Vereine/DFL an Polizeikosten beteiligen?

  • Nein, die Vereine sollten sich nicht daran beteiligen.


    Natürlich entstehen an jedem Bundesligaspieltag enorme Polizeikosten, aber es werden auch enorme Steuergelder generiert.
    Wenn diese Kosten von den Vereinen übernommen werden müssten, müssten theoretisch genau so die Veranstalter von jedem kleinen Volksfest zur Kasse gebeten werden. Dort sind die Kosten nicht so exorbitant hoch, aber für die Steuereinnahmen gilt das gleiche.

  • Schwieriges Thema. Einerseits kann ich die Überlegung der Politik absolut nachvollziehen. Der Profifussball macht sich die Taschen voll und die öffentliche Hand, die halt auch Millionen Nicht-Fussballfans vertritt, muss das dann auch noch bezahlen. Andererseits ist die Sicherung des öffentlichen Raumes nunmal originäre Aufgabe der Polizei und der Domino-Effekt für kleinere Veranstaltungen wäre fatal.


    Als Kompromiss fände ich eine gemeinsame Übernahme der Mehrkosten für Risikospiele durch die beteiligten Vereine und DFL/DFB als richtigen Schritt. Das wäre ein Zeichen in die richtige Richtung und würde den Druck gerade auf die Vereine mit dem größten Gewaltpotential erhöhen. Manchmal reicht ein halbherzig installiertes Fanprojekt eben nicht aus um die Probleme in den Griff zu kriegen, schon garnicht wenn die Vereinsverantwortlichen hinter den Kulissen die Hand über die Chaoten halten, weil die ja für die Stimmung im Stadion sorgen.

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  • Natürlich ist es so, dass der Fußball sich die Taschen voll macht und dass die öffentliche Hand uch Nicht-Fußballfans vertritt, aber im Fußballgeschäft werden auch Unmengen an Steuergeldern generiert, wodurch sich die öffentliche Hand auch wieder die Taschen voll macht.


    Dazu noch mal das Beispiel Volksfest:
    Da geht auch nicht jeder gerne hin und trotzdem käme nie jemand auf die Idee dort die Polizeikosten bei Schlägereien oä. dem Veranstalter aufzulasten.
    Zb. auf der Wiesn werden am Tag nicht weniger Polizisten als bei einem Spiel in der Arena im Einsatz sein. Wirkliche Vorfälle, bei denen sie eingreifen müssen, gibt es da wahrscheinlich pro Tag sogar einige mehr als bei einem Fußballspiel. Hab da jetzt keine Zahlen rausgesucht, davon gehe ich aber aus.


    Deinem zweiten Absatz stimme ich allerdings zu.

  • Ja klar. Denn es ist ein Aufwand der nur wegen dem fussball stattfindet.
    Die vereine sollen-koennen dann geld von den ganzen randalierern zurueckholen und bis aufs blut finanziell aussaugen und bestrafen.
    10 fliegen mit einer Klappe.

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  • Müssen Konzertveranstalter oder andere Eventler an Polizeikosten beteiligen? Ich denke nicht.


    Die Vereine und die Fans zahlen Steuern, das sollte doch wohl genügen.

    Da kommt ihr nie drauf!

  • Allein schon die direkten Steuer-Einnahmen durch den Liga-Betrieb übersteigen die Kosten der Polizei-Einsätze um ein Vielfaches. Hinzu kämen ja nochmal die indirekten Einnahmen, die durch Übernachtungen, Konsum, Sprit etc. generiert werden. Da macht der Staat ein dickes Plus.


    Er sollte eher Castor-Demonstranten und G-8-Randalierer, die durch Gewalt und Beschädigungen aufgefallen sind, mal richtig zur Kasse bitten, denn dort steht wirklich der Gewalt-Tourismus im Vordergrund. Bei Spielen mit hohem Gewalt-Potenzial werden auch die Zuschauer ausgeschlossen.

  • Ich sehe es auch so wie einige hier, wo fängt man an wo hört man auf.


    Müssen sich dann die "Wies'n-Schausteller" auch beteiligen?
    Konzertagenturen etc. wo unter Umständen Polizei benötigt wird?
    Was ist mit Demostrationen (bei manchen hat man den Eindruck, es sind mehr Polizisten als Demostranten anwesend:-S)?
    Andere Sportveranstaltungen?
    usw.


    Na, ja wenn dann müsste es überall gleich sein. Und ob sich das durchsetzen lässt?

