Abseits ist, wenn der Schiri pfeift - der Fred für Regel-Nerds

  • Aus aktuellem Anlass - HANDSPIEL


    Konkret: Ist weiterhin ABSICHT erforderlich, um Elfmeter pfeifen zu können?



    Mein Ansatz:


    Regel 12


    "Ein Vergehen liegt vor, wenn ein Spieler:

    • den Ball absichtlich mit der Hand/dem Arm berührt (einschliesslich Bewegungen der Hand/des Arms zum Ball),
    • in Ballbesitz gelangt, nachdem ihm der Ball an die Hand/den Arm springt, und danach:
      • ins gegnerische Tor trifft,
      • zu einer Torchance kommt,
    • direkt mit der Hand/dem Arm (ob absichtlich oder nicht) ins gegnerische Tor trifft (gilt auch für den Torhüter)."


    Heißt übersetzt: Von Offensivaktionen abgesehen ist auch weiterhin stets ABSICHT erforderlich. Ein unbeabsichtigtes, defensives Handspiel ist kein Vergehen und darf entsprechend auch nicht mit Elfmeter geahndet werden, wenn es im Strafraum erfolgt.



    Wann Absicht vorliegt, muss der Schiedsrichter auf Grundlage aller ihm zur Verfügung stehenden Umstände nach eigenem Ermessen ermitteln, wobei er bestimmten Regeln zu folgen hat:


    So liegt ein Vergehen - IN DER REGEL - vor, wenn der Spieler :


    "

    • seinen Körper aufgrund der Hand-/Armhaltung unnatürlich vergrössert,
    • sich seine Hand/sein Arm über Schulterhöhe befindet (ausser der Spieler spielt den Ball vorher absichtlich mit dem Kopf oder Körper (einschliesslich des Fusses) und der Ball springt ihm dabei an die Hand/ den Arm). "

    Hingegen liegt - IN DER REGEL - kein Vergehen vor, wenn:


    "

    • Der Ball springt direkt vom Kopf oder Körper (einschliesslich des Fusses) des Spielers an dessen Hand/Arm.
    • Der Ball springt direkt vom Kopf oder Körper (einschliesslich des Fusses) eines Spielers an die Hand/den Arm eines anderen, nahestehenden Spielers.
    • Die Hand/der Arm ist nahe am Körper, und die Hand-/Armhaltung vergrössert den Körper nicht unnatürlich.
    • Ein Spieler berührt den Ball im Fallen mit der Hand/dem Arm, wobei sich seine Hand/sein Arm dabei zum Abfangen des Sturzes zwischen Körper und
    • Boden befindet und nicht seitlich oder senkrecht vom Körper weggestreckt wird."


    Da es sich hierbei in beiden Fällen lediglich um Regelbeispiele handelt, kann der Schiedsrichter gleichwohl zu dem Ergebnis kommen, dass keine Absicht vorliegt, obwohl ein Regelbeispiel für ein Vergehen, bzw. dass Absicht vorliegt, obwohl ein Regelbeispiel für das Nichtvorliegen erfüllt ist.


    Dafür bedarf es natürlich einer nachvollziehbaren Begründung.



    Für die Diskussion, die WIR gerne über entsprechende Szenen führen, bedeutet das, dass wir in zwei Schritten vorgehen müssen.


    1. müssen wir uns fragen: Liegt ein Regelbeispiel entweder für oder aber gegen ein Vergehen vor?
    2. gibt es sonstige Umstände, die den Schluss zulassen, dass es abweichend vom Regelbeispiels trotzdem Absicht bzw. trotzdem keine Absicht war.

    Unzulässig wäre es, die Frage nach der Absicht einfach zu umgehen. Das ist nur möglich, bei offensivem Handspiel. Hier gilt das Prinzip: War bei der Torerzielung die Hand im Spiel, gilt der Treffer unabhängig davon nicht, was der Spieler wusste oder wollte.

  • Also ich sehe es so:

    Ich hinterfrage mich selbst, ob der Schiri es hätte pfeifen sollen wenn das angebliche "Vergehen" an der Mittellinie stattgefunden hätte.


    Andersherum sollte man auch mal drüber nachdenken, wenn ein angeblicher Ellenbogeneinsatz an der Mittellinie ein Freistoss nach sich zieht, ob es z.B. nach einer Ecke für den gleichen Zweikampf Elfmeter gegeben hätte.


    Ich denke, dann würden an jedem Spieltag mindestens 10 Elfmeter gegeben werden.

    Tuchel .... der Kelch ist an uns vorübergegangen DANKE !!!

  • Ja in der Regel ist es so das im "Feld" viel eher gepfiffen wird als im Strafraum...

    da sollte man schon mal überlegen ob das richtig sein kann.

    Tuchel .... der Kelch ist an uns vorübergegangen DANKE !!!

