Niko Kovač

  • Warum waren es 2 Punkte Vorsprung?
    Weil man auf verrueckte Art und Weise gegen in der Tabelle weit unten angesiedelte Teams im Herbst viele Punkte liegen liess.


    Mit dem Fussball und der taktisch und spielerischen Dominanz, wie man in der RR die staerksten Konkurrenten Lever, Dortmund, Frankfurt und RB abgefertigt hat, bin ich sehr zufrieden. Tolle Spiele, grosser Wille und Einsatz und satte Siege.


    Vorgestern auch. Trotz verdammt hohem und intensivem Pressing, den Ball kaum nach vorne gehauen, sondern die Presser ziemlich muede gepasst. Man hat foermlich gespuert, dass RB mit den Verteidigern an der Mittellinie und nachlassenden Pressern bald Probleme bekaeme. Exemplarisch der Pass von Hummels auf Coman.

    Hör doch mit dem Gelaber auf...zweimal laufen die Kühe komplett allein auf Neuer zu, Das der angebliche Matchplan funktioniert hat lag am Fuß von Josh und dem Arm von Manu, sonst gehst du mit 0-1 in die Pause, kriegst von Forsberg den zweiten eingeschenkt und kannst danach den Dosen beim feiern zuschauen. Auf der anderen Seite dreimal individuelle Weltklasse vor dem Tor...am Ende der Sieg, zweifellos verdient weil wir besser waren, aber das auf irgendeine Taktik vom Trainerdarsteller zurück zu führen ist einfach nur lächerlich. Das war, wieder einmal: Geht's raus und spielt's Fußball...das wirklich erschreckende ist das du damit zweieinhalb nationale Titel geholt hast. Sagt halt auch ne Menge über die Qualität der MML.

  • Wird von jenen, die "junger Trainer" sagen, ja meist mit der Unerfahrenheit in Bezug auf Klubs der Bayern-Klasse begründet. Finde ich nachvollziehbar - und würde selbst trotzdem nicht "junger Trainer" sagen.

    Genau das Gefühl hatte ich eben bisher absolut nicht. Mit dem Höhepunkt im Dopa gestern.


    Aber wenn Du das auf Klubs der Bayern-Klasse beziehst bin ich bei Dir.

  • Aber Leute, es gibt nur drei Trainer, die uns vorwärts bringen könnten: Pep, Kloppo und Tuchel - alle nicht mehr verfügbar -


    Alle anderen sind in etwa gleich gut, also kann man den Nico behalten - der ist wenigstens ein sympathischer Bursche!

    Du kannst nichtmal den Namen von dem "sympathischen Burschen" richtig schreiben...aber auf dem Niveau ist dann auch deine Einschätzung das aus Pep, Klopp und Tuchel alle übrigen Trainer auf einem Niveau arbeiten. Lass mich raten: Fünffacher Triple-Sieger auf der Playsi?

  • Ich kann nichts dazu schreiben, weil mir nach der Aussage das Frühstück hoch kam und ich ausgeschaltet habe. Vielleicht schau ich mal die Aufzeichnung an um Deine überflüssige Spitze zu kontern. Aber nur vielleicht

    Soweit ich mich erinnern kann hat er in dem Sinne keine Fakten genannt. Er hätte von Beginn an gute Arbeit geleistet. Auch ein Trainer unterliegt mal Leistungsschwankungen. Und dann kam der Satz: Kovac habe die beste Rückrunde aller Zeiten gespielt. Was will man da kritisieren? Was will man da erwarten?

  • eddidean: Ich sehe es ein wenig anders. Und es fällt auch auf, dass man hier gerne immer nur das von Kovac zitiert und rauskramt, was ins Bild des ach so schlimmen Trainers passt, der ja nur auf seine Spieler geht.. In der PK nach der Meisterschaft hat er "sein" Team ausdrücklich gelobt, sich bedankt.. Samstag bzw. gestern hat er betont, dass eben er auch nicht so wichtig ist etc..


    Mag sein, dass er bei der Niederlage sagt, dass seine Spieler das nicht umgesetzt haben. Ob berechtigt oder nicht, lassen wir mal außen vor. Aber genau so gibt er ihnen den Lohn, wenn es läuft und nimmt sich da zurück.

