Emre Can

  • Ich halte hier von der "Survival of the fittest"-Disco gar nichts. Genauso, wie diese Theorie in der Marktwirtschaft weitgehtnd Unfug ist, ist sie es fast noch mehr im Fussball.


    Nur weil ein Unternehmen groß gewachsen ist und andere untergehen, muss es nicht heißen, dass es am besten gefphrt, am innovativsten oder sonstwas ist. Die Umwelt, mildernde Umstände, glückliche Zufälle, agresives Vorgehen, geheime Absprachen mit Konkurrenten etc., also einfach die ganze Umwelt, spielt da eine überragende Rolle.


    Genauso ist es oft bei Fussballern. Wird ein junge nicht früh genug entdeckt, hat gerade in der wichtigsten Entwicklungen einen Trainer, der andere Eigenschaften bevorzugt, verletzt sich im entscheidenden Moment seiner Entwicklung (egal ob schwer oder leicht), kann von mir aus zu einem wichtigen Sichtungsspiel nicht fahren weil seine Oma gestorben ist oder sonstwas, kann das das Aus für eine mögliche Karriere bedeuten.


    Verstehe die Diskussion auch nicht so richtig, als ob man das nicht schon tausend Male erlebt hat. Reine Qualität setzt sich eben nicht immer durch. Dazu gehört - wie auch bei den Unternhmen eben - sehr, sehr viele Umstände dazu, die der Spieler eben nicht immer bzw. kaum beeinflussen kann.

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  • aha, und was hat der jupp damit zu tun, dass can sehr lange verletzt war ?
    oder am besten gleich wieder martinez rausschmeissen, damit can seinen stammplatz hat.
    gell?

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  • @korny
    Ich erinnere an das Gezerre um Kroos, welches Kusen zum Ende der Leihzeit aufkam. Wird diesmal sicher nicht anders werden.


    Und? Entwickelt er sich, wie gehofft, dann sagen wir: Komm zurück, du hast Vertrag. Genau wie bei Kroos.
    Sollte der Junge dann doch da bleiben wollen (wie Hummels damals), dann hat man Pech gehabt. Allerdings würde er eh irgendwann wechseln wollen, wenn er bei uns nicht zum Stich kommt.


    Und dann erhoffen wir uns doch von den jungen Spielern, das sie sich auch prächtig entwickeln.
    Wenn das geschieht, wird Kusen doch automatisch stärker.


    LEV ist nicht unser direkter Konkurrent. Wenn die uns gefährlich werden sollten, dann lag es ganz sicher nicht an einem 18jährigen.


    Warum nicht nach Bremen, Hanoi, Freiburg oder Nürnberg?
    M. E. spielstarke Teams, die wohl mit dem Abstieg nicht zu tun haben dürften und keine Konkurenz für den Fc Bayern darstellen.


    Leverkusen spielt international, haben ein techniklastiges Spiel und können nachweislich sehr gut mit jungen Spielern umgehen.


    Bremen, Nürnberg und Freiburg sind die Rückrunde definitv nicht international vertreten. Sollte eine längere Leihe sein, muss man abwarten, ob sie überhaupt nächstes Jahr europäisch spielen. MMn ein sehr wichtiger Punkt.


    Hannover würde mir auch als sehr sinnvoll erscheinen, aber von dor aus, im Gegensatz zu LEV, gab es bisher keinerlei Anzeichen von einem Interesse.


    LEV ist jetzt auch nicht gerade der absolute Nonplusultra-Leih-Verein, den es gibt, allerdings erfüllen die einfach die meisten objektiven Kriterien.

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  • mE stimmt das nur für Durschnittsspieler.


    Aber wirklich hochtalentierte Leute wie zB ein Alaba, ein BS, Ribery, Martinez, Lahm oder so die setzen sich einfach immer durch. Weil sie eben einfach so viel Qualität haben, dass es egal ist, auf welchen Spielertyp oder welches System der Trainer baut, über kurz oder lang kommt er an ihnen nicht vorbei. WENN sie die richtige Einstellung aufweisen und im Training Vollgas geben (was sie wiederum selbst beeinflussen können).


