Diskussionen zum Film über Kurt Landauer

  • Geschichtsteil:


    1933 bis 1945 – Diktatur und Zweiter Weltkrieg


    1933 konnte der Titel nicht verteidigt werden, nachdem der Verein beide Spiele gegen den TSV 1860 München um die Süddeutsche Meisterschaft verloren hatte. Nach der NS-Übernahme der Regierungsgewalt unter der Führung Adolf Hitlers musste Präsident Kurt Landauer auf Grund seiner jüdischen Abstammung auf politischen Druck hin im selben Jahr zurücktreten. Trainer Dombi, ebenfalls jüdischer Abstammung, wechselte kurz darauf in die Schweiz. Der FC Bayern war, im Gegensatz zum Stadtrivalen 1860 München, bei den neuen Machthabern wegen Landauer und Dombi als „Judenclub“ verpönt. Erst Anfang 1943 konnte mit Josef Sauter ein NSDAP-Mitglied als Präsident im Verein eingesetzt werden, die Unterstützung einzelner Spieler für Landauer bei einem Gastspiel in der Schweiz hatte weitere Repressalien zur Folge.[12]


    Zudem verließ auch Oskar Rohr den Verein, um Profispieler bei den Grasshoppers Zürich zu werden. Neuer Trainer wurde Hans Tauchert, der aber nicht an die alten Erfolge anknüpfen konnte und bereits 1934 durch Ludwig Hofmann ersetzt wurde. Hofmann verstarb aber bereits kurze Zeit später an einer Halserkrankung und Richard Michalke übernahm das Amt des Trainers. Damit war die Talfahrt allerdings noch nicht beendet und so stand man im Jahre 1939 kurz vor dem ersten Abstieg in der Geschichte des Vereins, konnte die Klasse jedoch gerade noch halten. Im Verlauf des Krieges wurden die Gauligen weiter regionalisiert, um die Wege für die Vereine für Auswärtsspiele möglichst kurz zu halten. Waren die Bayern anfangs in der Gauliga Bayern, spielten sie anschließend in der Gauliga Südbayern, die durch die Aufteilung der Gauliga Bayern entstand. Kurz vor Ende des Krieges spielte man in der Gauliga München-Oberbayern. Im Jahre 1944 konnten Die Roten wieder eine Süddeutsche Meisterschaft gewinnen und qualifizierten sich so erneut für die Endrunde um die Deutsche Meisterschaft. Bereits im Achtelfinale verlor man jedoch nach Verlängerung gegen den VfR Mannheim. Am 13. Juli desselben Jahres wurden die Geschäftsstelle und ein Teil des Archivs bei Bombenangriffen zerstört. Im darauffolgenden Jahr qualifizierte man sich unter Spielertrainer Conny Heidkamp erneut für die Endrunde um die Deutsche Meisterschaft. Die Endrunde wurde im Jahr des Endes des Zweiten Weltkriegs jedoch nicht ausgetragen. Da das Stadion an der Grünwalder Straße bei Bombenangriffen 1943 zerstört und erst im August 1945 wieder freigegeben wurde, trug der FC Bayern seine Spiele in diesen Jahren im Dantestadion (1943–1944), auf dem Platz an der Schlierseestraße (1944–1945) und auf dem Sportplatz der Hypobank an der Grünwalder Straße (1945) aus.


    1945 bis 1955 – Die Nachkriegszeit


    Nach Ende des Zweiten Weltkriegs wurden alle deutschen Sportvereine durch den Alliierten Kontrollrat aufgelöst und mussten zur Neugründung eine Lizenz beantragen. Spieler des FC Bayern fanden alsbald wieder zusammen, bestritten am 24. Juni 1945 gegen den FC Wacker München das erste Spiel nach Kriegsende und stiegen im November desselben Jahres in den Spielbetrieb der Oberliga Süd ein. Der Neuanfang nach dem Krieg war schwierig, fast jährlich wechselten die Trainer und der sportliche Erfolg hielt sich zunächst in Grenzen. Im Juni 1947 kehrte Kurt Landauer aus dem Exil zurück, wurde wenige Wochen später erneut zum 1. Vorsitzenden des Vereins gewählt. Seine vierte und letzte Amtszeit endete 1951.