    Ich denke nicht, dass die Sachen "rausgekramt" werden. Er sagt Dinge auf einer PK, die dann hier diskutiert werden. 0815-Aussagen sind da natürlich nicht dabei...


    Das Lob und der Dank für die beiden Titel waren doch irgendwie auch ziemlich Standard, oder nicht? Gehört zum guten Ton. Fein, dass er dran denkt, aber wenn er es nicht tun, kratzt es glaube ich auch nicht wirklich...die Spieler haben ja auch persönlich ein bisschen was davon, erfolgreich zu sein - ob der Trainer da jetzt Danke sagt oder nicht.


    Und gerade diese Aussagen, seine Spieler hätten nicht umgesetzt, was er mitgab, sind eben dermaßen dämlich, dass es scheppert. Es nimmt ihn aus der Verantwortung. Dabei ist es egal, ob sie wirklich so anders gehandelt haben, als er es vorgab. Es kann da doch immer nur heißen: "WIR haben keine Lösung gefunden." Bei ihm ist das nie so, da ist er immer raus aus der Verantwortung.
    Das ist die schlechteste Charaktereigenschaft für eine Führungskraft, die man sich vorstellen kann. Innen darf das gerne anders sein, da darf er sie zamscheißen dass alles zu spät ist. Aber nach außen darf sich ein Trainer nicht so raus nehmen.


    Würde er es so machen (wie hier ja zum Teil passiert): Bei Niederlagen lag es an den Spielern, bei Siegen an ihm.. Dann würde ich auch sagen: Was ein schei.. Charakter, geht gar nicht. Aber das tut er eben nicht.


    Doch! Genau das tut er! "Ich hab doch gesagt, die sind gut!" ER wusste es immer. ER hat doch gesagt. ER hat den Spielern alles mitgeben. ER hat die Spieler eingestellt.


    Ein Geschmäckle bekommt das ganze dann besonders, wenn stimmt, dass die Kabine über zu wenig klagt...

    Den Enkevergleich.. Ich habe die PK nicht im ganzen gesehen und kann daher jetzt den Zusammenhang nicht ganz deutlich interpretieren. Grundsätzlich halte ich es für schlecht, das Beispiel Enke regelmäßig zu bringen, wenn es mal härter wird. Machen aber hier doch auch genug, wenn man gegen Spieler war (im Neuer Thread war das damals übrigens auch Thema ) ABER: Im Prinzip würde hier das Beispiel noch am ehesten passen. Denn vermutlich ging es um das Thema Druck und Erwartungshaltung. Und nicht darum, ob jemand mal Spieler/Trainer mit nicht so netten Sprechchören empfhängt (in dem Zusammenhang kommt es ja gerne auch immer wieder in der Presse, wenn es mal Spruchbänder etc gibt). Und dann würde es sogar ansatzweise passen. Denn in dem Buch über Enke steht es auch ganz klar, dass Robert schon früh niocht mit dem Druck fertig wurde. Schon als Jugendlicher immer das Gefühl hatte, nicht gut genug zu sein etc.. Und ja: Das kann bei Menschen Depressionen auslösen. Nicht bei jedem, das ist klar. Denn da gibt es viele Faktoren.


    Es gibt da leider überhaupt gar keine Möglichkeit, diesen Vergleich zu relativieren. Selbst Enkes Witwe betont immer extrem, dass nicht der Fußball Schuld war, sondern die Krankheit. Dass so ein Beruf nicht gerade förderlich ist, wenn einer eh an Depressionen leidet, ist doch klar. Aber das ist doch einfach so weit weg von der Situation von Kovac. Der wurde hier von vorne bis hinten durch die Medien gepudert und lange gar nicht hinterfragt. Wurde geschützt. Und vor allem WAR ER NIE KRANK. Warum dann sowas ins Spiel bringen?
    Das sind Nebelkerzen.


    Davon ab: Wenn er das Geschäft als so schlimm empfindet, dass es ihn menschlich so sehr belastet, muss er drei Ligen tiefer einen Verein betreuen. Es zwingt ihn niemand. Wenn meine Situation im Job so krass ist, dass ich es nicht aushalte, muss ich sie verändern. Kovac hätte dazu jede Gelegenheit, der verliert morgen nicht Haus und Hof, wenn er heute aufhört. Aber von der Jammerei wird besser. Damit muss er hier leben oder es ganz bleiben lassen.

