Resterampe - Allgemeiner Thread

  • Dortmund kommt mir da ein wenig zu schlecht weg. Nur weil sie Geld haben, heißt das ja nicht, dass sie jeden Spieler bekommen können. Die stecken da in einer Situation, aus der du nur raus kommst, wenn du ne goldene Generation erwischst. Die gehen den Weg mit Bellingham, Sancho, Haaland und co, weil sie wissen, dass das am Ende auch Geld bringt. Andernfalls würden diese Spieler gar nicht erst unterschreiben.


    Dass sie dann bei den Spielern nicht sonderlich gut eingekauft haben, die sie bekommen konnten, steht auf nem anderen Blatt, aber deren Weg ist schon richtig. Alles in allem glaube ich aber nicht, dass für Dortmund die Möglichkeit besteht, in die oberste Riege vorzustoßen. Dazu sind die anderen Klubs, darunter eben auch wir, zu weit weg und dafür ist zu viel Geld im Umlauf.


    In diese Riege der Top 16, Top 20, kommst du sicherlich noch und da werden sich auch Leverkusen und Gladbach in den kommenden Jahren sicher etablieren, aber der Weg in die Top 10 ist doch verbaut. Selbst mit den Schuldenbergen, die Barca und Real haben, werden die ihren Platz an der Sonne nicht verlieren. Dafür sind sie zu groß. Too big to fail.


    Deshalb kam ja die Idee mit der Superliga nicht von ungefähr. Die Spitze der Top 10, 15 steht fest und dahinter gibt es ein recht breites "Mittelfeld", aber auch diese Klubs vergrößern den Abstand zum Rest.


    Für Dortmund kann es eigentlich nur darum gehen, dauerhaft die zweite Reihe zu besetzen. Da, wo Atletico, AS Rom oder Tottenham stehen. Aber ganz vorne führt kein Weg mehr ran. So viel Misswirtschaft können die Topklubs gar nicht betreiben.

    "When life gives you lemons, go murder a clown."

  • Die Idee einer geschlossenen Superliga war ist und bleibt falsch.

    Sie ist nichts anderes als das Extrem am anderen Ende von denen, die Beschränkungen und Umverteilung fordern.


    Eine geschlossene Superliga nimmt jeden Druck nach intelligenten Lösungen zu suchen und gut / erfolgreich zu managen, denn die Erlöse kommen sowieso und absteigen kann man nicht. So entsteht dann totes Holz wie die Clubs von Kroenke in def NBA NFL NHL etc

  • Und das soll dann die Lösung sein? Den ehrlichsten Titel zu entwerten?

    Vor allem würde man damit die Liga auch nicht interessanter machen, sondern das exakte Gegenteil. Interessant sind dann nur noch die letzten Spieltage vor den Playoffs und die Playoff-Spiele selbst, alles was davor ist wird dann zur lästigen Pflichtübung. Wenn es nur noch darum geht, unter den ersten vier oder acht zu landen wird man das den Spielen natürlich auch anmerken.

    0

  • Der BVB hat nach seinem Börsengang im Prinzip durch Amateure mit Riesenego wie Niebaum Meier Etc alles an die Wand gesetzt. Im Prinzip so wie Barca jetzt.

    Man darf eben Leute wie Niebaum Bartomeu garnicht erst ran lassen oder sie so kontrollieren das sie nicht alles verwetten.


    Def BVB profitiert jetzt enorm davon das man trotz Pandemie Spieler hat für die sehr hohe Ablösen bezahlt werden. Mal sehen ob man mit dem was nach Verlustdeckung übrig bleibt wieder in Spieler wie Can Schulz und Brandt etc steckt

    Bis zum CL-Sieg war das alles top, nur dann hätten sie die Leistungsträger gehen lassen müssen, statt ihnen Mondgehälter zu bezahlen, wie auch Mondablösen für Neuverpflichtungen. Nach dem Börsengang nahm das ja nochmal richtig Fahrt auf, und sie genossen es, uns die Spieler, an denen wir interessiert waren, vor der Nase noch wegzuschnappen (Kehl/Rosicky/Frings), auch mit riesigen Ablösen, Handgeldern und Gehältern, statt davon dann das Stadion zu kaufen und schuldenfrei zu sein.