    Ist Can ein solch außergewöhnliches Juwel, das er sein müsste, damit er bei uns eine Perspektive hat, dann wird er sich auch kurzfristig gegen Tymo und mittelfristig gegen Gustl durchsetzen und zumindest die Position 3 im ZM erobern.
    Ist er es nicht, muss man auch keine Gedanken an seine Förderung verschwenden, weil er dann entweder eh nicht lange hier ist oder nur den Ottl gibt.

    give a man fire, he'll be warm for a day
    set a man on fire, he'll be warm for the rest of his life

  • ...aber genau solche Umwelt- bzw. Entwicklungsumstände bestimmen doch oft, ob das ein richtig hoch qualitativer Spieler wird, oder eben nicht. Es gibt Haufen von großen Talenten, die dann untergehen. Wer kann denn sagen, ob sie nicht doch zu großartigen Spielern geworden wären, wenn die Umstände um sie herum oder auch ihre eigenen Entscheidungen (zB bei Transfers) anders ausgefallen wären?

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  • Glaube ich nicht.
    Ich glaube nicht, dass einer der Spieler, die ich da oben aufgezählt habe, nicht den Durchbruch geschafft hätte, wenn irgendwas anders gelaufen wäre.
    Vllt hätte es ein oder zwei Jahre länger gedauert, aber in einer relativ kurzen Zeit setzt sich mE Klasse immer durch. WENN diese Klasse gleichzeitig auch bereit ist, hart an sich zu arbeiten, was offensichtlich der Fall ist, was ja aber auch nichts mit den "äußeren Umständen" zu tun hat.


    Die Spieler, die hochtalentiert gescheitert sind wie Deisler oder Breno sind immer an sich selbst gescheitert.



    WENN Can diese große Qualität hat, die du in ihm siehst, wird er sich durchsetzen. Entweder er packt es bei uns, oder aber irgendein anderer Profitrainer erkennt das, was du auch siehst und gibt ihm eben bei sich die Chance. Die muss er dann einfach nutzen und wenn er soviel Qualität hat, wird er sie auch nutzen und dann können wir uns - ähnlich wie bei Hummels - ärgern und dann hinterfragen ob man diese Qualtät hätte erkennen müssen.
    Hat er sie nicht, dann geht's aus wie bei Usami, Petersen, Schlaudraff, Lell oder Ottl. Dann bringt er auch bei seiner nächsten Station keine besonderen Leistungen und versinkt mehr oder weniger im Mittelmaß und man erkennt, dass der Abgang einfach nur logisch war.


    Oder Variante C: er wird ausgeliehen und macht dort die nächsten Schritte und zeigt, dass er einer werden kann, kommt dann zurück und greift Gustl im Kampf um die erste Rotationsstelle im ZM an.

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  • Sorry, aber das ist ziemlich naiv. Natürlich findet man haufenweise sichtbare Beispiele für Spieler, die sich durchgesetzt haben. Aber das Problem der hochtalentierten, die sich nicht durchgesetzt haben ist ja grade, dass man sie nicht (mehr) sieht.


    Das liegt aber weiß Gott nicht immer am fehlenden Talent. Ein Bekannter von mir war mal Kapitän der deutschen U 16, hat sogar mal den Pokal auslosen dürfen in der Sportschau. Gesehen haben wir ihn in der Bundesliga leider nie.


    Oder nimm nur die Gewinner der Fritz-Walter-Medaille, denen ja quasi außergewöhnliches Talent bescheinigt wird. Stars werden davon nur wenige.

    @Johannes Bachmayr - Dank und Hochachtung!
    #Uliout - Schließt Euch an!

  • morri  
    Genau das meine ich! Der Name dieser Medaille fiel mir nicht eingefallen, weswegen ich sie nicht angeführt habe. Das sind doch alles Beispiele für meine These und man kann da definitiv nicht sagen, dass sie nicht das Zeug hätten. Nur ist iwas eben schief gelaufen, was dazu schließlich geführt hat. Dabei sind das wirklich herausragende Talente...Es gibt noch unzählige große Talente, die es nicht schaffen. Und man kann nun wirklich nicht jedem dieser Jung vorwerfen, dass sie nicht genug dafür kämpfen.


