Weltmeisterschaft 2018 in Russland

  • Dieses "mit Ballbesitz gewinnt man keine Titel" ist jetzt halt in, weil viele "Experten" bei der WM gemerkt haben, dass Umschaltteams mehr gerissen haben. Festmachen kann man das bspw. am Versagen Deutschlands oder Spaniens und gleichzeitig an den Erfolgen Belgiens oder Frankreichs. Der Knackpunkt ist nur, dass die Probleme, die die beiden genannten hatten, schon immer ans Tageslicht kamen, wenn das Ballbesitzspiel komplett ohne Feinjustierung, Engagement und Anspruch gespielt wird. Dann ist es das inspirationslose Quergeschiebe, das wir von Deutschland und Spanien sehen konnten. Und wir hatten einen Trainer, der die Mannschaft nicht mehr erreichte und Spanien hatte einen Trainer, der 2 Tage vor dem Turnier eingestellt wurde. Ballbesitz erfordert akribische Arbeit und das passt auch zu den Aussagen, dass Umschaltfußball halt schneller einstudiert werden kann.


    Aber, wie gesagt, das war schon immer so. Das war zu besten Barca-Zeiten so und das war auch schon zu Pep-Zeiten bei uns so. Das ist auch bei City so. Das war sogar so, als die Spanier zu ihren allerbesten Zeiten einen schlechten Tag hatten und nicht 100%ig engagiert und konzentriert gespielt haben.


    Ich weiß nicht, wieso das nun zur der allerneusten Erkenntnis hochgejazzt wird. Vielleicht weil es für die meisten Leute greifbarer ist. Die Meisten feiern den Rock'n Roll Umschaltfußball sowieso mehr ab. Und wenn City, wir oder Barca die CL holen, gilt dann wieder das Gegenteil? National sieht man ja jeweils, wie die Lage ist. Wie hier schon geschrieben wurde: Ein Turnier ist einfach kein guter Maßstab, sowas festzustellen. Dieses Schwarz/Weiß-Denken von NUR Ballbesitz oder NUR Umschaltspiel bringt sowieso keinen Mensch weiter. Leider wird da einfach oft zu wenig differenziert.

  • Es wirkt so vieles austauschbar, ob auf dem Rasen oder auf den Rängen.
    Vielleicht sind das aber auch ernste Anzeichen für eine große Fußballdepression...

    Ganz Deiner Meinung. Ich glaube, der Fußball wird totgesendet und -kommerzialisiert. Überfluss schaft Überdruss - bei mir jedenfalls.
    Hätte nicht gedacht, dass ich das einmal schreibe.

    Die Wissenden reden nicht viel, die Redenden wissen nicht viel.

  • gut, ich war beispielsweise 1990 noch ein kind, aber auch 1998 beispielsweise habe ich gefühlt die wm und auch das endspiel bzw. das feiern danach, irgendwie auch völlig anders in erinnerung... halt so eine gewisse form der besonderheit, wie hier schon beschrieben wurde... egal, ob deutschland nun im finale stand, oder nicht...


    gestern lief das spiel halt auch etwas nebenher... zum großteil verfolgt, aber zwischendurch auch rasen gewässert etc.


    da ist schon was dran, dass das alles so "beliebig austauschbar" wirkt...
    oder ich bin einfach auch nur älter geworden und sehe die dinge mittlerweile anders!?...
    wird sicherlich auch eine rolle spielen, keine frage...

    -> Becks84 ( TM ) - USER, BAYER, LEGENDE! <-

  • Irgend etwas fehlt und es ist zumindest bei mir nicht mehr so, wie es rein vom Gefühl bei einem solchen Turnier mal war.

    Ich bin nicht auf die Welt gekommen, um anderen zu gefallen.

  • https://vid.pr0gramm.com/2018/07/16/3da7111f21780674.mp4


    DJ Eden Hazard :D


    So feiert man, nicht so furzklemmer mäßig wie bei uns.

    Witziger weise ist das der Grand Place in Brüssel, bei Nacht einfach nur zum mit der Zunge Schnalzen schön.
    Warum witzig? Weil dieses Rathaus dort ein Vorbild für Münchens (ebenfalls wunderschönes) aktuelles Rathaus gewesen ist.

    "Es zählt das, was bayernimherz sagt." (steveaustin10)

  • Wir kennen es doch von unseren eigenen Titelfeiern: Mittlerweile ist das alles so durchchoreografphiert, dass alles, was davon abweicht (wie das von Hazard), schon wieder etwas Besonderes ist.

    #nichtmeinpräsident

  • Dieses "mit Ballbesitz gewinnt man keine Titel" ist jetzt halt in, weil viele "Experten" bei der WM gemerkt haben, dass Umschaltteams mehr gerissen haben.

    Das stimmt so nicht.
    Diese diskussion gibt es schon länger.
    In den Medien und Expertenkreisen, ebenso wie hier.

  • dazu muss man ja auch mal sagen, dass die franzosen nicht umschaltfußball in seiner reinform gespielt haben ( während der gesamten wm )...
    also so viel ballbesitz hatten sie dann schon und waren zudem eben auch ballsicher genug, um eben nicht nur reinen umschaltfußball spielen zu müssen...

