DFB-Pokal Halbfinale: FC BAYERN - Borussia Dortmund 2:3

  • Wir hatten sie am Sack gottverdammt, und zwar beide, keines dieser Duelle wäre verloren gegangen wenn wir einfach 90 Minuten unser Spiel durchgezogen hätten. Hoch pressen, den Ball zirkulieren lassen und weiter Abschlüsse suchen. Ich hab alles verstanden, der Kader ist überaltert, deshalb brauchte man halt viele Auszeiten und es gab viel Rumpelfussball weil wir nur mit dem absolut nötigsten durch die Saison gehen wollten. Nicht schön, aber wenns hilft. Aber in diesen zwei bzw drei Spielen hätte die volle Kraft losgelassen werden müssen, alles, ALLES was noch in diesem Kader steckt...


    darin liegt die crux in der sache ...
    nachlegen ja, mit der gesamten kaderbreite!


    nur musst du das natürlich über die gesamte saison hin fördern um es dann spezifisch abrufen zu können.
    wir mussten in den spielen, hatten aber nichts zum nachlegen ...


    nicht dass wir es nicht grundlegend haben aber man hat es nicht genügend gefördert.


    wenn man was grundlegendes aus diesen vergleichen für das saisonfazit ableiten will, dann genau das!

    Holt den Henkelpott nach München, Stern des Südens, MIA SAN MIA!

    (Lorin Maazel)

  • Jetzt habe ich mich wieder einigermaßen gesammelt.
    Schade, es hätte eigentlich gut und gerne 4:1 oder 5:1 stehen müssen, stattdessen hat man alles aus der Hand gegeben.
    Nach der Auswechslung von Hummels stimmte defensiv die Ordnung nicht mehr und das fand ich sehr erschrecken.
    Alles auf den Trainer zu schieben halte ich für absurd, da sollte man doch auch mal über den Tellerrand schauen.
    Aber das ist wieder mal typisch, läuft es ist alles toll und läuft es nicht, ist alles schlecht was der Trainer gemacht hat.

    Hummels war gestern der entscheidende Faktor. Seine Tacklings, sein Tor, einfach überragend! Wenn er auf dem Platz geblieben wäre, hätte man das Ding sehr wahrscheinlich nach Hause gefahren. Und ohne den Einsatz gegen Mainz hätte das vielleicht auch geklappt. Soviel zur Fähigkeit des Trainers über den Tellerand zu schauen! :cursing:


    Ancelotti hat in dieser Saison so ziemlich alles falsch gemacht, was man falsch machen konnte. Ein absolutes und totales Desaster.

    Ich kann alles! Ich kann aber auch alles nicht! - Thomas Müller

  • Hummels war gestern der entscheidende Faktor. Seine Tacklings, sein Tor, einfach überragend! Wenn er auf dem Platz geblieben wäre, hätte man das Ding sehr wahrscheinlich nach Hause gefahren. Und ohne den Einsatz gegen Mainz hätte das vielleicht auch geklappt. Soviel zur Fähigkeit des Trainers über den Tellerand zu schauen! :cursing:
    Ancelotti hat in dieser Saison so ziemlich alles falsch gemacht, was man falsch machen konnte. Ein absolutes und totales Desaster.

    Das ist es eben aber nicht allein. Man könnte ein ganzes Dossier darüber schreiben, was der Trainer in dieser Saison alles falsch gemacht hat bzw. welche Defizite er hat.


    Auch gestern hat er auf die Durm-Einwechslung von Tuchel nicht reagiert. Durm machte unsere bis dahin hochgefährliche linke Seite zu. Carlo hatte keine Antwort. Stattdessen seine üblichen Wechsel: XABI raus, Müller rein > defensives Zentrum entblösst! Das - und nicht allein die vergebenen Chancen - sind die Schlüssel zu unseren Niederlagen.


    Selbstverständlich ist der Trainer nicht an allem Schuld. Das ist er ja nie. Aber ein Blick auf CAs passives Wirken offenbart, dass hier einiges ins Arge geraten ist. Die Stimmung (vgl. Ribéry, Robben und auch Hummels) dürfte auch nicht mehr die beste sein.


    Trotzdem rechne ich mit seinem Verbleib für nächste Saison. Leider!

  • Wenn du an der Linie einen Ancelotti aus Wachs, statt ihn aufstellst, merkt das keine Sau.
    Naja, vielleicht sollte man die Wachsfigur noch kauen lassen, ist ja technisch alles machbar.