    @jarl
    Variante B gilt es möglichst auszuschließen. Wenn A schon nicht geht, ist ja auch bei der Qualitätsdichte nachvollziehbar, dann MUSS Variante C realisiert werden. Und genau hier sehe ich die Entscheidung, Can nicht abzugeben, sehr kritisch (sollte Tymo bleiben).

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  • Frappierender wird das noch, wenn man bedenkt, dass da sogar bei der Mehrheit "was schief läuft". Es gibt so viele große Talente,. aber dieses Geschäft ist eben kein Zucker schlecken. Um da an die Spitze - und erreicht haben die im Prinzip schon alle, die in der Bundesliga spielen dürfen, von Europa will ich gar nicht anfangen - muss schon sehr viel zusammen passen.


    Wir sehen in der Regel natürlich nur die, die es packen. Aber das gibt auch ein unrealistisches Bild
    von der Realität wieder.

    @Johannes Bachmayr - Dank und Hochachtung!
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  • War es nicht so, dass Müller kaum die U-NM durchlaufen hat und somit gar nciht zu diesen großen Talenten zählte? (bin mir gerade nicht sicher, will aber auch nicht nachschauen)


    Es war eben auch (neben seiner klasse natürlich) der Trainer, der sein Potenzial erkannte und bedingungslos auf ihn setzte. Bin mir nicht sicher, ob er wirklich iwo anders so eingeschlagen hätte. Aber das ist natürlich spekulativ.


    Ein derzeitiges Gegenbeispiel für mich persönlich: Yesil, dessen Schritt ich von LEV zu L'Pool sehr kritsch sehe. ICh wette, bei Leverkusen hätte er es weitaus einfacher gehabt den nächsten Schritt zu tun und fehlende Anlagen kann man ihm wohl auch nicht unterstellen. Bin gespannt, wie er sich in den nächsten Jahren macht.

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  • Er hat zwar U 16 und 19 gespielt, aber nur sehr wenige Spiele gemacht. Müller ist natürlich in vielerlei Hinsicht ein besonderer Spieler. Um sein Talent zu entdecken musste man sicher auch genauer hinschauen als bei vielen anderen. Andererseits eben auch in jungen Jahren eine außergewöhnlich starke Persönlichkeit, die nicht vielen gegeben ist.


    Irgendwie ist Müller eben anders - kein Lehrbuch-Fußballer. Deshalb glaube ich auch, dass Van Gaal extrem wichtig für ihn war, um diese Talent überhaupt zeigen zu dürfen. Ich denke, das weiß er auch selbst.

    @Johannes Bachmayr - Dank und Hochachtung!
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  • Nun - es gab ja noch andere Interessenten nach bzw. in diesem Regionalligajahr. Fink/Vogel in Basel, Rangnick für Hoffenheim und Heynckes wollte ihn ja auch mit nach Leverkusen nehmen. Es gibt auch ein oder zwei Interviews von Gerd Müller, in denen er von ihm schwärmt aus diesem Zeitraum.


    Was eher überraschte war eben die Art und Weise, wie er den Sprung schaffte - das war eben wirklich einzigartig. Dies war m.E. dann eine Kombination aus einem Trainer, der seine Qualitäten sah - aber eben auch daran, dass er gleich Leistung zeigte.


    Es schaffen nur die Allerwenigsten. Von unseren A-Jugendlichen, die alle sicherlich Talent haben und viele in den U-Mannschaften spielten, sind es oft nur 2 oder 3, die es dann überhaupt in die erste Bundesliga schaffen. Selbst wenn sie A-Jugendmeister wurden...


    Das Nadelöhr ist sehr klein. Lass eine Verletzung, einen Trainerwechsel, ne neue Freundin, die einen kurze Zeit ablenkt, 2-3 schlechte Spiele (dafür muss man nicht mal immer viel können) dazukommen, dann ist man schnell weg. Oder wenn man sich einfach zu viele Gedanken macht? Oder man legt sich mit den falschen in einer Mannschaft an...