    Heute haben sie zumindest Mondeinnahmen für ihre Top-Abgänge, geben davon aber viel zuviel für Durchschnitt aus zu unserem Glück.

  • https://www.dw.com/de/verliere…lubs-ihre-fans/a-56142709

    Fanforscher Harald Lange: "Grenze erreicht"

    Was Andreas Paffrath in Leverkusen feststellt, ist laut Fanforscher Harald Lange ein bundesweiter Trend. "Das ist das, was Fanbeauftragte aus der ersten, zweiten und dritten Liga und auch die Fans selbst immer wieder sagen", bestätigt der Wissenschaftler der DW. "Der Fußball ist in der persönlichen Wertehierarchie abgerutscht."


    Die wachsende Entfremdung habe aber auch mit Fehlentwicklungen im Profifußball zu tun: mit der Kommerzialisierung, die zuletzt wieder in der Debatte um eine gerechtere Verteilung der TV-Gelder Thema war, und gegen die es seit langer Zeit Proteste aus der aktiven Fanszene gibt; mit der Inflation von Top-Ereignissen und Wettbewerben; mit der gleichzeitig aufkommenden Langeweile, weil meistens dieselben Mannschaften gewinnen. "Der Fußball ist an seine Grenzen gekommen", sagt Lange.


    Also die durch Professor Lange festgestellte Entfremdung der Fans vom Fußball auf Grund von zu großer Kommerzialisierung und Langeweile soll beantwortet werden durch "noch mehr Kommerzialisierung und Abschaffung der 50+1 Regel".

    Ich habe starke Zweifel, dass dies die Lösung des Problems nach sich zieht.

  • Vor allem würde man damit die Liga auch nicht interessanter machen, sondern das exakte Gegenteil. Interessant sind dann nur noch die letzten Spieltage vor den Playoffs und die Playoff-Spiele selbst, alles was davor ist wird dann zur lästigen Pflichtübung. Wenn es nur noch darum geht, unter den ersten vier oder acht zu landen wird man das den Spielen natürlich auch anmerken.

    Und das wird dann an den letzten Spieltagen zu einer echten Farce, da alle Teams nicht gegen den FCB spielen wollen. Dann verliert man mit Absicht. Das sieht man jetzt schon in den Ligen, die das machen. Und in der Bundesliga ist der Topclub noch viel stärker.

    Wir könnten es uns sogar erlauben die Stammelf im Schlussspurt für die CL zu schonen, da es uns wohl nur darum gehen dürfte, das Heimrecht zu sichern.

    0

  • Den Punkt haben wir bereits erreicht. Das ist es ja. :|

    Nein haben wir nicht, weil der Rest seine Möglichkeiten eben nicht ausschöpft.


    Bestes Beispiel ist Dortmund 18/19. 9 Punkte Vorsprung verspielt. Unter anderem durch Niederlagen gegen Augsburg (am Saisonende auf Platz 15), Schalke (14.) und ein Unentschieden gegen Nürnberg (am Saisonende Letzter).


    3 Punkte mehr hätten Dortmund zum Titel gereicht. Die waren in den drei Spielen mit Sicherheit möglich...

    0

  • Nein haben wir nicht, weil der Rest seine Möglichkeiten eben nicht ausschöpft.


    Bestes Beispiel ist Dortmund 18/19. 9 Punkte Vorsprung verspielt. Unter anderem durch Niederlagen gegen Augsburg (am Saisonende auf Platz 15), Schalke (14.) und ein Unentschieden gegen Nürnberg (am Saisonende Letzter).


    3 Punkte mehr hätten Dortmund zum Titel gereicht. Die waren in den drei Spielen mit Sicherheit möglich...

    WIr haben ja letztes Jahr auch das Beispiel gehabt, dass der krasse Außenseiter Lille den Titel vor PSG gewonnen hat.

    Und ?
    Ist dadurch die Ligue 1 spannender oder besser geworden ?

  • Nein haben wir nicht, weil der Rest seine Möglichkeiten eben nicht ausschöpft.


    Bestes Beispiel ist Dortmund 18/19. 9 Punkte Vorsprung verspielt. Unter anderem durch Niederlagen gegen Augsburg (am Saisonende auf Platz 15), Schalke (14.) und ein Unentschieden gegen Nürnberg (am Saisonende Letzter).