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  • Ich bin auch dafür, dass bei Risikospielen die Kosten für die zusätzlichen Polizeiaufgebote und -aktionen nicht mehr allein der Steuerzahler aufbringen muss. Aus meiner Sicht eine längst überfällige Entscheidung und hoffentlich tun es noch viele andere Bundesländer Bremen gleich, weil DFL und DGB schwimmen doch im Geld, da können sie also ruhig was beisteuern, denn die Polizeiaufgebote gehen bei Risikospielen und teils auch normalen Spielen weit über die übliche Sicherstellung der öffentlichen Ordnung hinaus. Das Säbelrasseln von DFL und DFB inkl. der Drohung oder besser gesagt Erpressung, Bremen als Länderspielort zu streichen, wenn sie das Gesetz nicht zurückziehen, halte ich für einen großen Fehler, der sich noch rächen könnte.


    Doch bei den Thema gibt es noch ein paar Fragen, die man unbedingt differenzieren muss:
    1. Müssen die DFL oder die Vereine selbst die Teilkosten bei Risikospielen tragen? Ersteres wäre für mich die klar bessere Lösung, weil die DFL wie gesagt im Geld schwimmt und es eben auch kleine, nicht so finanzstarke Vereine gibt. Wenn z.B. Frankfurt nach Paderborn kommt, dann müsste Paderborn als kleiner Verein dann schon einiges schultern, während es andersrum einfacher ginge. Doch in beiden Fällen wäre die Frankfurter Ultras immer das Problem. Deshalb sollte das zentral über die DFL laufen.
    2. Wenn es über die DFL laufen würde und ein bestimmer Verein fällt immer wieder mit Ausschreitungen auf, dann könnte dieser über eine Art Strafabgabe in die Pflicht genommen werden, sein Problem mit gewaltbereiten Leuten (von Fans kann da keine Rede sein!) schnellstens in den Grill zu bekommen.
    3. Wie kann dann auf der anderen Seite sichergestellt werden, dass dann nicht auf einmal immer mehr und mehr Spiele zu Risikospielen deklariert werden, so dass die DFL oder direkt/indirekt die Vereine immer mehr an Kostenbeteiligung leisten müssen? Hier bräuchte es freilich ein Kontrollorgan, dass dafür sorgt, dass hier keine Inflation betrieben wird.


    Grundsätzlich aber sollten die Finanzierung der Polizeiensätze für normale Spiele wie bisher gehandhabt werden. Denn für andere Massenevents gilt ja auch keine Kostenbeteiligung.

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  • gruentenfan
    Bei Demontrationen, bei denen Sachbeschädigung oder Angriff gegen die Polizisten seitens einiger Teilnehmer erfolgt, sollten diese viel mehr zur Kasse gebeten werden, also heute der Fall. Doch leider kommen diese Chaoten immer noch zu oft ungeschollten davon, siehe Castortransport, Stuttgart21, Maikundgebungen mit anschl. Krawallen, etc.. Genau so sollte und müsste es auch im Umfeld von großen Massenevents wie eben Fußballspielen sein, wo Täter viel mehr finanziell in die Pflicht genommen werden müssten. Das bisschen, was die heute zahlen müssen deckt nicht mal ansatzweise den Polizeieinsatz für ihre Tat.

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  • bayoraner :


    Grundsätzlich richtig.


    Wenn ich aber jetzt den Fall in den Medien von den Mann wohl aus Jena verfolge, der in Wien verurteilt wurde, dann besteht natürlich die Gefahr, dass willkürlich welche zur Kasse gegebeten werden.
    Auch "friedliche" Demonstranten oder "normale" Fußballfans, die zufällig zum falschen Zeitpunkt am falschen Fleck waren.


    Da ist es dann schon zu überlegen, geht man im Vorfeld an die Veranstalter ran.
    Dann können diese evtl. gegen die Hauptverursacher vorgehen, aber auch hier gilt, keine Willkür.


    Alles verdammt schwierig.


    Nur wer wirklich nachweislich was zerstört, der sollte auch zahlen, ich sehe aber zum Teil eben die Gefahr der "Sippenhaftung".


    Bin gespannt, was da noch so alles kommt, da ja jetzt eine entsprechende Diskussion angestossen wurde.

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  • Habe auch für "Nein" gestimmt, aus den selben Gründen, die oben bereits von Einigen genannt wurden: Klubs zahlen soviel Steuern, dass das locker aufgefangen wird, dazu müsste man es bei anderen öffentlichen Veranstaltungen und Sportereignissen auch so machen, etc.


