Fracking - Ja oder nein?

  • Und das widersprüchlichste an dieser "Energiwende" ist ja, dass man uns zuerst mehr Ökostrom und weniger CO2 versprochen hat, doch die deutsche Kohlestromproduktion ist heute wieder auf dem hohen Niveau wie 1990 und steigt weiter, was weder öko noch CO2-freundlich ist. Viel sauberere und effektivere Gaskraftwerke rechnen sich nicht mehr, weil die Erneuerbaren Energie den Markt derart mit nachfragefremdem Strom überschwemmen, dass sie den Börsenpreis für Strom damit kaputt gemacht haben, also künstlich nach unten begrückt haben, so dass sich wie gesagt Gaskraftwerke mit Gestehungskosten darüber nicht mehr rechnen doch teils auf Kosten der Steuerzahler künstlich als Backupkraftwerke hergehalten werden. Und je mehr die EEs den Börsenpreis kaputt machen, desto mehr müssen alle Steuerzahler an EEG-Umlage zahlen, damit die EE-Betreiber nur ja ihre auf 20 Jahre garantieren aberwitzig hohen Einspeisevergütungen erhalten.


    Also liegt da ein ganz gewaltiger Fehler im System des EEG. Zudem ist das Ziel der Betreiber von Windkraftanlagen, Solaranlagen und Biogasanlagen schon lange nicht mehr eine zuverlässige Stromversorgung zu gewährleisten, sondern nur noch Rendite zu erwirtschaften. Der EE-Sektor hat sich von einem Stromversorgungsmodell in ein reines Kapitalanlagemodell gewandelt, eben weil viele Anleger der oberen Mittelschicht und Oberschicht wegen der niedrigen Zinsen eher in den grauen Kapitalmarkt der EEs investieren und v.a. investieren können. Um so lästige Dinge wie stabile Stromversorgung, Lastführungsbetrieb, Frequenzerhaltung, Stromnetzbau, Angebot/Nachfrage, etc. müssen sie sich ja nicht kümmern sondern nehmen nur ihre Renditen mit.


    Da sind mir die "großen Konzerne" wie Eon viel lieber, weil sie zwar auch ihren Profit machen wollen (Na und?), aber dabei die klare Aufgabe haben an die Themen stabile Stromversorgung, Lastführungsbetrieb, Frequenzerhaltung, Stromnetzbau, Angebot/Nachfrage, etc. denken zu müssen.

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  • "Der wahre Grund die schnellen Reaktoren damals zu Lasten der normalen Leichtwasserreaktoren zurückzustellen waren rein politische. Die Pioniere der Kernkraft rieten damals durch die Bank, lieber das Konzept der schnellen Reaktoren umzusetzen, weil sie inhärent sicher waren und v.a. nicht wie die Leichtwasserreaktoren 300.000 Jahre strahlenden "Atommüll" produzierten. Aber die Politik gab damals den Leichtwasserreaktoren trotzdem den Vorzug, eben weil sie damals schlichtweg günstiger in der Beschaffung waren und man schnell viele Reaktoren bauen wollte. Das ist der wirkliche Grund. Hier hat sich wie bei vielen anderen Dingen zuerst das Produkt durchgesetzt, was das schlechtere ist (siehe VHS Video2000, BluRay HDDVD, etc.)."


    Das stimmt einfach nicht. Es gab in Deutschland (KNK-II) einen Testreaktor. Es gab in allen großen westlichen Atomnationen entsprechende Testreaktoren. Alle Testreaktoren haben enorme Kosten verursacht und hatte große Sicherheitsprobleme. Natürlich ist das auch immer eine politische Entscheidung, gerade in Deutschland. Die Forschung daran ist ja nicht neu, sie läuft seit den 50iger Jahren. In den USA gab es den ersten Reaktor (CLEMENTINE) ähnlicher Bauweise 1946. Trotzdem wurde sie immer wieder vorallem aus finanziellen und sicherheitstechnischen Gründen eingestellt.


    Die andere große Utopie ist der Fusionsreaktor. Das hat bis heute auch noch keiner zur Marktreife gebracht, obwohl das transnationale Projekt der EU inzwischen bei 100 Milliarden Euro Forschungsgeldern angekommen ist (auf 47 Jahre verteilt, von daher halb so schlimm wie es sich anhört).


    "2001 war man noch in einer Vorphase, also weder markt- noch serienreif."


