Unwort des Jahres: "Gutmensch"

  • die bisherige meinung des forums ist dann wohl eindeutig. wundert mich nicht.


    für mich ist ein gutmensch einer der es voll fies findet wenn es keinen mindestlohn über 20€ gibt, aber nach der demo dann über myhammer.de die polen für 5€ ihre bude streichen lässt.


    gegen gute menschen hat keiner was. ich bezeichne mich in voller überzeugung auch als guten menschen. aber ich fordere eben nicht nur von anderen unrealistisches um gesinnungsapplaus zu bekommen ohne selbst irgendwas dafür zu tun, sondern ich analysiere möglichkeiten und kalkuliere ganz bewusst auch konsequenzen ein. ein gutmensch ist nach meiner definition v.a. heuchlerisch und dumm. ein guter mensch hingegen macht tatsächlich einen unterschied. z.b. die vielen engagierten flüchtlingshelfer.

  • Das eigentliche Problem ist, dass das Wort Gutmensch zu inflationär verwendet wird.
    Vor 2-3 Jahren war ein Gutmensch noch der, der anderen seine Meinung aufzwingt, und Toleranz von alles und jedem einverlangt und von jedem fordert, seinen Lebensstil zu adaptieren ( Beispiel Veganer), dabei aber selbst höchst intolerant agiert. Damals war das Wort für mich klar negativ behaftet, also genau das, was du auch sagst.
    Heute ist ein Gutmensch doch schon der, der sich für irgendetwas engagiert, sei es aufgrund der aktuellen Problematik für Flüchtlinge, oder aber meinetwegen auch für Tierschutz (z.B. Peter Maffay).
    Das Wort sagt für mich aktuell weniger was über denjenigen aus, der gemeint ist, als mehr über den, der es benutzt.

    0

  • sehr guter beitrag! habe ich so noch nicht gesehen, stimme dir aber zu. insofern ist der begriff ansich wohl nicht das unwort des jahres, sondern eher dessen falsche weil inflationäre verwendung.

  • Mehr noch! Das Aufzwingen der eigenen Meinung erfolgt aus der vermeintlichen Gewissheit, dass die eigene Meinung moralisch höherwertig ist, und deshalb alle anderen diese Meinung zu übernehmen haben! Es ist sozusagen "Moralisches Herrenmenschendenken" und führt zu der von dir genannten Intoleranz, die sich in der Bekämpfung von vermeintlich moralisch niedrig stehenden Meinungen wiederfindet. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Die meisten Nicht-Gutmenschen finden diese Manipulation höchst fragwürdig, befinden sich aber in einer Zwickmühle, weil sie sich nachvollziehbarer Weise nur ungern als "moralisch niedrig stehend" bezeichnen lassen wollen. Diejenigen, die sich gegen diese Manipulation wehren, werden diffamiert und bekommen die volle Wucht der Moralkeule zu spüren. Eine Auseinandersetzung mit anderen Meinungen oder eine kritische Reflexion des eigenen Denkens und Handelns findet bei diesen "moralischen Herrenmenschen" so gut wie nie statt.

    0

  • du beschreibst gerade linke denke. es ist genau das was mich neben der inhaltlich absurden einstellung dieser bande so erschaudern lässt. diese selbstzufriedenheit die man als linker hat wenn man vom klassischen politischen kabaret nach hause geht und gemeinsam darüber gelacht wie dumm, gemein und unfähig doch alle "da oben" sind, während man selbst zwar keinerlei bedeutung hat und auch nichts an den kritisierten dingen ändert, aber sich zumindest als die besseren menschen sieht.


    ich sehe, wir kommen der definition des begriffes näher. ich schicke nach der vollendung ein exzerpt davon an diese komische gesellschaft die das wort gewählt hat.

  • die taz kann nicht viel, hat aber offenbar ein feines näschen dafür wann sie selber gemeint sind und gehen daher folgerichtig in die offensive. kritik ist nicht das ding von journalisten, zumal wenn linksradikal. insofern die wohl bestmögliche bestätigung.

  • Ich finde das Unwort "Gutmensch" eine sehr gute Wahl weil es in vielen verbalen Auseinandersetzungen mit sehr ideologistischen Menschen mittlerweile ein fester Begriff geworden ist.


    Aus meiner Sicht wären auch folgende Unwörter gut gewesen:
    "Pack"
    "Wir schaffen das!"
    "Flüchtlingskrise"
    "Flüchtlingskatastrophe"
    "Wirtschaftsflüchtlinge"
    "Willkommenskultur"
    "Misstrauen"
    "Medienmanipulation"
    "Besorgte Bürger"
    "Dunkeldeutschland"
    "Islamischer Staat"
    "Ukraineberichterstattung"
    "FIFA-Skandal"
    "Nolympia"
    "Facebook-Zensur"
    "Gender-Wahnsinn"
    "Angela Merkel"
    "Lügenpresse" (War zwar 2014 schon mal der Gewinner, aber ist immer noch aktuell...)