  • bleib dabei... jedwedes Handspiel verbieten. aus kurzer Distanz könnte man noch durchgehen lassen. wenn kein direktes Tor verhindert wird, dann gibt's indirekten FS im Straufraum od Ecke, sonst eben Penalty.

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  • Ob eine Distanz kurz ist oder nicht, hängt von der Stärke des Schusses ab. Damit werden nur Teams belohnt, die keine Kunstschützen in ihren Reihen haben. "Einfach mal drauf! Vielleicht wird's wenigstens ein Elfmeter."


    Bin da bei Nagelsmann: Das sowieso entscheidende Kriterium, die Absicht, nicht durch irgendwelche Regelfälle eingrenzen! Der Schiri bewertet jede Hand-Situation nach seinem Eindruck, ob die Hand eingesetzt wurde, um den Ball aufzuhalten.

  • Die meisten Handelfmeter gibt es aber doch für unabsichtliches Handspiel, das auch keinen Torschuss verhindert hat bspw., ich bin erst mal dafür, diese drakonische Elfer-Bestrafung als alleinige Möglichkeit abzuschaffen, und viel häufiger auf indirekten Freistoß entscheiden zu können.

  • Die meisten Handelfmeter gibt es aber doch für unabsichtliches Handspiel, das auch keinen Torschuss verhindert hat bspw., ich bin erst mal dafür, diese drakonische Elfer-Bestrafung als alleinige Möglichkeit abzuschaffen, und viel häufiger auf indirekten Freistoß entscheiden zu können.

    Wenn das so ist, dann sind das ja zunächst mal Fehlentscheidungen. Die gilt es generell möglichst zu vermeiden. Denn auch ein indirekter Freistoß in unmittelbarer Tornähe soll ja schon mal zu Treffern geführt haben...


    Aber ansonsten finde ich den Ansatz nicht übel, bei Hand-Vergehen im Strafraum die Sanktion danach zu bestimmen, ob durch die Handberührung ein Treffer verhindert wurde.


    Erfordert allerdings einen zusätzlichen Arbeitsschritt im Kopf des Schiris. Und den gilt es schließlich zu entlasten.

  • Ob eine Distanz kurz ist oder nicht, hängt von der Stärke des Schusses ab. Damit werden nur Teams belohnt, die keine Kunstschützen in ihren Reihen haben. "Einfach mal drauf! Vielleicht wird's wenigstens ein Elfmeter."


    Bin da bei Nagelsmann: Das sowieso entscheidende Kriterium, die Absicht, nicht durch irgendwelche Regelfälle eingrenzen! Der Schiri bewertet jede Hand-Situation nach seinem Eindruck, ob die Hand eingesetzt wurde, um den Ball aufzuhalten.

    die Distanz hängt von der Entfernung zum Ball ab und nicht von der Bolzerei. Handspiel im Strafraum muss eben nicht zwangsläufig 11m bedeuten.

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  • ie Distanz hängt von der Entfernung zum Ball ab und nicht von der Bolzerei. Handspiel im Strafraum muss eben nicht zwangsläufig 11m bedeuten.

    Schnitzel hat da ja einen ganz ähnlichen Ansatz.


    Und was die Distanz anbelangt - ich kann aus fünf Metern einem Gegner den Ball sanft an die Hand lupfen, dann hat er weniger Zeit, das Handspiel zu vermeiden, als bei einem Higspeed-Schuss aus 15 Metern. Insofern wäre die klare Tor-Verhinderung a la Schnitzel sicher die sinnvollere Unterscheidung zwischen 11m und Freistoß.

  • bleib dabei... jedwedes Handspiel verbieten. aus kurzer Distanz könnte man noch durchgehen lassen. wenn kein direktes Tor verhindert wird, dann gibt's indirekten FS im Straufraum od Ecke, sonst eben Penalty.

    Dann greift man am Ende zum taktischen Mittel und versucht als Stürmer immer den Arm des Verteidigers anzuschießen. Weiß nicht ob das die Lösung ist.

    Es wäre heute nicht so, wie es ist, wäre es damals nicht gewesen, wie es war.

  • Schnitzel hat da ja einen ganz ähnlichen Ansatz.


    Und was die Distanz anbelangt - ich kann aus fünf Metern einem Gegner den Ball sanft an die Hand lupfen, dann hat er weniger Zeit, das Handspiel zu vermeiden, als bei einem Higspeed-Schuss aus 15 Metern. Insofern wäre die klare Tor-Verhinderung a la Schnitzel sicher die sinnvollere Unterscheidung zwischen 11m und Freistoß.


    Dann greift man am Ende zum taktischen Mittel und versucht als Stürmer immer den Arm des Verteidigers anzuschießen. Weiß nicht ob das die Lösung ist.

    am Ende läuft's auch auf das hinaus was auch schnitzel meint... nicht jedes Handspiel in der Box muss 11m geben. indirekter Freistoß, zB bei der Situation mit Perisic in der Mauer, oder auch ne Art Strafeckball.

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