Nervige Bundesligaunterbrechung

  • Dass das alles einen schalen Beigeschmack hat, ist keine Frage. Auch keine Frage, dass das Teammaenagement wahrscheinlich Fehler gemacht hat. In der internen, aber auch externen Kommunikation.

    Klar auch, dass der Umgang mit der Situation in Katar und der WM dort, nicht von jedem Spieler gleich beurteilt wird/wurde und zu unterschiedlichen Aspekten wird auch jeder unterschiedliche Sichtweisen (gehabt) haben. Sehen wir an uns selbst - sehen wir hier im Forum.

    Jetzt aber so zu tun, dass die Erwartungshaltung von außen, die auch eine eigene Dynamik hatte, keine Bürde war und stattdessen Konflikte, die es sicher gab, nochmal anzuheizen und mit denen Politik zu machen und einzelne Spieler zu Sündenboecken, ist für mich einfach unanständig.

  • Wenn nur zwei dafür sind und die anderen dann doch irgendwie einlenken.


    Problem ist doch irgendwo, dass diese Anti-Katardiskussion in keinem Land so vehement geführt wurde wie hier. Wenn du nicht beim Protest mitmachst, dann gibt dir das doch auch irgendwie den Anstrich, dass dir Menschenrechte etc. nicht wichtig wären...


    Ich denke, jeder der Nationalspieler war da in einer Zwickmühle.

    Genau das ist das Ding......, hier wirste ratz die Bum in eine Ecke gestellt wo man nicht hingehört, lediglich weil einem das permanente Gerede über die Binde oder LGBTQ einfach nur noch nevt. Morgens, mittags abends mit einer penetranz der man sich nicht mehr erwehren kann.

    Boykotieren wäre die Antwort gewesen, alles andere ist lediglich lächerliches, verantwortungsloses Verhalten um nicht medial geteert und gefedert zu werden.

    Das ist übrigens in den Schulen genauso ein Thema.

    Ich geb mein Herz für Dich , für Bayern lebe ich, ich lass dich nie im Stich

  • Genau das ist das Ding......, hier wirste ratz die Bum in eine Ecke gestellt wo man nicht hingehört, lediglich weil einem das permanente Gerede über die Binde oder LGBTQ einfach nur noch nevt. Morgens, mittags abends mit einer penetranz der man sich nicht mehr erwehren kann.

    Boykotieren wäre die Antwort gesesn, alles andere ist lediglich lächerliches, verantwortungsloses Verhalten um nicht medial geteert und gefedert zu werden.

    Das ist übrigens in den Schulen genauso ein Thema.

    Richtig! In unserer Schule haben sie ein One-Love-Gruppenfoto geschossen und alle sollten sich dazu in bestimmten Farben anziehen. Ich bin stolz darauf, dass mein Kind dem Druck der Lehrer standgehalten und nicht mitgemacht hat.

    Aber vor den Augen der Welt und unter dem Druck, es direkt vor dem ersten Spiel nicht zum Eklat kommen zu lassen, ist das natürlich noch mal eine andere Sache. Trotzdem habe ich Hochachtung vor Kimmich und allen anderen im deutschen Team, die sich nicht vor den politischen Karren spannen lassen wollten!

  • hier wirste ratz die Bum in eine Ecke gestellt wo man nicht hingehört, lediglich weil einem das permanente Gerede über die Binde oder LGBTQ einfach nur noch nevt

    Moment, du wirst in die Ecke gestellt, dass dich LGBTQ nicht interessiert, weil dich LGBTQ halt nicht interessiert? Ja ei der Daus... Keiner redet permanent von dem Thema, außer es ist halt Thema so wie es jetzt in der Diskussion um die N11 ist.


    Zum Thema: Ein guter Manager hätte das alles moderieren können. Entweder hätte er sich als Blitzableiter hinstellen müssen oder genug Eier in der Hose haben müssen, nach Hause zu fahren. So wurde nur die schlechteste Lösung für alle Interessensgruppen gewählt: Halbarschiges Mundzuhalten und müder Grottenkick.

  • Dass das alles einen schalen Beigeschmack hat, ist keine Frage. Auch keine Frage, dass das Teammaenagement wahrscheinlich Fehler gemacht hat. In der internen, aber auch externen Kommunikation.

    Meines Erachtens eine ziemliche Untertreibung. "Schaler Beigeschmack" und "wahrscheinlich Fehler (...) in der Kommunikation" trifft's echt überhaupt nicht. Der DFB hat sich völlig verrannt und am Zeichensetzen festgekrallt - bis zum Anpfiff. Aus Fan-Sicht mag man halt geteilter Meinung sein und könnte zu Deinen Schlüssen kommen. In der Tat aber geht es um sehr viel mehr als um Geschmacksfragen.


