Diskussionen zum Film über Kurt Landauer

  • Es ist aber nunmal ein Spielfilm und keine Doku. Das war vorher klar.


    Der Spielfilm Titanic ist auch nicht mit den Dokus darüber vergleichbar.

    "Eines Tages werden wir alle sterben, Snoopy."

    "Stimmt. Aber an allen anderen Tagen nicht."



  • Das stimmt. Aber es sollte natürlich massentauglicher werden.

    "Eines Tages werden wir alle sterben, Snoopy."

    "Stimmt. Aber an allen anderen Tagen nicht."



  • Ein Film muss seine Produktionskosten einspielen, sonst finanziert keiner die Produktion. Um das soweit wie möglich sicherzustellen, geht man hier möglichst geringe Risiken und nimmt sich auch künstlerische Freiheiten. Die Spitzen gegen die 59er fand jeder witzig. Wenn die Derbies nicht im Film vorgekommen wären, hätte man auch auf die ganzen Spitzen verzichten müssen. Sinnlos, wenn man doch nur gegen Wacker gespielt hätte und den Stadionaufbau in der Form nicht gezeigt hätte. Der Gegenwartsbezug wäre deutlich geringer gewesen.

    すみません、冷たいビールのLをください!

  • Es gibt Gerüchte, dass die Szene, in der die Titanic im letzten Moment von einem grossen UFO per Traktorstrahl vor dem Sinken bewahrt wurde, von den Produzenten als zu unglaubwürdig herausgeschnitten wurde. ;-)

    すみません、冷たいビールのLをください!

  • Landauer, Kur t
    * 28. Juli 1884 in Planegg
    † 21. Dezember 1961 in München
    »Der FC Bayern war sein Leben – nichts und niemand
    konnte das ändern.« Mit diesem Spruchband feierten
    die Fans des FC Bayern München im September 2009
    ihren langjährigen Vereinspräsidenten Kurt Landauer,
    der mit Unterbrechungen über vier Jahrzehnte die
    Geschicke des FC Bayern gelenkt und ihn Anfang der
    1930er-Jahre erstmals an die Spitze des deutschen
    Fußball geführte hatte.
    Landauer stammte aus einer bürgerlich assimilierten
    Familie, in der die jüdische Religion nur eine untergeordnete
    Rolle spielte. Seine Eltern Otto und Hulda
    betrieben ein gutgehendes Modegeschäft an der
    Kaufinger Straße, in einer begehrten Lage der Münchner
    Innenstadt. Die Landauers – Kurt hatte insgesamt
    fünf Geschwister – galten als Beispiel dafür, dass sich
    jüdische Herkunft und bayrische Lebensart im Alltag
    gut verbinden ließen.
    Landauer schloss sich 1901, ein Jahr nach Gründung
    des Klubs, als damals 17-Jähriger dem FC Bayern an.
    Er war zunächst Spieler, übernahm im Laufe der Zeit
    aber immer mehr administrative Funktionen und wurde
    1913 erstmals zum Präsidenten gewählt. Wenige
    Monate später brach der Erste Weltkrieg aus und Landauer
    zog wie viele zehntausend Juden für Deutschland
    in den Krieg. Ein militärisches Gutachten bescheinigte
    ihm, dass er »nach seinen bürgerlichen und
    sonstigen Verhältnissen« für die Beförderung zum Offizier
    geeignet sei. Wenige Monate nach Kriegsende
    übernahm Landauer 1919 ein zweites Mal die Führung
    des FC Bayern. Die folgenden gut zehn Jahre wurden
    zur ersten Blütezeit in der Geschichte des heutigen
    Rekordmeisters. Laut FCB-Historiker Dietrich Schulze-
    Marmeling zeigte sich Landauer dabei als einer
    »der großen Visionäre und treibenden Kräfte im deutschen
    Klubfußball«.
    Anders als viele Klubs, die in diesen Jahren jeglichen
    ausländischen Einfluss und Profibestrebungen strikt
    ablehnten, verpflichtete Landauer international renommierte
    und professionell arbeitende Spitzentrainer
    wie William Townley oder den aus Ungarn stammenden
    Kálmán Konrad. Seinen größten Coup landete
    er jedoch 1930 mit der Verpflichtung von Richard
    Dombi. Drei Jahre später, am 12. Juni 1932, gewann
    der FC Bayern erstmals die Deutsche Meisterschaft.
    Der 2:0-Sieg gegen Eintracht Frankfurt wurde zum
    Höhepunkt in der sportlichen Karriere von Kurt Landauer:
    Nach ihrer Rückkehr nach München wurden die
    Mannschaft und er von mehreren zehntausend Anhängern
    in der Münchner Innenstadt begeistert gefeiert.
    Unter gewöhnlichen Umständen wäre dieser Sieg lediglich
    der Anfang einer langen Blütezeit dieses jungen
    und aufstrebenden Vereins gewesen. Die NSMachtübernahme
    jedoch veränderte auch das Gesicht
    des FC Bayern radikal. Am 22. März 1933, keine acht
    Wochen nach der Machtübernahme Hitlers, musste
    Kurt Landauer seinen Rücktritt als Bayern-Präsident
    erklären. Auch Erfolgstrainer Richard Dombi, Jugendleiter
    Otto Beer und andere wichtige Leistungsträger
    mussten den Verein verlassen. Im Zuge der
    »Selbstgleichschaltung« wurde immerhin kein strammer
    NS-Parteigenosse zum Nachfolger bestimmt, sondern
    Landauers langjähriger Freund und Weggefährte
    Siggi Herrmann. Auf diese Weise konnte er noch einige
    Jahre aus dem Hintergrund einen gewissen Einfluss
    auf die Vereinspolitik nehmen.
    Auch abseits des Fußballplatzes spürte Landauer
    schon nach wenigen Monaten die Folgen der NSPolitik:
    Seit 1930 als Anzeigenleiter der »Münchner
    Neuesten Nachrichten« beschäftigt, wurde ihm am
    30. April 1933 wegen seiner jüdischen Herkunft fristlos
    gekündigt. Zu Helfern in der Not wurden die Brüder
    Klauber, alte Weggefährten vom FC Bayern: Sie boten
    ihm eine Stelle in ihrer Textilfirma an, in der er jedoch
    nur die Hälfte seines früheren Lohnes verdiente.
    Im November 1938 begann die schwerste Zeit im Leben
    von Landauer: Einen Tag nach den Pogromen wurde
    er ins KZ Dachau deportiert, wo er den Demütigungen
    seiner Aufseher ausgesetzt war. Als ehemaliger
    Frontkämpfer des Ersten Weltkriegs gelang es ihm immerhin,
    dieser Hölle vergleichsweise schnell zu entkommen.
    Nach 33 Tagen wurde Landauer entlassen
    und floh in die Schweiz – ein alles andere als sicherer
    Zufluchtsort. Da seine Aufenthaltsgenehmigung
    immer wieder nur für drei Monate verlängert wurde,
    musste der alleinlebende Landauer ständig eine Abschiebung
    nach Nazi-Deutschland und damit in den
    sicheren Tod fürchten. In dieser Lage schenkte ihm
    der Fußball einen der wenigen schönen Momente. Als
    der FC Bayern im November 1943 zu einem Freundschaftsspiel
    in Zürich antrat, war Landauer unter den
    Zuschauern. Mitgereiste Gestapo-Männer überwachten
    die Bayern-Spieler und verboten jeglichen Kontakt
    mit Landauer. Dennoch lief die FCB-Elf nach Abpfiff in
    Richtung Tribüne und winkte demonstrativ ihrem ehemaligen
    Präsidenten zu. Für Kurt Landauer war dies
    ein wichtiges Zeichen, dass er trotz Flucht und Verfolgung
    in seiner Heimat noch nicht vergessen war.
    1947 kehrte er nach München zurück und wurde nur
    wenige Wochen später als inzwischen 63-Jähriger zum
    Präsidenten des FC Bayern gewählt. In den folgenden
    Jahren etablierte er den Verein in der damals erstklassigen
    Oberliga und verschaffte ihm gegen große
    Widerstände sein heutiges Vereinsgelände an der
    Säbener Straße. Seine letzte Amtszeit endete im April
    1951. Kurt Landauer, eine der wichtigsten Persönlichkeiten
    in der Geschichte des FC Bayern, verstarb
    im Dezember 1961 im Alter von 77 Jahren in München.