    Das stimmt auch nicht. GE hat das Konzept bereits 2001 verkaufen wollen, hat es aber nicht an den Mann gebracht. Das ist auch kein Geheimnis, habe ich erst vor ein paar Wochen in einem Interview mit dem CEO gelesen. 2006 hat man dieses Design wieder in das Portfolio aufgenommen, nachdem die USA offiziell wieder Interesse am Bau eines solchen Reaktors zeigte.


    "Welche "Reaktorflüssigkeiten" meinst du hier genau und welche enormeln Risiken sollen das bitte sein? Bitte keine allgemeinen Phrasen sondern konkrete Dinge."


    Alle Reaktoren nach diesem Konzept müssen mit flüssigen Metallen gekühlt werden?! Wenn man sich die Berichte IAEA anschaut oder die Geschichte des japanischen Testreaktors ist das immer wieder das größte Sicherheitsproblem. Gaskühlung wird da als Alternative angesehen, ist aber weltweit nie über das Teststadium hinausgekommen.


    "Stopp!!! Hier liegstr du völlig falsch, denn GE/Hitachi hat England für den S-PRISM das Angebot gemacht, dass man von diesem neuen Reaktorkonzept so überzeugt ist, dass man die beiden geplanten S-PRISMs selber BAUT und BETREIBT, so dass England dafür also erstmal keinen Cent zahlen muss."


    Woher hast du diese Information? Das ist kompletter Unsinn. Natürlich muss die britische Regierung über ein Joint-Venture den Bau finanzieren (vielleicht kann man da noch weitere Investoren an Bord holen wie bei anderen britischen Reaktorprojekten). GE lehnt auch jede Verantwortung für den Risikofall ab. Ist auch vollkommen verständlich aus der Sicht einer privaten marktwirtschaftlichen Firma. Die Rückstellungen für einen Schadensfall sind nicht aufzubringen, außer durch staatliche Bürgschaften. Ist in Deutschland nicht anders (hier gibt es im übrigen auch nicht einen einzigen privat gebauten Atomreaktor... alle durch die Bank weg vom Staat bezahlt). Außerdem hat GE noch nie einen Reaktor dieser Art gebaut, aber die sind nicht so blöd zu glauben, da könnte nichts schief gehen. In England wird gerade ein konventioneller Reaktor gebaut, wer bezahlts zum großen Teil? Der Staat (+Strompreis-Garantie für 25-30 Jahre, weiß es gerade nicht mehr genau...Ich dachte sowas gibts nur bei Ökostrom..). Warum sollte GE ein Interesse daran haben da gegenüber seinen Mitbewerbern benachteiligt zu werden? Diese Investitionskosten müsste man selbstverständlich in den Strompreis einpreisen und dann lohnen solche Projekte nicht. Für dasselbe Geld kann ich 7 Kohle-/Gas-kraftwerke in die Landschaft stellen und immernoch mehr verdienen. GE will Geld verdienen und nicht die Welt retten.


    "Also worüber beklagst du dich dann?"


    Es gibt auch andere Möglichkeiten waffenfähiges Plutonium zu entsorgen. Auch nicht billig, aber auch nicht wesentlich teurer als ein solcher Reaktor.


    Ich bin nicht gegen Atomkraft, aber so zu tun, wie als gäbe es da quasi das unfehlbare Energie-Perpetuum mobile ist gefährlicher Unsinn.

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  • Das stimmt einfach nicht. Es gab in Deutschland (KNK-II) einen Testreaktor. Es gab in allen großen westlichen Atomnationen entsprechende Testreaktoren. Alle Testreaktoren haben enorme Kosten verursacht und hatte große Sicherheitsprobleme.
    Dass Forschungsanlagen mehr Kosten verursachen - sowohl beim Bau als auch beim Betreib - als kommerzielle Anlagen, ist doch völlig klar. Denn in ihnen wird umfangreich geforscht, es werden immer wieder neue Komponenten getestet und sie sind noch Prototypen. Und solche Anlagen werden ja gerade dazu gebaut, um noch mögliche Fehler zu finden, sie zu analysieren, zu verstehen und künftig abzustellen, denn dafür sind sie schließlich da. Die ersten Windkraftanlagen, Solarzellen, Biogasanlagen, etc. waren ja auch nicht fehlerfrei und die Forschung kostete viel Geld. Wo ist also das Problem?