    3 Punkte mehr hätten Dortmund zum Titel gereicht. Die waren in den drei Spielen mit Sicherheit möglich...

    Seh'n halt vielen anders. Ich gehöre dazu.


    Damit sage ich übrigens nicht, dass nur noch wir Meister werden. Es kann immer mal passieren, dass am Ende ein anderes Team oben steht. Auch unter den gegenwärtigen Bedingungen. Aber es ist auf die einzelne Saison bezogen in ungesundem Maße unwahrscheinlich geworden.


    Vor allem: Dann sind es eben Bayern UND Dortmund, die da oben uneinholbar stehen. Ändert am Prinzip wenig bis gar nichts - und macht aus der Liga noch lange keinen Wettbewerb.

    "Jeder I.diot kann einen Krieg beginnen, aber es braucht 100 Genies, um ihn zu beenden."

  • Anstatt sich an der einmaligen Situation zu erfreuen, dass es ein deutsches Team schafft, sich über ein ganzes Jahrzehnt in der absoluten Weltspitze zu halten, wird darüber beraten, wie man diese am besten wieder einbremst, damit auch die Blinden wieder mal nen Korn finden. 🤮

    Ich kann alles! Ich kann aber auch alles nicht! - Thomas Müller

  • Wirtschaftsexperte Prof. Dr. Henning Zülch: "Genau das ist das Problem der Bayern-Verfolger"


    ... Probleme der Verfolger des FC Bayern: Der BVB hat sich stets dagegen verwahrt auszusprechen, dass man Deutscher Meister werden wolle. Diese Mannschaft muss aber bei dem vorhandenen Potenzial Anspruch auf Titel haben. Spreche ich dies allerdings nicht aus, dann bleibt mir immerzu die Verfolgerrolle und ich gelte vermeintlich als Ausbildungsverein. Aber genau das ist das Problem der Verfolger des FC Bayern: Wie sieht die langfristige Strategie des Klubs im Bundesliga-Wettbewerb sowie international aus? Man hat Angst, der Erwartung nicht gerecht zu werden. Obwohl wie bei allen Unternehmen eine Korrektur der ambitionierten Ziele durchaus möglich ist, solange eine strategische Marschrichtung erkennbar ist.


    Lesenswerter Artikel

  • Bin nicht der Ghostwriter von Zülch und er auch nicht für mich

    Prof. Dr. Zülch über...

    ... unterschiedliche Voraussetzungen zwischen den Bundesligaklubs: In der Bundesliga gibt es vom eingetragenen Verein bis zu einem börsennotierten Unternehmen eine große Bandbreite an Rechtsformen. Das ist Wettbewerbsverzerrung. In der Ligue 1 ist schon frühzeitig eine Vereinheitlichung hin zu einer Aktiengesellschaft vollzogen worden. Die Klubs sollten über eine Börsennotierung nachdenken, um transparenter in finanzieller Hinsicht zu sein. Wir brauchen die gleiche Rechtsform für alle.

    ... die daraus resultierenden Vorteile: Das erleichtert das Agieren auf dem Kapitalmarkt, Investoren anzuziehen und dadurch Einnahmen zu generieren. Dadurch wäre zudem Vergleichbarkeit in Sachen wirtschaftlicher Situation der Klubs hergestellt und sämtliche Klubs hätten die gleichen Grundvoraussetzungen, um ihre Investitionstätigkeit zu steuern. Sei es ins Nachwuchsleistungszentrum, Scouting etc. Mehr Transparenz bedeutet mehr Glaubwürdigkeit. Solange die Individuen nicht auf eine einheitliche Spur gebracht werden, weil der Regulator, wie in dem Fall die DFL, nicht stark genug ist, kann die Situation nicht gebändigt werden.

    ... Folgen für die Spannung in der Liga: An der Spannung wird sich grundsätzlich wahrscheinlich nichts ändern, weil einige Klubs einen gewissen Vorsprung haben. Diesen aufzuholen, wird schwierig. Wenn allerdings bislang erfolgreiche Klubs eine falsche unternehmerische Entscheidung treffen und nicht in den oder die richtigen Spieler investieren - Stichwort: Haaland-Ersatz - dann verpassen sie vielleicht die Champions League und kommen in einen finanziellen Engpass, der größere Investitionen verhindert. Relativ schnell könnte dann eine Abwärtsspirale eintreten, so wie bei Werder Bremen. Kein Team ist davor geschützt. Genau das macht das Ganze interessant.


