Diskussionen zum Film über Kurt Landauer

  • Habe leider ein wenig zu spät eingeschaltet, dennoch ein interessanter Film.
    Was mich jedoch gestört hat war die Erzählweise a la "Landauer schaute zur Seite und griff nach dem Glas". Als reine Doku hätte ich es auch besser gefunden.

  • "Allerdings war es auch Mahnung die zitierten Grundwerte des Vereins auch heute täglich mit Leben zu füllen."


    Stimmt. Am besten wäre es , wenn man mal damit Anfangen würde dieses unsägliche Trainingslager in Katar abzuschaffen.


    Wäre heute ein Jude Präsi dürfte der nicht mit... Das sollte als Grund schon reichen da nicht hinzufahren... M.E.

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  • In der Form wird es ja nicht gedacht gewesen sein. Am Ende wird der FCB in Rest-Fußball-Deutschland noch sympathisch wenn die Geschichte intensiv ins TV gebrahct wird. :D ;-) ;-)

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  • Der Film wurde an einem Mittwochabend zur absoluten Prime-Time ausgestrahlt. In der ARD. Ist da eine gewisse Oberflächlichkeit nicht vorprogrammiert?


    Ich schreibe dies, ohne den Film gesehen zu haben aber wenn ich hier Zitate von wegen anderen Vereinen die Spieler wegkaufen wollen lese, dann habe ich gleich keine Lust mehr darauf.


    Der FC Bayern 1932 war ein solide geführter Verein mit einer vielversprechenden jungen Mannschaft auf dem Höhepunkt des Erfolgs und wurde ab 1933 durch die Gegebenheiten von Politik und Gesellschaft gezeichnet. Nach dem Krieg stiegen wir in den Fünfzigern erstmal in die Zweitklassigkeit ab. Unverständlich war der Vorzug für 1860 gegenüber uns seitens des DFB 1963 nicht wirklich.


    Solche Aussagen vor diesem geschichtlichen Hintergrund gauckeln einem dann doch gleich eine gewisse Vorpubertäre Großmannsucht vor. Aber der gemeine deutsche Michel will an einem Mittwochabend wohl genau das sehen...

    Es gibt zuviel Leute, die sagen zu wenig - die reden einfach zuviel!


    Klaus Lage

  • Das war im Zusammenhang ein sehr gekünstelt unglücklich präsentierter Satz der zur damaligen Zeit null Sinn gemacht hätte.
    Da hätte man drei Dörfer weiter vielleicht mal einen einsacken können, mehr aber auch nicht. Das überregionale Denken war da ja noch nicht so weit.
    Allerdings hatte Landauer vor 33 schon den Weitblick ( das Birmingham Plakat war darauf eine Anspielung ) das er internationale Begegnungen arrangierte ( Prag, Budapest, Wien etc. ).
    Für damalige Zeiten revolutionäre Sache ( Stichwort Orientierung am Donaufussball etc, )


    Tue Dir den Gefallen und guck ihn dir an und lass es dir nicht vermiesen mexi.
    Klar es ist nunmal nur ein Film und dazu ein 90 Minüter. Klar geht da einiges verloren.
    Aber das kennen wir doch fast aus allen Filmen die Historisches aufarbeiten wollen.


    Wie gesagt. Montag auf sky kann man um 18:30 UHR mal gucken was die Turner da so zu dem Zeitpunkt darstellten und Querschlüsse ziehen. Das ist dann auch ne reine Doku.

    Neulich wars gestern mehr als draussen

  • Ich fand den Film unterhaltsam und gut gemacht: authentische Kulissen, sehr gute Schauspieler (v.a. Bierbichler) mit schönen dramatisierten Szenen. Mindestens auf Niveau des "Wunder von Bern".


    Was für Informationen meinst du? Zudem ist das ganze ja multimedial angelegt. Der Film ist auch Apppetizer für die anderen Mediem (Homepage, App, Ausstellung etc.)

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  • Ich find, das war ein echt sehenswerter Film, der viel über die Vergangenheit unseres Vereins gezeigt hat.
    Zum Teil sehr emotional aber auch einige Lacher..


    Was mir aber im Laufe des Abends bewusst wurde: Ohne die Nazis und den ganzen Scheiß, wo wäre unser FCB heute? Ich glaube, wenn KL seine Visionen ununterbrochen weiter verfolgen hätte können, dann würde heute keiner über RM oder Barcelona reden, sondern nur über den alles überstrahlenden FCB!:8

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  • http://www.ardmediathek.de/tv/suche?searchText=Kurt+Landauer



    Wer hat Landauer wieder in Erinnerung gebracht? Die Schickeria, nicht wahr? Also meine Einstellung gegenüber gewissen Teilen der Fanszene ist in letzter Zeit nicht gewankt sondern zusammengebrochen. Solch eine schöne Geschichte aus dem Dunkel ins Licht zu ziehen, zuvor aus nachvollziehbaren - teils persönlichen - Gründen "vergessen" - einfach klasse.