    Auf Geht's Ihr Roten!!
    http//koan-klopp.de

  • Hier die Analyse von Spielverlagerung


    "Fazit


    Individuelle Fehler passieren und sind nur schwerlich zu verhindern. Aber der taktische Einbruch, den Bayern in der zweiten Halbzeit erlebte, wirft doch Fragen auf. Ancelottis einzige Antwort per Wechsel blieb die Hereinnahme von Müller, der schon wie in den wenigen Minuten gegen Real Madrid gut als Sekundärspitze hinter Lewandowski fungierte und sich in die ballfernen Lücken bewegen konnte.
    Doch dass sich die Bayern de facto auf ein Spiel zwischen den Strafräumen mit wenig Kompaktheit und viel Umschalten einließen, wurde vom italienischen Trainer nicht verhindert. Die Probleme im Pressing – sei es nun im Angriffspressing oder auch im Übergang zum tiefen Mittelfeldpressing – wurden in dieser Saison nie vollends abgestellt und der BVB war nicht die erste Mannschaft, die eben diese Schwäche ausnutzte.
    Natürlich hatte der FC Bayern noch weitere Chancen um die Partie frühzeitig zu entscheiden. Und hätte Tuchel nicht die entscheidende Umstellung zur Halbzeit vorgenommen, würden wir wohl nicht über die Unzulänglichkeit der Bayern sprechen. Zur Gesamtanalyse des Spiels gehört auch dazu, dass Tuchels Ansatz in den ersten 45 Minuten nicht aufging. Dies hatte nicht nur mit dem fehlenden Zugriff zentral zu tun, sondern auch mit einem Dembélé der sich in der falschen Rolle als Verteidiger versuchen sollte.
    Dass Durm dann allerdings nicht positionsgetreu für den Franzosen kommt und die eher auf ihn zugeschnittene Position übernimmt, aber stattdessen die Halbpositionen verstärkt – mit dem Risiko, Weigl könne überrannt werden – zeugt davon, dass Dortmund in der zweiten Halbzeit das taktische Duell für sich entschied. Die Partie war keine Sternstunde des deutschen Fußballs, lieferte allerdings viel Material für kurz- und mittelfristige Analyse zum Zustand beider Teams."

    0

  • Noch ein Satz für die Fettschrift:


    "Dass Durm dann allerdings nicht positionsgetreu für den Franzosen kommt und die eher auf ihn zugeschnittene Position übernimmt, aber stattdessen die Halbpositionen verstärkt – mit dem Risiko, Weigl könne überrannt werden – zeugt davon, dass Dortmund in der zweiten Halbzeit das taktische Duell für sich entschied."


    ...
    Nicht der erste, der "das taktische Duell "für sich entschied.

  • Hier steht genau das, was von jenen geleugnet wird, die ständig nur predigen: "Ja, aber wenn wir unsere Chancen reinmachen, dann...."


    Spielverlagerung.de:


    "Im Aufbau des BVB war Schmelzer zumeist etwas tiefer eingebunden, was zur Folge hatte, dass Bayerns Angriffspressing leichter ausgespielt wurde. In Halbzeit eins hatten die Bayern hier und da Dortmund schon am Strafraum zugestellt und damit gelegentlich Erfolg gehabt. Ineffektiver sind die Münchener in diesen Tagen allerdings, wenn sie sich erst aus der Grundordnung heraus nach vorn bewegen. Das wurde schon gegen Hoffenheim und auch Real Madrid in den vergangenen Wochen deutlich. Die Läufe sind meist nicht intensiv genug und die Laufwege ohne exaktes Ziel. Vielfach blieb unklar, ob nun außen der Passweg attackiert oder doch eher eine Anspielstation zugestellt oder schlichtweg der Halbraum blockiert werden sollte.


    Hinzu kamen in der Arbeit gegen den Ball gelegentliche Vorstöße von Thiago auf den zweiten Innenverteidiger von Dortmund, wodurch wiederum Weigl frei im Sechserraum war, was zum Teil Robben zum Einrücken bewegte, ohne dass der Niederländer nah genug am Dortmunder Mittelfeldakteur war, dafür aber Schmelzer die Außenbahn überließ.


    Doch nicht nur das hohe Pressing erwies sich als Problem für den FC Bayern. Auch im tiefen Mittelfeldpressing blieben die Roten oftmals ohne Zugriff. Stellvertretend dafür steht das Tor zum 2:2, vor dem Dembélé im tiefen Halbraum den Ball übernimmt, auf die Mittelfeldlinie zudribbelt, von Ribéry zu spät gestellt wird und die Ablage auf Durm sowie der anschließende Lauf hinter die bayerische Abwehrlinie nicht beantwortet werden."


    Wenn das nicht der Trainerarbeit geschuldet ist, was dann?

  • Taktik ist aber auch nicht alles.
    Macht Lahm nicht den Fehler gehen wir zumindest in die Verlängerung

    Das ist eine Aussage nach dem Motto: Sind keine Wolken am Himmel, scheint die Sonne. Berücksichtigt aber nicht die Kausalität (also Ursache und Wirkung). Die Analyse zeigt, dass es die Summe der taktischen Fehler ist, die so ein Spiel entscheidet. Wäre das nicht so, würde logisch immer die Mannschaft gewinnen, die über bessere Einzelspieler verfügt. Und bei Gleichwertigkeit käme immer ein Unentschieden raus.


