Sky, Pay-TV und Online-Sport

  • vermutlich das Verhalten von Sky bei etlichen Kürzungen im Angebot (Sportrechte, Drittsender etc.)

    Zeigt ja nur, dass der Laden offenbar permanent so unter Druck steht, dass selbst Selbstverständlichkeiten für ihn nicht selbstverständlich sind.


    Dann muss man eben selbst hinreichend robust agieren, notfalls die Einzugsermächtigung widerrufen, wenn Sky den Vertrag nicht anpassen möchte.

  • So einfach ist es nicht, denke ich. Die Verträge bei Sky gelten in der Regel 24 Monate. In der Sommer- und Winterpause gibt es auch keine Bundesligaübertragungen und da kommt auch keiner auf die Idee, dann ab Mitte Mai für drei Monate nichts zu zahlen. Für die Sportübertragungen (inkl. CL) mag was anderes gelten, aber die Argumentation zieht hier eben nicht, vor allem auch, wo noch nicht klar ist, ob und wann die Spieltage nachgeholt werden.


    Im Zweifel wird das Interesse des Einzelnen bei einer Abwägung gegenüber betriebswirtschaftlichen Gründen, an denen am Ende etliche Arbeitsplätze hängen, zurück stehen müssen. Gerade in einer derart außergewöhnlichen Situation, deren Ende zumindest ein wenig absehbar ist.


    Das würde ich auch aus rein moralischer Sicht von meinen Kunden erwarten. Jetzt gilt es, tatsächlich mal zusammen zu stehen und gerade eben nicht sein Ego in den Vordergrund zu rücken.

  • Falscher Ansatz. Den Vertrag unterschreibe ich wissentlich, dass im Sommer kein Fussball läuft. Ich nehme es also in Kauf.


    Nun fällt aber von heute auf morgen der Vertragsgegenstand weg, ungeplant und ersatzlos.


    Das sind rechtlich zwei verschiedene Dinge.

  • Mag sein. Solange nicht feststeht, ob und wann die Partien nachgeholt werden, entsteht aber kein Nachteil. Geht das vor Gericht wird es eine Abwägung geben müssen, weil es für diesen Fall einfach noch keine Blaupause gibt. Und ich gehe eher davon aus, dass der Einzelne in dem Fall eben zurückstecken muss, gerade weil der Vertragspartner die Situation nicht zu verantworten hat und sie auch außerhalb seines Einflusses liegt. Im besten Fall wird dem Kunden die Möglichkeit zugestanden, von einem außerordentlichen Kündigungsrecht Gebrauch zu machen.

  • Wenn es "nur" der Fußball wäre, könnte man ansatzweise so argumentieren, wie es gipfelhoibe macht. Aber wenn du das Sport-Paket gebucht hast und der Live-Sport weitestgehend wegbricht, dann brauchst du natürlich dafür auch nicht zu bezahlen. Da gibt es vom rechtlichen Standpunkt auch keine zwei Meinungen.


    Kurz: Ob ein Sonderkündigungsrecht besteht, mag diskutabel sein, solange die Unterbrechung nur sehr kurz ist. Aber zu zahlen braucht der Kunde im relevanten Zeitraum eben nicht.

  • 1.1.2 Anpassungen und Änderungen des Programmangebotes1.1.2.1 Geringfügige Änderungen des ProgrammangebotesSky ist jederzeit zu lediglich geringfügigen Änderungen des Programmangebotes berechtigt, die in Relation zum gesamten vereinbarten Programmangebotes unter Berücksichtigung der beiderseitigen In-teressen von Sky und des Kunden ohne weiteren Nachteilsausgleich nach Treu und Glauben vom Kunden noch hinzunehmen sind.


    5 Leistungsstörungen/Haftung/Rücktritt5.1 Der Kunde ist berechtigt, bei einem vollständigen oder teilweisen Programmausfall die Abonne-mentbeiträge entsprechend der Schwere der Störung anteilig zu mindern. Dies gilt nicht, soweit der Kunde oder seine Erfüllungsgehilfen (insb. Kabelnetzbetreiber oder IPTV-Anbieter) den Ausfall zu ver-treten haben. Eine solche Minderung ist ausgeschlossen, wenn der Programmausfall im Verhältnis zur Gesamtleistung nur geringfügig ist. Als geringfügig in diesem Sinne gelten jedenfalls Unterbrechungen, die in der Summe pro Kalenderjahr nicht mehr als 60 Stunden je einzelnem Kanal ausmachen. Bei einem vollständigen Programmausfall ist jedoch jede durchgehende Unterbrechung von mehr als 24 Stunden ab Beginn der 25. Stunde nicht mehr geringfügig, ungeachtet der Summe der Unterbrechungen im je-weiligen Kalenderjahr. Kein Programmausfall liegt vor, wenn der Kunde seinen Obliegenheiten gemäß Ziffer 2.1.1 nicht nachkommt.


    8.9 Sky ist nicht verantwortlich für Störungen bzw. Unterbrechungen der geschuldeten Leistungen auf-grund von höherer Gewalt, d.h. für Umstände die nicht im Einflussbereich von Sky liegen. Dies sind z.B. Erdbeben, Überschwemmungen, Feuer und andere Naturkatastrophen sowie Handlungen bzw. Unterlas-sungen von Telekommunikationsanbietern, Stromversorgern bzw. ganz allgemein dritter Dienstleistungs-anbieter.


    Habe mir mal die AGBs angeschaut.


