FINALE Dahoam: FC BAYERN MÜNCHEN - FC Chelsea London

  • Jeder definiert den Begriff Fan für sich anders.


    Wikipedia sagt:
    Ein Fan ist ein Mensch, der längerfristig eine leidenschaftliche Beziehung zu einem für ihn externen, öffentlichen, entweder personalen, kollektiven, gegenständlichen oder abstrakten Fanobjekt hat und in die emotionale Beziehung zu diesem Objekt Ressourcen wie Zeit und/oder Geld investiert.


    http://de.wikipedia.org/wiki/Fan


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    Aus meiner Sicht handelt es sich um keine bedingungslose, um keine selbstlose emotionale Beziehung. Und da jeder Mensch anders veranlagt ist, wie er mit Emotionen umgeht, sie verarbeitet, wird man auch nicht von aussen beurteilen können, wie es in den Menschen drin aussieht.


    Nehmen wir doch mal den Spieler Müller, der sich um nichts groß nen Kopf macht (v. Bommel), der Dinge so schnell aus dem Kopf bekommt, Abstand zu Dingen hat. Der sieht eher das übergeordnete Bild, geht sachlicher, nüchtern analysierend mit harten Niederlagen um. Schlafen konnte der aber in seinen eigenen vier Wänden nach der Finalniederlage aber auch nicht gut. Ist der nun weniger Bayern Spieler, weniger mit Bayern verbunden? Wohl kaum.


    Und ähnlich ist es auch Fussballbegeisterten, wie sie mit Erlebnissen umgehen.
    Es gibt Menschen, die machen sich viele Gedanken über ihren Verein, setzen sich mit ihm auseinander, aber behalten nach aussen nen klaren Kopf, wenn bei anderen die Emotionen überlaufen. Wer kann denn da bitte entscheiden welcher Fan besser oder weniger Fan ist.


    Im Prinzip steckt dahinter "Ich bin man aber besser als Du"...

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  • ich stand beim jubel zum 1:0 direkt hinter 112. was da rüberkam war eruptös. weiß zwar nicht ob es das wort gibt, aber das beschreibt es am besten. da haben sich gesteinswelten gelöst und ich sah die verzweiflung in den gesichtern der leute die nicht wussten wohin mit alldem. einige haben die ordner umgerannt und sind nur wie geisteskrank im raum zu den getränkeständen rumgesprungen. ich habe mir einen krampf im oberarm zugezogen. was für ein süßer schmerz.

  • Heute morgen lag ich nach dem Aufwachen noch im bett und plötzlich hatte ich wieder das Finale im Kopf. Ich habe, wie Heynckes, festgestellt, dass es von Tag zu Tag schlimmer wird mit dem Schmerz! Mit jedem Tag, der vergeht, merke ich, was da für eine Chance vergeben wurde. Das ist einfach nur grausam und wenn ich an die jubelnden Chelsea-Spieler denke, wird es nur noch heftiger.

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  • riel :
    Vertretbare Auslegung der Wiki-Definition.


    @sandy,
    kann mir gut vorstellen, daß in der UBahn auch geflachst wurde. Diese Menschen (Fans/Anhänger/Sympathisanten/etc) waren mit Sicherheit genau so ge- und betroffen wie Du.
    Bedenke aber bitte mal die zahlenmäßige Menge an Menschen, die Du getroffen hast und die Tatsache, wieviel verschiedene Arten es gibt, mit Druck, Trauer und Traumen umzugehen bzw. diese in den verschiedenen Erlebensphasen zu verarbeiten.
    Nicht alle Menschen neigen dazu, in den ersten Momenten nach so einer schockierenden Enttäuschung weinen zu müssen oder zu können. Deshalb aber ihnen den Fan-Status abzusprechen ist genau so verfehlt wie bei einer Beerdigung zu sagen:"Guck mal, der da, der weint net, also trauert er auch gar net richtig um den Dahingeschiedenen...usw."
    Manche Menschen ziehen sich in ihre eigene Muschel zurück, sind praktisch nicht mehr "da", wieder andere lassen ihren Tränen freien Lauf und/oder suchen Trost beim Nächsten, brauchen Kontakt.
    Wieder andere verarbeiten solche Ereignisse vlt. auch mit Jux und Dollereien, Anflügen von Ironie oder gar Sarkasmus. Letzteres kann absolut verstörend auf Beteiligte wirken . . .
    Menschen verarbeiten das individuell - und je mehr Menschen Du triffst, umso größer ist auch das Spektrum der Verhaltensweisen, die Dir z.T. wg. Deiner eigenen Art und Weise dann eher unerklärbar sind.
    Wie gesagt, für mich kein Hinweis auf "weniger Fan-sein"... daher wende ich mich auch noch kurz an