    Probleme der Verfolger des FC Bayern: Der BVB hat sich stets dagegen verwahrt auszusprechen, dass man Deutscher Meister werden wolle. Diese Mannschaft muss aber bei dem vorhandenen Potenzial Anspruch auf Titel haben. Spreche ich dies allerdings nicht aus, dann bleibt mir immerzu die Verfolgerrolle und ich gelte vermeintlich als Ausbildungsverein. Aber genau das ist das Problem der Verfolger des FC Bayern: Wie sieht die langfristige Strategie des Klubs im Bundesliga-Wettbewerb sowie international aus? Man hat Angst, der Erwartung nicht gerecht zu werden. Obwohl wie bei allen Unternehmen eine Korrektur der ambitionierten Ziele durchaus möglich ist, solange eine strategische Marschrichtung erkennbar ist.

    ... Einführung von Salary Cap und einer Reformierung des Financial Fairplay in Deutschland: Das kann die DFL natürlich alles beschließen. Wenn man das aber nicht auf den internationalen Markt ausweitet, werden die Preise und die Gehälter dennoch nach oben schießen, während die Deutschen schauen müssen, wie ihre Liga sich entwickelt. Das wird nichts bringen. Ein attraktiver Spieler wird kaum nach Deutschland wechseln, wenn er weiß, dass national eine Gehaltsobergrenze herrscht.

    ... alternative Wege zur (internationalen) Konkurrenzfähigkeit: Man muss den "deutschen" Weg gehen, und zwar auf die Ausbildung des eigenen Nachwuchses zu setzen. Dort sind deutsche Klub besser als andere Nationen. Junge Talente entwickeln, zu den Profis ziehen und gewinnbringend verkaufen. Schalke und Stuttgart haben beispielsweise im vergangenen Jahrzehnt nachweislich die besten Jugendspieler - leider ohne nachhaltige positive Wirkung für die Klubs selbst - entwickelt.

    ... planbaren Erfolg: Am Beispiel RB Leipzig kann man sehen, dass Erfolg grundsätzlich planbar ist, allerdings nur unter den dort gegebenen Bedingungen. RB hat zwar eine geringe Durchlässigkeit von eigenen Talenten, aber sie haben Farmteams. Das ist das Erfolgssystem. Dadurch wird die eigene Marke in anderen Regionen vorangetrieben, Präsenz gezeigt und Umsatz stabilisiert. Andere Klubs versuchen diese Strukturen jetzt beispielsweise in den USA oder in China ebenfalls aufzubauen. Das wird der Weg zum Erfolg sein: die Wettbewerbsfähigkeit durch vergleichsweise geringe Mittel stabilisieren. Auf der anderen Seite fehlt bei einer derartigen Entwicklung vom Reißbrett aus die Identifikation der Klubs mit Fans und Region, die automatisch zu einer höheren Emotionalisierung und Empathie führen und sich finanziell auszahlt.

    ... die DFL-Taskforce: Diese Taskforce ist grundsätzlich eine gute Sache. Nur geht sie nicht über die Idee hinaus. Operationalisierbare Taten müssen folgen. Aktuell steht Nachhaltigkeit an erster Stelle der Agenda. Das essentiellste Thema ist für mich aber der Einstieg strategischer Investoren und die dafür zu schaffenden Umweltbedingungen. Dies steht bei der DFL aber ganz hinten auf dem Zettel.

