Diskussionen zum Film über Kurt Landauer

  • Der Film war naturgemäss zu kurz, um das Erbe Landauers da voll zu erfassen.


    Aber ich denke, für jeden Bayern-Fan ein Film mit großer Bedeutung und emotionaler Wirkung.


    Der Hauptdarsteller, den ich bisher noch nicht kannte, war großartig!


    Insgesamt witzig (das dargestellte Verhältnis unseres großartigen Vereins zu den Möwen war immer wieder zum schmunzeln und auch lachen) und ergreifend (Landauers Situation als Jude nach seiner Rückkehr nach München und natürlich die wahnsinnige Bedeutung, die der FC Bayern für ihn hatte - der quasi über allem stand - einfach rührend) zugleich.


    Ganz toll natürlich der Bezug am Ende auf die SM und die Bilder dieser Choreo, die mir damals schon die Tränen in die Augen trieb.


    Ich bin begeistert und habe mir die BlueRay bestellt, um dieses Stück Bayern-Geschichte immer griffbereit zu haben.


    Auch die Doku mit dem Neffen Landauers, die danach noch im BR war, und die Talkrunde waren absolut sehenswert.

    "Eines Tages werden wir alle sterben, Snoopy."

    "Stimmt. Aber an allen anderen Tagen nicht."



  • Mal eine Frage bzw. Bitte an die Mods:


    Ich finde, dieser Thread sollte in den Bereich "FCB im Allgemeinen" verschoben werden.


    Es geht ja um unseren Verein - und der sollte doch nicht im schnöden "Allerlei" diskutiert werden!;-)

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  • Ich denke, dass die Geschichte mit dem Jungen und auch mit dessen Vater eher dazu diente, die Situation darzustellen.


    Der Jude, der dorthin zurückkehrte, wo man seine Familie ermordet hatte. Der sich aber als Bayer und Deutscher fühlte. Die Gedankenhaltung, die bei vielen eben (noch) da war. Die Auseinandersetzung des Opfers Landauer mit dem Täter - bzw. auch einen Gewissenskonflikt den es damals auch gab. Der Vater des Sohnes, der einer der Täter war, aber eben dennoch der einzige Vater den das Kind hat...


    Ich denke, dass die Haltung in den 50ern die war, möglichst schnell zu vergessen und weiterzugehen, ohne dass man das Vergangene wirklich aufgearbeitet hat.


    Im Film wurden ja einige Themen angesprochen - auch z.B. die Rolle der Frauen, die während des Krieges ja den Laden geschmissen haben und mit der Rückkehr der Männer sich wieder unterordnen mussten...


    Ich glaube, dass diese Phase der Deutschen eigentlich eine Phase ist, wo man meist eben nur die Trümmerfrauen und den Wiederaufbau beleuchtet hat - das Wirtschaftswunder und die politischen Aktivitäten - aber eher weniger die Auseinandersetzung oder die fehlende Auseinandersetzung mit der Vergangenheit.

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  • Dass der Film sicher zu kurz war, um wirklich alles teifgründig zu beleuchten war doch eigentlich klar.Man wußte, ja, er geht nur 90 Minuten..



    Trotzdem hat er doch geanu die Wirkung, die er brauchte: Viele, sehr, sehr viele FCB Fans (wie auch ich selber) sind nun emotional am Thema Landauer dran. Ich habe mir diese Seite zum Film nun unter die Favoriten gestellt, werde da ausgibig immer weiter stöbern, will nun auch viel mehr wissen.


    Und genau das war meiner Meinung nach auch das Ziel: Die Leute für das Thema zu sensibilieiseren.. Ob das nun für "Nicht Bayern Fans" was ist ist ne andere Frage.


    Aber selbst eine Doku würde sich dann auch keiner anschauen. Ich würde mir nun auch keine Doku über die Geschichte vom BVB oder Schalke anschauen.. Da weiß ich grob über einiges bescheid und das reicht mir Geschichtsmuffel eh:D


    Dass es in einem Film immer mal Ungereimtheiten gibt, ist doch auch klar.


    Und die Story um den Jungen.. Nunja.. eben auch etwas um die Zuschauer auf der emotionalen Ebene zu erwischen..





    Schön wäre es, wenn man vielleicht nun Seitens des FCB eine richtige Dokureihe in Auftrag gibt.. Sowas wie die 30 Minütige Doku, aber dann vielleicht in mehreren Abschnitten damit es ausführlicher wird..


    Ggf sogar so in Filmart, wo vielleicht Szenen nachgestellt werden, einfach damit es nicht zu trocken ist.. Evtl könnte man da auf Schauspieler aus dem Film zurückgreifen..


    Am Geld sollte es ja bei uns nicht scheitern und wert ist es das alle male.

