Hasan "Brazzo" Salihamidzic

  • Ich gendere meist auch nicht, sondern situativ und/oder wenn es meinem Sprachgefühl entspricht.


    Halte z. B. "Studierende" für einen nachvollziehbaren Begriff im Sinne von Gleichheit etc. und natürlicher Sprachentwicklung.

    Sorry, aber das Partizip anstelle von Substantiven zu benutzen ist alles andere als natuerliche Sprachentwicklung. Und deinem Sprachgefuehl kann es auch nicht entsprechen, denn vor Jahren waerst du nie auf die Idee gekommen, Studierende, Reisende oder Forschende zu sagen. Warum? Ganz einfach, weil die dt. Sprache breits Substantive dafuer kennt und die Bedeutung des Partizips eine andere ist. Ergo eine rein ideologische Veraenderung des Sprachgebrauchs, der mit "natuerlich" absolut nichts zu tun hat.


    Anbei ein immo sehr lesenswerter Beitrag der Stiftung deutsche Sprache: https://www.stiftung-deutsche-sprache.de/ddsuig.pdf


    Auszug: "Die Grundbedeutung des Partizips ist die Gleichzeitigkeit. Doch die sprachliche Bedeutung wird auf dem Altar politischer Korrektheit geopfert. (...) Der Irrtum liegt in einem Bedeutungsunterschied. Die Grundbedeutung des Partizips I ist Gleichzeitigkeit: Ein Trinkender trinkt gerade jetzt, ein Spielender ist beim Spielen, ein Denkender denkt in diesem Moment. Trinker, Spieler und Denker hingegen üben die jeweilige Tätigkeit gewohnheitsmäßig aus. Das gilt auch für Studenten und Studierende: Ein sterbender Studierender ist jemand, der beim Studieren, studierend also, stirbt. Ein sterbender Student hingegen kann dem Tod beim Essen, beim Radeln, beim Schlafen, kurz gesagt, bei jeder beliebigen Aktivität begegnen. Studenten sind an einer Hochschule eingeschrieben. Das Wort Student ist jedoch an den deutschen Universitäten durch Studierende(r) verdrängt worden."


    "Grammatik ist eine Strukturwissenschaft, und sie hat mit Weltanschauungen, Gefühlen oder gar Moral nichts zu tun. Wer dies in Frage stellt, verabschiedet sich aus der Wissenschaft in die Beliebigkeit."

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  • "Grammatik ist eine Strukturwissenschaft, und sie hat mit Weltanschauungen, Gefühlen oder gar Moral nichts zu tun. Wer dies in Frage stellt, verabschiedet sich aus der Wissenschaft in die Beliebigkeit."


    that’s it

  • Durchaus interessant und in der Argumentation auch nachvollziehbar.


    Trotzdem ändert sich nicht meine Haltung.


    Ich persönlich finde die Diskussion insgesamt zu ideologisch geführt.


    Ich sehe generell das Bedürfnis mancher bzw. die Gründe, die zum gendern führen ein und verstehe die nicht, die es grundsätzlich ablehnen.


    Ich habe weder eine Sperre z. B. "Studierende" zu schreiben, noch zu sprechen.


    Mache mir da - dies gebe ich offen zu - sicher ein bißchen meine eigene Welt und ziehe einfach (Gender-) Grenzen, die meinem (!) Sprachgefühl (noch) entsprechen.


    Wer das anders sieht/praktiziert unbenommen.


    Allerdings bin ich raus, wenn Literatur umgeschrieben werden soll.


    Weites Feld.

  • Wer gendert, möchte doch nur die Unterstützung für die Gleichberechtigung der Geschlechter ausdrücken.

    Wer mittlerweile Schokokuss sagt, möchte ausdrücken, dass er sensibel in puncto Rassismus ist.


    Und dies ist mir persönlich wichtiger als die Erhaltung deutschen Sprache.


    Das kann man auch gern ideologisch nennen...


    Wer das nicht tut, muss im Gegenzug aber nicht automatisch ein Sexist oder Rassist sein!

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  • Ich hab es schon immer so gehalten, dass ich beide Geschlechter angesprochen habe. Also ausgeschrieben "Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter". Wer beide Geschlechter gleich behandeln will, kann sich die drei Sekunden mehr ja durchaus nehmen, finde ich.

    Hat mich bisher auch davor bewahrt, da Sternch*innen setzen zu müssen.

  • Warum kommen eigentlich die Frauen zuerst, Gleichberechtigung ist keine Einbahnstraße.


