Leon Goretzka

  • Ach naja..... Es gibt noch tolisso, stiller, Alaba als 6er oder die doppel 6 musiala Müller wie in hz2 bei Atletico.

    Also da hat Flick noch die Qual der Wahl :S

    also gegen wolfsburg dann wohl so.


    neuer

    pavard - süle/boateng - hernandez - davies

    tolisso - alaba

    gnabry - müller - coman

    lewandowski


    :thumbsup:

  • Dritte Liga ist nichts, wo man auf der Position glänzen kann.

    Da wir gegen Wolfsburg dringend im ZM mal wieder ein paar Zweikämpfe gewinnen müssen, wäre Dantas so ziemlich der letzte Spieler, den ich dort aufstellen würde. Zumal man dann auch Musiala nicht bringen könnte. Mit zwei so schmächtigen (aber technisch starken) Spielern in der Mitte, holst du gegen keinen Bundesligisten was, wenn es ohnehin schon nicht läuft.

  • Interview Teil 1


    „Die AfD ist keine Alternative, sondern eine Schande für Deutschland“

    Leon Goretzka vom FC Bayern gehört zu den erfolgreichsten Fußballspielern Deutschlands. Doch es gibt auch ein Leben neben dem Platz. Goretzka will „andere dazu zu bringen, Dinge zu hinterfragen“. Er selbst traf sich vor kurzem mit einer Holocaust-Überlebenden. Ein Gespräch.


    Auch für Leon Goretzka, 25, war das Jahr 2020 wahrhaft außergewöhnlich. Mit dem FC Bayern holte der 29-malige deutsche Nationalspieler im Sommer das Triple aus Meisterschaft, Pokal und Champions League. Im ersten Lockdown im März initiierte er mit Mannschaftskollege Joshua Kimmich die Initiative „We kick Corona“ und sammelte bislang über fünf Millionen Euro für Betroffene. Und dann gab es noch einen Termin, der ihm besonders zu Herzen ging.


    WELT AM SONNTAG: Herr Goretzka, es gibt über Fußballer reichlich Klischees: Privatjets, Luxusklamotten, Goldsteaks. Sie hingegen besichtigten in diesem Jahr das ehemalige KZ Dachau und trafen im November in Berlin die 99-jährige Holocaust-Überlebende Margot Friedländer. Wie kam es dazu?


    Leon Goretzka: Erst mal muss ich dazu sagen, dass das Eine nicht das Andere ausschließt. Natürlich gönne ich mir auch ab und an schöne Dinge. Mir ist es allerdings wichtig, mich weiterzubilden und Termine wahrzunehmen, die nichts mit Fußball zu tun haben. Ich habe es als riesiges Privileg empfunden, dass das Land NRW dank der Antisemitismusbeauftragten Frau Leutheusser-Schnarrenberger den Kontakt zu Frau Friedländer hergestellt hat. Ich weiß, dass ihr Terminkalender sehr voll ist und sie Persönlichkeiten wie die Bundeskanzlerin oder den Bundespräsidenten trifft. Dementsprechend froh war ich, dass ich mit Frau Friedländer einige Stunden verbringen durfte. Ich bin das Treffen mit großer Ehrfurcht angetreten, war sehr demütig und werde die Unterhaltung mein Leben lang nicht mehr vergessen.


    WELT AM SONNTAG: Wie lief das Treffen ab? Über welche Themen haben Sie mit Frau Friedländer gesprochen?