    ... Voraussetzungen der Klubs für den Einstieg strategischer Investoren: Alle Klubs, die Interesse an strategischen Investoren haben, müssen sich dementsprechend aufstellen: ihre Unternehmensstruktur verbessern, ihren Wert kennen. Den Klubs ist während der Pandemie die Geschäftsgrundlage weggebrochen. Gleichzeitig mussten Vereine wie der BVB oder Bayern ihre Marke weiter vertreiben. Wie steigere ich also meine Umsatzerlöse unabhängig vom Geschäft Fußball? Aufgrund der Fragilität dieses Modells ist jeder Klub auf strategische Investoren angewiesen. Die Vereine müssen gegenüber Investoren Attraktivität ausstrahlen, durch eine vernünftige Struktur, ein Nachwuchsleistungszentrum mit Leistungszielen, eine Durchlässigkeit bis zu den Profis. Kurzum: Das Geschäftsmodell muss langfristig ertragreich sein. Bei manchen Klubs weiß die Geschäftsführung zum Teil gar nicht, wie sich das Nachwuchsleistungszentrum zur Umsatzsteigerung eignet.

    ... den möglichen Einstieg von Scheichs in der Bundesliga: Das wird in Deutschland nicht funktionieren. Dafür haben wir ein zu starkes Regelungssystem. Außerdem gibt es negative Beispiele, wie den Fall 1860 München mit Hasan Ismaik. Wenn man Geld investiert, will man vermeintlich die komplette Kontrolle über den Verein. Das funktioniert ohne unternehmerisches Konzept nicht. Wenn der Investor dann irgendwann mal den Stecker zieht, dann ist der Verein verloren.

    ... Investoren vs. Fanbasis: Der Investor muss natürlich zum Klub passen. Das ist ein "Cultural fit", dem geht ein Auswahlprozess voraus. Wenn man eine starke Fangemeinschaft hat, von der man lebt, muss man diese mitnehmen. Der BVB hat unglaublich viel Tradition und ist an der Börse. Wie passt das zusammen? Das entstand natürlich Anfang der Nullerjahre, um mit Bayern langfristig auf Augenhöhe zu sein. Der FC St. Pauli zum Beispiel ist in den USA eine der stärksten deutschen Fußballmarken, sie steht für Lifestyle. Und dann stehen die Anhänger in der Kurve mit politisch motivierten Spruchbändern - das passt auch nicht zusammen. Es kommt darauf an, wie stark man sich mit seinem Klub identifiziert. Die Vereine sollten gegenüber den Fans Aufklärungsarbeit leisten und erklären, warum beispielsweise ein Börsengang gut ist. Fußball ist zwar sehr emotional, aber manchmal nicht glaubwürdig genug.

    den Umgang der Vereine mit ihren Fans: Die Vereine sehen ihre Fans zum Teil als die Dummen, die ihr Geld in den Verein auf unterschiedlichste Art investieren, aber nicht begreifen, worum es geht oder was passiert. Aber die Fans verstehen sehr wohl, was da geschieht. Daher sollten die Klubs ihre defensive Informationspolitik ablegen und mit Informationen zum Klub und über den Klub offener umgehen, um so die Fans bei strategischen Entscheidungen mitzunehmen.

    ... andere Konzepte für Wachstum: Die junge Fanbasis in den Stadien bricht aktuell weg. Stattdessen sitzen die Leute vor den Computern und zocken. Also muss ich als Klub ein entsprechendes Angebot machen, beispielsweise mit E-Sport. Das ist ein wachsender Markt und eine Art, weiteren Umsatz zu generieren, wenn der Spielbetrieb nicht läuft. Viele Klubs in der Bundesliga haben lange Zeit E-Sport abgelehnt mit der Begründung, dies passe nicht zur Tradition des Klubs. Unternehmerisch war das, wie wir jetzt wissen, nicht richtig. Dieser Markt wird nunmehr auch von den 'Traditionalisten' bedient. Mit Blick auf das Geschäftsmodell ist Offenheit für Neues notwendig.

  • Anstatt sich an der einmaligen Situation zu erfreuen, dass es ein deutsches Team schafft, sich über ein ganzes Jahrzehnt in der absoluten Weltspitze zu halten, wird darüber beraten, wie man diese am besten wieder einbremst, damit auch die Blinden wieder mal nen Korn finden.

    Stattdessen ist gut...


    Ist doch außerhalb des wahren Fußballs nicht anders: Ich freue mich darüber, dass es meiner Familie und mir wirtschaftlich gut geht. Hindert mich aber nicht daran, besorgt zur Kenntnis zu nehmen, dass die soziale Schere immer weiter auseinander driftet.