    Neulich wars gestern mehr als draussen

  • als ich als kleiner bursche mit meinem bruder mal blödsinn machte und uns der gepeinigte wegen einer unachtsamkeit stellte, sprach der:
    s'gibt blöde, s'gibt dumme und s'gibt saudumme und zu denen saudummen gehört ihr zwei!


    das hat gesessen damals und fällt mir dazu gerade ein :D;-)

    Holt den Henkelpott nach München, Stern des Südens, MIA SAN MIA!

    (Lorin Maazel)

  • die frage ist halt obs schlampig ist oder einfach tribut der zeit gezollt werden musste ;-)
    wie geneviere m.m.n. schon richtig bemerkt hat, wurde damals vieles verdrängt. so ist es heute sicher schwierig recherche zu betreiben, zumal viele zeitzeugen von damals mittlerweile auch nicht mehr am leben sind.
    der krieg selbst spielt dabei auch keine unwesentliche rolle ... letztlich auch deshalb, weil eben vieles zerstört wurde, darunter teilweise dann auch wichtige dokumente aus dieser zeit, welche das damalige zeitgeschehen belegt hätten ...

    Holt den Henkelpott nach München, Stern des Südens, MIA SAN MIA!

    (Lorin Maazel)

  • Dieses Buch hier eignet sich besonders wenn man die Geschichte des Fussballs in München nachvollziehen möchte und dürfte auch die ein oder andere offene Frage nach dem Film klären:


    http://www.amazon.de/Fu%C3%9Fb…fRID=0D3Q6FHGDREYAMWYBWZF


    Fußball in München: Eine Stadt zwischen Rot und Blau


    Wie die "englische Krankheit" München infizierte, der Ball endlich rund lief und wie es nach dem Anpfiff nach dem Ersten Weltkrieg zuging - all das und noch vieles mehr lässt sich in diesem informativen Buch nachlesen. Fußball unter dem Hakenkreuz wird ebenso thematisiert wie der Neubeginn auf Trümmern und der steinige Weg des FC Bayern an die Spitze. Von damals bis heute gibt es viel Interessantes nachzulesen, etwa den Fall von Uli Hoeneß und die Tatsache, dass sich Fußball schon längst als Breiten- und Hobbysport etabliert hat. Ein spannendes Buch mit reichlich Fakten und Hintergrundwissen, bei dem man im Anhang auch eine Zeittafel findet. Die Geschichte des Fußballs in der Stadt München wird hier umfangreich dokumentiert, sodass Freunde des runden Leders ganz bestimmt auf ihre Kosten kommen.

    Neulich wars gestern mehr als draussen

  • Der Film war gut gemacht. Es war ja bis auf winzige Kleinigkeiten auch nichts was nicht passiert ist.


    Interessant wäre natürlich die Frage warum der FC Wacker sich nicht als dritte Kraft hat etablieren können oder sogar 1860 überrunden. München hätte doch Platz für drei Mannschaften die oben stehen (1. - 3. Liga), aber Wacker ist im Nichts verschwunden. Was lief da schief?

    0