vor allem dafür, dass du die Debatte mit weiteren Quellen befeuerst.


    Beide, sowohl der Beitrag im "Spiegel-Blog" als im "Werkstatt-Blog" sind beton sachlich und grenzen sich damit erfreulich von dem Aufsatz Schulze-Marmelings ab, der vergleichsweise kindisch anmutet.


    Besonders diese eine Passage aus dem "S-B" zeigt ganz gut, was vom S-M-Aufsatz zu halten ist:


    "Eine von Herzogs provokanten Thesen lautet: "Die Heldengeschichte des FC Bayern gibt es nicht." Schulze-Marmeling macht sich darüber in seiner "Stellungnahme" lustig und schreibt: "Eine solche hat auch niemand behauptet."
    Dazu ein Auszug eines Interviews von "Zeit Online" mit Schulze-Marmeling vom 12. Juni 2013:
    "Heute gehen Teile der Führung [des FC Bayern] sehr offensiv mit der Vereinsgeschichte um. Es ist ja auch eine Heldengeschichte."" :)


    Es wird immer mehr deutlich:


    Die Geschichte des FC Bayerns während der Nazi-Zeit ist die konsequente Fortsetzung seiner Geschichte während der Weimarer Republik.


    Bayern stand in dem Ruf, ein "Judenverein" zu sein, zudem noch unter einem jüdischen Präsidenten und Parteimitgliedern, auf die die Nazis nicht gut zu sprechen waren. Damit hatte der Klub nach der Machtergreifung die schlechteren Startbedingungen. Er musste subjektiv quasi "aufholen", um in der neuen Zeit nicht unterzugehen. Ob diese Befürchtung gerechtfertigt war oder nicht, sei dahingestellt.


    Dies tat der Verein, so sieht es offenbar auch Dirk Kämper, indem er - mindestens formal - mit gesteigertem vorauseilendem Gehorsam Zeichen setzte, die den neuen Machthabern zweifellos gefallen haben.


    Dass es "hinter den Kulissen" auch noch ein alternatives Vereinsleben gab, indem z.B. die ehemaligen Vereinsgrößen weiterhin versuchten, die Geschicke zu beeinflussen, dürfte selbstverständlich sein.


    Insofern liegen alle drei Seiten relativ nahe beieinander. Allerdings sollte Bayern seine eigene Gesichte (erneut) aufarbeiten und bis dahin voreilige Distanzlegenden, die eine "Heldengeschichte" zumindest suggerieren, auf Eis legen.

    Uli. Hass weg!

  • "Eine von Herzogs provokanten Thesen lautet: "Die Heldengeschichte des FC Bayern gibt es nicht." Schulze-Marmeling macht sich darüber in seiner "Stellungnahme" lustig und schreibt: "Eine solche hat auch niemand behauptet."
    Dazu ein Auszug eines Interviews von "Zeit Online" mit Schulze-Marmeling vom 12. Juni 2013:
    "Heute gehen Teile der Führung [des FC Bayern] sehr offensiv mit der Vereinsgeschichte um. Es ist ja auch eine Heldengeschichte.""

    Nun da ist - was ich auch vorher schon geschrieben habe - zu beachten. Wenn meint DS mit diesem Zitat. Kurt Landauers Geschichte ist m.E. eine Heldengeschichte. Und just eben diesen Präsidenten hatte man an der Säbener Straße quasi auf Dauer vergessen, wenn ihn die SM nicht aus der Versenkung geholt hätte. Ist damit gleichbedeutend die Geschichte des FCB während der Nazi Zeit eine Heldengeschichte. Sicher nicht. Ich kann auch ehrlich gesagt, nicht erkennen wo in der Erlebniswelt oder in den verschiedenen Publikationen eine Distanzlegende gestrickt wird.


    Eine Heldengeschichte gibt es nicht, die »Arisierung« verlief beim FCB in der Praxis aber langsamer als in anderen Großvereinen.Nichts anderes sagen die bisherigen veröffentlicungen und Hezog bringt da wenig neues ins Spiel...


    Wenn Herzog auf was Rumprügeln wollte hätte er sich gerne die unsäglichen AReisen und das Sponsoring von Katar auusuchen dürfen, da hätte er meinen kompletten Segen. Hier versucht er eher Effekte mit etwas zu erzielen, was so nicht haltbar ist.


    Insofern liegen alle drei Seiten relativ nahe beieinander.

    Das kann ich leider nicht erkennen.
    Herzog versucht eine Regimnähe darzustellen und tut dies alleine aufgrund von geschriebenen Fakten.
    ohne Bezug zu weiteren Quellen und zu dem wie es in der Praxis gehandhabt wurde.


    Er behaupte ja ganz salopp der FCB war Vorreiter der Arisierung...


    https://pbs.twimg.com/media/CjS3mNoWUAIJlMZ.jpg
    Nur mal auf den Arierparagraphen bezogen

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