Resterampe - Allgemeiner Thread

  • Mag sein. Das Argument ist für mich aber auch obsolet, da der Fußball der mit Abstand größte Einzelsport der Welt ist. Dafür gibt es gute Gründe.


    Für mich darf der Fußball nicht in eine Art Rechtsblase verfallen oder so klinisch werden wie andere Sportarten. Gerne darf man Spieler für Beleidigungen und (sowieso) für körperliche Gewalt oder auch taktische Unsportlichkeiten bestrafen (wie z. B. dieses elendige den Ball in die Hand nehmen um das Spiel verzögern etc.).


    Du kannst aber einen Spieler nicht bestrafen, weil er "abwinkt". Das ist und bleibt höchst lächerlich.

    Ich sehe wenige andere Sportarten als klinisch an.

    Und natürlich war die Bestrafung lächerlich.


    Aber man sieht eben in anderen Sportarten (so gut wie) nie, dass einem Schiri ins Gesicht „gesprungen“ wird, nachdem ein Pfiff erfolgte. Im Fußball kommt das oft vor und das muss man mE irgendwie bekämpfen.

    Für mich ist das immer regelbedingt. Im Handball zB - das ja auch nun wirklich nicht klinisch ist - führt ein Pfiff dazu, dass der Spieler den Ball auf den Boden legt und mit Tempo in die Defensivposition geht.

    Das würde ich mir auch für Fußball wüschen.


    Natürlich sollen die Emotionen nicht raus. Niemand beschwert sich, wenn Spieler nach einem entscheidenden 11er ein bisschen Redebedarf haben. Aber wenn ich sehe, wie jeder zweifelhafte Einwurf oder jeder Zweikampf im MF kommentiert wird, dann ist das halt übertrieben und das muss mE aus den Spielern raus. Im Handball geht‘s ja auch.

    Give a man fire, he‘ll be warm for a day.

    Set a man on fire, he‘ll be warm for the rest of his life. - Rincewind

  • Letztlich fängt es im Jugendbereich an - was da von Eltern, Betreuern und auch Trainern teilweise veranstaltet wird - das gibt es eben in anderen Sportarten so nicht.

    Und da sind auch Emotionen im Spiel.

    Es ist eben die Frage, wie man es von vorneherein festschreibt.

    Der Unterschied zwischen einer Gelben Karte wegen Meckerns hat einen ganz anderen Stellenwert, wie eine Zeitstrafe, die gerade im Handball sofort gravierende Auswirkungen hat oder eben im Extremfall beim American Football ein persönliches Foul wegen unsportlichem Verhalten.

    Beim ersten Meckern gibt es eine 15 Yard- Strafe gegen das Team. Sollte der gleiche Spieler nochmal meckern - Plagtzverweis!

    Und wenn bereits im Jugendbereich die Regeln so gravierend festgeschrieben sind, dann kennen es eben Spieler und Trainer nicht anders - und halten sich eben daran.

    Es ist nun einmal so, dass in allen Mannschaftssportarten der Schiedsrichter die neutrale und alleine entscheidende Instanz ist, die von beiden Seiten zu respektieren ist. Das heißt nicht, dass man alle Entscheidungen gut finden muß, aber der Respekt vor dieser Instanz muss da sein.

    Außerdem - abgesehen von Entscheidungen eines VA - nimmt kein Schiedsrichter eine Entscheidung zurück, weil der angemeckert oder angemacht wird. Das sollte eigentlich auch jeder Spieler wissen.

    Und auch in anderen Sportarten gehen Spiele wegen schlechter Schiedsrichterleistungen verloren. Ist eben so.

    Wo die Sonne der Erkenntnis tief steht, werfen auch Zwerge lange Schatten.

  • Na dann sollten wir uns wirklich ein Beispiel am Eishockey nehmen. Es ist wirklich ungemein wichtig, dass man den Schiedsrichter nicht in die Augen schaut oder abfällig abwinkt, den Mitspieler oder Gegenspieler verkloppen ist dann aber völlig OK.


    Der untere Teil deines Beitrag hat etwas von einer South-Park-Folge....


    Die Strafe im Handball mit dem Ball wegtragen würde ich hingegen auch im Fußball begrüßen. Das ist auch etwas, was man klar definieren und bestrafen kann.

    Für mich ist gerade Eishockey das Beispiel, das zeigt, inwiefern Regeln das Spiel beeinflussen. Dass das eben nichts Grundsätzliches ist, was aus den Emotionen passiert, sondern so gewollt oder eben nicht.

    Im Eishockey sind Diskussionen mit dem Schiri nicht gewollt. Das gibt sehr schnell Strafen, also machen es die Spieler nicht.

    Schlägereien dagegen sind ok. Klar gibt es Strafen, aber keine Schlimmen und auch immer für beide Teams. Also haben sie Schlägereien.

    Würde so etwas sofort krass bestraft, wie zB beim Fußball, dann gäbe es das nur sehr selten.


    Und genau deshalb finde ich, dass beim Fußball die Diskussionen mit dem Schiri auf die „rote Liste“ gehören. Und dass das auch problemlos machbar ist. Denn mittelfristig werden Spieler das nur noch in Ausnahmefällen machen, wenn etwas Besonderes ist und eben nicht mehr bei jedem zweiten Einwurf.