    Warum, glaubst Du, hat Hoffenheim gegen uns gewonnen?

  • Das ist eine Aussage nach dem Motto: Sind keine Wolken am Himmel, scheint die Sonne. Berücksichtigt aber nicht die Kausalität (also Ursache und Wirkung). Die Analyse zeigt, dass es die Summe der taktischen Fehler ist, die so ein Spiel entscheidet. Wäre das nicht so, würde logisch immer die Mannschaft gewinnen, die über bessere Einzelspieler verfügt. Und bei Gleichwertigkeit käme immer ein Unentschieden raus.
    Warum, glaubst Du, hat Hoffenheim gegen uns gewonnen?

    Das war reine Kopfsache.


    Das war schon sehr früh im Spiel zu erkennen

  • Wenn du an der Linie einen Ancelotti aus Wachs, statt ihn aufstellst, merkt das keine Sau.
    Naja, vielleicht sollte man die Wachsfigur noch kauen lassen, ist ja technisch alles machbar.

    Ich nehme diese Polemik jetzt ernst und sage: Das halte ich für eine Übertreibung. :D
    Ancelotti hat tatsächlich ein Konzept. Und zwar formativ das 4-3-3 (auch gestern wieder über weite Phasen) und positionsgetreues Wechseln, bzw. in Rückstand das kompakte Mittelfeld auflösen und einen Offensiven bringen (Müller für Alonso - zu beobachten gegen Real Madrid und gestern - Ergebnis bekannt).


    Was er nicht hat, ist eine smarte taktische ANTWORT auf den Gegner. Als wir nach 20 Minuten das Heft in die Hand nehmen konnten, lag das daran, dass Tuchel Dembélé sehr defensiv eingebunden hatte und der keinen Zugriff auf unsere linke Seite bekam, ständig Fehlpässe spielte und überlaufen wurde. Die Seite Alaba/Franck funktionierte deshalb bestens und von dort konnten auch weite Diagonalpässe auf rechts zu Robben gespielt werden. Das war nicht so sehr CA's Verdienst, sondern eher Tuchels Fehler.


    Den korrigierte dieser in der Halbzeit mit Hereinnahme von Durm, der auf dieser Seite Überzahl schaffte und den Stopsel drauf setzte. Danach war bei uns nicht mehr viel los. CA hatte in dieser Phase keine ANTWORT auf Tuchels Umstellung. Das Spiel begann zu kippen.


    Klar sind dazu auch individuelle Fehler nötig, aber die kann man im Zweifel auch korrigieren. Durch taktische Umstellungen bzw. Wechsel etc.; wenn man's den kann. Der Mann mit den Händen in den Hosentaschen hat immer nur einen Plan A. Und sein Plan B ist meist ein Wechsel, der alles nur noch schlimmer macht, aber so gut wie nie eine smarte Antwort durch Umstellung.


    Fußball ist nicht Schach, ( "nur ohne Würfel" - Podolski ); aber es ist auch schon lange nicht mehr "Geht's naus und spuits Fuasboi...". Und so sympathisch Carlo sein mag, so sehr präsentiert er sich als taktisch limitiert. Dass er uns damals mit Real "ausgecoacht" hat, das war aus heutiger Sicht eher dem Riesenfehler von Pep geschuldet, der sogar in seinem Buch geschrieben hat, er hätte nie dem Willen der Mannschaft folgen sollen, die damals die Aufstellung und das Konzept durchgesetzt hat.

  • @brenninger


    willst Du uns damit sagen wollen, dass Hoffenheim die besseren Einzelspieler hat?

    :D


    Eben nicht. Ihre Einzelspieler sind deutlich schwächer als unsere (die haben auch nicht mal ein Fünftel des Marktwerts der unseren.)


    Aber Dank taktisch cleverer Schachzüge konnte Hoffenheim trotzdem gewinnen. Es war letztlich knapp, und da spielen immer auch individuelle Sachen eine Rolle. Ein berühmter Fußballer und heutiger CEO eines großen Fußballvereins (...wer war das nochmal...? ^^ ) hat einmal gesagt: "Fußball ist keine Mathematik"


    Und Recht hat er. Sonst wäre 2012 Chelsea London nicht Champions League Sieger geworden. Denn weder gegen Barca im HF noch gegen uns hatten sie eine Chance. Die haben sie aber genutzt... :P


    Aus einem Spiel oder zwei kann man deshalb nicht allzu viel ableiten. Aber aus vielen Spielen erkennt man ein Muster. Und da kann man auch sehen, ob ein Trainer taktisch was drauf hat oder eben nicht. Außerdem sagt der Punkteschnitt auch einiges über den Trainer aus - zumindest, bei ungefähr gleichstarken Teams.