    Die Forschung daran ist ja nicht neu, sie läuft seit den 50iger Jahren. In den USA gab es den ersten Reaktor (CLEMENTINE) ähnlicher Bauweise 1946. Trotzdem wurde sie immer wieder vorallem aus finanziellen und sicherheitstechnischen Gründen eingestellt.
    Die Eintscheidung hin zum Leichtwasserreaktor erfolgte in der Pionierzeit nicht aus sicherheittechnischen Gründen - denn die schnellen Reaktoren sind nunmal schon von ihrem Aufbau her sicherer! Der Grund war einfach, dass Leichtwasserreaktoren einfacher und günstiger zu bauen waren, jedoch den großen Nachteil des Entstehens von "Atommüll" hatten. Erst heute, wo inhärente Sicherheit immer mehr gefordert ist und man das Endlagerproblem lösen will und muss, besinnt man sich doch wieder auf die schnellen Reaktoren, die mit den heutigen Technologien ja auch günstiger als damals zu bauen sind.


    Die andere große Utopie ist der Fusionsreaktor. Das hat bis heute auch noch keiner zur Marktreife gebracht, obwohl das transnationale Projekt der EU inzwischen bei 100 Milliarden Euro Forschungsgeldern angekommen ist (auf 47 Jahre verteilt, von daher halb so schlimm wie es sich anhört).
    Was meinst du mit "Utopie"? Deine Behauptung "Utopie" würde ja bedeuten, dass Kernfusion niemals funktionieren würde, doch sie funktioniert bereits in mehreren Testanlagen weltweit. Das Problem ist nur, dass man aus rein physikalischen Grünen eine entsprechend große Anlage braucht, damit der Plasmastrom viel länger bzw. permanent im Torus aufrechterhalten werden kann, so dass die Anlage viel mehr Strom produziert, als sie selber für den Betreib verbraucht. Und genau dafür wird ITER gebaut, eben weil die Kommerzialisierung der Kernfusion ein gewaltiger Durchbruch in der Energieversorgung für die ganze Menschheit wäre.


    Das stimmt auch nicht. GE hat das Konzept bereits 2001 verkaufen wollen, hat es aber nicht an den Mann gebracht. Das ist auch kein Geheimnis, habe ich erst vor ein paar Wochen in einem Interview mit dem CEO gelesen. 2006 hat man dieses Design wieder in das Portfolio aufgenommen, nachdem die USA offiziell wieder Interesse am Bau eines solchen Reaktors zeigte.
    GE bot den Reaktor 2001 lediglich als Konzept an, in den noch sehr viel Entwicklungsarbeit, Zeit und Geld reingesteckt hätte werden müssen, was damals eben noch keiner zahlen wollte. Doch heute bietet man auch dank der staatlichen Forschungsgelder einen auskonstruierten und sofort baubaren Reaktor an, was freilich etwas anderes ist. Und England wird wie gesagt wohl dieses Jahr noch zwei davon bestellen.


    Alle Reaktoren nach diesem Konzept müssen mit flüssigen Metallen gekühlt werden?! Wenn man sich die Berichte IAEA anschaut oder die Geschichte des japanischen Testreaktors ist das immer wieder das größte Sicherheitsproblem. Gaskühlung wird da als Alternative angesehen, ist aber weltweit nie über das Teststadium hinausgekommen.
    Du sprichst hier das Natrium als Kühlmedium an. Ja, am Anfang gab es noch Probleme damit, doch wie gesagt sind Forschungsreaktoren wie auch der in Japan genau dazu da, solche Probleme zu finden, zu analysieren. zu verstehen und abzustellen. Heute hat man das Problem im Griff und bei kommerziellen Anlagen gibt es umfangreiche Maßnahmen, wie sowas teils schon rein physikalisch nicht mehr vorkommen kann. Zudem war dieser japanische Testreaktor noch als Loop-System aufgebaut, während die heutigen IFR-Konzepte auf das Pool-System setzen, was vielerlei Vorteile und mehr (inhärente) Sicherheit bietet.


    Woher hast du diese Information?
    Das gab es im letzten Jahr als Pressemeldungen. Leider finde ich gerade keinen Link, aber ich reiche ihn dir so schnell wie möglich nach. Wie gesagt hat GE/Hitachi hier solch ein Angebot für Bau und Betrieb der Reaktoren auf eigene Kosten angeboten und England müsste nur für die "vernichtete" Menge Plutonium pro Tonne zahlen. Daneben gab es noch ein zweites Angebot für den ganz normalen Bau und Betreib durch England, also wie bei jedem anderen Kraftwerk auch.