    Den allermeisten Usern hier ist durchaus zuzutrauen, über den Tellerrand hinauszuschauen.

    "Jeder I.diot kann einen Krieg beginnen, aber es braucht 100 Genies, um ihn zu beenden."

  • Wirtschaftsexperte Prof. Dr. Henning Zülch: "Genau das ist das Problem der Bayern-Verfolger"


    ... Probleme der Verfolger des FC Bayern: Der BVB hat sich stets dagegen verwahrt auszusprechen, dass man Deutscher Meister werden wolle. Diese Mannschaft muss aber bei dem vorhandenen Potenzial Anspruch auf Titel haben. Spreche ich dies allerdings nicht aus, dann bleibt mir immerzu die Verfolgerrolle und ich gelte vermeintlich als Ausbildungsverein. Aber genau das ist das Problem der Verfolger des FC Bayern: Wie sieht die langfristige Strategie des Klubs im Bundesliga-Wettbewerb sowie international aus? Man hat Angst, der Erwartung nicht gerecht zu werden. Obwohl wie bei allen Unternehmen eine Korrektur der ambitionierten Ziele durchaus möglich ist, solange eine strategische Marschrichtung erkennbar ist.


    Westentaschenpsychologismus

    "Jeder I.diot kann einen Krieg beginnen, aber es braucht 100 Genies, um ihn zu beenden."

  • Also die durch Professor Lange festgestellte Entfremdung der Fans vom Fußball auf Grund von zu großer Kommerzialisierung und Langeweile soll beantwortet werden durch "noch mehr Kommerzialisierung und Abschaffung der 50+1 Regel".

    Ich habe starke Zweifel, dass dies die Lösung des Problems nach sich zieht.

    Das sind ja eigentlich zwei verschiedene Aspekte.


    Wer grundsätzlich eine Entfremdung vom Fußball aufgrund immer mehr Kommerzialisierung verspürt, dem ist natürlich mit Wegfall von 50+1 erst recht nicht geholfen.

    Wer aber einfach mehr Spannung und Wettbewerb in der Bundesliga möchte, der sollte aber schon den Wegfall von 50+1 befürworten.


    Ein "alles soll bleiben, wie es ist" wird nichts zum Positiven verändern, zumindest nicht für mind. 15 der 18 Erstligisten.

  • Wobei ich dem ersten Punkt fast widersprechen würde. Beim Wegfall von 50+1 geht es ja nicht wirklich darum, neue Grenzen zu überschreiten, sondern lediglich darum aufzuholen. Der Rest ist schon da. So hemmt man nur das eigene Wachstum und schwächt das eigene Produkt. Man kann die Kommerzialisierung gut finden, oder nicht, aber der Wegfall von 50+1 hätte auf den deutschen Fußball doch keinen weiteren negativen Einfluss. Dafür hat man bereits zu viele Ausnahmen und Beteiligungen. Wenn überhaupt, würde man damit wohl eher neue Kräfte freisetzen und professionellere Strukturen anschieben, denn Investoren, die jetzt nur 25% Anteile haben, kaufen dann vielleicht weitere 26% und räumen auf.


    Man stelle sich mal vor, wo Stuttgart stehen könnte, würde Mercedes dort groß einsteigen. Hamburg hat jenseits von Kühne sicher auch den ein oder anderen großen Konzern und Schalke könnte sich komplett an Gazprom verkaufen und unter Umständen ne Kooperation mit Zenit anstreben.


    Da gäbe es schon einige Möglichkeiten. Aber die deutsche Fußballwelt sieht Investoren halt als Übel und kehrt dabei unter den Teppich, dass man ohne Investor genauso mies wirtschaften kann. Allein, wenn du dir überlegst, welches Potenzial in Stuttgart, Hamburg, Köln, Frankfurt, Berlin, Düsseldorf, Schalke, Dortmund oder sogar den 60ern steckt. Kaiserslautern, Bremen oder auch Dresden darf man nicht vergessen. Man könnte in Deutschland eine Leistungsdichte an großen Klubs haben, dass selbst die EPL neidisch würde. Aber man hängt halt weiter am romantischen Bild aus den 70er Jahren, mit dem einsamen Patriarchen an der Spitze, der es schon richten wird und der von den Fans geliebt wird, wenn er zur Versammlung kostenlose Bratwürste und Freibier anbietet. Alles andere ist halt neumodischer Kram und Kommerz.