    Goretzka: Das Gespräch dauerte einige Stunden. Ich hatte zuvor schon ihr Buch „Versuche, dein Leben zu machen“ gelesen, in dem sie sehr eindrucksvoll ihre Geschichte beschreibt: Wie sie als Kind mehrere Jahre in Berlin allein auf sich gestellt auf der Flucht war, bei verschiedenen Menschen unterkam, bis sie schließlich verhaftet wurde und ins KZ Theresienstadt verschleppt wurde. Ihr Bruder und ihre Mutter kamen in Auschwitz ums Leben. Durch das Gespräch mit einer Überlebenden wurde das alles total real. Frau Friedländer hat Sätze gesagt wie: „Leon, es waren Menschen, die das getan haben.“ Wenn ich daran denke, bekomme ich jetzt noch eine Gänsehaut. Trotz all des Leids, das sie erfahren hat, ist sie so ein positiver Mensch geblieben. Sie sagt, dass sie Menschen liebt. Das ist nach dem, was Frau Friedländer durchlebt hat, eigentlich unvorstellbar. Sie hatte sogar ihren Judenstern mitgebracht. Das sind Momente, da erstarrst du förmlich.

    WELT AM SONNTAG: Was hat Sie Ihnen mit auf den Weg gegeben?


    Goretzka: Dass wir diejenigen sein müssen, die dafür Sorge tragen, damit so etwas nie wieder vorkommt. Das ist ihre Mission, darum kämpft sie jeden Tag. Frau Friedländer kehrte, nachdem sie lange in den USA gelebt hat, mit 89 Jahren in das Land zurück, das ihr so viel Leid zugefügt hat. Sie sagt, dass sie sich hier zu Hause fühlt. Sie hat Deutschland vergeben. Das zeigt, welch unglaublich starke Persönlichkeit sie ist.

  • Teil 2


    WELT AM SONNTAG: Haben Sie mit Ihren Mitspielern über das Treffen gesprochen?


    Goretzka: Ja. Das war sozusagen die Aufgabe, die sie mir mitgegeben hat: Mit Menschen, die sich vielleicht aktuell nicht so stark damit beschäftigen, darüber zu sprechen und dieses Thema auf die Agenda bringen. Kurz nach dem Treffen war die Nationalmannschaftsreise im November. Ich habe mit Kevin Trapp und Joshua Kimmich über meine Begegnung mit Frau Friedländer gesprochen. Joshua möchte zeitnah auch in ein ehemaliges KZ fahren und es sich ansehen. Für mich ist das Thema ein absolutes Pflichtprogramm für jede Schulklasse, eigentlich sollte der Besuch eines ehemaligen KZ in den Lehrplan gehören.


    WELT AM SONNTAG: Was halten Sie von der These: Ein Kind, das über die Gräueltaten des Nationalsozialismus aufgeklärt wurde, kann später kein Nazi werden?


    Goretzka: Im Normalfall ist das so, da stimme ich Ihnen zu. Es war bei mir leider Gottes im Geschichtsunterricht so, dass die NS-Zeit zwar Thema war, aber sehr dröge behandelt wurde. So ging das Interesse und das Bewusstsein etwas verloren, was dem Thema nicht ansatzweise gerecht wird.


    WELT AM SONNTAG: Sie benutzten mal die Fritz-Walter-Formulierung, Nationalspieler seien „Außenminister in kurzen Hosen“.


    Goretzka: Fritz Walter hatte Recht. Als Nationalspieler sind wir nicht nur Fußballer, sondern auch Repräsentanten unseres Landes. Es gibt viele Menschen, die zu uns aufblicken, gerade aufgrund der sportlichen Erfolge wollen Kids uns nachahmen. Da müssen wir vorangehen und einen positiven Einfluss nehmen. Dass dies aktuell wichtiger denn je ist, brauche ich, glaube ich, nicht extra betonen.


    WELT AM SONNTAG: Welches Deutschland-Bild begegnet Ihnen auf Reisen im Ausland?


    Goretzka: Oftmals ist die erste Assoziation unsere jüngste Vergangenheit, der wieder aufkeimende Rassismus und Taten, die weltweit negativ besprochen werden. Dementsprechend wichtig ist es auch, mir immer wieder zu demonstrieren: Wir sind eine weltoffene Gesellschaft, die für jeden, der unsere Werte teilt, einen Platz hat. Wenn man zurückdenkt: Bei der WM 2006 waren wir ein super Gastgeber, war die Welt wirklich zu Gast bei Freunden. Dieses Bild müssen wir uns wieder in Erinnerung rufen, davon dürfen wir nicht abkommen.