    Wie gesagt: Ob man das Thema ranziehen muss, lasse ich dahingestellt. Kann man kritisieren. Aber ansonsten halte ich persönlich Niko jedenfalls für einen tollen Menschen. Dass andere es anders sehen und interpretieren, ist ja legitim. So geht es mir bei Hummels oder Lewandowski. Aber darum muss man eben noch lange niemanden beleidigen, wie das hier teilweise geschieht.

    Das ist sicherlich Geschmackssache. Ich war anfangs auch recht begeistert, weil er klar rüber kam, schöne Dinge formulierte.
    Als sich alles, was er mal versprach, als Schaumschlägerei heraus stellte, war das mit der Sympathie dann aber auch erledigt...
    Dass man ihn darum nicht beleidigen muss - ja mei, was soll ihn das kratzen? Er kennt dieses Forum gar nicht. Für krasse Fälle gibt's Regeln und Gesetze.
    Im Endeffekt sind Beleidigungen eh sinnlos, weil dadurch das Problem Kovac nicht verschwindet. Aber dass man verdammt angepisst ist von ihm, kann ich schon nachvollziehen. Bin ich selbst. Für mich ist ein Schwätzer und eine taktische Null. Noch dazu ein egozentrischer Wichtigtuer, der leider die Gabe hat, Leute einzuwickeln. Und es macht mich verdammt sauer, dass er all diese "Qualitäten" bei MEINEM Club zeigen darf.
    Kovac wird hier irgendwann vom Hof reiten, um Millionen und Titel reicher, egal wie es ausgeht. Wir dürfen aber den Quatsch, den er hier veranstaltet, noch Jahre ausbaden - da kann man schon mal sauer werden.

  • Solange Du kein eingefahrenes System hast, ist Rotieren nicht foerderlich.


    Als danach, als das System sitzt, das Lazarett staendig voll ist, geht es auch nicht.


    Und zuletzt, als das System stand, es aber um Alles ging, rotiert kein Trainer.


    Aber man halte trotzdem fest, dass die zuletzt verletzungsbedingten 4 verschiedenen MFs (Goretzka, Javi, Sanches und Tolisso) keine Unordnung in unser System gebracht haben.


    Davon ausgehend, dass Goetzka Stammelf war, welche Rotier Kandidaten gab es?


    Boa trotz Null Bock?
    Rafinha, der diese Saison mit 35 weit unter Niveau Kimmich spielte?
    Javi (wurde rotiert)
    Ribery, obwohl er sich kaum mehr durchsetzen konnte?
    James, der nach der Mueller gesperrt Phase wegen staendigen Verletzungen kaum mehr im Kader stand?
    Davies, der hochmotiviert prompt einen Elfer verursacht?


    Bleibt nur Sanches, der bei den spaeten Einsaetzen, uebereifrig, nie taktisch diszipliniert agierte.


    Fehlende Rotation in der 1 Saison und RR als Manko von NK aufzufuehren, erschließt sich mir nicht.
    Im Gegenteil, zuviel Rotation, bevor man eine Idealformation gefunden hat. Bei dieser Kritik schließe ich mich den Bossen an.

    0

  • Du stellst doch ein weiteres Problem haarscharf da:
    Wenn wir keine Spieler für Rotationen haben, aber für gewöhnlich auf drei Hochzeiten tanzen, ist gehörig etwas schief gelaufen. Denn ohne Rotation kannst du nicht wochenlang am Stück mit der selben Startelf spielen.

  • @fcbgirl1978
    Die von Dir beschriebenen „Emotionen“ pro Niko Kovac werden nicht nachhaltig sein. Das prophezeie ich hiermit.
    Denn sie sind nicht sportlich motiviert. Ebensowenig wie die „Koan Neuer!“ Bekundungen damals.


    Aus meiner Seite Sicht hat sich eine Solidarität mit Kovac aufgebaut, weil zwei Dinge zusammen gekommen sind: Die beiden Titel. Also der sportliche Erfolg. Und der (vermeintliche, von KHR ja, von UH nein) Vertrauensentzug der Vereinsführung, von dem jetzt so getan wird, als hätte es ihn nie gegeben. (Was natürlich Müll ist, denn dann wäre das nie derart stark nie öffentlich thematisiert worden.)


