Hasan "Brazzo" Salihamidzic

  • Wie tickt Salihamidzic in den Verhandlungen? „Er vertritt mit absoluter Überzeugung, und manchmal auch ein bisschen emotional, die Interessen seines Arbeitgebers. Das ist absolut okay“, verriet Struth

    Wenn das von der Gegenseite kommt sollten alle, aber wirklich ALLE roten Lampen angehen und zwar nicht die an der Arena 8|8|

  • Welche Fähigkeiten es genau waren, welche UH dazu bewegten, Brazzo zu installieren, wird wohl sein Geheimnis bleiben.

    Das ist kein Geheimnis. Hoeneß war nach seinem Karriereende selbst Quereinsteiger als Funktionär und hatte vom Kaufmännischen kaum mehr Ahnung als das, was er daheim in der Metzgerei der Eltern mitbekommen hatte. Nachdem Rudi Assauer dem damaligen Präsidenten Willi Hoffmann abgesagt hatte, machte Hoffmann halt Hoeneß zum Manager. Hoeneß hatte nichts als Geschäftssinn, Gestaltungswillen, Feuer, Freiraum und eine Verbindung zum FCB. Den Rest hat er gelernt, sich selbst beigebracht bzw. erfunden, denn Hoeneß war der erste richtige Manager der Bundesligageschichte und ist lange Zeit auch der einzige geblieben, weil auch europäische Top-Clubs wichtige Positionen bis in die nuller Jahre hinein mit ehemaligen Spieler besetzt haben.


    Ich denke, nach ähnlichen Kriterien, nach denen er damals selbst ausgewählt worden ist, hat Hoeneß sein Leben lang weitere Teile des Personals ausgesucht: Verbindung zum FCB, Feuer, Gestaltungswillen, Loyalität. Der Unterschied ist, dass Hoeneß damals, ab Ende der 70er Jahre, als Manager in einer Art Vakuum agiert und seinen Beruf quasi selbst geschaffen hat. Heute gibt es sehr klare und sehr konkrete Anforderungen an einen Sportdirektor, und die Arbeitsweise ist weitgehend definiert.


    Das ist der Grund, warum Hoeneß Bauchgefühl in dieser Hinsicht nicht mehr funktioniert. Schlüsselpositionen im operativen Spitzenfußballgeschäft sind nicht mehr ausschließlich mit früheren Spielern besetzt, sondern primär mit Menschen, die etwas von dem verstehen, was sie tun, unabhängig davon, ob sie früher Fußballprofi waren. Es liegt im Auge des Betrachters, ob Salihamidzic mittlerweile die Sportdirektoren-Fähigkeiten besitzt, die die besten der Branche haben; prinzipiell ist es aber zunächst einmal ein freiwilliger Wettbewerbsnachteil, für leitende Positionen Quereinsteiger mit FCB-Verbindung statt Vollprofis zu holen.

  • Wenn Spieler X nicht mehr da ist, wen sollte ich dann verpflichten, damit es ähnlich weitergehen kann

    Hat der FC Bayern dann einen Fehler begangen (mit welchem SD / SV auch immer), als von der so reinen Aufstellung mit zwei Stürmern auf das aktuelle umgestellt wurde?

    Kahn hat etwas von "unseren Visionen bezüglich der Ausrichtung des FC Bayern" erzählt. Diese Ausrichtung gefällt scheinbar nur wenigen, da sie eine Abkehr von bisherigen Verhaltensweisen des ruhmreichen FCB darstellt.

    Daran wird man sich auch in der Zoologie gewöhnen müssen ;)

    Bitte denken Sie scharf nach, was Sie in eine Signatur schreiben.

  • Schlüsselpositionen im operativen Spitzenfußballgeschäft sind nicht mehr ausschließlich mit früheren Spielern besetzt, sondern primär mit Menschen, die etwas von dem verstehen, was sie tun, unabhängig davon, ob sie früher Fußballprofi waren. Es liegt im Auge des Betrachters, ob Salihamidzic mittlerweile die Sportdirektoren-Fähigkeiten besitzt, die die besten der Branche haben; prinzipiell ist es aber zunächst einmal ein freiwilliger Wettbewerbsnachteil, für leitende Positionen Quereinsteiger mit FCB-Verbindung statt Vollprofis zu holen.

