Wirtschaft, Nachhaltigkeit, Globalisierung und Co.

  • Ahoi Forumteilnehmer,


    mir persönlich hat es hier an einem Thread gefehlt, in dem man die im Titel formulierte Thematik angemessen diskutieren kann und zwar abseits politischer Meinungen und Ansichten.


    Dabei finde ich es interessant, ob Globalisierung wirklich (für alle?) die gewünschten (wirtschaftlichen) Erfolge gebracht hat bzw. bringen wird und in wie weit Nachhaltigkeit dabei überhaupt eine Rolle spielt bzw. spielen kann? Stehen Wirtschaftsinteressen mittlerweile so sehr im Vordergrund (Stichwort: Lobbyismus (in meinen Augen legale Korruption), dass ethische, moralische aber auch humanistische Befinden immer weniger beachtet werden? Ist das Profitstreben, wie wir es heute kennen, das, was uns (allen) Wohlstand und Zufriedenheit sichern wird? Steht dieses ewige Wirtschaftswachstum nicht im Widerspruch zu dem begrenzten System, in dem es sich befindet? Wie kann es sein, dass wir trotz Rekordexporten, steigenden BIP-Werten etc. zur Zeit auch immer gravierendere Kinder- und Altersarmut zu verzeichnen haben? Wieso klafft die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinander? Wird die Macht multinationaler Konzerne nicht zu groß oder ist sie das bereits? Führt Wettbewerb irgendwann nicht zwangsläufig zu keinem Wettbewerb, wenn sich die entsprechenden Größen in einem Markt den Kuchen aufgeteilt haben (Monopolismus bzw. Oligopolismus)? Besteht die Gefahr, dass die politische Macht der wirtschaftlichen (irgendwann) nicht mehr gewachsen sein wird, oder ist das alles mittlerweile so verflochten, dass man solche klaren Grenzen überhaupt nicht mehr ziehen kann?


    Ich hoffe, ich konnte einige interessante Denkanstöße liefern und freue mich auf die nachfolgenden Diskussionen!

    #nichtmeinpräsident

  • Um vielleicht persönliche Erfahrungen zum Thema Nachhaltigkeit und Geldverbrennen miteinzubringen: Habe als Student als Freelancer für Catering-Unternehmen gearbeitet, auch für Hotels (Palais Coburg und Grand Hotel Wien).


    Erstens diese Schickeria-Veranstaltungen, wo man nur per Einladung reinkommt und dann im Privaten sauft und frisst, Konsum en masse verrichtet und Großzügigkeit und Menschenliebe heuchelt. Erinnere mich an eine Veranstaltung von einem österr. Privatsender, wo nur die ''Oberen'' unter sich mit teurem Champus und Kaviar gefeiert haben, während die 0815-Mitarbeiter des Senders auf einer Parallelveranstaltung in einer Halle Frankfurter und gezapftes Bier serviert bekamen. Reden wir mal nicht über Zweiklassengesellschaften :D


    Und was diese Bagage dann alles weghaut...Unglaublich wie viel Kilo Essen bei solchen Buffets direkt in den Müll gelangt.


    Zweitens: Staatlich bezahlte Unterkünfte .., habe bei den Iran-Verhandlungen im Coburg gekellnert, vermutlich das teuerste Hotel Wiens. Kerry, iranische Vertreter, damals noch die Catherine Ashton als EU-Beauftragte, sicher dutzende Diplomaten wurden da monatelang einquartiert und durchgefüttert, bezahlt durch österreichisches Steuergeld. Und was da jahrelang RUMGESCHISSEN wurden bei den Verhandlungen....zum Haareraufen
    Habe dann ein sehr interessantes Gespräch mit dem Verantwortlichen vom Hotel geredet, bei den Kosten, die der Staat abdecken musste, wurde mir schwindlig. Und natürlich bekamen die Herren und Damen Diplomaten nur Feinstes aufgetischt.


    Mache hier mal Stop, sonst schreibe ich mich in Rage.

  • Erst einmal vielen Dank für deinen Kommentar! Ich hatte das zwar eher aus der volkswirtschaftlichen bzw. makro- und mikroökonomischen Perspektive betrachten wollen, aber in gewisser Weise schneidet das ja in eine ähnliche Kerbe. Letztllich kann man es also darunter zusammenfassen, dass der Preis letztlich darüber entscheidet, ob sich etwas durchsetzt, oder eben nicht. Solange es Leute gibt, wie in deinem Fall die Herren und Damen aus der Oberklasse, die bereit sind, viel Geld auszugeben und denen es egal ist, was damit passiert, solange wird sich solches Verhalten auch nicht ändern.

    #nichtmeinpräsident

  • das schlimme daran ist das sie es nicht selber bezahlen,sondern in den arsch geblasen bekommen.
    Unter solchen umständen verhandel ich dann gern auch ein paar tage laenger..