    Was ich sagen will: Im Falle eines Misserfolgs (und wir reden hier lediglich von ein paar Spielen, die nicht gewonnen werden) schlagen die Emotionen der Kurve dann auch schnell in eine „Koan Kovach!“ Stimmung um. Dass NK sportlich nicht mal ansatzweise mit vanGaal, Jupp oder Pep mithalten kann, das bezweifeln auch hier im Forum nur die ganz Unverdrossenen.Und die Kabine hat er auch verloren, wie man zuletzt deutlich sehen konnte.


    Wie schon zu Saisonbeginn herrscht das „Prinzip Hoffnung“. Ein Verein wie der FC Bayern sollte sich damit eigentlich nicht zufrieden geben. Differenzierte Beurteilung (wo bleibt eigentlich die versprochene Sitzung nach Saisonende?) findet wieder mal nicht statt. Man suhlt sich im eigenen Saft und wacht aus der Bequemlichkeit wohl erst wieder auf, wenn einem klar wird, dass man international immer weiter abfällt. Siehe ManU und Milan etc...


    Die Mannschaft hat offensichtlich Charakter, was für nationale Titel reichen könnte, wenn auch knapp. Darüber hinaus wird es schwer, selbst mit Hansi Flick-Schusterei auf der Co-Position...

  • Das Thema Kovac wäre ja nicht so dramatisch wenn wir davor einen funktionieren Trainer gehabt hätten.
    Aber genau darin liegt doch das Problem. Wir haben dann jetzt die 4. Saison in folge verschenkt und uns zurückentwickelt.


    Und nach dann 4 Jahren rückläufige Entwicklung verlieren wir nunmal international den Anschluss an die Top Mannschaften.
    National sind wir dem Rest so gewaltig überlegen das ein 2. Platz einem Supergau gleicht.

  • Warum waren es 2 Punkte Vorsprung?
    Weil man auf verrueckte Art und Weise gegen in der Tabelle weit unten angesiedelte Teams im Herbst viele Punkte liegen liess.


    Mit dem Fussball und der taktisch und spielerischen Dominanz, wie man in der RR die staerksten Konkurrenten Lever, Dortmund, Frankfurt und RB abgefertigt hat, bin ich sehr zufrieden. Tolle Spiele, grosser Wille und Einsatz und satte Siege.


    Vorgestern auch. Trotz verdammt hohem und intensivem Pressing, den Ball kaum nach vorne gehauen, sondern die Presser ziemlich muede gepasst. Man hat foermlich gespuert, dass RB mit den Verteidigern an der Mittellinie und nachlassenden Pressern bald Probleme bekaeme. Exemplarisch der Pass von Hummels auf Coman.


    Eigentlich muss sich Kovac bei den Dortmundern bedanken, dass sie 5 Punkte kurz vor Saisonende gegen Bremen und Schalke vergeigt haben!

  • NK hat viele Fehler gemacht - insbesondere das Rückspiel gegen Pool komplett in den Sand gesetzt. Aber er hat national das Maximum erreicht.

    Hätte ER so einen grossen Erfolg an den nationalen Titeln, hätte ihn die Mannschaft am Ende mitgefeiert. Das fand aber so offensichtlich NICHT statt, dass man es nicht ignorieren kann.


    Das Team spielt offenbar für sich selbst und ohne Trainer. Und zwar spätestens seit dem CL Desaster. Das ist das wirklich Bemerkenswerte an dieser Saison.

  • Warum waren es 2 Punkte Vorsprung?
    Weil man auf verrueckte Art und Weise gegen in der Tabelle weit unten angesiedelte Teams im Herbst viele Punkte liegen liess.


    Mit dem Fussball und der taktisch und spielerischen Dominanz, wie man in der RR die staerksten Konkurrenten Lever, Dortmund, Frankfurt und RB abgefertigt hat, bin ich sehr zufrieden. Tolle Spiele, grosser Wille und Einsatz und satte Siege.


    Vorgestern auch. Trotz verdammt hohem und intensivem Pressing, den Ball kaum nach vorne gehauen, sondern die Presser ziemlich muede gepasst. Man hat foermlich gespuert, dass RB mit den Verteidigern an der Mittellinie und nachlassenden Pressern bald Probleme bekaeme. Exemplarisch der Pass von Hummels auf Coman.