    Die Mitgliederzahlen des Vereines entwickelten sich in den Nachkriegsjahren positiv. Bald zählte der FC Bayern erneut mehr als 1000 Mitglieder, auch die Jugendabteilungen erlebten regen Zulauf. 1949 erreichte man nochmals die Qualifikationsspiele zur Deutschen Meisterschaft über einen 3. Tabellenplatz in der Oberliga. In der Qualifikation traf man auf den FC St. Pauli, verlor aber im Wiederholungsspiel, das bereits am nächsten Tag ausgetragen wurde, mit 0:2. Danach begann eine längere sportliche Talfahrt des Vereins, die sogar im Abstieg gipfelte. 1954/55 stiegen die Bayern zum ersten und einzigen Male in ihrer Geschichte aus der damaligen obersten Liga ab. Im Folgejahr gelang allerdings der sofortige Wiederaufstieg.

    Neulich wars gestern mehr als draussen

  • Hab ich ebenso gemacht, What´s app Status und auf Fratzenbook auch;-)


    War eigentlich wirklich mehr an diejenigen gedacht, die du in deinem vorherigen Post beschrieben hast.

    "Wenn man gewinnt ist es nie schlimm" Mark van Bommel

  • wunderbarer film. gänsehaut und feuchte augen an einigen stellen inklusive.


    was aber wirklich ein bisserl zu kurz kam: die darstellung, wie schwer es dem FCB damals, v.a. in hinblick auf die aufnahme in die später dann gegründete bundesliga, gemacht wurde. der film suggeriert durch das weglassen dieser thematik, landauer hätte durch seine rolle als verfolgter deutscher, der im hintergrund inoffiziell die fäden mit den amis zieht, dem FCB schon damals einen dauerhaften vorteil gegenüber den blauen verschafft. so nahm jedenfalls ich das gestern wahr.


    um das besser rauszuarbeiten hätte der film, wie comsat das schon angesprochen hat, eben viel länger dauern müssen.


    aber ich will nicht meckern: wie schön, dass es dieses wertvolle kleinod gibt!!


    "Begrüßt ihr so den Präsidenten des FC Bayern!!??!!! (JUBEL!!!)" --> gänsehaut!!! in diesem moment wird einem bewusst, dass es durchaus in einer tief wurzelnden tradition steht, dass der FC Bayern einen Präsidenten, der viel für den verein geleistet hat, niemals fallen lässt, da glüht in einem dieses familiäre gefühl. und plötzlich sieht man die unterstützung für uli, der natürlich im gegensatz zu landauer selbstverschuldet in eine schwierige situation kam, nochmal mit feuchten augen!! :-) denn das bedeutet, das unser verein bei aller kommerzialisierung im kern tatsächlich derselbe geblieben ist.
    WIR alle sind die erben von damals! :)


    und noch ein weiteres schönes zitat, das mir ewig in erinnerung bleiben wird: landauer: "Bayerntum, Weltoffenheit, Internationalität, das ist der FC Bayern"


    Das sollten sich mal all jene hinter die ohren schreiben, die jedes wochenende akribisch die deutschen spieler in der startelf zählen.


    Bayerntum ist ein Gefühl und keine Frage der Geburt!!!

    "Es zählt das, was bayernimherz sagt." (steveaustin10)

  • nachtrag: wie schön der film aber auch optisch details herausgearbeitet hat! als Münchner ist mir da das herz aufgegangen. und ich denke da auch an diese bis ins letzte detail nachproduzierten, wunderschönen trikots!


    möwen in blau, wir in rot-weiß. während dieses films muss einfach jeder! zu dem schluss kommen: wir wollen endlich wieder rot-weiße trikots, denn DAS ist unsere optische identität!