    mure ,
    hab in nem andren thread (oder war's hier?) deinen Beitrag gelesen, in dem du die Anhängerschaft zum FCB als etwas anderes (wenn nicht gar "besseres") bezeichnest. Das ist Selbsterhöhung, da hört's auf, mein Guter. Aber vlt. war der Beitrag auch ironisch gemeint, dann kann ich noch mit leben.
    ;-)

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  • Das Bild einer Eruption trifft auch mein Empfinden haargenau! Es war, als wäre die AA auf der Spitze eines Vulkankegels erbaut worden und nach Müllers Tor in einer einzigen riesigen roten Explosion in Richtung der Sterne geschleudert worden. Meine Oberarme sind voller blauer Flecken, die ich mir in einer Traube aus jubelnden fremden Menschen zugezogen habe. Zu "Ein Schuss - Ein Tor - Die Bayern!" haben die Leute wie von Sinnen getanzt, mich eingeschlossen. Mein Vater stand neben mir und hatte Tränen in den Augen. Diese Minuten werde ich nie vergessen.


    Mir wird immer noch schlecht, wenn ich an das Ende denke.

    Au jour dit, inéluctablement, ils seront réunis dans le cercle rouge.

  • vielleicht schmerzt die meisten der Umstand dass Chelsea das Spiel so gewonnen hat wie sonst üblicherweise der FC Bayern seine Spiel....nicht die Spielweise gemeint sondern die Kaltschnäuzigkeit

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  • Nun, der FCB hat lange einen Fussball gespielt, der nicht das Herz eines Fan des Fussballspiels erfreut, sondern nur erfolgreich war.


    Deswegen kam auch der Erfolgsneid schnell auf bei anderen. Auch dieses Unwort vom "Bayern-Dusel".
    Bayern spielte oft einen herzkalten, aber erfolgreichen Fussball


    Es wundert deshalb nicht sonderlich, obwohl Bayern die Gegner 2010 genauso abgelascht hat, ja beispielsweise Werder im Pokalfinale spielerisch deklassiert hat, dass die Fans des Gegners die Hand UNSERES [Blocked Image: http://www.smilie-harvester.de/smilies/ThumbsUp/439.gif] Trainers ergriffen und schüttelten...

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  • sicherlich,
    und möglicherweise hat Bayern noch nie so gut Fussball gespielt und soviel potentes material gehabt wie heute ...gekämpft haben sie auch...
    aber es fehlt das letzte quentchen ´Erzwingungsgewalt´ so wie es früher bei Bayern der fall war
    Das Glück erzwingen können mittlerweile andere besser


    Chelsea ist sicherlich glücklich CL Sieger geworden
    aber dieses Glück bedeutet nicht Zufall ...
    gegen Barcelona waren sie hoffnungslos unterlegen
    aber Chelsea hat den tödl. Sieger- u. Killerinstinkt par excellance



    Ich hoffe Bayern entwickelt diesen irgendwann mal wieder

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  • aber es fehlt das letzte quentchen ´Erzwingungsgewalt´
    ==========================================================
    sag's doch einfach


    Ein Knipser, der die Chancen reinmacht...

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  • hmm,
    es geht eher um die Erzwingungsmentalität der ganzen Mannschaft
    weniger um einen einzelnen Knippser


    Wenn es irgendwann wieder neidvoll heisst 'Duselbayern' wird man wieder auf dem richtigen Weg sein


    (Obwohl hier immer Glück mit Dusel verwexhselt worden ist - denn so oft wie Bayern angeblich nur Dusel gehabt hat kann es nach dem wahrscheinlichkeitsgesetz des Zufall gar kein Dusel gewesen sein)

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  • es geht eher um die Erzwingungsmentalität der ganzen Mannschaft
    weniger um einen einzelnen Knippser
    ============================================


    Meinst Du?