    Ach ja, Leverkusen abgefertigt? 1:3 verloren!
    RB abgefertigt? 0:0
    Dortmund/Frankfurt: Dortmund war nicht die gleiche Elf wie ein paar Wochen zuvor und bei Frankfurt war die Luft raus!

  • Zur "Expertenmeinung" muss man auch erwähnen, dass Leute wie Matthäus und Effe etc. sich von der Vereinsführung ausgebootet fühlen und deshalb gerne mal gegen die schießen. Da passt natürlich die Pro-Kovac Haltung, denn sie beinhaltet automatisch eine Kritik an der Führung, die Kovac zuletzt vernehmbar kein 100%.iges Backing gab.

  • Ich stell es einfach mal hier rein! Das sollten alle mal lesen, die diese Saison so toll fanden!
    Vielleicht verstehen dann einige mal, um was es wirklich geht. Der Schreiber spricht einem aus der Seele


    "Ich rede nicht lange drum herum. Ich mag Kovac nicht.. Seine Art wie er sich gibt, wie
    er über meinen Verein spricht und ihn repräsentiert, ich mag nicht wie
    er über den Gegner spricht. Ich will ihm einfach gar nicht zuhören.


    ABER: Damit könnte ich leben, wenn er mich fachlich überzeugt. Wenn er
    ein Konzept hätte. Wenn er die Spieler besser machen würde. Wenn er eine
    Philosophie hätte. Wenn er eine Vision mit uns hätte. Wenn er die
    Jungen fördert. Wenn die Mannschaft in Summe stärker wäre als die
    individuelle Klasse der Einzelnen. Wenn ich ihm zutrauen würde, eine
    schlagfertige Mannschaft zu formen, die ein würdiger Nachfolger der
    Robbery-Elf ist. Die im wahrsten Sinne des Wortes angreifen kann. Dem
    ist aber nicht so.
    Dass Kovac sich Double-Sieger nennen kann, liegt aus meiner Sicht daran,
    dass die Mannschaft Charakter bewiesen hat und vieles selbst regelte -
    wie das Treffen vor eineinhalb Wochen aufzeigt. Ich glaube, die Spieler
    haben sich so manches Mal eingeschworen und gesagt, dass sie ausblenden
    müssen, was Kovac sagt, dass sie ausblenden müssen, dass sie mit ihm
    nicht können, dass es um den Verein geht, um den Erfolg der Mannschaft
    und jedes Einzelnen - und vielleicht sogar, dass sich alles andere schon
    regeln lasse nach der Saison.


    Ich verstehe schon die Fans anderer Vereine, die fassungslos darüber
    sind, wenn Bayern-Fans nach der Saison unzufrieden sind. Aber es geht
    mir nicht ums Double. Es geht mir um die Freude, die mir Bayern macht.
    Mit herzerfrischendem Fußball. Mit Spielern und Verantwortlichen, mit
    denen ich mich identifizieren kann, die mich immer wieder aufs Neue
    voller Stolz und Fanliebe sagen lassen: Das ist mein Verein. Das ist
    mein Bayern. Ich erinnere mich an die Saison 92/93, als uns Bremen zwei
    Spieltage vor Schluss noch abfing. Ich war enttäuscht, aber das waren
    meine Bayern. Oder als wir 1994/95 nur Seschter wurden. Was waren wir
    auswärtsschwach. Wir verloren in Freiburg 1:5. Aber das waren meine
    Bayern. Ich erinnere mich, wie wir 2009 in Barcelona 0:4 verloren,
    völlig chancenlos waren. Aber das waren meine Bayern. Und heute schlagen
    wir Frankfurt mit 5:1 und sind Meister, aber so wirklich aus tiefsten
    Herzen freue ich mich nicht. Heute schlagen wir Leipzig im Pokalfinale
    und holen das Double, aber es packt mich nicht.


    Also nein, es geht mir nicht um Erfolg. Und ein Trainer muss mir auch
    nicht sofort oder überhaupt sympathisch sein. Ich mag einfach nicht,
    was Kovac aus uns als Verein macht. Wie er sich verhält, wenn es nicht
    läuft, der Eindruck, dass er nur bei uns Trainer ist, weil er mal kurz
    bei uns war - und schon damals war seine Verpflichtung völlig
    sinnentleert. Der Eindruck, dass wir einen Trainer haben, der nicht das
    Beste aus sich rausholt, den es gar nicht um Bayern München sondern um
    sich geht.