    [Blocked Image: http://www.tz.de/bilder/2014/10/16/4142095/1034928394-landauer-dpa_02_20141016-101948-1UnfxkhHIaef.jpg]

    "Es zählt das, was bayernimherz sagt." (steveaustin10)

  • und noch eines muss ich sagen, auch wenn es mir bauchschmerzen bereitet:


    der FC Bayern und der kamelsportverein stehen in einem dualistischen verhältnis zueinander. das heißt, sie bilden eine "untrennbare einheit der gegensätze" (wie yin und yang), deren geschichte auf gedei und verderb miteinander verbunden ist.


    diese verhältnis beginnt spätestens mit der zeit des films und spiegelt sich noch heute symbolisch in der entstehung und in den besitz- bzw. nichtbesitzverhältnissen der allianz arena wieder.


    dieser dualismus führt auch dazu, dass ich mir paradoxer weise beides gleichzeitg wünschen kann: die endgültige auflösung der blauen aber auch endlich wieder ein echtes Münchner Derby. die mutter aller derbys. das traditionreichste derby deutschlands. vergiss das pott"derby", vergiss pauli gegen den hsv. ROT gegen blau, das ist der wahre kern der lokalderbys. :-S

    "Es zählt das, was bayernimherz sagt." (steveaustin10)

  • Interessante Meldungen hier. War gestern verhindert, aber der Film wurde aufgenommen. Spätestens am WE wird er angesehen. :8

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  • ich war sehr ergriffen die 32er meisterschaft noch einmal miterleben zu dürfen.
    das ein oder andere in meiner erinnerung war ja derweil verblasst.
    man ist ja nicht mehr der jüngste:D

    Neulich wars gestern mehr als draussen

  • Umso besser wäre es gewesen den Film bis 1951 "laufen zu lassen", um dann zu zeigen was da im Spiel war warum Kurt abgelöst wurde.
    Man bedenke: das war dann 3 Jahre später...nach allem was er bis dahin in so kurzer Zeit für den FCB getan hatte.

    Neulich wars gestern mehr als draussen

  • Ein sehr wichtiger weiterer Protagonist gestern war ja noch Conny Heidkamp ( der blonde Spielertrainer von dem Kurt erst dachte das er nen Rollgriff in die Vereinskasse gemacht hatte, bis sich dies als Irrtum aufklärte )


    Hier seine für uns interessante Phase aus seinem leben:


    Mit den „Roten“ vom Stadion an der Grünwalder Straße gewann der „Grenadier vom Rhein“ genannte Defensivspieler im Debütjahr 1928/29 sogleich im Bezirk Südbayern die Meisterschaft und zog damit in die Endrunde um die Süddeutsche Meisterschaft ein. Durch die Erringung der Vizemeisterschaft qualifizierte er sich mit dem FC Bayern für die Endrunde um die Deutsche Meisterschaft 1929. Am 16. Juni besiegte Mittelläufer Heidkamp mit seinen Mitspielern Ludwig Hofmann, Emil Kutterer und Josef Pöttinger den Dresdner SC - Rudolf Berthold, Richard Gedlich, Richard Hofmann, Kurt Stössel - in der ersten Runde mit 3:0 Toren. Nach einer 3:4-Niederlage nach Verlängerung schied der FC Bayern in der zweiten Runde gegen den Breslauer SC 08 aus. In Südbayern konnte er 1930 und 1931 zwei weitere Meisterschaftsgewinne feiern, in den jeweiligen Süd-Endrunden kam er mit seiner Mannschaft aber nicht über dritte Ränge hinaus.


    Zum größten Vereinserfolg von „Conny“ Heidkamp wurde die Saison 1931/32. Nach der erneuten Meisterschaft in Südbayern vor dem deutschen Vizemeister der Saison 1930/31, TSV 1860 München, eroberte sich der FC Bayern in der süddeutschen Endrunde in der Gruppe Südost vor dem 1. FC Nürnberg den ersten Platz und stand deshalb im Finale gegen den Gruppensieger Nordwest, Eintracht Frankfurt.
    Am 24. April entschieden die Hessen in Stuttgart das Endspiel mit 2:0 Toren für sich.


