• Mail an die Mitarbeiter enthüllt So arbeitet Kahn bei Bayern

    Sein Strategie-Papier ++ Seine Vorträge

    Weiter nach vorne soll es gehen...

    Vorstand Oliver Kahn (51) will die Bayern voll auf die Zukunft ausrichten! Mit einer klaren Vision und dem „AHEAD-Projektteam“ will der Ex-Kapitän den Klub voranbringen.

    Wie SPORT BILD berichtet, hatte Kahn zusammen mit Präsident Herbert Hainer (66) die Idee zu dem zukunftsorientierten „Strategieprojekt Bayern AHEAD“.

    Teil davon: eine Mitarbeiterbefragung per Mail! In dieser sollten die Angestellten anonym, offen und ehrlich den Rekordmeister anhand von zwölf Fragen als Arbeitgeber einschätzen. Bewertet werden – von 1 (trifft überhaupt nicht zu) bis 6 (trifft vollkommen zu) – sollte beispielsweise diese Aussage: „Beim FC Bayern teilen wir eine klare Version“.

    Kahns Fokus liegt darauf, das Leistungsprinzip und die Aufstiegsmöglichkeit im Klub zu fördern. Zudem räumt der einst so ehrgeizige Welttorhüter den Wünschen der Fans Priorität ein.

    Doch der „moderne“ Kahn will nicht nur durch Mails überzeugen. Sondern lud alle Abteilungen auch nach und nach zu Workshops ein, in denen er selbst im Stuhlkreis Platz nahm – und hält zudem Vorträge.

    Wie vor dem Bundesliga-Auftaktspiel gegen Schalke. Dort leitete er mit den Worten: „Wir brauchen eine Strategie, um für die Zukunft in allen Bereichen gerüstet zu sein und uns zu verbessern!“ seinen einstündigen Vortrag vor 40 geladenen Führungskräften auf der Tribüne des Amateur-Stadions ein...

  • Teil davon: eine Mitarbeiterbefragung per Mail! In dieser sollten die Angestellten anonym, offen und ehrlich den Rekordmeister anhand von zwölf Fragen als Arbeitgeber einschätzen. Bewertet werden – von 1 (trifft überhaupt nicht zu) bis 6 (trifft vollkommen zu) – sollte beispielsweise diese Aussage: „Beim FC Bayern teilen wir eine klare Version“.

    Ist jetzt nichts, was es nicht auch in allen Unternehmen gibt. Dass es sowas nicht schon vorher gab, sagt aber einiges aus

    Man fasst es nicht!

  • https://www.bild.de/bild-plus/…hn-aus-74582190.bild.html


    Jetzt spricht Bayern-Boss Oliver Kahn (51)!

    In SPORT BILD blickt der ehemalige Weltklasse-Torhüter auf sein erstes Jahr im Vorstand des Rekordmeisters zurück.

    Mit dem Verhandlungsstopp mit Abwehr-Boss David Alaba (28) hatte Kahn gleich eine harte Nuss zu knacken. „Wir haben David Alaba den roten Teppich ausgerollt und sind an unsere Grenzen gegangen. David und speziell sein Berater Pini Zahavi sind nicht über diesen roten Teppich gegangen. Also haben wir ihn irgendwann wieder eingerollt“, erklärt Kahn.


    Der Bayern-Boss gehe davon aus, dass es nicht zu neuen Verhandlungen kommen wird und der Österreicher den Klub verlassen wird: „Ich wüsste im Moment nicht, wie das passieren sollte. David ist seit zwölf Jahren beim FC Bayern, davon zehn Jahre als Profi. So wie es aussieht, orientiert er sich um. Das müssen wir akzeptieren.“ Ihn zu verlieren schmerze, nicht nur wirtschaftlich.


    Kahn: Wir erwarten viel von Sané



    Auch Neuzugang Leroy Sané (24, kam für rund 50 Mio Euro von ManCity) ist längst noch nicht die erhoffte Verstärkung. Kahn bleibt aber gelassen. „Ich kenne den FC Bayern sehr lange und weiß, dass neue Spieler Zeit brauchen, um voll anzukommen – zumal Leroy aus einer schweren Verletzung zu uns kam.“


    Kahn erwartet bald eine Leistungs-Explosion: „Seine Qualität ist überragend, deshalb erwarten wir viel von ihm. Er hat Tore gemacht, die man bei anderen Spielern so nicht sieht. Allgemein ist unsere Klasse im Offensivbereich aktuell mit das Beste, was es in Europa gibt.“

    Und zu den Besten wollen die Bayern auch in Zukunft gehören. Kahn hat mit dem Strategieprojekt „FC Bayern AHEAD“ dafür einen genauen Plan.