    Ich denke Punkt 8.9 ist der Entscheidende.


    Aber ich bin kein Anwalt. Wie ich aber mitbekommen habe ist ja hier Einer Anwesend. Fan bitte übernehmen. ;)


    Ich persönlich warte einfach ab.

  • Ich denke Punkt 8.9 ist der Entscheidende.


    Nein, der Punkt spielt gar keine Rolle, da es in diesem Fall nicht darauf ankommt, wer "verantwortlich" ist. Interessanter ist da schon, was Sky unter 8.7 zu regeln versucht. Das betrifft das Recht auf außerordentliche Kündigung. Ob die Regelung, wonach vorliegend erst ab 30 Tagen Sportausfall außerordentlich gekündigt werden kann, wirksam vereinbart ist, lasse ich mal offen, da die Krise sicher länger als einen Monat dauert.


    Viel wichtiger als die Möglichkeit zur Kündigung - viele wollen ja gar nicht aus dem Vertrag - ist aber der Umstand, dass eben für die Zeit des Ausfalls keine Zahlungspflicht besteht. Von daher sage ich ja, dass niemand aktuell an Sky zahlen sollte, der nur für Sport bezahlt. Alle anderen entsprechend weniger. Denn Filme, Serien etc. sind ja nicht betroffen.

  • Die aktuellen Abos sind ohnehin monatlich kündbar, also wer will soll doch einfach kündigen.


    Sind halt doch auch andere Inhalte interessant wenn man jetzt mal mehr Zeit hat und davon wird es einige geben.

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  • Falls die Spiele um 6-8 Wochen verschoben werden beschwert sich doch auch keiner, dass man im Juni/Juli Fussball schauen kann ? Das gilt übrigens auch für die Einnahmen der Vereine. Es verschiebt sich alles nur. Der Supergau wäre allerdings, wenn alles abgebrochen wird.

    Aristoteles: „Was es alles gibt. was ich nicht brauche!“

  • Verschieben oder absagen. Ligen > CL/EL > EM. Sonst gerät alles durcheinander.

    Ich glaube die UEFA priorisiert da anders. Allerdings könnte man diese spezielle EM auch eben direkt im Anschluss spielen, wäre ja eh wie eine verlängerte CL/EL, und Erholungspause hatten dann jetzt gerade alle genug dafür.

  • Ich glaube die UEFA priorisiert da anders. Allerdings könnte man diese spezielle EM auch eben direkt im Anschluss spielen, wäre ja eh wie eine verlängerte CL/EL, und Erholungspause hatten dann jetzt gerade alle genug dafür.

    Klar, eine EM ab Juni zwischen Bilbao und Baku ist genau das, was Europa braucht. Träum weiter davon, dass die EM stattfindet

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  • Wie schon geschrieben: Eine nachvollziehbare Argumentation. WENN "nur" Fußball betroffen wäre.

    Das Bundesliga Paket betrifft es zu 100 %. Das Sport Paket sicherlich nicht zu 100 %, aber ich persönlich schaue dort z.B. "nur" CL, PL und Tennis. Gibt schlimmeres momentan.

    Aristoteles: „Was es alles gibt. was ich nicht brauche!“

  • Das Bundesliga Paket betrifft es zu 100 %. Das Sport Paket sicherlich nicht zu 100 %, aber ich persönlich schaue dort z.B. "nur" CL, PL und Tennis. Gibt schlimmeres momentan.


    Wenn du das reine BL-Paket hast und sich der Spielplan wirklich nur verschiebt, also z.B. die Sommerpause entfällt, könnte ich mich mit deiner Argumentation anfreunden. Aber auch nur, wenn das Abo bis zum Ende der Mindestlaufzeit die Ersatztermine umfasst und ich im relevanten Zeitraum auch in der Lage bin, das Abo zu nutzen.


    Bleibe dabei: Ich würde erstmal nichts bezahlen, bis mir Sky eine Lösung anbietet, mit der ich leben kann. Geht ja nicht darum, sich durch die Krise irgendwie zu bereichern, sondern darum, nicht für eine Leitung zu bezahlen, man gar nicht erhält.

  • Falls die Spiele um 6-8 Wochen verschoben werden beschwert sich doch auch keiner, dass man im Juni/Juli Fussball schauen kann ? Das gilt übrigens auch für die Einnahmen der Vereine. Es verschiebt sich alles nur. Der Supergau wäre allerdings, wenn alles abgebrochen wird.


    Wenn man, wie ich, zum 31.05. gekündigt hat und davon ausgehen muß, daß die Saison deutlich später -falls überhaupt- endet, dann hätte ich u.U. 3 Monate für nix bezahlt, denn ich muß ebenfalls davon ausgehen, daß auch die F1 vorerst keine Runden drehen wird.

  • Wenn man, wie ich, zum 31.05. gekündigt hat und davon ausgehen muß, daß die Saison deutlich später -falls überhaupt- endet, dann hätte ich u.U. 3 Monate für nix bezahlt, denn ich muß ebenfalls davon ausgehen, daß auch die F1 vorerst keine Runden drehen wird.

    Danke! Genau das meinte ich eben.


    Wenn Sky nun kommt und dir anbietet, das Abo über dieses Datum bis zum tatsächlichen Saison-Ende weiterlaufen zu lassen, kostenlos versteht sich, könnte man ja sicher drüber reden. Bliebe nur noch die Insolvenzgefahr, die aber jeder für sich einschätzen muss.