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  • Im Eishockey sind Diskussionen mit dem Schiri nicht gewollt. Das gibt sehr schnell Strafen, also machen es die Spieler nicht.

    Schlägereien dagegen sind ok. Klar gibt es Strafen, aber keine Schlimmen und auch immer für beide Teams. Also haben sie Schlägereien.

    Und genau deswegen hat dieser Sport weitaus größere Probleme als der Fußball.


    Da habe ich lieber 10x Rudelbildung pro Spiel als alle 10 Spiele eine Keilerei.

  • Es ist aber nicht prickelnd, so eine Regelauslegung mitten in der Saison zu verschärfen.

    Die Regel gibt es ja eigentlich schon lange. Und in den FIFA-Regularien ist das sogar genau so beschrieben.

    Darüber wurde schon vor 10 Jahren diskutiert.

    Aber anscheinend ist es ja in der letzten Zeit zunehmend aus dem Ruder gelaufen.

    Offenbar musste es ja erst zu verletzten Schiedsrichtern und streikenden Schiedsrichtern kommen, bis der DFB sich genötigt fühlte etwas, was eigentlich seit ewigen Zeiten als Regel feststeht auch durchsetzen zu lassen .


    Originaltext FIFA : Regel 12 Verbotenes Spiel und unsportliches Betragen

    Verwarnung bei Reklamieren/Protestieren

    Zeigt sich ein Spieler mit einer Schiedsrichter-Entscheidung nicht einverstanden, indem er protestiert (verbal/nonverbal), wird er vom Schiedsrichter verwarnt.

    Der Spielführer geniesst in Bezug auf die Spielregeln keinen Sonderstatus oder besondere Privilegien, trägt aber eine gewisse Verantwortung für das Verhalten seines Teams.

    Ziel ist, zu verhindern, dass durch ausufernde Proteste die Autorität des Schiedsrichters untergraben wird.


    Wo die Sonne der Erkenntnis tief steht, werfen auch Zwerge lange Schatten.

  • Und genau deswegen hat dieser Sport weitaus größere Probleme als der Fußball.


    Da habe ich lieber 10x Rudelbildung pro Spiel als alle 10 Spiele eine Keilerei.

    Kann man gar nicht so vergleichen. Eishockey ist auch ein sehr körperlicher Sport. Schlägereien werden da ja auch meist unterbunden und selbstverständlich geahndet. Solange es ein sauberer Fauskampf ist, wird es aber nicht übermäßig hart bestraft, das stimmt. Fiese Attacken, z.B. Schlittschuh-Tritte usw. werden zu Recht hart bestraft.

    Eishockey hat viele Probleme, gerade was Finanzen angeht, aber mit gelegentlichen Schlägereien (längst nicht in jedem Match) hat das nichts zu tun.


    Für mich ist Rudelbildung im Fußball aber einfach nicht (mehr) akzeptabel. Zumal da eben nicht die Uhr (wie beim Eishockey) gestoppt ist. Beim Fußball wird die durch solche Aktionen verlorene Spielzeit meistens nie in entsprechender Relation nachgespielt.

  • Und gerade im Eishockey fliegen auch öfter mal die Fäuste - aber der Schiedsrichter ist auch verbal unantastbar.

    Und von einer Sportart, bei der es nicht nennenswert sanktioniert wird, wenn man sich mit der Faust gegenseitig in die Frexxe haut, soll man sich jetzt was genau abschauen... ?

    "Es zählt das, was bayernimherz sagt." (steveaustin10)

  • Und von einer Sportart, bei der es nicht nennenswert sanktioniert wird, wenn man sich mit der Faust gegenseitig in die Frexxe haut, soll man sich jetzt was genau abschauen... ?

    Vergiss es einfach. Immer schön die Einzelteile zitieren, die mit dem eigentlichen Thema kaum was zu tun haben. Aber es gibt eben Leute, die sowieso immer recht haben.

    Wo die Sonne der Erkenntnis tief steht, werfen auch Zwerge lange Schatten.

  • Vergiss es einfach. Immer schön die Einzelteile zitieren, die mit dem eigentlichen Thema kaum was zu tun haben. Aber es gibt eben Leute, die sowieso immer recht haben.

    Zu haben glauben!;)

    "Eines Tages werden wir alle sterben, Snoopy."

    "Stimmt. Aber an allen anderen Tagen nicht."



  • Und genau deswegen hat dieser Sport weitaus größere Probleme als der Fußball.


    Da habe ich lieber 10x Rudelbildung pro Spiel als alle 10 Spiele eine Keilerei.

    Was denn für Probleme? Meinst Du jetzt finanzielle bei deutschen Vereinen? Die gibt es zwar, aber warum soll das mit Keilereien zu tun haben? Zudem kann man diese Probleme auch nicht auf den Sport als Ganzes übertragen. Keilereien gehören zum Eishockey dazu - und verlaufen in der Regel trotzdem fair. ZUm Fußball würde das aber in der Tat nicht passen und den Vergleich braucht man auch gar nicht ziehen.

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