Champions League 2018/19

  • Aber der hat ja sogar in Donezk oder Porto so spielen lassen.

    In Porto sind wir zu Beginn arg überrascht worden. Aber in Porto haben wir ja bewusst ängstlich agiert, da hat er absichtlich Alaba als IV aufgestellt, als Absicherung gegen die schnellen Konter. Vielleicht verlässt ihn auswärts öfter mal das Vertrauen in die eigene Stärke.


    Dennoch hat City meiner Meinung nach nicht im Hinspiel das Halbfinale verpasst, sondern durch 3 Gegentore gestern. Das darf in der Form eigentlich nicht passieren. 4 Heimtore müssen einfach zum Weiterkommen reichen, wenn man auswärts nur knapp verloren hat.

  • Das fehlt ihm irgendwie zum perfekten Trainer.


    Wird wohl daran liegen, dass es den perfekten Trainer nicht gibt.


    Pep erinnert mich an einen Schachspieler, der fleißig Kombinationen einstudiert. Die allermeisten Gegner besiegt er damit im Schlaf. Aber wehe, es macht jemand einen Zug, den er nicht vorbereitet hat.

  • Pep erinnert mich an einen Schachspieler, der fleißig Kombinationen einstudiert. Die allermeisten Gegner besieht er damit im Schlaf. Aber wehe, es spielt jemand einen Zug, den er nicht vorbereitet hat.

    Gar nicht so schlecht der Vergleich, wobei Pep so ein Grübler ist, der auf verdammt viele Gegenzüge vorbereitet ist.
    Daher ist so eine vogelwilde Anfangsphase wie gestern auch absolut nicht das, was Pep sich unter Fußball vorstellt. Das hatte mit System nicht viel zu tun, sondern mit offenem Visier.

  • Vielleicht verlässt ihn auswärts öfter mal das Vertrauen in die eigene Stärke.

    Das ist ja das absurde, ich sehe da einfach keinen Grund. Nach x Jahren, wo er auswärts nichts gerissen hat (unabhängig davon, ob das gestern nur ausschlaggebend war - ein Auswärtstor hätte aber definitiv nicht geschadet), kann er doch mittlerweile mal auf die Karte setzen und einfach an die Stärke der Mannschaft glauben. Wenn er diese Herangehensweise in den ersten Jahren seiner Trainerkarriere probiert und damit scheitert, okay. Aber nach all den Jahren müsste er ja langsam mal versuchen, es anders zu machen. Und der Witz ist: Er muss dabei nicht mal von seiner Philosophie abweichen. Er muss seine "Alltags-Philosophie" einfach auch in der CL anwenden. Finde das echt paradox.


    Wenn er es schafft,bei Tottenham (oder anderen Mannschaften auf ähnlichem Niveau) in der Liga zu dominieren, dann schafft er das auch in einem CL-Auswärtsspiel. Da bin ich mal gespannt, ob er das irgendwann mal erklärt.

  • Ich weiß ja nicht, ob ihm in England solch fachliche Fragen gestellt werden. In Deutschland war das ja so gut wie nie der Fall - da ging es immer nur um Personalien, Streitthemen (z.B. Ärzte) oder Boulevard-Themen.

  • Es freut mich sehr, hier mal wieder einige sehr sachliche und argumentative Beiträge zu Pep zu lesen, ohne immer Extrempositionen einzunehmen oder sich anzufeinden.


    Und schon macht’s mal wieder Spass hier.

  • Pep ist genial und sein System ist schön anzusehen und sehr effektiv. Aber im Fussball geht es nicht nur um Taktik, sondern auch um Emotionen, um Kunst, Instinkt.


    Auch bei seinen beiden Siegen hat er in den KO-Spielen nicht alles weggeknallt, schon gar nicht auswärts.
    Seine Auswärtsspiele 08/09:
    1:1 in Lyon
    1:1 in München
    1:1 bei Chelsea (inkl. Skandal)


    10/11:
    1:2 bei Arsenal verloren
    1:0 bei Donezk gewonnen
    2:0 in Madrid gewonnen (2x Messi)


    ...aber da hatte er halt Messi. Das war der große Unterschied, den er ja auch des Öfteren als den Hauptgrund seiner beiden CL-Titel genannt hatte.


    Pep ist ein Virtuose und ein Großer seines Faches, aber er steht auch nicht so weit über manch anderem tollen Trainer.

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  • @ollee Ich stimme dir auf jeden Fall zu. Er gehört zu den absoluten Weltklasse-Trainer, aber DER Trainer, der alle in den Schatten stellt, ist er nicht. Diesen Trainer gibt es aber auch nicht. Er gehört aber zu der absoluten Elite-Riege der Trainer. Ich will da auch keine großen Abstufungen machen. In manchen Teilbereichen ist Pep der beste der Welt, in anderen ist ein anderer Trainer der beste der Welt. Am Ende haben sie alle große Stärken, aber auch Schwächen.


    Was mich etwas stört (ist aber nicht böse gemeint), ist der Verweis auf Messi. Ich habe eben auf Twitter gesehen, dass nur 3 der letzten 10 CL-Sieger nicht Messi oder Ronaldo im Kader hatten. Diese Ausnahmespieler machen einfach den Unterschied aus. Mich hat das damals schon immer genervt, als man Pep Messi mehr oder weniger vorgehalten hat, während Ancelotti verteidigt wurde, der zweimal mit einer AC Milan-Weltauswahl und einmal mit CR in Bestform die CL geholt hat. Am Ende ist die Wahrscheinlichkeit einfach am größten, wenn man diesen Weltauswahl-Kader hat oder dieser eine Ausnahmespieler dabei ist. Das zeigen die letzten 10 Jahre.