    WELT AM SONNTAG: Sie haben sich sehr früh und deutlich gegen die AfD positioniert.


    Goretzka: Speziell durch die Corona-Krise wurde noch offensichtlicher, welche Partei das ist: Für mich ist es keine Alternative, sondern eine Schande für Deutschland. Wenn eine Partei von Holocaust-Relativierern und Corona-Leugnern unterstützt und geführt wird – siehe das „Fliegenschiss der Geschichte“-Zitat von Alexander Gauland – dann demaskiert sie sich selbst. Wir dürfen so etwas nicht dulden, nicht weghören, nicht wegsehen. Wir müssen klar und deutlich Stellung beziehen.


    WELT AM SONNTAG: Wurden Sie von AfD-Unterstützern angefeindet?


    Goretzka: Ja, wurde ich. Das habe ich auch zum Teil öffentlich gemacht, um den Menschen zu zeigen: Stopp, hier gibt es Contra. Aber es gab vor allem viel mehr Zuspruch. Gegen diese Widerstände muss man ankämpfen, um etwas zu verbessern. Wir müssen den Leuten klar vor Augen führen, dass wir in einer Demokratie leben, die durch nichts und niemanden kaputt gemacht werden kann. Hasskommentare bringen mich eher dazu, mich noch klarer zu positionieren.



  • Teil 3


    WELT AM SONNTAG: Beleidigungen gegen Dortmunds Youssoufa Moukoko, Hasskommentare gegen Ihren Mitspieler Alphonso Davies: Wie ist so etwas im Jahr 2020 möglich?


    Goretzka: Der Ursprung ist vielfältig. Wichtig ist, speziell in der jungen Generation massiv in Bildung zu investieren und in unserem Land für soziale Gerechtigkeit zu sorgen. Dazu gehört insbesondere auch, dass wir den Menschen die Hand reichen, die sich sozial und finanziell abgehängt fühlen. Man muss ihnen zuhören und ihnen klarmachen, dass sie nicht allein sind. Wir müssen die Werte und das Versprechen unseres Grundgesetzes in unserer Gesellschaft noch stärker mit Leben füllen.


    WELT AM SONNTAG: Woher rührt Ihr politisches Engagement?


    Goretzka: Ich bin kein Politiker, sondern ein ganz normaler Bürger, der sich Gedanken macht. Ich habe mich vor einigen Jahren entschieden, meine Reichweiten zu nutzen, um andere dazu zu bringen, Dinge zu hinterfragen. Ich will aufstehen gegen Rassismus, das ist mein Impuls: Sich aktiv gegen Rassismus zu wehren, im Alltag Zivilcourage zu zeigen, nicht wegzuhören, sondern sich zu positionieren. Wenn man immer weghört, wird aus einer kleinen Sache schnell etwas immer Größeres. Das will ich verhindern. Wenn sich dadurch auch nur ein Mensch mehr gegen Alltagsrassismus einsetzt, hat sich das Ganze schon gelohnt. Und ich merke, dass mich mein Engagement als Persönlichkeit weiterbringt: Ich will über mehr sprechen als nur das nächste Spiel.


    WELT AM SONNTAG: Sie bekamen durch ihre Corona-Initiative „We kick Corona“ einen guten Überblick über die Sorgen und Nöte der Menschen.


    Goretzka: Wir haben alle Anfragen selbst beantwortet. Es hat mich und Joshua vom Hocker gehauen, wie vielfältig und umfassend das soziale und karitative Engagement in Deutschland ist, und wir sind unfassbar dankbar, dass uns so viele Mitspieler, Trainer, Sportler und Einzelspender dabei unterstützen. Es ist unfassbar zu sehen, wie viele Menschen sich ehrenamtlich für andere Menschen in unserem Land einsetzen. Wir konnten durch die Initiative bis jetzt schon über 600 karitative und soziale Projekte in ganz Deutschland unterstützen, sogar einige Existenzen retten. Das positive Feedback zu bekommen, die Dankesschreiben zu Lesen ist ein Gefühl, dass ich so noch nicht kannte. Das bewegt sich auf einem ganz anderen Level als sportliche Erfolge.