    Der Imageschaden, der dem DFB und den Spielern entstanden ist, ist das eine. Der ökonomische Schaden aber, der der DFL droht, hat das Potenzial, die Wettbewerbsfähigkeit der Bundesliga zu beeinträchtigen. Asien ist, nachdem das Zuschauerinteresse in Deutschland nicht mehr weiter wächst, das Expansionsfeld Nummer eins, noch vor Nordamerika. Und gerade in Asien hat der DFB sich gerade auf jeder Ebene bis auf die Knochen blamiert.


    Was das für die Geschäfte der DFL dort bedeutet, die ja auch für den FCB von Bedeutung sind, kann ich nicht bemessen; dass das Auftreten der deutschen Fußballer (und der Bundesinnenministerin) aber irgendeinen wie auch immer gearteten positiven Effekt für die Wachstumspläne in Asien haben könnte, halte ich für völlig ausgeschlossen.

  • Kein Spieler hat dieses Thema als Begründung oder Ausrede für das katastrophale Abschneiden benutzt. Also sollte man es auch nicht machen.


    Auf der anderen Seite müsste jedem klar sein das hier das Management insbesondere Bierhoff total versagt hat.

    Aus den Erfahrungen von 2018 hat der nichts aber auch garnichts gelernt. Das es nicht besonders hilfreich ist, so ein kontroverses Thema am Vorabend eines wichtigen Spiels zu diskutieren um untereinander den kleinsten gemeinsamen Nenner zu finden (was natürlich einen Druck oder gewissen Zwang erzeugt wenn es unterschiedliche Ansichten gibt), dürfte aber auch klar sein.

  • Rodeo_Baierlorzer - deine Argumentation verstehe ich und kann ich nachvollziehen. Insofern war "schaler Beigeschmack" sicher eher freundlich formuliert. Die Notwendigkeit der Kritik am Management will ich auch gar nicht anzweifeln. Die ist aber nur am Rande und daher "schaler Beigeschmack", die Ebene zu der ich mich aeussern wollte.


    Mir ging und geht es mehr um die Ebene "Medien", "Fans" und "Erwartungshaltungen an Spieler" und mir ist da einfach die Art wie die Debatte geführt wird und wer da jetzt zum Sündenbock gemacht wird, unangenehm.

    Keiner will den eigenen Anteil daran sehen, wie diese Spirale, die da entstanden ist und in der die Spieler (zwangsläufig) eingebunden waren, entstanden ist. Stattdessen werden Neuer und Goretzka zum Problem gemacht.

    Das finde ich unangemessen und der Sache nicht dienlich.

    Nämlich die Fehler, die im Bereich Management gemacht wurden, aber auch im sportlichen Bereich (von Trainer und Spieler) aufzuarbeiten und deren Ursachen dann zu korrigieren. Auf die Zukunft bezogenen, denn rückwirkend geht da ja nun gar nichts mehr.


    Aber was die Folgen betrifft , die diese Art der Aussendarstellung für die internationale Reputation des deutschen Fußballs und der Vermarktung der BuLi etc. hat, hast du sicher recht.

  • Ich ergänze: Wir sollten und das meinte ich mit "Fans" auch auch auf uns selbst schauen und hinterfragen, ob die Spieler, den zum Teil sehr unterschiedlichen Erwartungshaltungen, die Fans generell, aber auch zu unterschiedlichen Themenfeldern speziell haben, überhaupt gerecht werden können. Gleiches gilt dann auch für die mediale Öffentlichkeit.

  • Wer soll denn in dem Zusammenhang "Wir" sein? Mir scheint, dieses "Wir" wird immer dann beschworen, wenn etwas gewaltig schiefgelaufen ist. Das Thema Zeichen setzen in und wegen Katar wurde doch nicht von "uns Fans" betrieben, sondern von einigen wenigen - und die dürfen für die dadurch aufgebaute Druckwelle auf die Spieler nun auch gerne Verantwortung übernehmen, ganz ohne das exkulpierende "Wir"!

  • Fans sind "wir" tatsächlich zunächst alle. Erwartungshaltungen waren allerdings - habe ich geschrieben - sehr unterschiedlich und wechselten auch im Laufe der Debatte.

    Insofern hat jeder, der an einer Debatte teilnimmt, auch Einfluss auf diese und ihre Auswirkungen.

  • Dass das alles einen schalen Beigeschmack hat, ist keine Frage. Auch keine Frage, dass das Teammaenagement wahrscheinlich Fehler gemacht hat. In der internen, aber auch externen Kommunikation.

    Klar auch, dass der Umgang mit der Situation in Katar und der WM dort, nicht von jedem Spieler gleich beurteilt wird/wurde und zu unterschiedlichen Aspekten wird auch jeder unterschiedliche Sichtweisen (gehabt) haben. Sehen wir an uns selbst - sehen wir hier im Forum.

    Jetzt aber so zu tun, dass die Erwartungshaltung von außen, die auch eine eigene Dynamik hatte, keine Bürde war und stattdessen Konflikte, die es sicher gab, nochmal anzuheizen und mit denen Politik zu machen und einzelne Spieler zu Sündenboecken, ist für mich einfach unanständig.