    Ich brauch kein Gendern etc., ich behandel mein gegenüber einfach Respektvoll und gut ist.


    Manchmal bestell ich ein Schnitzel mit Letscho aber ab und zu ist es auch ok ein Zigeunerschnitzel zu bestellen.

  • Und deinem Sprachgefuehl kann es auch nicht entsprechen, denn vor Jahren waerst du nie auf die Idee gekommen, Studierende, Reisende oder Forschende zu sagen.

    Vom grammatikalisch, sprachwissenschaftlichen Gesichtspunkt abgesehen, ist mir das alles auch zu selektiv. Sprich: willkürlich.


    Der Student soll zum Studierenden werden, weil es auch Studentinnen gibt. Aber es gibt auch Mörderinnen, Diebinnen, ja so sogar Vergewaltigerinnen. Dennoch wird kaum jemand fordern, stattdessen von "Mordenden", "Stehlenden" oder "Vergewaltigenden" zu sprechen.


    Ansonsten bitte mit § 211 Abs. 2 StGB anfangen. "Mordender ist, wer..."

    "Jeder I.diot kann einen Krieg beginnen, aber es braucht 100 Genies, um ihn zu beenden."

  • Ich hab es schon immer so gehalten, dass ich beide Geschlechter angesprochen habe. Also ausgeschrieben "Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter". Wer beide Geschlechter gleich behandeln will, kann sich die drei Sekunden mehr ja durchaus nehmen, finde ich.

    Hat mich bisher auch davor bewahrt, da Sternch*innen setzen zu müssen.

    Wird aber etwas mühsam nachdem aktuell gefühlt drölfzig Geschlechter existieren sollen. ;)

  • Liebe Mitarbeiterinnen, Mitarbeiter, Mitarbeiteressen und Mitarbeiterohnen

    Give a man fire, he‘ll be warm for a day.

    Set a man on fire, he‘ll be warm for the rest of his life. - Rincewind

  • Wird aber etwas mühsam nachdem aktuell gefühlt drölfzig Geschlechter existieren sollen. ;)

    Ja...diese ganzen neumodischen Geschlechtens sind in der Tat eine Herausforderung. Aber da meine Firma recht übersichtlich groß ist, kann ich das bei Kommunikation nach innen (nein, das ist jetzt kein Sexus ^^) riskieren und nach außen ist es wurscht, weil die Branche so alt ist, dass sie heute noch überrascht tut, wenn Frauen wählen gehen...:)...die kennen sowas noch nicht...

  • Ja...diese ganzen neumodischen Geschlechtens sind in der Tat eine Herausforderung. Aber da meine Firma recht übersichtlich groß ist, kann ich das bei Kommunikation nach innen (nein, das ist jetzt kein Sexus ^^) riskieren und nach außen ist es wurscht, weil die Branche so alt ist, dass sie heute noch überrascht tut, wenn Frauen wählen gehen...:)...die kennen sowas noch nicht...

    Kohlebau? ^^

  • Ja...diese ganzen neumodischen Geschlechtens sind in der Tat eine Herausforderung. Aber da meine Firma recht übersichtlich groß ist, kann ich das bei Kommunikation nach innen (nein, das ist jetzt kein Sexus ^^) riskieren und nach außen ist es wurscht, weil die Branche so alt ist, dass sie heute noch überrascht tut, wenn Frauen wählen gehen...:)...die kennen sowas noch nicht...

    Darum nehme ich einfach den Stern, ist sowieso Vorgabe von ganz oben. Damit sind alle gemeint und die Sache ist erledigt.


    Aber geht's hier irgendwann auch wieder um Brazzo? :S

  • Darum nehme ich einfach den Stern, ist sowieso Vorgabe von ganz oben. Damit sind alle gemeint und die Sache ist erledigt.


    Aber geht's hier irgendwann auch wieder um Brazzo? :S


    Und wie konsequent nimmst Du den Stern?


    Bist Du eher der ganz konsequente (wenn schon, denn schon) Typ Bürger*innenmeister*innen oder doch eher der inkonsequente *Bürgermeister*innen-Typ?


    Jetzt aber dann wirklich bald back to Brazzo ;-)

    "Es zählt das, was bayernimherz sagt." (steveaustin10)

  • Beim Unternehmen, für das ich tätig bin, steht man dem Gendern auch sehr positiv gegenüber und wünscht sich durchaus, das gegendert wird. Allerdings erhält man nun wirklich keine Ermahnung und erst recht keine Abmahnung, wenn man es unterlässt.