    "When life gives you lemons, go murder a clown."

  • Ich bleibe dabei, dass sich ohne 50+1 so gut wie nichts ändern würde. Da wird m.E. eine reine Scheindiskussion geführt. Denn auch ohne die Regel werden wohl 99% der Vereine nicht die operative Kontrolle an einen Investor abgeben, und nur die volle Kontrolle wäre für Investoren ein Grund, mehr in den Fussball zu investieren als das aktuell der Fall ist. Mercedes wird auch ohne 50+1 nicht mehr in Stuttgart investieren, warum sollten sie? Es würde sich nichts ändern.


    Man bemüht gerne den Vergleich zur PL, aber die haben einfach eine völlig andere Historie bzgl. der Eigentümerstruktur. In Deutschland haben wir Vereine, von denen sich ja selbst heute noch einige dagegen sträuben, die Fussballer in eine Kapitalgesellschaft auszugliedern. Glaubt jemand ernsthaft, dass die dem Verkauf an einen Investor zustimmen würden?


    Den einzigen Impact sähe ich da bei Vereinen, die kurz vor der Pleite stehen und die Wahl haben in der Versenkung zu verschwinden oder weiter höherklassig zu spielen und dafür die Kontrolle abzugeben. Das sind aber absolute Ausnahmen, die nicht viel an der Wettbewerbsfähigkeit des deutschen Fussballs insgesamt ändern werden.

    0

  • Natürlich ändert sich durch den Einstieg substantiell großer langfristig orientierter Investoren sehr viel. Aber nur wenn sie auch das Sagen haben.


    Wenn das ganze nicht mit einem so dermaßen schrägen Feindbild versehen wäre, würden mMn auch schon Mateschitz Hopp Bayer VW sehr viel mehr machen.


    Leute wie Kind sind viel zu klein.

  • Ich bleibe dabei, dass sich ohne 50+1 so gut wie nichts ändern würde. Da wird m.E. eine reine Scheindiskussion geführt. Denn auch ohne die Regel werden wohl 99% der Vereine nicht die operative Kontrolle an einen Investor abgeben, und nur die volle Kontrolle wäre für Investoren ein Grund, mehr in den Fussball zu investieren als das aktuell der Fall ist. Mercedes wird auch ohne 50+1 nicht mehr in Stuttgart investieren, warum sollten sie? Es würde sich nichts ändern.


    Man bemüht gerne den Vergleich zur PL, aber die haben einfach eine völlig andere Historie bzgl. der Eigentümerstruktur. In Deutschland haben wir Vereine, von denen sich ja selbst heute noch einige dagegen sträuben, die Fussballer in eine Kapitalgesellschaft auszugliedern. Glaubt jemand ernsthaft, dass die dem Verkauf an einen Investor zustimmen würden?


    Den einzigen Impact sähe ich da bei Vereinen, die kurz vor der Pleite stehen und die Wahl haben in der Versenkung zu verschwinden oder weiter höherklassig zu spielen und dafür die Kontrolle abzugeben. Das sind aber absolute Ausnahmen, die nicht viel an der Wettbewerbsfähigkeit des deutschen Fussballs insgesamt ändern werden.

    Anfangs wäre das sicherlich so. Nicht umsonst mussten Hopp und Mateschitz ihr Geld ja bei einigen Traditionsvereinen regelrecht aufdrängen und wurden trotzdem fortgejagt. Dazu die Beispiele 1859 und Uerdingen als dröhnende Negativbeispiele.


    Eher früher als später käme dann aber ein Verein in die Situation sich die Frage zu stellen "Investor oder Totalabsturz" und es würde doch sehr wundern wenn die Verweigerungshaltung da nicht schnell brüchig wird, vor allem wenn dann nicht nur Rettung, sondern Stadionausbau, Europapokal und "Zieht den Bayern die Lederhosen aus" in Aussicht gestellt werden.


    Und wenn dann mal an einem Standort der Gegenbeweis erbracht wurde, dann würde sich das vermutlich nach und nach durchsetzen. Zumindest nicht völlig ausgeschlossen.