    Wurzeln, auf die man stolz sein muss, da sie wohl nicht nur hierzulande derart selten sind wie das Potential des FC Bayern in der Liga.



    Ich bin nur auf die Beurteilung des Films durch Historiker gespannt. Kommen Richtigstellungen? Darstellerisch (Bierbichler!) empfand ich den Film ebenfalls auf Augenhöhe mit dem `Wunder von Bern'.

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  • Die Besetzung war ohne Frage klasse. Und klar gab es auch reichlich tolle Szenen, das bestreite ich ja gar nicht.


    Beispielsweise wurde bemängelt, dass der "ungebildete" Zuschauer lange Zeit überhaupt nicht weiß, wer Heidkamp eigentlich ist. Er wurde immer nur mit "Conny" angesprochen und meinen Bekannten war an dieser Stelle nie klar, wer das ist. Dann (für sie natürlich zu spät) fiel irgendwann mal der Name Heidkamp, reichlich spät allerdings, und dass er unser Meisterkapitän war, wurde weggelassen.
    Auch etwas unglaubwürdig wirkte die Situation, in der erklärt wurde, dass so viele Spieler an der Front gestorben sind. Gezeigt werden aber volle Versammlungen und locker eine komplette Fußballmannschaft. Gerade wo Krumm doch eingangs bereits erwähnt wurde, sein Tor mehr oder weniger gezeigt, hätte man ihn als Beispiel nennen können. Hätte irgendwie Sinn ergeben. (Sicher, vor dem Krieg waren es mehrere Mannschaften, aber das weiß ja der normale Zuschauer nicht, der sieht nur viele Männer...)
    Wieso stand Landauers Wohnung noch leer? War das wirklich so? Wenn ja, wie konnte das passieren? Im Normalfall wurden leere Wohnungen in dieser Zeit doch sofort in Beschlag genommen, und seine hat niemand angerührt? Das erschien irgendwie unlogisch.
    Woher kam das Auto? Stand das auch noch vom Krieg rum? Oder hat er sich das für seinen planmäßig kurzen Aufenthalt in München gekauft? Warum konnte er seine leicht mysteriöse (siehe unten) Abfindung spenden und Auto fahren, musste sich das Geld für die Fahrkarten aber vorstrecken lassen? Fragen über Fragen. Möglich, dass es für alles eine sinnvolle Erklärung gibt. Aber wo war diese?
    Wofür die Abfindung war, wird dem "ungebildeten" Zuschauer auch nicht klar, einfach weil der ganze Krieg fehlt. Okay, Dachau wird mal kurz erwähnt, aber das wahre Leid Landauers kommt nicht so richtig rüber. Die Sache mit den Geschwistern, ja, aber nicht, was er selbst durchgemacht hat.


    Multimedial, schön und gut. Aber wie mexicola schon schrieb, lief der Film zur Primetime in der ARD. Da sollte sich ein Film schon selbst erklären, oder? Gerade Nicht-Bayernfans recherchieren doch dazu nicht. Und wenn, dann zuerst auf wikipedia... ja, findet den Fehler.
    War der Film also doch nur für Bayernfans?
    Wer sich selbst als Bayernfan bezeichnet, sollte ihn natürlich trotz allem schauen. Das ist und bleibt ein wichtiger Punkt in unserer Vereinsgeschichte und das zeigt der Film auch. Nur für den neutralen Beobachter erschloss sich eben der Sinn nicht so ganz.

  • Gab doch nacher auf BR noch das Interview / Talk mit Dietrich Schulze-Marmeling(Autor der FC Bayern und seine Juden). Der Film war im wesentlich korrekt, bis auf einige Ungenauigkeiten.
    Aber das war ein Spielfilm. Das sollte man nicht vergessen.


    Ich hatte mir nur gewünscht, dass die Doku länger als 30 Minuten gewesen wäre. Da hätte man mehr rausholen können. Annsonsten ist das doch ok. Wenn man sich nur mal umsieht was sonst für nen Schmarn auf den ÖRs läuft (Furtwängler, Neubauer und co. retten die Welt vorm Bösen etc.) dann war das doch eine Willkommene Abwechslung.