    In einem stetigen Prozess sollen Digitalisierung und Technologisierung bei den Bayern vorangetrieben werden. Vor allem nach Corona müsse man „vernünftig analysieren, mutig nach vorne denken und uns mit unserer Tradition und allen Werten weiterentwickeln. Der FC Bayern hat eine große Kraft. Wir müssen sie gezielt in die Zukunft richten. Das zu organisieren wird eine wichtige Aufgabe von mir und meinen Kollegen.




    Kahn ist einfach super.

  • Ich interpretiere das ganze so das sich KHR ab Sommer so ziemlich im Hintergrund halten wird. Kahn wird zunehmend auch in der Öffentlichkeit zu sehen und hören sein was auch richtig ist.
    Kahn wird bei den Sommertransfers sicherlich auch schon ein gewichtigeres Wort haben als bisher. Es werden ja dann auch die Transfers sein die er als CEO verantworten muss wenn 21/22 abgeschlossen ist.

  • Kahn Interview in der Welt.

    Viele interessante Aussagen. MMn ist die AG bei Kahn in guten Händen.


    „Warum soll ich rumbrüllen?“

    Seit einem Jahr bestimmt Oliver Kahn die Geschicke des FC Bayern als Vorstand mit. Bald soll er den Klub leiten. Für diese Aufgabe hat er viel Arbeit investiert. Und sich verändert. Hier gewährt er einen Blick hinter die Kulissen.


    Frage: Herr Kahn, in Ihrem ersten Jahr als Vorstand holte der FC Bayern fünf von fünf möglichen Titeln: das Triple aus Meisterschaft, Pokal und Champions League sowie den Supercup und Uefa Supercup. Es gibt allerdings keine Fotos von Ihnen mit einer der Trophäen. War das eine bewusste Entscheidung?


    Oliver Kahn (51): Ich bin sicher mal näher an den Pokalen vorbeigelaufen, speziell mit dem Champions-League-Pott verbinde ich sehr viel. Ich habe mich über jeden Titel, den wir gewonnen haben, gefreut: für den Verein und die Mannschaft. Aber meine Sicht auf Pokale hat sich im Vergleich zu Spielerzeiten verändert.


    Frage: Wie hat sich das Wiedersehen mit dem Henkelpott, der Ihre Karriere so geprägt hat, denn angefühlt?


    Kahn: Ich habe nach der Siegerehrung in diesem leider menschenleeren Estádio da Luz in Lissabon mit Hasan Salihamidzic gesprochen und habe mich mit ihm erinnert: an 1999, an das Drama von Barcelona gegen Manchester United. An 2001, als wir die Champions League endlich gewonnen haben. Dann an 2012 und 2013, an das Scheitern gegen Chelsea und an den Triumph gegen Dortmund. Diese beiden Endspiele hatte ich als ZDF-Experte mitverfolgt, unvergessene Erlebnisse.


    Frage: Als Sie im Januar in Doha zum ersten Mal als Vorstand zur Mannschaft sprachen, erklärten Sie: „Beim FC Bayern zählt nur Erfolg.“ Die Worte scheinen sich die Spieler zu Herzen genommen zu haben ...


    Kahn: Zunächst einmal geht es beim FC Bayern im Kern darum, erfolgreich Fußball zu spielen. Wenn ich mir die Rolle des FC Bayern in der Gesellschaft anschaue, muss der Verein für mehr als Erfolg stehen. Der FC Bayern hatte und hat aufgrund seiner Strahlkraft eine große Verantwortung. Zum Beispiel als Identifikations-Instanz, die Fans wollen die Gemeinschaft und Kraft des FC Bayern spüren. Und das müssen wir jetzt speziell jüngeren Generationen zeitgemäß vermitteln.


    Frage: Wie meinen Sie das?