    In der Endrunde um die Deutsche Fußballmeisterschaft 1932 setzten sich Spielführer Heidkamp und seine Mannschaftskollegen Josef Bergmaier, Ludwig Goldbrunner, Sigmund Haringer, Franz Krumm, Ernst Nagelschmitz, Oskar Rohr und Hans Welker - der Sturmführer Josef Pöttinger war in der gesamten Endrunde verletzt - im Mai gegen SC Minerva 93 Berlin, den PSV Chemnitz (Erwin Helmchen) und im Halbfinale in Mannheim gegen den 1. FC Nürnberg (Willi Billmann, Hans Kalb, Anton Kugler) mit 2:0 Toren durch und standen am 16. Juni in Nürnberg erneut im Finale gegen Eintracht Frankfurt.


    Unter der Anleitung von Trainer Richard Dombi, dem Verteidigerpaar Haringer - Heidkamp und nach Toren von Rohr und Krumm setzte sich der FC Bayern mit einem 2:0-Sieg durch und gewann vor 55.000 Zuschauern den ersten nationalen Titel, die Deutsche Meisterschaft 1932. :8


    [Blocked Image: http://thinktankboy.files.wordpress.com/2013/04/fcb-4.jpg]


    [Blocked Image: http://www.fcbayern1.de/historisches/1932.jpg]


    Danke an:


    http://www.fcbayern1.de/historisches/historie.htm

    Neulich wars gestern mehr als draussen

  • Historische Ungenauigkeit im Film. Franz Krumm, der Siegtorschütze zum 2:0 im Nürnberger Endspiel gegen die Eintracht aus Frankfurt, war ein Linksaussen und ein ausgesprochener Linksfuss. Das Siegtor erzielte er in der Manier von Arjen Robben. Von rechts aus dribbeln, nach innen ziehen, und mit links ins lange Eck geknallt. Viel mir sofort auf, dass im Film dieser Fehler unterlief. Franz Krumm, unser Linksaussen verstarb im faschistischen Eroberungskrieg am 9. März 1943 in Orjol, Sowjetunion.


    Der ganze Film (wo am Anfang Krumm mit rechts das 2:0 erzielt) :


    http://www.daserste.de/unterha…r-der-praesident-130.html


    Das echte Tor zum 2:0 gibts hier:


    http://www.br.de/mediathek/vid…rn-muenchen-1932-100.html



    Und ein toller Film zum Endspiel hier:


    http://www.youtube.com/watch?v=-lfT7ignXgc

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  • Ich fand den Film so lala...(jetzt mache ich mir hier Feinde:8)


    Er hatte seine Emotionalen Momente und war natürlich schön, was über die Vergangenheit zu Erfahren, keine Frage. Paar Dinge blieben bei einer Länge von 90 Minuten (war das eigentlich Absicht?) aber doch schon auf der Strecke. Mir wäre eine richtige Dokumentation über 2 Stunden ehrlich gesagt lieber gewesen, da ich mit solchen Filmen nichts anfangen kann. War genauso wie bei "Das Wunder von Bern".


    Meiner Meinung nach wurde die Person Landauer mit dem Film nicht richtig gewürdigt, da man viel mehr über ihn zeigen hätte können...

  • In der Tat! SKANDAL!


    FC Bayern München: Aufstellung 1932


    Josef Lechler --
    Konrad Heidkamp, Sigmund Haringer --
    Ernst Nagelschmitz, Ludwig Goldbrunner, Robert Breindl --
    Josef Bergmaier, Franz Krumm,
    Oskar Rohr, Hans Schmid, Hans Welker;


    Trainer: Richard »Dombi« Kohn


    in fett die beiden Torschützen!:)

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