    Es geht hier nicht um Sündenböcke aufbauen sondern um Verantwortung. Dafür gibt es einen Kapitän und Spielerrat, da bekommt man mehr Macht, aber eben auch Verantwortung zu der man dann stehen muss.

  • Es geht hier nicht um Sündenböcke aufbauen sondern um Verantwortung. Dafür gibt es einen Kapitän und Spielerrat, da bekommt man mehr Macht, aber eben auch Verantwortung zu der man dann stehen muss.

    Natürlich bedeutet die Tatsache, dass man Kapitän ist und dem Spielerrat angehört, Verantwortung. Das ist doch selbstverständlich.


    Und wer sagt, dass Neuer und Co. dem nicht gerecht werden? Noch haben, wenn ich es richtig verfolgt habe, die Protagonisten selbst sich nicht geäußert. Da sind wir aber wieder bei meinem Thema, dass man grundsätzlich mit urteilen und gar verurteilen vorsichtig sein muss und die eigenen Erwartungshaltungen und moralischen Maßstäbe nur bedingt (oder gar nicht?) auf andere übertragen kann/sollte.


    Klar hat Neuer eine Verantwortung und Goretzka auch - wie eben jeder Spieler/Mensch, der handelt und für seine Meinung und Werte eintritt.


    Dass man jetzt, nach der ONE LOVE-Binde-Debatte, die erst so gar kein Zeichen war, dann zum Zeichen wurde, um dann, über fehlendes Rückgrat bei jetzt zu viel Rückgrat (?) ankommt, geht mMn nicht und egal wie sich die Spieler verhalten, sie sich falsch verhalten, weil es nicht zur eigenen oder vermeintlichen Mehrheitsmeinung passt und dies dann auch noch als Ursache für sportlichen Misserfolg (und da sind wir dann bei Sündenböcke) hernimmt, geht gar nicht.


    Aber hier dreht es sich - ich fürchte, da kommen wir nicht überein.

  • Für mich hat bei der ganzen Binden-, bzw. Zeichensetzungsthematik vor allem Flick versagt.


    Er bestimmt, wo der Fokus in den Tagen vor dem ersten WM-Spiel liegen muss und im Interesse des sportlichen Zieles hätte er sich die Diskussion um das Setzen irgendwelcher Zeichen und jedweden Druck von Bierhoff verbitten müssen. Dazu kommen wohl noch handwerkliche Fehler im Spiel selbst.


    Eigentlich darf Flick dieses Ausscheiden als Bundestrainer nicht überleben. Wird er aber - man kennt und schätzt sich ja. :)

    "Es gibt zuviel' Leute, die sagen zu wenig; die reden einfach zuviel."

    Klaus Lage

  • Dieses Ausscheiden ist auf so vielen Ebenen verdient und nur die konsequente Fortsetzung von Fehleinschätzungen der letzten Jahre.


    Man hat überhaupt kein System, was zu den nominierten Spielern passt, auf das Einspielen eines solchen mit entsprechendem Personal wird verzichtet und rein auf individuelle Qualität (die ja auf vielen Positionen noch nicht mal ausreichend vorhanden ist) gesetzt.


    Und zum krönenden Abschluss wird im einzigen (!!!) Testspiel vor dem Turnier ne wild zusammengewürfelte Truppe aufgestellt, statt die letzte Gelegenheit zum Einspielen von wenigstens ein paar Automatismen zu nutzen.


    Gehts naus, spuits Fußboi funktioniert halt nur beim Kaiser, aber nicht bei nem Hansi...

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  • Kein Spieler hat dieses Thema als Begründung oder Ausrede für das katastrophale Abschneiden benutzt. Also sollte man es auch nicht machen.


    Auf der anderen Seite müsste jedem klar sein das hier das Management insbesondere Bierhoff total versagt hat.

    Witzigerweise hat ja Bierhoff selbst das Binden-Thema nach Abfiff als möglichen Fehler von sich selbst im Interview mit Sedlacek eingeräumt.

    Im selben Interview ist er aber kurze Zeit später wieder zurückgerudert und stellte die Frage: "Glauben Sie denn, dass das Bindenthema fürs Ausscheiden verantwortlich war ? "

  • Festhalten kann man, egal wie man dazu steht: Diese WM war aus deutscher Sicht ein totaler Mißerfolg in allen belangen. Und man lacht über uns.

    1. Wer lacht denn?
    2. Und wen juckt das?

    Bricht sich echt jemand nen Zacken aus der Krone, wenn in der Zeitung "Die Welt lacht über uns" steht?

    1. Wer lacht denn?
    2. Und wen juckt das?

    Bricht sich echt jemand nen Zacken aus der Krone, wenn in der Zeitung "Die Welt lacht über uns" steht?


    Ist eine Frage der Einstellung.

    Ein Clown lebt davon ausgelacht zu werden.


    Ist der Ruf erst ruiniert, lebts sich völlig ungeniert.

    Ich geb mein Herz für Dich , für Bayern lebe ich, ich lass dich nie im Stich