    Es gibt auch andere Möglichkeiten waffenfähiges Plutonium zu entsorgen. Auch nicht billig, aber auch nicht wesentlich teurer als ein solcher Reaktor.
    Und welche wären das genau? Und welche großen Vorteile hätten sie gegenüber diesen schnellen Reaktoren? Und sind diese bereits kommerziell bestellbar, also technisch einsatzbereit?


    Ich bin nicht gegen Atomkraft, aber so zu tun, wie als gäbe es da quasi das unfehlbare Energie-Perpetuum mobile ist gefährlicher Unsinn.
    Wer hat das denn hier behauptet? Ich bestimmt nicht.

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  • Zurück zum Thema der Umfrage:
    Es wird ja derzeit auch schon an einer verbesserten Technik, dem sog. "Clean Fracking", geforscht. Hierbei sollen ins Bohrloch nur noch Wasser, Bauxitsand und Stärke aus z.B. Mais eingebracht werden, also keine Chemikalien mehr. Ich finde, dass dahingehend die Forschung intensiviert werden sollte, damit diese Technik möglichst bald kommerziell wirtschaftlich eingesetzt werden kann.


    Dazu eine Frage an die, die in der Umfrage Nein gesagt haben:
    Wenn man Fracking mit der oben beschriebenen Methode ohne Chemikalien betreibt, würdet ihr dann eure Meinung wieder teilweise oder ganz ändern?

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  • GE hat 2001 nichts anderes angeboten als 5 Jahre später. Die haben keinen Cent in ihre Designstudie investiert. Nicht umsonst wird eine Bauzeit von 14-18 Jahren für den Reaktor projektiert (ursprünglich 25 Jahre, aber dann war GB nicht gewollt das Projekt umzusetzen). Der Unterschied zwischen Loop und Pool ist nicht entscheidend für die Gefährlichkeit von Natrium (reagiert mit Luft und Wasser). Das GE Hitachi wirklich das Kraftwerk betreiben will glaube ich erst, wenn ich es wirklich lesen kann, weil sie das eigentlich nur einmal gemacht haben in ihrer Firmengeschichte. Das sind Maschinenbauer, kein Energieanbieter.


    Pool-Reaktoren verfügen auch über einen (sekundären) Natrium-Kreislauf der außerhalb des Reaktorkerns liegt. Das beste passive oder aktive Kühlsystem nützt nichts, wenn dir der gesamte Reaktor um die Ohren fliegt, weil es eine Leckage im Natriumsystem gibt.


    Waffenfähiges Plutonium kann zu MOX-Fuel verarbeitet werden, also Brennstäbe die in konventionellen Kraftwerken eingesetzt werden, z.B. auch in Fukushima.

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  • Es wird bald in den USA eine neue, effektivere und v.a. saubere Technik für die Schiedergasförderung getestet - Cryogenes Fracktuieren:
    http://www.eike-klima-energie.eu/news-cache/die-naechste-schiefer-revolution-tiefkuehl-fracking/


    Kurz gesagt nimmt man hier nicht Wasser und Chemikalien sondern flüssigen Stickstoff. Der flüssige, extrem kalte Stickstoff wird in die Erde gepumpt, wo es das warme Gestein bei Kontakt auf Grund des plötzlich großen Temperaturunterschieds aufsprengen soll, um Öl und Gas freizusetzen. Und weil der Stickstoff einfach verdunstet, kann es auch keine Probleme mit dem Grundwasser geben. Zudem erhofft man sich von dieser Fördermethode noch bessere Ergebnisse als wie mit Wasser und Chemikalien.


    Wenn das hinhaut und es wirtschaftlich ist, wäre es eine wesentlich Verbesserung, eben weil man dann keine Chemikalien mehr bräuchte. Und dieses Beipspiel zeigt sehr deutlich, dass man nicht Fracking für alle Zeit total verbieten sollte, eben weil die Forschung immer wieder Fortschritte macht um bisherige Probleme zu lösen. Dieses cryogene Fracktuieren wäre also etwas ganz anderes als due heutige Fördermethode und müsste deshalb auch neu bewertet werden.


    Ich fürchte nur, dass dies auf Grund der immer schlimmer werdenenen grünen Ideologie in Deutschland überhaupt nicht gemacht wird. Naja, dann sind wir eben auch weiterhin vom Gas-Putin abhängig, werden es immer mehr und zahlen dem schön seine Kriegstreiberei... >:-|


    Ach ja, hier mal was Dieter Nuhr davon hält:
    https://www.youtube.com/watch?v=f7wde75H9RM

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