    Wisst ihr noch, Louis van Gaal? Vor dem Spiel bei Juventus? Hätten wir
    da nicht gewonnen, wäre er rausgeflogen. Er blieb seiner Linie treu,
    weil er wusste, dass es die richtige für die Mannschaft und den Verein
    war, weil er wusste, dass die Mannschaft für ihn durchs Feuer gehen
    würde. Er blieb dabei, dass Schweinsteiger als Sechser spielt. Er blieb
    dabei, dass Lahm Rechtsverteidiger spielt. Er blieb bei seinem Müller
    spielt immer. Er blieb dabei, dass Klose nicht in sein System passte.
    Wir gewannen in Turin. Am Ende hätten wir fast das Triple geholt; und es
    war der Grundstein für das Triple drei Jahre später.


    Und wie reagierte Niko Kovac, als es um seinen Job ging? Er verkaufte
    die Mannschaft. Er beendete sein "Projekt" mit Sanches, stellte die
    Rotation ein, ging den Weg des geringsten Widerstands. Lisa Müller
    beschwert sich über mich? Na dann lass ich den Thomas mal lieber
    spielen. Genau darum hat Kovac hier nichts entwickelt. Weil er immer die
    Sicherheitsvariante vorzog. Weil es ihm immer nur um ihn ging. Den
    kurzfristigen Erfolg. Darum, weitermachen zu dürfen. Was auch heißt,
    dass er hinter dem, was er uns bei den Vertragsgesprächen erzählt hat,
    nicht gestanden ist. Es ging ihn nur darum, den Job zu kriegen, wie es
    ihm seither nur darum geht, den Job zu behalten. Wir gewinnen nur 5:4
    gegen Heidenheim? Na da hätten die Jungs doch lieber mal Beton
    angerührt. Wir spielen nur 1:1 in Nürnberg? Die Spieler sind eben wie
    kleine Kinder, man muss es ihnen immer wieder sagen, was sie zu tun
    haben. Wir bringen gegen Liverpool in 180 Minuten nur zwei Torschüsse
    zustande? Die sind ja auch verdammt gut. Bei jedem Rückschlag war immer
    die Mannschaft Schuld, die nur 08/15 gab, zu wenig Herz zeigte. Und da
    wundert er sich, dass die Mannschaft nicht mit ihm feiern mag?



    Hätte Kovac in dieser Saison die Jungen forciert, was entwickelt,
    gezeigt, dass eine langfristige Idee hat - mir wäre es wurscht gewesen,
    wenn Dortmund Meister geworden wäre. Ja mei, irgendwann geht die Serie
    halt zu Ende; dann halt jetzt. Es hätte mir gefallen, wenn er mal einem
    Jeong eine Chance gegeben hätte, oder taktisch was probiert hätte. Aber
    er wählte immer die Sicherheitsvariante. Der Mann hat keine Eier, der
    Mann hat zu viel Angst davor, einen Fehler zu machen als die Chance zu
    sehen, was richtig zu machen. Darum hat er Goretzka gepusht, weil der
    mit seinen Schuss für ein paar Tore gut ist - aber dass ein James uns so
    viel mehr geben kann, das hat er ignoriert, weil er unser Spiel nur
    indirekt beeinflusste.


    Es graust mir davor, den Umbruch mit Kovac anzugehen, ich wäre nicht
    überrascht, wenn er bei der Verpflichtung von Spielern eher auf die
    Bremse tritt - nach dem Motto: Wo sollen die alle spielen? Wie soll ich
    das handhaben? Da haben wir ja permanent sieben unzufriedene Spieler!
    Wir brauchen aber ebenen einen Trainer, der Chancen erkennt, der die
    Spieler erreicht, der den Spieler sagt, warum sie nicht spielen - weil
    sie beim nächsten, viiiel wichtigeren Spiel unverzichtbar sind. Wir
    brauchen einen Trainer, der uns und unseren Anspruch als Verein
    versteht. Pep hat immer gesagt: Ich weiß, alles außer dem Triple ist
    nicht genug. Er hat es nie erreicht mit uns, aber er hat es immer
    gewollt und er wusste, dass wir nach unseren Erfolgen in diesem
    Jahrzehnt mit dem Halbfinale nicht mehr zufrieden sind, selbst trotz
    Double nicht. Kovac dagegen spielt das Achtelfinalaus runter, badet in
    Stolz und Zufriedenheit über Meisterschaft und Pokalsieg und erkennt
    nicht, dass dies ob der mangelnden Stabilität und/oder Klasse der
    Konkurrenz nichts sonderlich Großes war. Er blendet aus, dass wir nicht
    aus der eigenen Stärke heraus Meister wurden, sondern weil Dortmund
    gegen Hoffenheim ein 3:0 und gegen Bremen ein 2:0 aus der Hand gab.