    WELT AM SONNTAG: Was war Ihr persönlicher Moment des Jahres 2020?


    Goretzka: Es war ein brutales Jahr, für alle. Aber für mich ist es der Moment, als der Schiedsrichter das Champions-League-Finale in Lissabon abgepfiffen hat. Die 20, 30 Sekunden nach dem Abpfiff waren ein Gefühl, das ich kaum beschreiben kann. Die ganze Karriere war vor meinen Augen. Ich habe mich auf den Rasen fallen lassen, hörte mich als Kind in Gedanken sagen: „Stell Dir mal vor, Leon, Du gewinnst eines Tages die Champions League!“ Wahnsinn!


    WELT AM SONNTAG: Müssen Sie den Titel verteidigen, damit Sie 2021 dann auch mit Fans feiern können?


    Goretzka: Wir haben 2020 den besten Fußball auf der Welt gespielt. Das ist einerseits wunderschön und andererseits extrem schade, da wir die Momente aufgrund von Corona nicht mit unseren Fans im Stadion teilen konnten. Man mag sich gar nicht ausmalen, wie uns die Stadt München bei der Rückkehr aus Lissabon empfangen hätte. Wir haben uns intern alle auf die Fahne geschrieben, den Titel für uns und unsere Fans zu verteidigen. Wir wissen, wie es geht und haben eine Mannschaft, mit der das möglich ist. Wir werden alles daran setzen, dass wir die Champions League 2021 mit unseren Anhängern feiern können.

  • Teil 4


    WELT AM SONNTAG: Sehen Sie im Moment eine Mannschaft, die auf einem höheren Niveau als Bayern spielt?


    Goretzka: Ich gehe fest davon aus, dass wir 2021 nicht schlechter sind als 2020. Und dann muss uns erst einmal jemand schlagen.


    WELT AM SONNTAG: Ihr Muskel-Zuwachs war 2020 ebenfalls großes Thema. Wie viele Kilogramm Muckies haben Sie eigentlich zugenommen?


    Goretzka: Das war schon einiges. Eigentlich will ich es für mich behalten. Aber sagen wir mal: Zwischen fünf und zwölf Kilo. Das reicht an Masse. Ich werde täglich weiter an meinem Körper feilen, das ist noch lange nicht vorbei. Aber das Thema wurde nun hinlänglich thematisiert, das kommt den meisten jetzt bestimmt schon aus den Ohren raus.


    WELT AM SONNTAG: Bei der Nationalmannschaft lief es 2020 alles andere als optimal. Machen Sie sich Sorgen um die EM 2021?


    Goretzka: 2020 war, nicht zuletzt auch aufgrund von Corona, ein in allen Belangen außergewöhnliches Jahr, indem sogar unser Highlight, die EM ausgefallen ist. Aber auch, wenn dem so ist, darf uns eine Niederlage wie gegen Spanien niemals passieren. Hier sind wir alle gefordert, dass wir das Bild schnellstmöglich geraderücken. Ich bin extrem motiviert, beim DFB mit anzupacken und Verantwortung zu übernehmen. Wenn es nach mir ginge, könnten wir gleich im neuen Jahr ein Länderspiel haben, um das Ergebnis zu korrigieren. Und klar ist auch: Die EM war und ist unser Ziel. Beim Turnier wollen wir auf den Punkt topfit sein.


    WELT AM SONNTAG: Dann bleibt nur noch die Frage: Wann verlängern Sie eigentlich Ihren 2022 auslaufenden Vertrag bei Bayern?


    Goretzka: Der FC Bayern ist ein Verein, der sich die höchsten Ziele steckt und diese auch erreichen kann. Ich befinde mich in einer Phase, in der ich nach dem Maximum im Sportlichen strebe. Da passt der Verein sehr, sehr gut zu mir.