    Wie schon gesagt wurde...ist ein ziemlich populistischer Schritt, wie er wohl nur von solch einer Regierung zu erwarten ist.


    Allerdings gibt es auch hier ein kleines Fünkchen Wahrheit: Denn es gibt Klubs, die nunmal gegen die Chaoten, die ihre Spiele begleiten, überhaupt nichts tun (wollen). An erster Stelle denke ich da an Eintracht Frankfurt und Heribert Bruchhagen, der selbst immer ganz vorne mit dabei ist, wenn es gilt, gegen andere zu schießen, die Probleme im eigenen Klub aber nicht aufgreift. Oder eben auch einige Ost-Vereine, irgendwann verstehe ich dann auch, wenn einigen der Geduldsfaden reisst und die sagen jetzt reicht es mal.

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  • Bei Volksfesten ist die Kommune der Veranstalter und somit werden dort die Kosten von einer Dienststelle zur anderen verschoben.Bei der Wiesn ist das Tourismusamt München der Veranstalter und somit die Stadt München,die auch die Polizei bezahlt.
    Genau wie bei jeder anderen größeren Festivität ist der Veranstalter für Sicherheitskräfte und Co. verantwortlich und somit auch derjenige,der bezahlen muß.
    Deshalb sollten die Vereine und DFL in die Pflicht genommen werden und nicht die Allgemeinheit.Denn geht es an die eigene Kasse,wird verstärkt auf Kontrollen und einen ruhigen und reibungslosen Ablauf geachtet. Und genau das wäre bei manchen Vereinen und Derbys auch notwendig,wenn man die Berichte der letzten Saison mal durchgeht.

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  • Dort wo die Stadt der Veranstalter ist und die Polizei auch auf der Gehaltsliste hat, ist es natürlich noch mal eine andere Konstellation, aber dann lass uns mal von großen Volksfesten wie dem Oktoberfest, den Cannstatter-Wasen etc. weg gehen, hin zu kleineren Festen, wie sie auf dem Land in fast jedem Ort stattfinden. Da spreche ich dann aus Erfahrung, weil ich da seit fast Zehn Jahren sehr aktiv mitwirke und 6 Jahrelang sogar hauptverantwortlich für den Ablauf war.


    Bei diesen Festen, sei es eine Kirmes, ein Maifest, ein Schützenfest oä., ist in der Regel keine Kommune der Veranstalter sondern Vereine oder ein Festwirt.
    Der Veranstalter, in den meisten Fällen der Verein und als Verantwortlicher der Vorsitzende des Vereins, bekommt genaue Auflagen gemacht was die Sicherheit angeht. Dabei werden Fluchtwege kontrolliert etc. und man bekommt auch die Vorschrift, wie viel Sicherheitspersonal vorhanden sein muss.


    Der Veranstalter stellt dann seine Security (meist auch Rettungssanitäter die vom Veranstalter gezahlt werden), die einen reibungslosen Ablauf des Abends garantieren, und eventuellen Schlägereien etc. vorbeugen sollen. Wenn diese Sicherheitskräfte aber nicht mehr ausreichen und es wirklich zu einer Straftat kommt, wird natürlich trotzdem die Polizei gerufen.
    Sollte man dann wirklich den Veranstalter zur Kasse bitten, wenn es zb. an einem Abend zu fünf Schlägereien vor dem Zelt kommt und es ggf. Verletzte gibt?
    Stell dir nur mal vor, du veranstaltest ein Fest, dabei kommt es zu einer Schlägerei, die Polizei schreitet ein und irgendein Irrer, den du wahrscheinlich gar nicht kennst und der vielleicht nicht mal auf deinem Fest war, sondern nur davor rumgelungert hat, zückt ein Messer und verletzt einen Polizisten. Ist das dann deine Schuld oder solltest du deshalb zu Rechenschaft gezogen werden? Sicher nicht.


    Parallel dazu bekommen die Bundesligavereine Auflagen, wie viel Sicherheitspersonal sie im Stadion und dem Veranstaltungsgelände haben müssen. Dieses Personal gewährleistet dann die Sicherheit im Stadion und das sogar ziemlich gut wie ich finde.
    Wenn man nämlich mal die Polizeieinsätze IM STADION auf die Besucheranzahl über die Saison hochrechnet, sind das wirklich nicht viele.


    Die meisten Polizeieinsätze sind doch auf dem Weg ins Stadion, also bei der Beobachtung von Besucherströmen, der Verkehrsregelung, in U-Bahn Stationen etc. All diese Dinge liegen aber mE außerhalb des Zuständigkeitsbereichs des Veranstalters, sprich der Bundesligaklubs.