    Kahn: Die Menschen wollen wissen, wofür wir neben dem sportlichen Erfolg stehen. Was bedeutet euch Nachhaltigkeit, was bedeutet euch Diversität? Das sind Themen, die in der Vergangenheit wichtig waren und die in der Zukunft eine noch wichtigere Rolle spielen werden.


    Frage: Der große Erfolg 2020 ist eng mit dem Namen von Trainer Hansi Flick verbunden.


    Kahn: Hansi hat es geschafft, das Team zu fünf Titeln zu führen. Was mich besonders fasziniert: die Disziplin der Mannschaft, diese Leistungen vor leeren Rängen zu zeigen. Zuschauer sind die Essenz des Fußballs. Wie das Team bis jetzt damit umgeht, ist fantastisch. Ich weiß nicht, wie mir das gelungen wäre. Fans waren für mich das Salz in der Suppe.


    Frage: Wie oft tauschen Sie sich mit Flick aus?


    Kahn: Wir haben mit Hasan Salihamidzic und Karl-Heinz Rummenigge einen Jour fixe, bei dem wir uns über alle Themen austauschen.


    Frage: Salihamidzic und Sie sitzen auch bei Vertragsverhandlungen immer am Tisch. Es heißt, Sie seien dabei oft zurückhaltender Beobachter, Salihamidzic sei eher impulsiv.



    Kahn: Hasan allein auf seine direkte Art zu reduzieren wäre falsch. Ich bin in Verhandlungen anders als er, aber das ist doch gut. Hasan kann sehr geradeaus sein, auch emotional, was oft sinnvoll ist. Ich bin ein etwas anderer Typ, das ergänzt sich sehr gut. Hasan und ich sind abgestimmt, wenn wir Gespräche führen. Das zählt.

  • Teil 2


    Frage: Im Fall David Alaba war der FC Bayern sehr konsequent ...


    Kahn: Die Haltung des Vereins ist klar. Wir haben David Alaba den roten Teppich ausgerollt und sind an unsere Grenzen gegangen. David und speziell sein Berater Pini Zahavi sind nicht über diesen roten Teppich gegangen. Also haben wir ihn irgendwann wieder eingerollt.


    Frage: Könnte der Teppich noch einmal ausgerollt werden?


    Kahn: Ich wüsste im Moment nicht, wie das passieren sollte.


    Frage: Vielleicht, wenn die Alaba-Seite einen Schritt auf den Verein zugehen würde?


    Kahn: David ist seit zwölf Jahren beim FC Bayern, davon zehn Jahre als Profi. So wie es aussieht, orientiert er sich um. Das müssen wir akzeptieren.


    Frage: Wie weh tut es, in Corona-Zeiten einen Spieler mit der Klasse Alabas ablösefrei zu verlieren?


    Kahn: Man muss das vom Anfang her beurteilen. Wir haben alles versucht, um David zu überzeugen, beim FC Bayern zu verlängern. Natürlich schmerzt es, ihn zu verlieren, nicht nur wirtschaftlich. Aber wir hatten uns Limits gesetzt, und das waren keine Corona-Limits. Wenn Berater nicht wahrhaben wollen, dass wir uns in einer Zeit befinden, die für den ganzen Fußball sehr schwierig ist und sehr existenziell werden kann, dann entsteht so eine Situation.


    Frage: Leroy Sané bekam der FC Bayern für rund 50 Millionen Euro. Hat der Verein hier schon vor Corona gut verhandelt?


    Kahn: Der FC Bayern wollte Leroy schon lange, bereits vor Beginn meiner Tätigkeit Anfang Januar. Unabhängig vom Preis: Wir wollten Leroy als Spieler, Typen und Charakter. Wir sind uns absolut im Klaren, welche Wichtigkeit schnelle Spieler, die über die Außen kommen und ins Dribbling gehen können, im heutigen Fußball haben. Durch die Corona-Pandemie gingen die Ablösesummen dann nach unten.


    Frage: Können Sie die Kritik an den bisherigen Leistungen von Sané verstehen?