    Und wie sieht das ideale Profil eines solchen Vollprofis aus? Michael Edwards hat EDV studiert bspw., oder Granovskaia hat Englisch oder so studiert, und war vor ihrem CFC-Engagement Assistentin von Abramowitsch bei Sibneft. Insofern eigentlich beide Quereinsteiger in diesem Business.

  • Und wie sieht das ideale Profil eines solchen Vollprofis aus? Michael Edwards hat EDV studiert bspw., oder Granovskaia hat Englisch oder so studiert, und war vor ihrem CFC-Engagement Assistentin von Abramowitsch bei Sibneft. Insofern eigentlich beide Quereinsteiger in diesem Business.

    Vermutlich wird keinem der beiden der Job einfach so angeboten worden sein. Die werden sich hoch gearbeitet haben. Im Fußball beendest du deine Karriere, bindest dir ne Krawatte um und gehst mit dem Präsidenten einen heben. Das kann es ja nun nicht sein.

  • Und wie sieht das ideale Profil eines solchen Vollprofis aus? Michael Edwards hat EDV studiert bspw., oder Granovskaia hat Englisch oder so studiert, und war vor ihrem CFC-Engagement Assistentin von Abramowitsch bei Sibneft. Insofern eigentlich beide Quereinsteiger in diesem Business.

    Wie immer hilft der Blick auf den US-Profisport: Müsste ich einen Sportdirektor für einen Bundesligisten suchen, würde ich eine Liste von Sportdirektoren europäischer 1.- und 2.-Liga-Teams erstellen, die seit Jahren herausragende Arbeit leisten, wobei "herausragend" bedeutet:


    - gute Spieler für vergleichsweise wenig Geld zu finden

    - Kader zusammenzustellen, die mehr Punkte holen, als Kaderinvestitionen statistisch erwarten lassen

    - Trainer zu finden, die Mannschaften weiterbringen und die später zu größeren Vereinen gehen


    Und dann würde ich herausfinden, wer unter den Sportdirektoren auf dieser Liste in den jeweiligen Vereinen arbeitet: leitende Scouts, Datenanalysten, Spielbeobachter. Unter denen sollten sich potenzielle Kandidaten finden lassen, die für eine Sportdirektorenstelle in Frage kommen. Das ist meines Erachtens zielführender, als sich zu überlegen, welche ehemaligen Spieler eines Vereins von ihrer Persönlichkeit her als Sportdirektoren passen könnten, wenn diese Spieler sich nie mit dem auseinandergesetzt haben, was ein Sportdirektor alles wissen und können sollte.

  • Vermutlich wird keinem der beiden der Job einfach so angeboten worden sein. Die werden sich hoch gearbeitet haben. Im Fußball beendest du deine Karriere, bindest dir ne Krawatte um und gehst mit dem Präsidenten einen heben. Das kann es ja nun nicht sein.

    Assistentin von Abramowitsch, Performance-Analytiker sind die beiden Tätigkeiten, die von ihnen ausgeübt wurden zuvor. Und das qualifiziert dann so viel mehr für den Job, als ein mehrsprachiger Fußballprofi?

  • gute Spieler für vergleichsweise wenig Geld zu finden

    - Kader zusammenzustellen, die mehr Punkte holen, als Kaderinvestitionen statistisch erwarten lassen

    Und welcher Top-Verein schafft das so auf Dauer? Real hat bspw. für Hazard und Jovic 180 Mio. ausgegeben, mit Hakimi ihren besten RV verkauft, allenfalls Spieler der zweiten Reihe besser verkauft, als wir das tun. Ansonsten sehe ich nicht, wer da eine so viel bessere Bilanz hat, als wir.

  • mehrsprachiger Fußballprofi?

    "Gas geben" in 6 Sprachen zu sprechen mag zwar den ein oder anderen überzeugen, ansonsten ist er bisher in keiner Sprache dadurch aufgefallen, dass er Zusammenhänge erläutern, strategische Entscheidungen darstellen oder komplizierte Sachverhalte erklären kann.

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  • Und welcher Top-Verein schafft das so auf Dauer? Real hat bspw. für Hazard und Jovic 180 Mio. ausgegeben, mit Hakimi ihren besten RV verkauft, allenfalls Spieler der zweiten Reihe besser verkauft, als wir das tun. Ansonsten sehe ich nicht, wer da eine so viel bessere Bilanz hat, als wir.