    Wir waren in diesem Jahrzehnt auf Augenhöhe mit Real und Barca, teils
    sogar vor ihnen, teils knapp hinter ihnen. Wir haben das Potenzial, dass
    es ähnlich weitergeht. Aber dann muss man auch danach streben, das als
    Ziel formulieren - im Wissen, dass einem das angreifbar macht, dass bei
    einem Verpassen der internationalen Ziele der Job weg ist. Aber nur wenn
    man diese Ziele annimmt und formuliert und sie es sind, die einem
    antreiben, hat man es verdient, Trainer vom FC Bayern München zu sein.
    Nur wenn man begreift, welches Erbe man hier als Trainer annimmt - das von Udo Tschik Cajkovski, Udo Lattek, Pal Csernai, Jupp Heynckes, Giovani
    Trapattoni, Ottmar Hitzfeld, Louis van Gaal und Pep Guardiola - nur dann
    begreift man, was hier seine Aufgabe ist: Eine Ära zu prägen.
    Zugegeben, das können nicht viele, aber nur diejenigen, die es
    versuchen, können dabei auch erfolgreich sein. Wir brauchen keine
    Trainer, die verwalten, die unsere Gegner großreden, die unsere
    Möglichkeiten kleinreden, die Ausflüchte suchen, deren Anspruch weniger
    als das Beste, das Größte, das fast Unerreichbare ist. Denn das ist die
    Mission dieses Klubs seit nunmehr über einem halben Jahrhundert.


    Wäre Cajkovski so gewesen, wir wären in den 60ern vielleicht nie
    aufgestiegen und Spieler wie Maier, Müller und Beckenbauer hätten den
    Verein verlassen. Wäre Cajkovski zufrieden mit dem Aufstieg gewesen und
    hätte die Gegner überhöht und uns kleingeredet, wir hätten 1966 niemals
    den Pokal und schon gar nicht 1967 den Europapokal der Pokalsieger
    gewonnen. Wäre Cajkovski so gewesen, hätte er nicht auf die Jungen
    gesetzt, genauso wenig wie Udo Lattek, der 1970 einen gewissen Ulrich
    Hoeneß, damals 18 Jahre alt, nach München holte, obwohl der bei einem
    Amateurverein spielte und auch Paul Breitner verpflichtete, auch nur 18
    Jahre alt. Zwei Jahre später waren beide Europameister, vier Jahre
    später beide Weltmeister. Versteht ihr, was ich meine? Wir brauchen
    einen Trainer, der das große Ganze sieht und das Große will.


    Wer also sagt, das Kovac hier nichts kaputt macht, nichts aufhält, der
    sieht unsere Möglichkeiten nicht. Der sieht nicht, wie ein falsch
    eingeschlagener Weg auf Jahre, ja manchmal Jahrzehnte nachwirken kann.
    Mit den verpassten Chancen. Mit den verratenen Prinzipien. Nein, der
    sieht nicht, wer wir sind.
    Aber wir können wieder Großes aufbauen. Wieder Großes leisten. Mit neuen
    Spielern. Neuen Mut. Neuer Entschlossenheit. Neuer Stärke. Neuer
    Qualität. Neuer Gier.


    Darum, und nur darum, bin ich gegen Kovac. Weil er all das nicht hat und
    nie haben wird. Und je länger er hier wirken darf, desto mehr werden
    das manche bei uns vergessen und damit vergessen, wer wir sind. Darum
    schließe ich mit den Worten: Ich will mein Bayern zurück.


    https://www.transfermarkt.de/n…d/1928797/post_id/8136021

    Wo die Sonne der Erkenntnis tief steht, werfen auch Zwerge lange Schatten.

    Edited once, last by moenne: Quelle hinzugefügt ().