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  • fand den film unterhaltsam und hatte das gefühl, dass man bemüht war sich darin mit tatsächlich geschehenem zu befassen.
    gefeiert, verbannt und vergessen ...
    vor allem letzteres merkte man dem film an, nähmlich dass es unter dem anspruch der dokumentation schwierig war eine story zu haben/finden.
    so fand ich die story mit dem jungen etwas irreführend, weil sie prinzipiell im sande verlief ... hatte eigentlich im laufe damit gerechnet, dass er aufgrund der väterlichen zuneigung von kurt landauer letztlich spiele bestreitet für die roten.
    so wirkte das auf mich etwas abgewürgt ... mag sein, dass andere es aber auch ganz anders aufgenommen und empfunden haben ;-)
    was auf alle fälle gut rüberkam, war die leidenschaft für diesen verein und dieser unbändige wille bzw die eigenschaften eines echten machers.
    hab erst letzthin auch eine dokumentation über die historie des sc freiburgs gesehen und konnte da viele parallelen zu dem dortigen erfinders achim stocker erkennen.
    solche leute gibt es vermutlich viele und jeder verein hat irgendwo seinen eigenen.
    ich denke man kann ihn sicher als den menschen bezeichnen, der die pinonierarbeit gelegt hat, welche notwendig ist um einen verein aus dem boden zu stampfen und letztlich am leben zu erhalten.


    vielen dank kurt, dass es dich gab und diesen verein gibt!!!

    Holt den Henkelpott nach München, Stern des Südens, MIA SAN MIA!

    (Lorin Maazel)

  • mit dem weitblick den landauer hatte ist das durchaus eine ernst zu nehmende these.


    wie gesagt: internat. Verknüpfungen angestrebt und das zu einer Zeit wo es noch nicht mal eine einheitliche oberste deutsche spiekllasse gab;-)


    Hier noch ein iinteressanter Artikel zum Thema Donaufussball an dem sich der FCB einst orientierte:


    http://www.abseits.at/fusball-…l-und-das-scheiberlspiel/

    Neulich wars gestern mehr als draussen

  • Gebe dir recht: Das mit der Wohnung war seltsam.
    Nach der Deportation wurden Wohnungen stets in Beschlag genommen durch arische Volksdeutsche.
    Bei ihm waren dümmliche Nazischmierereien an den Wänden, Trümmer in der Bude, aber sonst alles dufte.


    Erklärung: Wohnung war von Nazischergen bewohnt ( Deutsche ) bei Flucht vor Amis wurde im Zuge des Untergangs noch mal alles "geschändet" um einem eventuellen Rückkehrer das Leben zu "verschönern".


    Zum Auto: Das hatte seine "Romanze" gerettet und untergestellt. ( die Dame die er heiraten wollte );-)

    Neulich wars gestern mehr als draussen

  • Yep: ein Grossteil des Films war ja die Sache mit dem Wiederaufbau und den Probs mit der Lizenz.
    Das wurde in der Doku dummerweise sehr vernachlässigt.
    Ärgerlich, denn da hätte mich das ein oder andere Detail interessiert.


    Sein Neffe war zudem seltsam:
    Auf der einen Seite hat KL angeblich nix über Dachau erzählt ( 30 Tage Aufenthalt ).
    Auf der anderen Seite aber war die Sache mit dem Rechts-Aussen-Stehenden ( der dann geschlagen wurde weil Wachmannschaft von rechts kam ) genauestens beleuchtet.
    Gegensatz wie mir scheint.:-S

    Neulich wars gestern mehr als draussen

  • ich fand den Film auch sehr gut, immer wieder Szenen, die einem aus Rührung oder vor Lachen (vor allem die Szenen mit den Sechzigern) Tränen in die Augen trieben.

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  • Deine festgestellten Logiklöcher sind berechtigt, aber ich denke, es liegt an der Länge des Films von nur 90min, dass nicht mehr drin war (finanziell?).
    Während des Films wurde mal kurz ein Link eingeblendet, das wars. Den Multimedia-Aspekt hätte man besser kommunizieren müssen und nicht gelungen war auch, dass Doku und Talk auf BR und nicht ARD liefen, also wenn schon denn schon ;-)

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  • Genau das ist es was ich auch dachte...


    Wo hätten wohl die Stars der 50er und 60er Jahre wie Puzkas, DiStefano etc wohl gespielt...? ;-)


    Der FCB heute ist schon Hammer aber ohne Nazis und WK2 wäre er wohl Gigantisch!


    Trotzdem Danke Kurt Landauer, Du hast deinen FCB auch nach der Katastrophe wieder auf den richtigen Weg geschickt.


    Und die Untermieter haben es erst gemerkt, als wieder mal zu spät war... :D:D

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