Seid Ihr für die Einführung des Videoschiedsrichters?

  • Aktuell wird ja mal wieder heiß über den Videoschiedsrichter diskutiert.


    Ich belasse es mal bei den Antwortmöglichkeiten - Ja, Nein oder mir egal! Würde mich aber freuen, wenn Ihr dann noch Eure Gedanken dazu wiedergebt, warum nicht oder unter welchen Bedingungen das geschehen soll.

    "Eines Tages werden wir alle sterben, Snoopy."

    "Stimmt. Aber an allen anderen Tagen nicht."



  • Ich wüsste einfach kein objektives Argument, welches dagegen sprechen würde.


    Meine Vorstellung wäre eine Lösung wie in der NFL - Jeder Trainer hat 2 Möglichkeiten pro Spiel, eine Entscheidung des Schiris durch den Videoschiri prüfen zu lassen.

    *Member of "Die Gruppe" since 2013*

  • Also ich würde es begrüßen, wenn ein weiterer Schiedsrichter am TV sitzt, und strittige Szenen unmittelbar überprüft, und nur den Schiri auf dem Platz anfunkt, wenn es eine eindeutige Fehlentscheidung ist. Sehr viele Dinge gehören in die Kategorie "kann man geben, muss man nicht", da sollte dann die Erstentscheidung des Schiedsrichters greifen.
    Letztlich würde es sich doch auf Tor/ kein Tor, Elfmeter/ kein Elfmeter und Rot/ kein Rot reduzieren, sodass sich die Eingriffe stark in Grenzen halten würden.

  • Ich bin tendenziell auch dafür. Ich finde den oft gebrachten Vergleich mit American Football aber schwierig. Football ist ein Spiel, in dem per se nach jedem Spielzug unterbrochen bzw. neu aufgestellt wird.


    Im Fußball dagegen ist der Pfiff des Schiris erforderlich zur Unterbrechung. Wenn jetzt der Schiri Abseits pfeift, unterbricht er das Spiel. Hinterher festzustellen, dass der Pfiff falsch war, bringt nichts, weil die Situation dann nicht mehr nachgespielt werden kann.


    Pfeift der Schiri einen Elfer nicht, ein Trainer unterbricht dann durch so eine neue Regel das Spiel und lässt überprüfen. Es kommt raus, dass der Schri richtig lag... Unter Umständen hat der Trainer durch sein Veto dann nur einen Konter gestoppt, was auch taktisch eingesetzt werden kann, im Bewusstsein, dass man im Unrecht ist.


    Das sind so zwei Probleme die ich sehe.

    "Eines Tages werden wir alle sterben, Snoopy."

    "Stimmt. Aber an allen anderen Tagen nicht."



  • Meine praktische Lösung wäre ein Freistoß.


    Team A wird wg. Abseits zurückgepfiffen - Trainer legt Veto ein - war wirklich kein Abseits - Freistoß für Team A


    Letztendlich wird kein Trainer bei einem 08/15 Abseits sein Veto verschwenden.

    *Member of "Die Gruppe" since 2013*

  • problem ist bloß was ist wenn der trainer schon beide verbraucht hat und dann ein klarer schiri fehler passiert....dann diskutieren trotzdem wieder alle....

    rot und weiß bis in den Tod

  • Ganz und gar nicht.


    Eine der schönen Dinge des Fußballs ist es, dass man hinterher so wunderbar darüber diskutieren und streiten kann. Fehlentscheidungen gehören zum Fußball. Gut so!

    Uli. Hass weg!

  • Die Argumentation konnte ich noch nie nachvollziehen. Was ist daran schön, sich jede Woche über Schiris aufzuregen?

    "Eines Tages werden wir alle sterben, Snoopy."

    "Stimmt. Aber an allen anderen Tagen nicht."



  • Eben. Eine korrekte Entscheidung in wichtigen Spielsituationen darf nicht davon abhängen ob man schon zwei Challenges genutzt hat oder nicht...entweder ganz oder garnicht. Der Vergleich zum American Football hinkt massiv, weil die Spieldynamik halt eine völlig andere ist. Sehe da aber auch der Taktiererei, gerade in der Schlussphase, Tür und Tor geöffnet. Seit Jahren diskutiert man immer wieder ob man die Zeitschinder-Einwechselungen ab der 85. Minute unterbindet und jetzt sollen die Trainer noch zwei weitere Möglichkeiten kriegen den anrennenden Gegner aus dem Spielfluss zu bringen?


    Unwägbarkeiten gehören im Sport dazu. Wie eine überbordende Regulierungswut einen Sport praktisch zerstören kann sieht man in der Formel1...es ist ein Fall fürs Phrasenschwein, aber früher oder später gleichen sich die Ungerechtigkeiten aus.

    Tick, Tack, Tick, Tack...

  • Also es ging bei meinem Vorschlag nicht darum, jeden Einwurf oder jedes Allerweltsfoul prüfen zu lassen, sondern diese Challenges auf gewisse Vorkommnisse zu begrenzen (Abseitstor, Aktionen im Strafraum etc.)
    Da bei solchen Aktionen das Spiel eh unterbrochen ist, wird auch kein Spielfluss gestört.

    *Member of "Die Gruppe" since 2013*

  • Vielleicht sollte man dem Schiri nur selbst, die Möglichkeit geben, bei Unsicherheit nachprüfen zu lassen.