    Insofern profitiert natürlich auch Pep davon. In der Breite kann er mit seinem System sehr viele Ausfälle von großen Spielern kompensieren. In der Spitze fällt es aber natürlich schon auf, wenn ein Messi fehlt. Oder ein Robben damals bei uns. Genauso geht es Tuchel, wenn Neymar fehlt, Kovac wenn Lewandowski fehlt oder Zidane, wenn Ronaldo fehlt(e).


    Lange Rede, kurzer Sinn: Du hast recht, dass Pep nicht über alle anderen Trainern steht. Er ist in der Breite mehr als andere in der Lage, im Kollektiv zu überzeugen, aber wenn sich in Top-Spielen die Spreu vom Weizen trennt, dann ist er, ebenso wie andere Trainer, auch auf individuelle Klasse angewiesen. Er kann es gegen die meisten Gegner besser kompensieren als andere Trainer, wenn es aber um den Platz ganz oben geht, ist natürlich auch er abhängig von den Einzelkönnern und einem Weltklasse-Kader im Allgemeinen. Und wenn sich zwei Trainer und Teams auf Augenhöhe begegnen, dann gewinnt oft der, der den einen Ausnahmespieler im Kader hat. Seit über 10 Jahren sind das Messi oder Ronaldo.

  • @moenne
    Keine Ahnung, was dich stört, unsere Meinungen decken sich vollständig!

    Wahrscheinlich habe ich den Messi-Aspekt überbewertet. Ich hab das einfach noch im Kopf gehabt, wie man früher öfter lesen konnte, dass Pep ja bei Barca Messi hatte und er deshalb zweimal die CL geholt hat. Als wäre das so außergewöhnlich, dass der beste Spieler der Welt einen Ausschlag zum CL-Sieg geben kann.


    Ist halt in wenigen Ausnahmen (zB wir 2013) eigentlich immer so. Darauf wollte ich nur hinaus. Sehen wir meinen Beitrag als zustimmenden Prozess, der meine Meinung noch mal gefestigt hat :D Aber schön, dass wir uns da so einig sind.

  • Na ja, gestern das war ganz knapp, Abseitstor und zwei dicke Böcke. War bei uns gegen real, unter Jupp auch so. Wir waren mindestens genau so gut, aber Ulreich und Rafinha patzten in jedem Spiel.


    Gegen Liverpool war das anders, da sah man einfach Schrott, solche Trainer gibt es auch....Kleiner Patzer von Neuer vielleicht. Torchancen hatten wir keine, also auch ohne Patzer hätte Liverpool gewonnen. Zumindest wenn man so schlecht ist, ist Fussball einfach!

    Pandemie bekämpfen ohne medizinisches Personal, mit adidas, Lufthansa und neuen Kampfflugzeugen!

  • Und manchmal reicht eben auch der eine, der den "Sahnetag" erwischt, der zwar zu den sehr Guten aber nicht zu den Ausnahmespielern gehört.
    So wie gestern ein Son.

    Wo die Sonne der Erkenntnis tief steht, werfen auch Zwerge lange Schatten.

  • Die niederländische Liga drückt Ajax Amsterdam die Daumen in der UEFA Champions League und verlegt extra den vorletzten Spieltag, damit Ajax genug Pause für das Duell mit Tottenham Hotspur hat.


    Quelle

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  • Absolut. Guardiola ist und war immer ein fairer Sportsmann. Kein Vergleich mit Mourinho oder Klopp, die genügend Momente zum Fremdschämen hatten. Das braucht niemand.

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  • In Porto sind wir zu Beginn arg überrascht worden. Aber in Porto haben wir ja bewusst ängstlich agiert, da hat er absichtlich Alaba als IV aufgestellt, als Absicherung gegen die schnellen Konter. Vielleicht verlässt ihn auswärts öfter mal das Vertrauen in die eigene Stärke.
    Dennoch hat City meiner Meinung nach nicht im Hinspiel das Halbfinale verpasst, sondern durch 3 Gegentore gestern. Das darf in der Form eigentlich nicht passieren. 4 Heimtore müssen einfach zum Weiterkommen reichen, wenn man auswärts nur knapp verloren hat.

    Wobei man es schon öfters gesehen hat, dass Rückspiele ziemlich chaotisch verlaufen können. Diesen Stress kann man sich ersparen, wenn man 1-2 Auswärtstore erzielt. Klar gibt es auch Beispiele wie Real vor einem Jahr, die bei Juve 3:0 gewinnen und dann im Rückspiel fast noch raus wären. Aber das ist doch wirklich die Seltenheit. Der Druck ist einfach viel größer, natürlich v.a. auf die Spieler, wenn man schon mit dem Rücken zur Wand steht. Die mentale Seite sollte mMn nicht vernachlässigt werden.

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  • Oder man spielt in beiden Spielen die Taktik gar keine Tore zu schiessen. Solche Trainer gibt es auch, Di Matteo, Kovac...

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  • Ich bin ein Gegner des VAR. Für mich gehen so zuviele Emotionen verloren. Lieber ärgere ich mich mal, über ein zu Unrecht verlorenes Spiel, als dass ich so etwas wie Pep in der Nachspielzeit erleben müsste.
    Wenn alle paar Spieltage mal eingegriffen werden müsste, ging's auch noch. Aber so ist mir das zu viel. Ich will jubeln oder mich ärgern, aber nicht ständig fünf Minuten bis zur Entscheidung warten. Und dann macht ja selbst der VAR noch Fehler.