Bundestagswahl 2017

  • Ich finde die ganz grundlegende Idee der Gleichheit und Solidarität sehr positiv; nur funktioniert der Sozialismus mit dem Menschen nicht.


    Nichtsdestotrotz braucht es m.E. mehr Ausgleich und Solidarität auf der Welt und ganz bestimmt nicht weniger. Daran ändert nichts, dass sozialistische Staaten wie Venezuela gerade das Gegenteil praktizieren.


    Aber welchen -ismus man auch wählt, der Gier und Machtsucht der Menschen kann ohnehin kein wirklicher Einhalt geboten werden.

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  • Niemand hat behauptet der Sozialismus sei uneingeschränkt besser. Aber ihn mit Ruin gleichzusetzen ist schon abenteuerlich, wenn der Kapitalismus ausschließlich auf Schulden basiert, die nie zurückbezahlt werden. Es funktioniert immer nur bis zur nächsten Weltwirtschaftskrise, die wir vor ein paar Jahren gerade so vermeiden konnten. Und wie haben wir das gemacht? Indem wir die Schulden sozialisiert haben. Natürlich nur die der Banken. Griechenland muss seine Schulden weiter schön artig abbezahlen. Könnten Sie viel besser, wenn Deutschland seine Schulden bei den Griechen begleichen würde. Tun wir aber nicht.


    Insofern finde ich es einfach absurd so zu tun als wäre ser Kapitalismus die Lösung. Er ist es für uns, aber nicht für den Rest der Welt, der nach wie vor wie zu Kolonialzeiten ausgebeutet wird. Unser auf Schulden basierendes System funktioniert, weil ein anderer die Schulden trägt. Bis die Blase eben mal wieder platzt.

    "When life gives you lemons, go murder a clown."

  • So real betrachtet hat Sozialismus mit Sozialdemokratie auch nicht eine geradezu grandiose Schnittmenge.


    Und das Wirken früherer Regierungen war hie und da auch mehr "wirtschaftsliberal" als heute.


    Wer verkennt (oder verkennen will), dass es "uns gut geht", der läuft ideologisiert durch die Gegend. Die Mär von der vollständigen Gleichheit für alle oder dem Wohlstand für alle ist eine Mär und bleibt es auch. Ich lebe in der Region mit dem höchsten Einkommen in Deutschland, mit (lt. Wolfsburger Nachrichten) immer noch knapp 1.300 offenen Stellen. Besser und höher bezahlt als anderswo in Deutschland. Wenn ein Single in Dortmund-Applerbeck, gelernter Schlosser, keine Lust hat, in Wolfsburg-Detmerode mehr Geld auf dem Konto zu haben als Stütze an der Trinkhalle, dann sind Berichte über "Armut in Deutschland" nicht so richtig ernst zu nehmen.


    Vielleicht würde ich das anders sehen, wenn um mich herum alle fünf Schachteln Kippen und zwei Kisten DAB tagtäglich per Sozialhilfe vorfinanzieren würden... aber wie heißt es so schön: Jeder ist seines Glückes Schmied, aber nicht jeder Schmied hat Glück...

    Bitte denken Sie scharf nach, was Sie in eine Signatur schreiben.

  • :D:D Ach und unterm Kapitalismus gehts der Gesamtheit des Volkes besser??

    was für eine dumme, zusammenhangslose antwort.


    zur info: wir haben in deutschland nicht den raubtierkapitalismus wie es der freund der linken, onkel vladi in russland betreibt. seit erhardt haben wir die soziale marktwirtschaft die wie in kaum einem anderen land auch solche die unverschuldet weniger leisten können ausreichend unterstützt. dass jemand der nichts leistet (egal aus welchem grund) gleichgestellt wird jemandem der eine lange ausbildung macht und 60 stunden arbeitet ist absurd ungerecht.