    Allerdings würden sich die Leute dann auch wieder aufragen, wenn er keinen Gebrauch macht, weil er sich eben sicher war.Es bleibt ein schwieriges Thema. Die Dynamik des Spiels spricht eigentlich eher dagegen.


    Selbst die Amis machen sowas beim Basketball nicht und beim Eishockey nur bei den Torentscheidungen.

    "Eines Tages werden wir alle sterben, Snoopy."

    "Stimmt. Aber an allen anderen Tagen nicht."



  • Das stimmt ja nur bedingt. Wenn eine Aktion im Strafraum gepfiffen wird, ist das Spiel unterbrochen.


    Aber es wäre doch nicht sachgerecht, in den Fällen, in denen nicht gepfiffen wird, nicht auch die Möglichkeit zu haben, zu prüfen, ob gepfiffen hätte werden müssen. Und dann haben wir Unterbrechungen, die es ohne Video gar nicht gegeben hätte.

    "Eines Tages werden wir alle sterben, Snoopy."

    "Stimmt. Aber an allen anderen Tagen nicht."



  • Wenn du das isoliert betrachtest - gar nichts. Aber BL-Fußball ist ja mehr als reiner Sport. Es ist Show, Unterhaltung, Folklore. Ebenso wie Tore, Siege und Niederlagen dazugehören, gehört das Gefühl dazu, benachteiligt zu werden, womöglich sogar: betrogen. Wer kann sich nicht an Spiele erinnern, in denen man nicht gegen elf, sondern mindestens gegen zwölf Mann antreten musste? Und gewann.


    Über Wembley spricht man doch heute nur wegen jenes berühmten Tores (oder eben Nicht-Tores). Und wo soll der Fußball künftig eine "Hand Gottes" herbekommen? Dazu konnte Maradona ja nur werden, weil es den Video-Beweis nicht gab.

    Uli. Hass weg!

  • Dann müssten sie erst einmal, die Tatsachenregel kippen, und wenn die gekippt ist, ist es auch möglich, ein öffentliches Gericht zu bemühen.


    Das wird lustig!

    immer weiter, niemals aufgeben

  • richtig, aufgrund der Dynamik des Spiels ist das so gar nicht realisierbar.
    Zumal man bei diversen Entscheidungen (Elfmeter ja oder nein, Platzverweis ja oder nein) immer 2 Meinungen haben wird. Jetzt sitzen da oben 2 Schiedsrichter, die nach ner Videoaufnahme sagen dass war ein Platzverweis, dann regt sich der Trainer trotzdem noch auf weil er dass eben anders sieht, weil es eben nicht der letzte Mann war (beispiel Papadopoulos am Wochenende gegen Köln).
    Über das Saisonfinale 2001 und den "vermeintlichen" Rückpass vom HSV in der 92. Minute diskutiert manch einer heute noch... ;)

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  • Ich sehe das ebenso. Weswegen ich auch mit "mir egal" abgestimmt habe. Der Unterschied wird am Ende nicht riesig sein. 99% der strittigen Szenen kann man so oder so interpretieren. Dann schimpfen wir halt über den Oberschiri, weil der eingreift oder eben nicht.


    Soweit ich die DFB-Vertreter verstanden habe will man aber sowieso am liebsten das brasilianische Modell übernehmen (über das die FIFA demnächst entscheidet). Und bei diesem Modell würde dieser Videoschiri nur selten Gelegenheit haben einzugreifen. Aber wenn man einmal damit anfängt, dann wird es ganz schnell Forderungen geben diese Methode zu verschärfen. Wer den Videobeweis einführt, der muss sich darauf einstellen dass der Fußball in 10 Jahren nicht mehr der gleiche Sport ist.

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  • bin dagegen ausser bei Tor oder nicht Tor das ist das einzige was dann wirklich zählt...


    sonst gibst zuviele Unterbrechungen und Diskussionen während ner Partie befürchte ich. sollens lieber die Regeln einfach und Auslegungen klar vorgeben und die Schiris besser ausbilden... und die Spieler besser erziehen wegen Schwalben, Tätlichkeiten etc... ne ordentliche Strafe nachher per Videobeweis und man spart sich viel

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  • Gerade weil soviel Technik rund um die Spielfelder rumsteht, die es leicht macht, einen Videobeweis einzuführen, sollte man das auch nutzen.


    Ich finde die Lösung aus dem Feldhockey sehr gut, dass jede Mannschaft pro Halbzeit ein Vetorecht hat. Da überlegt man es sich zweimal, wann man davon Gebrauch macht. Und es kommt auch nicht zu allzugroßen bzw. zu vielen Zeitverzögerungen.


    Aber es stimmt eben auch, die deutsche Schiedsrichtergilde bedarf einer Reform.

    MINGA, sonst NIX!

  • Wie sieht das aus?


    Es gab ja schon einige Regeländerungen, die den Fußball verändert haben. Die Rückpassregel hat sich meines Erachtens sehr positiv ausgewirkt - und ich bin auch ein großer Verfechter des passiven Abseits.

    "Eines Tages werden wir alle sterben, Snoopy."

    "Stimmt. Aber an allen anderen Tagen nicht."



  • Der Vidoeschiri darf nur eingreifen bei schwerwiegenden Fragen wie Tor oder nicht Tor oder wenn ein Spieler eine Tätlichkeit begeht die der Schiedsrichter nicht wahrnehmen konnte.

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