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  • Die Frage ist dann aber, warum sie sich nicht durchgesetzt haben. Vllt weil sie eben dem Fußball nicht alles so unterordneten wie der ein oder andere. Sprich eben selbst nicht ganz so viel machten.
    Oder eben in ihrer Entwicklung stehen blieben.


    Ich habe Kloses Entwicklung in sehr jungen Jahren schon am Rande mitbekommen und dann mitverfolgt. Er hätte in jedem Fall seinen Weg gemacht.
    Dabei hatte er diverse Unwägbarkeiten zu bewältigen. debüttierte unter anderem unter einem Otto Rehhagel, der vllt der jugendunfreundlichste Trainer überhaupt ist.
    Aber er hat sich durchgebissen, immer weiter an sich gearbeitet und irgendwann kam dann Otto bzw. dann Brehme einfach nicht mehr an ihm vorbei.
    Und das, obwohl er eben auch nicht der talentierteste Spieler war.
    Aber eben so ehrgeizig, dass er einfach so viel an sich gearbeitet hat, dass er irgendwann besser war als zumindest die schwächeren Spieler des Kaders.


    Genau wie ein Müller auch, der jetzt auch kein Riesentalent ist. Und trotzdem seinen Weg gegangen ist. Auch bei jedem anderen Trainer gegangen wäre, davon bin ich fest überzeugt. Schließlich hat er sich durch Leistung durchgesetzt und bekam den Stammplatz nicht geschenkt (wie Contento, Kroos oder HB in der 2. Saison).


    Genau das erwarte ich eben von jedem jungen Spieler. Dass er eben den Ehrgeiz zeigt, bessere Leistungen als die nicht ganz so überragenden Spieler des Kaders zu bringen. Wenn ein Can tatsächlich eine große Karriere vor sich hat (und nur dann macht es Sinn ihn bei uns zu fördern) dann sollte er doch bitte in jungen Jahren schon besser oder mindestens genauso gut sein wie ein Tymoschuk.
    Denn wenn er noch nichtmal an dem vorbeikommt, wie soll er es bitte schaffen, auf Sicht einen BS oder einen JM anzugreifen bzw. zu beerben?

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  • Mir bleibt dazu nicht mehr zu sagen, als dass das alles nicht so eindimensional ist, wie Du das hier darstellst. Der Weg zum Profi ist sehr komplex. Damit will ich es bewenden lassen.

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  • @Jarlaxle


    Da schaust du aber wieder nur auf diejenigen, die es geschafft haben. Bei denen hat eben alles gestimmt. Talent, Chancen ggf. mehrere, irgendwann der passende Trainer, Umfeld, Arbeitseifer, Glück, keine Verletzungen zur falschen Zeit, Mentalität, die richtige Freundin, wenige Ablenkungen...


    Da ist es dann recht einfach zu sagen - umgekehrt wird erst ein Schuh daraus, wenn man nachforscht, warum es bei anderen nicht funktioniert hat. Viele von denjenigen, die es nicht geschafft haben, haben ähnliche Qualität wie diejenigen, die es taten.

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  • es gibt Trainer, die zuerst auf Erfahrung und nicht auf jugendlichen Elan setzen und deswegen vielleicht längere Bankzeiten für junge Spieler entstehen.


    außerdem spielt der FCB nicht in irgendeiner KK-Liga, da braucht man 20 gleichwertige Spieler, um die gesteckten Ziele zu erreichen


    nur weil vielleicht Can nicht an BS oder JM vorbeikommt, heißt es doch lange nicht, dass der Junge nix kann, auf dem Niveau gehts um Milimeter und bei uns reicht ja schon die Trainingsteilnahme aus, um dazu zu lernen, so groß ist die Qualität unseres Kaders.


    außerdem spricht es doch eher für seine Qualität, dass er mit 18 Jahren mit den Großen des FC Bayern trainieren darf!

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