    Sehe ich ähnlich.
    Und das war eben eine der herausragenden Qualitäten von Deschamps, dass er diesen Mittelweg gefunden hat.
    Neben der Disziplin und der mannschaftlichen Geschlossenheit, die er in das Team brachte.
    Was bei den auch nicht gerade kleinen Egos der franz. Starspieler sicher nicht einfach war. Gerade seine Nominierungsentscheidungen waren ja in Frankreich durchaus umstritten.


    Man muss vor Deschamps Leistung Respekt haben und anerkennen, was er da auf den Platz gebracht hat.
    Heute im kicker einige sehr gute Beiträge dazu, insbesondere auch von Lizarazu.

  • Respekt:
    "Für sein Heimatland zu spielen, dafür sollte man kein Geld bekommen,.." Kylian Mbappé


    Bild

    Kylian Mbappé erscheint mir der einzig sympathische Franzose zu sein.
    Wenn ich mir da so Schwalben-Griezmann, Pogba oder Mr. "wo ist nochmal der Ausgang vom Stadion in Moskau? Kann mir das jemand sagen?" Matuidi anschaue...
    Und was dieser Deschamps dort hat spielen lassen mit diesem Kader.
    Dann kommt mir ehrlich gesagt das Kotzen.
    Das war definitiv keine Werbung für diesen Sport.

  • Das macht das Alter.Man wird abgeklärter , weniger euphorisch und immer schwerer zu begeistern.
    :D:whistling:

    Das spielt auch ein Rolle, doch vor vier Jahren war ich noch mit mehr Herzblut dabei und etliche Spieler auch.
    Diese ganze Kommerzialisierung und Politisierung vermiest mir zunehmend den Spaß. Hätte doch wenigstens Kroatien den Titel geholt, was hätte ich mich darüber gefreut. Das kleine Land wäre in einen Freudentaumel gefallen.

    Ich bin nicht auf die Welt gekommen, um anderen zu gefallen.

  • Das ist natürlich alles subjektiv aber bei mir hat das einen ganz bestimmten Grund - und zwar ist das die Aufmachung der einzelnen Spiele.


    Seitdem ich die WM bewusst mitverfolge, gab es immer dieselbe Einlaufmusik und zwar war das die offizielle FIFA-Hymne:


    Das erzeugt dann einfach Gänsehaut, weil du diese Musik NUR bei der WM hörst. Die haben sie rausgenommen und durch was ersetzt? Durch dieses unsägliche "Seven Nations Army", welches gerade im Fußball seit den 2000ern durchgenudelter ist als eine Nutte auf St. Pauli.


    Dazu kommt dann dieses peinliche Runterzählen zum Anpfiff. Das funktioniert vielleicht beim US-Sport oder bei DisneyWorld aber doch nicht bei einer Fußball-WM.


    Dazu kommt dann drittens, dass die FIFA durch ihren Korruptionsskandal natürlich die meisten ihrer WM-Sponsoren verloren hat. Das waren eine handvoll Namen (Sony, Fujifilm, Coca Cola, später kam Emirates dazu), die zu dem Bildhintergrund eines WM-Spiels eben irgendwann dazugehörten. Stattdessen hast du jetzt namenlose chinesische Konglomerate wie Wada oder Hisense oder irgendwelche anderen chinesischen Schriftzeichen.


    Wie gesagt, das ist rein subjektiv. Unumstritten ist aber, dass solche audiovisuellen Reizpunkte das emotionale Empfinden des Publikums eben entscheidend beeinflussen.

    Es gibt zuviel Leute, die sagen zu wenig - die reden einfach zuviel!


    Klaus Lage

  • Einige Tage sind nun vergangen. Ich habe viele Spiele dieser WM gesehen. Was hätte ich verpasst, wenn ich nicht geguckt hätte?
    Hängen geblieben ist bei mir die Pleite von "Die Mannschaft" und das ich Frankreich als verdienten WM sehe. Die haben in der KO-Runde genauso gespielt, wie das z.B. gegen Belgien erforderlich war. Zudem waren sie wohl individuell neben Belgien am besten besetzt. Gewonnen hätten sie wohl auch mit einem richtigen Unparteiischen. Kroatien war zu platt.
    Aber sonst kann ich mich so recht an kein Spiel erinnern. Taktisch gab es auch nichts, was man nicht längst schon kannte. Neururer z.B. hat uns mal dadurch in der Liga gehalten, dass er Freistöße und Ecken geübt hat. Also nicht er, sondern er mit den Spielern. War also auch nicht neu. Selbst Ballbesitzfußball müßte nicht out sein, wenn das mit der nötigen Power gespielt würde. Und so richtig Konterfußball gab es ja auch nur sporadisch. Also war die taktische Maßnahme bei vielen Spielen: Warten auf Fehler. Laaangweilig. Ich bin selbst als Hannoveraner enttäuscht. Ihr habt da sicher noch ganz andere Maßstäbe.


    Wären Jogi und Bierhoff bei 96, hätte Kind sie rausgeschmissen! Nach einer umfassenden Analüse. Ist überhaupt ein Witz, dass ausgerechnet die beiden, die alles an die Wand gefahren haben, nun das Ganze analysieren sollen. Aber mit Grindel steht denen ja die Oberpfeife vor.

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