  • Natürlich ist nicht jeder AfD-Wähler ein Nazi. Das denke ich tatsächlich nicht. Es ist nur so:
    jeder, der am Sonntag bereit ist, bei dieser Partei sein Kreuz zu setzen, ist 100% einverstanden mit offen gelebtem Rassismus.
    Keiner, der die Parolen auf den Plakaten gelesen und die Aussagen der Parteispitze gehört hat, kann sich davon noch freisprechen.
    Die AfD ist wie ein bellender Hund, der sein Revier verteidigt, weil jemand am Vorgarten lang spaziert, den er nicht kennt. Es gibt für ihn kein anderes Thema, außer "Hau hier ab" und "Das ist alles meins!". Sein Antrieb ist Angst, seine Strategie ist Bellen und Beißen.
    Dass seine Ängste irrational sind und die Gesamtsituation weit komplexer ist, begreift der Hund nicht. Als Mensch kann man sich davon nicht frei sprechen, denn wir sind intellektuell in der Lage, die Zusammenhänge zu begreifen und uns nicht ausschließlich unseren Instinkten hinzugeben. Tun wir das nicht, sind wir zu faul dazu, zu ignorant oder zu dumm.
    "Aber Merkel & Co. lügen uns alle an! Denen muss man doch mal einen Denkzettel verpassen!"
    Sei ehrlich: Es geht dir nicht darum, dass uns Politiker anlügen. Denn im Lügen ist die AfD ja erwiesenermaßen ganz vorne mit dabei. Das weißt du selbst, denn auch du hast schon mal eine der AfD-"Fakten" gelesen und gedacht "Okay, das ist jetzt wirklich totaler Bullshit", sie aber kommentarlos akzeptiert, weil es für "die gute Sache ist". Jeder Mensch lügt. Jeder! Der Vertreter, der behauptet, dass du diese zusätzliche Lebensversicherung dringend brauchst. Die Bäckereifachverkäuferin, die sagt "Unsere Produkte sind 100% (!) Bio". Der Pfarrer, wenn er so tut, als könne er einen Segen aussprechen. Und wenn meine Tochter sich den Kopf stößt und weint, sage ich zu ihr "alles wird gut." Natürlich wird nicht ALLES gut, was ist das bitte für eine völlig unsinnige Aussage? Ich lüge. Du lügst. Wir alle lügen, jeden Tag. Wieso um alles in der Welt sollte das bei Politikern anders sein?
    "Ich will es denen da oben aber mal so richtig zeigen!" Okay, das tust du allerdings nicht, wenn du die AfD wählst. Du zeigst nur eins: dass dir Herkunft und Hautfarbe wichtiger sind als Menschlichkeit. Dass du bereit bist, eine bestimmte Anzahl an Quadratkilometern mehr zu lieben als ein Wesen aus Fleisch und Blut.
    Und wenn du auch nur EINE Person kennst, die du schätzt, richtig gerne magst oder sogar liebst, nur EINE Person, deren Eltern nicht in Deutschland geboren worden sind, dann kannst du nicht mit reinem Gewissen eine Partei wählen, die offen gelebten Rassismus propagiert. Weil du damit einer Bewegung den Weg ebnest, mit der du dieser Person, die nicht dem ethischen Erscheinungs-Klischee eines Deutschen entspricht, langfristig das Leben zur Hölle machst, eventuell sogar ihr Leben gefährdest.
    Ich kann verstehen, wenn dich die immer gleiche Konstellation der Altparteien frustriert. Und du kannst das ändern, OHNE die AfD zu wählen! Es gibt so viele neue Parteien, denen man seine Stimme geben kann, so viele Möglichkeiten, nicht immer wieder CDU oder SPD zu wählen. Du musst nicht die AfD wählen, um zu zeigen, dass du eine Veränderung willst.
    Wenn du das aber doch tust, wenn du mit Parolen wie "Neue Deutsche? Machen wir selber." kein Problem hast, dann bist du ein Rassist. Du bist kein Nazi. Du bist auch kein Neonazi. Allerdings: wenn du die AfD wählst, dann wählst du Neonazis. Das weißt du, wenn du ganz ehrlich bist, selbst. Und wenn du diese bestimmte Anzahl Quadratkilometer, die wir Deutschland nennen, wirklich liebst, dann hab ich eine Bitte an dich: tu diesem Land das nicht an. Das hat es nicht verdient, nicht noch einmal.


    Ralph Ruthe über Facebook

  • dass jemand der nichts leistet (egal aus welchem grund) gleichgestellt wird jemandem der eine lange ausbildung macht und 60 stunden arbeitet ist absurd ungerecht.

    Nur zum Nachdenken zum Tage


    Wieso sind die Faulen (so in deinen Augen) SCHULD das die fleißigen in unseren Lande zuwenig später bei der Rente erhalten???

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  • Nur zum Nachdenken zum Tage
    Wieso sind die Faulen (so in deinen Augen) SCHULD das die fleißigen in unseren Lande zuwenig später bei der Rente erhalten???

    Wenn die Gruppe A zu viel verschlingt von dem was Gruppe B einbringt, ohne selbst etwas einzuzahlen, bleibt halt für Gruppe B weniger übrig als das was sie verdient hätten...

  • Wenn die Gruppe A zu viel verschlingt von dem was Gruppe B einbringt, ohne selbst etwas einzuzahlen, bleibt halt für Gruppe B weniger übrig als das was sie verdient hätten...

    Fehlt die Gruppe C die viel verschlingt da sind die Banken, Militärausgaben, Autolobby etc,

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  • Kapitalismus in Reinform wie auch Sozialismus in Reinform negieren die menschliche Natur. Die Antwort liegt irgendwo in der Mitte.


    Das ist eigentlich der springende Punkt.
    Ich sehe das ähnlich das eine linke Politik das Land komplett in den Ruin treibt.