    Das die Spanier irre sind mit den Ablösen für tolle Spielzeuge ist ja nichts neues.

    Versteht hier auch niemand. Aber hier fordert auch keiner das wir die Topstars des europäischen Fußballs für jenseits der 100 mio kaufen.

    Aber wir müssen froh sein das uns nicht das gleiche bei Sane passiert ist. Da würden wir jetzt auch auf einem 100 mio einkauf sitzen der nicht gezündet hat.

  • "Gas geben" in 6 Sprachen zu sprechen mag zwar den ein oder anderen überzeugen, ansonsten ist er bisher in keiner Sprache dadurch aufgefallen, dass er Zusammenhänge erläutern, strategische Entscheidungen darstellen oder komplizierte Sachverhalte erklären kann.

    Sein Französisch soll top sein, nur mit der Sprache hapert es:)

  • Das Problem ist, dass der FCB völlig andere Voraussetzungen und Ansprüche hat als der Rest der Liga, vllt mit Ausnahme (aber schon in sehr abgeschwächter Form) von Dortmund.


    Das Problem daran sieht man an den ganzen hochgelobten SSportvorständen nach einem großen Erfolg.

    Plötzlich ist Geld vorhanden und es geht nicht mehr darum, eine Vollbaustelle auszumerzen, wo man einen Kackspieler (oder nach einem Abgang eine Lücke) hat, sondern es geht auf einmal darum, einem bestehenden und erfolgreichen Kader mehr Tiefe und Konkurrenz zu geben, die man für die höheren Ansprüche braucht.

    Und daran sind sie alle gescheitert.

    Schau dir an, was der hochgelobte Eberl in Gladbach veranstaltet hat. Wo er das Team hingeführt hat. Und ich halte ihn an sich für einen guten Sportvorstand.

    Gibt viele, viele Beispiele mehr.

    WENN Vorerfahrungen eine Entscheidungshilfe sein sollen, müssen wir uns bei vergleichbaren Teams bedienen.

    Aber wenn es das überhaupt gibt, werden die einen Teufel tun und einen Erfolgsgaranten ziehen lassen.

    Und die Leonardos dieser Welt brauchen wir nicht

    Give a man fire, he‘ll be warm for a day.

    Set a man on fire, he‘ll be warm for the rest of his life. - Rincewind

  • Assistentin von Abramowitsch, Performance-Analytiker sind die beiden Tätigkeiten, die von ihnen ausgeübt wurden zuvor. Und das qualifiziert dann so viel mehr für den Job, als ein mehrsprachiger Fußballprofi?

    Keine Ahnung. Mag so sein. Beide haben aber besser funktioniert, das ist der Unterschied. Am Ende können wir ja noch lang und breit darüber diskutieren, wie der Auswahlprozess laufen sollte, aber Ende führt kein Weg an der Erkenntnis vorbei, dass Brazzo schlichtweg nicht der richtige Mann für den Job ist. Ob es sein Nachfolger, wer auch immer das sein möge, besser macht, wird man erst sehen, wenn es soweit ist, aber die Angst davor, dass es nicht klappt, kann ja kein Grund dafür sein, an Brazzo fest zu halten. Wenn ich auf ne Wand zu fahre, fahre ich doch auch nicht einfach weiter, aus Angst beim Ausweichen nen Igel zu überfahren.

  • "Gas geben" in 6 Sprachen zu sprechen mag zwar den ein oder anderen überzeugen, ansonsten ist er bisher in keiner Sprache dadurch aufgefallen, dass er Zusammenhänge erläutern, strategische Entscheidungen darstellen oder komplizierte Sachverhalte erklären kann.

    Unabhängig von deiner ausgeprägten Abneigung gegen Brazzo kann ich dem, was Du da geschrieben hast, deutlich widersprechen. Habe ich schon live und in Farbe und komplett ohne Bart quasi Auge in Auge erlebt. Allerdings, und das hatte ich auch schon erwähnt, war bei dem Austausch im VIP-Bereich beim VfL Wolfsburg keine Kamera dabei.

    Bitte denken Sie scharf nach, was Sie in eine Signatur schreiben.

  • Ich kann mir das einfach nicht vorstellen, dass UH immer noch der Meinung ist, der Bartwurst im Machtkampf mit Flick den Rücken gestärkt zu haben, sei richtig gewesen.


    Falls doch, lebt er auch bereits in irgendeiner ungesunden Blase. Und die Erde ist 'ne Scheibe.