    Sehe ich diametral entgegengesetzt.
    Denn dominanter als der FCB im Finale der CL geht kaum noch. Auch genügend Chancen waren da.


    Wie gesagt. Ein Knipser -> CL-Sieger. Pokal in München. Ein Tag an dem Geschichte geschrieben wurde.

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  • "aber Chelsea hat den tödl. Sieger- u. Killerinstinkt par excellance



    Ich hoffe Bayern entwickelt diesen irgendwann mal wieder"




    das sollte man tatsächlich auch mal anerkennen, selbst wenn es noch so weh tut...
    Gomez,Müller,Robben hatten genügend Chancen (Ribery hatte leider nicht mal ne Chance), um das klar zu machen...und so kam es wie es die platteste Fußballweisheit immer behauptet: wer vorne die DInger nicht rein macht, wird hinten bestraft...


    Das ist eben auch ne Qualität, die man zum Sieg in großen Spielen braucht...
    und darüber muß man nachdenken...die Chancenverwertung hätte uns schon in Madrid das Genick brechen können, da ist man dem Teufel eben noch 11m von der Schippe gesprungen, diesmla fiel man in ein 11m tiefes Loch..so hat es sich jedenfalls angefühlt...


    und was das "einzig angemessene Trauern" angeht: macht jeder wie er will...niemand, der nicht mindestens eine Woche flennt, ist ein schlechterer Fan als jemand, der eben das braucht...
    dass dieses Spiel unvergessen bleibt, ist klar...unvergessen sind alle -großen- schlimmen Spiele genauso wie die vielen großen Momente mit gutem Ausgang...nur in eine Richtung geht es eben nicht...


    denn bei aller Bewunderung für Barcelonas Fußball der letzten zwei,drei jahre zB : manchmal mußte es deren Fans auch schon wieder zuviel sein, wenn es immer nur noch darum geht, wie hoch man heute gewinnt...:-)

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  • ob man das jetzt Killerinstinkt oder sonstwie nennt....
    Da muss man auch keine Romane schreiben, auch nicht in Fortsetzung....


    Die Essenz ist und bleibt: wir hätten nur einen Knipser benötigt.
    Das wären Titel gewesen...



    Ist es so einfach, ja so einfach ist es.

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  • Bayern war auch absolut Dominant, Chancen waren auch da....gekämpft hatten sie auch genüge
    - da widerspricht auch niemand


    Trotzdem fehlte ein quentchen Killer- u, Erzwingungsmentalität.

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  • Diese Niederlage wird rückblickend unfassbar bleiben. Es ist völlig normal, dass das einen Fan noch länger beschäftigt. Es war doch eigentlich schon alles angerichtet. Der fünfte CL-Titel war greifbar, sogar im eigenen Stadion, eine historische Nummer. All das muss erstmal verdaut werden. So einen dankbaren Gegner dürfte es die nächsten Jahre nicht geben. Man. City wird weiter angreifen, Real Madrid brennt sowieso auf diesen Titel, Barca bleibt wohl der Maßstab im Weltfußball. Ich hoffe trotzdem, dass wir recht bald wieder eine Finalchance bekommen werden.


    Gleichzeitig möchte ich nochmal festhalten, dass Effizienz ein Qualitätsmerkmal ist. Die Italiener haben früher immer aus 3 Torchancen 2 Tore gemacht. Vor dem Tor muss man abgebrühter werden.

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  • Ich denke bei einigen Bayern-Spielern ist der Druck, jetzt endlich was ganz Großes gewinnen zu müssen, schon enorm.


    Lahm, Schweini und Robben gehören sicherlich dazu. Die haben bereits EM- oder WM-Finals und zwei CL-Finals verloren und werden auch nicht jünger. Das hat Robben und Schweini vielleicht den Hauch Lockerheit genommen, um vom Elfmeterpunkt zu treffen.


    Was einen Knipser angeht, stimme ich nicht ganz zu. Es gab zwar viele Chancen, aber 100-prozentig war nicht einmal die von Gomez mit dem Schuss in den Himmel. Insofern hätte es einfach der Elfmeter von Robben richten müssen.

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  • Ich denke bei einigen Bayern-Spielern ist der Druck, jetzt endlich was ganz Großes gewinnen zu müssen, schon enorm.
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    gibt ja bald neue Chancen....Ligapokal....;-)

    „Let's Play A Game“