    Auf der anderen Seite ist das gleiche mit der momentanen Art des Kapitalismus. Hier gibt es einfach eine zu große Kluft bei den Einkommen. Diese wird auch noch von Jahr zu Jahr größer. In dem Bereich müsste die Politik zwingend mal ansetzen, aber solange die EU in der Form existiert wird das nichts da es zuviele Möglichkeiten gibt diese zu umgehen.

  • Nur zum Nachdenken zum Tage
    Wieso sind die Faulen (so in deinen Augen) SCHULD das die fleißigen in unseren Lande zuwenig später bei der Rente erhalten???


    Deutschland ist eine Neidgesellschaft nicht mehr und nicht weniger.


    Ich sehe auch das Problem nicht wirklich. Schafft ein Bürgergeld von im Schnitt 1000€ und für mehr ist jeder selbst verantwortlich. Und bevor jemand fragt wie das bezahlt werden soll. Wir haben momentan Sozialausgaben von fast 1 Billionen.

  • Nur zum Nachdenken zum Tage
    Wieso sind die Faulen (so in deinen Augen) SCHULD das die fleißigen in unseren Lande zuwenig später bei der Rente erhalten???

    ich finde es ja nett dass du uns immer etwas zum nachdenken gibst, auch wenn es zugegeben oft schwer fällt nachzuvollziehen was du meinst. ich bitte dich aber dennoch nur das zu verarbeiten was da steht und nicht irgendetwas reinzuinterpretieren. so kommen wir nicht weiter.


    ich habe ja explizit "egal aus welchem grund" geschrieben. darunter fallen leute die geistig oder körperlich nicht in der lage sind oder andere umstände (alleinerziehende mutter mit 5 kindern), genauso wie faule. um rente ging es ja überhaupt nicht und schon gleich gar nicht dass irgendjemand schuld ist, dass mehrleistende zu wenig bekämen. lass uns gerne diskutieren, aber das berühmte sender-empfänger-modell ist darauf angewiesen dass dass gesendete auch empfangen wird. das wäre schonmal ein anfang.

  • Das ist eigentlich der springende Punkt.
    Ich sehe das ähnlich das eine linke Politik das Land komplett in den Ruin treibt.


    Auf der anderen Seite ist das gleiche mit der momentanen Art des Kapitalismus. Hier gibt es einfach eine zu große Kluft bei den Einkommen. Diese wird auch noch von Jahr zu Jahr größer. In dem Bereich müsste die Politik zwingend mal ansetzen, aber solange die EU in der Form existiert wird das nichts da es zuviele Möglichkeiten gibt diese zu umgehen.

    "da müsste die politik mal was machen" ist für mich gerade der running gag. wer regelmäßig fest&flauschig hört, kennt die satire mit "da müsste jens spahn mal was machen".


    welche konkreten, gerechten, finanzierbaren und realistischen vorschläge würdest du "der politik" denn diesbezüglich machen?

  • linke politik hat einen teil unseres landes 40 jahre völlig ausgeblutet und wir dürfen mit unserem scheißkapitalismus das seitdem ausgleichen. mehr beweise brauche ich nicht dafür dass links der ruin ist.

    Hat die DDR wirklich linke Politik gemacht oder war man nicht einfach nur unter dem Deckmantel des Sozialismus ein Vasall der Sowjetunion? Natürlich unter einem verbrecherischen Regime, welches die eigenen Landsleute ausspioniert und unterdrückt hat.

  • ich würde sagen beides. misstrauen, unfreiheit und unterdrückung sind ja merkmale des sozialismus. aber staatliche planwirtschaft, kontrolle aller lebensbereiche sind nunmal zutiefst linke elemente.

  • :D:D Ach und unterm Kapitalismus gehts der Gesamtheit des Volkes besser??

    Ist das Ernst gemeint? Es ging der Gesamtheit der Deutschen noch nie so gut, wie heute. Es wird immer Leute geben, die, aus welchen Gründen auch immer, "abehängt" sind. Gleiches gilt für die andere Richtung. Dieses Wunschdenken, dass es allen gleich gut geht, ist fernab von jeder Realität.

    Oh Well. Whatever. Nevermind.

  • Ich glaube die wenigsten Leute wünschen sich echten Sozialismus oder gar Kommunismus zurück.


    Es geht doch eher darum, ob man sich wieder mehr soziale oder eher noch mehr freie Marktwirtschaft wünscht. In der Hinsicht hat sich Deutschland in der Tat längst in Richtung freier (marktradikaler) Marktwirtschaft verändert.


    Hier bedarf es in der Tat korrrigierender Eingriffe des Staates, weil ein völlig enthemmter und entfesselter Markt eben nicht alles von alleine regelt.


    Über die Details dieser Eingriffe kann man trefflich streiten - hier unterscheiden sich die Parteien durchaus deutlich, was leider im Wahlkampf oft viel zu wenig herausgearbeitet wurde.