    Dass Vereine bestraft werden sollten, die nicht gegen Ausschreitungen vorgehen, oder diese sogar billigen, ist selbstverständlich eine andere Geschichte, da bin ich auch definitiv dafür!

  • gruentenfan


    Ja, mit der Schadenbeteiligung von Vandalierern und Randalierern ist es in der Tat ein schmaler Grat. Aus diesem Grund bin ich persönlich auch der Ansicht, dass im Umfeld von Stadien, um ÖPNV dahin und im Stadion innen drin viel intensiver mit mehr hochauflösenden Kameras überwacht werden müsste, um Täter viel gezielter in einer Menge festzustellen und dingfest zu machen. Hier teilen sich Meinungen bekanntlich stark, aber ich habe eben diese und stehe aus vielerlei Gründen hinter dieser.


    Doch wir sind hier etwas vom Thema abgekommen, denn es geht ja hier um eine generell Kostenbeteiligung der DFL bzw. der Vereine an den Polizeikosten und da müssen eben die drei von mir im letzten Beitrag genannten Punkte geklärt werden, weil sie fundamental dafür sind, ob ein solches Beteiligungssystem gerecht und finanziell für kleine Vereine machbar ist. In der Schweiz ist die Beteiligung der Vereine an den Polizeikosten übrigend bereits Usus (http://www.tagesschau.de/ausla…n-fussballspiele-102.html), auch wenn sich freilich die Modelle nicht 1:1 auf Deutschland übertragen lassen.


    Meine Meinung: Die DFL sollte sich generell bei Risikospielen an den Polizeikosten beteiligen müssen und Vereine dafür entsprechend scharf dafür zur Kasse bitten, wenn sie ihr Problem mit den eigenen gewaltbereiten Anhängern nicht hinreichend lösen (wollen). So hätte es auch einen erweiterten Erziehnungseffekt gegen Vereine wie Dresden, Frankfurt, Köln, etc., die ihre wütende Meute einfach nicht in den Griff bekommen, weil sie selber zu wenig dagegen tun (wollen).

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  • Viele Vereine machen das mit Sicherheit gut,aber nicht alle und insbesondere nicht die,bei deren Derbys es immer richtig Streß und Gewalt gibt.Es gab vor einer Zeit einen richtig guten und interessanten Bericht darüber,wie lasch bestimmte Vereine ihr Sicherheitspersonal auswählen,ohne Kontrolle von Führungszeugnissen usw.
    Desweiteren weiß auch ich,wer uns bezahlt,wenn eine Veranstaltung medizinisch abgedeckt werden muß.
    Und auf deine An- und Übergriffe,welche Verletzungen haben und zusätzliche Kräfte gerufen werden müssen.Da habe ich dann den Straftäter und der wird seitens der Polizei und Staatsanwaltschaft schon herangezogen.Denn solche Straftaten sind nicht vorhersehbar und obliegen nicht dem Veranstalter.
    Sicherlich liegen die meisten Straftaten auch außerhalb der Stadien,doch für die einzelnen Fanfraktionen sind dann die einzelnen Fanclubs und die vernünftigen und wirklichen Fans zuständig.Fast jeder läuft heutzutage mit seinem bescheuerten Smartphone,IPad bei jeder Gelegenheit herum,um sich der Welt mitzuteilen.Sollen die es aufnehmen und man kann diese Chaoten dingfest machen und zur Rechenschaft ziehen.Aber genau davor scheuen sich die meisten Fans!

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  • Dass dieses Ansinnen aus dem roten und chronisch klammen Bremen kommt, ist wohl kein Zufall.


    Ich finde diese Idee einfach nur absurd.


    Öffentliche Sicherheit ist wohl DIE staatliche Hoheitsaufgabe schlechthin! Dafür hat der Staat zu sorgen und fertig.


    Natürlich kostet das Geld - wie alle staatlichen Aufgaben. Das Gejammer vom "armen Steuerzahler" ist lächerlich. Auch die betroffenen Vereine sind bereits Steuerzahler - und das nicht zu knapp.


    Abgesehen davon sollte man von Länderseite mal lieber überlegen, ob der polizeiliche Einsatz bei Fußballspielen nicht ein ums andere Mal viel zu übertrieben ist. Sowohl was den Personalansatz als auch die konkrete Einsatzgestaltung betrifft.

    @Johannes Bachmayr - Dank und Hochachtung!
    #Uliout - Schließt Euch an!