    Der FCB hat schon viele tolle Personalien hervorgebracht. Was waren da für Granaten dabei. Mein persönliches Highlight war Klinsmann. Ancelotti war auch nicht schlecht. Aber so hat jeder seine Lieblinge.


    Aber die Verpflichtung dieser Bartwurst toppt das alles bei weitem.

    Wenn mir Likes wichtig wären, wüsste ich, was zu tun ist.

  • Hat der FC Bayern dann einen Fehler begangen (mit welchem SD / SV auch immer), als von der so reinen Aufstellung mit zwei Stürmern auf das aktuelle umgestellt wurde?

    Kahn hat etwas von "unseren Visionen bezüglich der Ausrichtung des FC Bayern" erzählt. Diese Ausrichtung gefällt scheinbar nur wenigen, da sie eine Abkehr von bisherigen Verhaltensweisen des ruhmreichen FCB darstellt.

    Daran wird man sich auch in der Zoologie gewöhnen müssen ;)

    Ich hätte auf jeden Fall den Vertrag mit Boateng verlängert. Ohne wenn und aber.

    Wenn mir Likes wichtig wären, wüsste ich, was zu tun ist.

  • Das ist kein Geheimnis. Hoeneß war nach seinem Karriereende selbst Quereinsteiger als Funktionär und hatte vom Kaufmännischen kaum mehr Ahnung als das, was er daheim in der Metzgerei der Eltern mitbekommen hatte. Nachdem Rudi Assauer dem damaligen Präsidenten Willi Hoffmann abgesagt hatte, machte Hoffmann halt Hoeneß zum Manager. Hoeneß hatte nichts als Geschäftssinn, Gestaltungswillen, Feuer, Freiraum und eine Verbindung zum FCB. Den Rest hat er gelernt, sich selbst beigebracht bzw. erfunden, denn Hoeneß war der erste richtige Manager der Bundesligageschichte und ist lange Zeit auch der einzige geblieben, weil auch europäische Top-Clubs wichtige Positionen bis in die nuller Jahre hinein mit ehemaligen Spieler besetzt haben.


    Ich denke, nach ähnlichen Kriterien, nach denen er damals selbst ausgewählt worden ist, hat Hoeneß sein Leben lang weitere Teile des Personals ausgesucht: Verbindung zum FCB, Feuer, Gestaltungswillen, Loyalität. Der Unterschied ist, dass Hoeneß damals, ab Ende der 70er Jahre, als Manager in einer Art Vakuum agiert und seinen Beruf quasi selbst geschaffen hat. Heute gibt es sehr klare und sehr konkrete Anforderungen an einen Sportdirektor, und die Arbeitsweise ist weitgehend definiert.


    Das ist der Grund, warum Hoeneß Bauchgefühl in dieser Hinsicht nicht mehr funktioniert. Schlüsselpositionen im operativen Spitzenfußballgeschäft sind nicht mehr ausschließlich mit früheren Spielern besetzt, sondern primär mit Menschen, die etwas von dem verstehen, was sie tun, unabhängig davon, ob sie früher Fußballprofi waren. Es liegt im Auge des Betrachters, ob Salihamidzic mittlerweile die Sportdirektoren-Fähigkeiten besitzt, die die besten der Branche haben; prinzipiell ist es aber zunächst einmal ein freiwilliger Wettbewerbsnachteil, für leitende Positionen Quereinsteiger mit FCB-Verbindung statt Vollprofis zu holen.

    Der Beitrag gefällt mir gut. Es ist schon erstaunlich, dass ein Weltverein quasi einen Amateur auf einen so wichtigen Posten setzt. In einem ähnlich grossen Unternehmen ausserhalb des Sports käme niemand auf diese Idee.


    Da haben wir wirklich noch sehr viel Luft nach oben. Ich glaube zwar, dass ein Sportvorstand im Idealfall schon aus dem Fussballumfeld kommt, aber er muss keineswegs ein preisgekrönter Spieler gewesen sein, da einfach ganz andere Qualitäten gefragt sind. Da könnten wur uns tatsächlich etwas vom US-Sport abschneiden.


    Uli war dazumals wirklich ein Glücksfall. Aber er hat ja gezeigt, dass er sich auch in der normalen Privatwirtschaft durchsetzen kann, weil er einfach ein geschickter Geschäftsmann ist/war.

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