    Und für 2016 hätte ich schon die ersten Vorschläge:
    "Schweigekartell"
    "Eine Armlänge"
    "Bürgerwehr"
    "Unterlassene Berichterstattung"

    0

  • ergebnis des gutmenschentums ist u.a. die offensichtliche praxis beim asylverfahren für marokkaner und algerier. seit jahren bekannt, aber erst seit köln der große aufreger. schön dass sich der dicke sigmar jetzt hinstellt und das ändern möchte. aber das thema war seit jahren bekannt, wurde aber totgeschwiegen. möchte nicht wissen was da sonst noch alles für praxen nicht jedem bekannt sind. wir lassen uns von diesen ländern sauber verarschen. DAS IST GUTMENSCHENTUM, und das ist nicht gut.

  • Den Gutmenschen "verdanken" wir unter anderem folgendes:
    - Gender-Wahnsinn: Heute werden Professoren von bestimmten Gruppen öffentlich als frauenfeindlich, nur weil er nicht korrekt Professor_Innen, Professor*Innen oder ProfessX schreibt. Auch wollen die uns weißmachen, dass es angeblich bis zu 60 Geschlechter gibt und man kein einziges davon auch nur irgendwie diskriminieren darf.
    - Ampelfrauchen: Da hat man auf Einfluss dieser Leute in den letzten Jahren alle Ampelmänchen, Verkehrszeichen und sonstige Hinweisschilder ihre geschlechtsspezifischen Merkmale - egal ob männlich oder weiblich - beraubt und sie mit neutralen Strichfiguren versehen, und nun soll es auf einmal nach Quotenregelung Ampelfrauchen geben.
    - Negerkuss und Zigeunerschnitzel: Diese und andere Bezeichnungen, wo früher nie jemand auch nur ansatzweise an Diskriminierung dachte und es auch nicht beabsichtigte, sind plötzlich böse und müssen verboten werden.
    - Ausländer vs. Mensch mit Migrationshintergrund bzw. Türke vs. Mensch türkischstämmiger Herkunft: Warum darf man bitte Menschen nicht mehr so korrekt bezeichnen, je nach ihrer Herkunft? Warum muss man das jetzt "liebevoll" umschreiben?
    - Bevormundung: Kleine Gruppen von diesen Gutmenschen wollen angeblich genau wissen, was für uns alle gut bzw. besser ist und wollen dies mit Gewalt allen anderen Menschen aufdrücken.
    - Vegane Oberlehrer: Manche Leute wollen sich aus ideologischen Grünen rein vegan ernähren, wo ich ja erstmal nix dagegen habe, denn das muss jeder für sich wissen. Wenn diese Leute dann allerdings alle andere als schlecht und böse darstellen und belehren wollen, dann hört für mich der Spaß auf (siehe auch den "Veggie-Day").
    - Aufgabe der eigenen Idendität: Wenn viele Einwanderer in unser Land kommen, dann verlangen die Gutmenschen, das WIR uns gefälligst an sie anpassen müssen anstatt die an uns (siehe 5 islamische Feiertage, Islamunterricht auch für Einheimische).
    - Gleichberechtigung vs. Feminismus: Diese Leute reden andauernd von Gleichberechtigung, installieren dafür sogar "Gleichstellungsbeauftragte" auf Kosten der Steuerzahler und verwechseln Gleichstellung mit Feminismus, also das bewusst Zurückstellen des Mannes.
    - Ideologien wie der abgeblich menschengemachte Klimawandel: Die Gutmenschen wollen wie gesagt allen anderen ihren ideologischen Willen aufdrücken und da schrecken sie auch vor einer Verdummung der Menschen nicht zurück, z.B. mit solch längst wissenschaftlich widerlegten Dingen wie dem angeblich menschengemachten Klimawandel, Anti-Kernkraft, generell wirtschaftsfeindlichem Verhalten, Verweichlichung der Gesellschaft, etc..
    - usw.


    Meine offene Meinung: Die Chaoten, die 1968 den großen Aufstand gemacht haben, saßen dann an entscheidenden Positionen in Politik, Bildung, Universitäten, Medien und NGOs. Und von dort aus haben sie die Gesellschaft und v.a. die dazu nötigen "Instrumente" (Lehrer, Professoren, Politiker, Redakteure, Kinderpfleger, etc.) nach ihrer links-grün-ideologischen Denkweise beeinflusst, die nun in dritter Generation diese Gehirnwäsche weitertreiben und das immer krasser. Zum Beispiel in der Wissenschaft hat dies zu beabsichtigter Verdrehung wichtiger Grundlagen und Tatsachen geführt, so dass mit der Zeit eine Pseudo-Wissenschaft entstanden ist. Und wer aus der Reihe ausschert und sich erfrecht, der echten Wahrheit auf den Grund zu gehen und dies auch noch breit publiziert, der wird öffentlich denunziert, als Rechter hingestellt, die Forschungsgelder und Lehrstühle abgesägt und sozial isoliert. Irgendwie erinnert das an dunkle Zeiten unserer deutschen Geschichte, nur diesmal kommen die Schergen von der anderen Seite des politischen Spektrums.

    0