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  • Da sich tatsächlich eine nette Runde an Disco-Tanten zusammen fand werde ich das mal verschieben und im Allgemein anpinnen.
    Dürfte eh zur Zeit jeder im Abo haben schätze ich.;-)

    Neulich wars gestern mehr als draussen

  • Zumindest nicht bewusst. Ist aber bei mir nicht ungewöhnlich. Ich kenne viele Schauspieler nicht, die man vermeintlich kennen müsste. Gucke nicht allzu viele Filme und wenn, dann habe ich die Schauspieler oft zwar schon gesehen, kenne aber die Namen auch oft nicht.


    Der Bierbichler hat mir jedenfalls sehr gefallen.

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  • Vielleicht wäre weniger mehr gewesen. Das gilt für die Länge des Films, aber vor allem für den bedeutungsschwangeren Soundtrack.


    Auch bin ich mir nicht sicher, ob der "richtige Ausschnitt" gewählt wurde. Letztlich war es ja mehr ein Landauer-Porträt als ein Film über den FC Bayern. Insofern wären womöglich die Jahre VOR Dachau spannender gewesen, zumal der emotionale Höhepunkt seiner Vita (und des Films) ja die Ehrerbietung der Spieler in der Schweiz war. Aber das ist sicher Geschmackssache. Wer denkt da nicht an den "Club der toten Dichter"?


    Wenn es denn das Ziel war, ein paar mehr Leuten (in und außerhalb des Vereins) den Namen Landauer nahezubringen, wurde das Ziel erreicht. Drei Millionen Zuschauer erscheinen mir jetzt so schlecht nicht.


    Vielleicht ein ganz guter Zeitpunkt, um die eigene Vergangenheit mal kritisch von Historikern aufarbeiten zu lassen, sofern noch nicht geschehen.

    Uli. Hass weg!

  • falls da - was ich mal unterstelle- die Vergangenheit des FCB gemeint sein soll, ist das recht weitgehend geschehen.
    Dietrich Schulze-Marmeling ist ein Autor, der sich mit Sport und Geschichte auseinandersetzt. Und auch schon in den 90ern ein Standardwerk zum FCB gschrieben hat. Darin habe ich zum ersten mal den Namen und die Geschichte von Landauer gelesen. Er hat dann später auch noch - in Abstimmung mit dem Verein- nähere Untersuchungen angestellt zur Historie insbesondere in der Nazi-Zeit und ist zu nem im Großen und Ganzen recht positiven Urteil gelangt. Dass es im ganzen Verein keine Nazis und Antisemiten gegeben hätte, wird man natürlich auch nicht annehmen können.

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  • Bleibe dabei: Ein Zweiteiler wärs gewesen.
    Einmal seine Phase beim FCB bis 1933 + Dachau +Exil in der Schweiz
    Dann Teil 2 Die Rückkehr und die Jahre 1948 - 1951.

    Neulich wars gestern mehr als draussen

  • Kurt Landauer: Lokalderby im Film fand nie statt


    Die Bitte Kurt Landauers an den damaligen Münchner Oberbürgermeister, das Stadion selbst wieder aufzubauen und im Gegenzug ins Eigentum des Vereins übernehmen zu wollen, ist in dieser Form der Darstellung falsch. "Aktenkundig dokumentiert ist ein ähnlicher Vorschlag bereits im Juli 1945 (also vor Landauers Rückkehr), der von beiden Vereinen gemeinsam vorgebracht wurde, bei dem allerdings als Gegenleistung der Stadt nur geringere Pachtzahlungen gefordert wurden", erklärt Beer. Ein Aspekt, der gar frei erfunden ist, ist das initiierte Lokalderby zwischen den Roten und Blauen, infolgedessen beide Vereinspräsidenten verhaftet werden. Dies hat nie stattgefunden.


    Korrekt: es wurde gegen Wacker München gespielt!

    Neulich wars gestern mehr als draussen

  • Da ist einiges an kreativer Freiheit drin, hat weniger mit schlampigem Recherchieren zu tun. Wacker spielt heute keine Rolle mehr, Bayern vs 59 kennt jeder. Die Derbies im Film und der Wiederaufbau des Stadions sind aus dramaturgischen Gründen wichtig. Hätten die ganzen Spitzen gegen 59 auch gegen Wacker funktioniert? Ist auch nicht unwahrscheinlich, dass hier Produzenten/Geldgeber/Verleih Einfluss genommen haben. Das Ganze ist ein Spielfilm, keine Doku. Leider hat das aber nicht gereicht, um brauchbare Einschaltquoten zu bekommen.

    すみません、冷たいビールのLをください!

  • Ich will einen Film über das Leben von Landauer sehen, so wie es auch wirklich war (oder halt so nah wie möglich an der Realität). Aber Fakten umzudrehen, nur damit die Quote stimmt...sry, dann kann ich auch auf so einen Film verzichten...