    Kahn: Ich kenne den FC Bayern sehr lange und weiß, dass neue Spieler Zeit brauchen, um voll anzukommen – zumal Leroy aus einer schweren Verletzung zu uns kam. Ich kann mich noch gut erinnern, als Franck Ribéry und Luca Toni 2007 zum FC Bayern wechselten. Ich habe damals gesagt: „Wir sind hier nicht bei Florenz oder Marseille, sondern beim FC Bayern!“ Das gab ein Riesen-Theater. Dass ein Spieler Zeit braucht, um den FC Bayern zu verstehen, bleibt für mich unverändert bestehen. Seine Qualität ist überragend, deshalb erwarten wir viel von ihm. Er hat Tore gemacht, die man bei anderen Spielern so nicht sieht. Allgemein ist unsere Klasse im Offensivbereich aktuell mit das Beste, was es in Europa gibt.


    Frage: Kurz vor Transferschluss im Sommer kam der Mannschaftsrat geschlossen in den zweiten Stock der Säbener Straße, um bei Herbert Hainer, Karl-Heinz Rummenigge und Hasan Salihamidizic für weitere Transfers zu werben. Hat Sie das beeindruckt?


    Kahn: Das hat mich nicht überrascht. Diese Spielergeneration ist sehr selbstbewusst, sie will involviert werden, sie will verstehen und lernen. Ein Spielerrat ist dafür da, sich mit uns auszutauschen. Er will wissen, was der Verein für Vorstellungen hat. Nur: Am Ende trifft der Verein die Entscheidung, das ist klar.

  • Teil 3


    Frage: Sie entscheiden seit Januar mit, starteten damals mit einem „Onboarding-Prozess“. Wie lange hat dieser gedauert?


    Kahn: Die ersten drei Monate ging es darum, sich zu orientieren. Die heutige Welt lässt einem wenig bis keine Zeit, deshalb habe ich mit den Abteilungen unterschiedliche Workshop-Formate durchgeführt, um die wichtigsten Themen und Herausforderungen zu verstehen. Das hat mich sehr schnell in die Mitte des Klubs gebracht. Dann kam der Ausbruch der Pandemie, und es ging erst einmal – wie in anderen Branchen auch – darum, tagtäglich die Situation zu bewältigen. Die Pandemie hat Entwicklungen noch weiter beschleunigt. Veränderungen, die vor der Corona-Krise schon in vollem Gang waren, werden noch schneller eintreten. Deshalb haben wir einen Prozess angeschoben, bei dem wir uns heute auf die Zukunft der Fußballwelt vorbereiten, ohne dabei den Blick für die tagesaktuellen Herausforderungen zu vernachlässigen.


    Frage: Sie sprechen das Strategieprojekt „FC Bayern AHEAD“ an, mit dem Sie den Verein für die Zukunft aufstellen wollen ...


    Kahn: AHEAD ist kein Projekt mit festem Endpunkt, sondern ein stetiger Prozess, in dem wir uns damit beschäftigen, wie der FC Bayern auch in den kommenden Jahren der beste Klub für seine Fans sein kann. Digitalisierung und Technologisierung, das weiter steigende Umweltbewusstsein gehen ja nicht am Fußball vorbei. Veränderte Sehgewohnheiten und ein weiter zunehmender Wettbewerb um die Aufmerksamkeit der jüngeren Fußballfans sind herausfordernde Themen. Wann können wir wieder mit Zuschauern rechnen und werden alle wieder so schnell in die Stadien zurückkehren, wie einige denken? Zudem wird die Weiterentwicklung der Wettbewerbe insbesondere nach Corona für uns sehr wichtig sein. Gerade in der jetzigen schwierigen Phase müssen wir vernünftig analysieren, mutig nach vorne denken und uns mit unserer Tradition und allen Werten weiterentwickeln. Der FC Bayern hat eine große Kraft. Wir müssen sie gezielt in die Zukunft richten. Das zu organisieren wird eine wichtige Aufgabe von mir und meinen Kollegen.


    Frage: Sie stimmen sich in Ihrer Arbeit viel und eng mit Bayern-Präsident Herbert Hainer ab.


    Kahn: Herbert Hainer hat jahrelang das Unternehmen Adidas geführt. Von dieser Erfahrung kann ich nur profitieren. Wir haben eine ähnliche Denke. Die aktuell großen sportlichen Erfolge sind keine Garantie dafür, dass das auch in Zukunft so sein wird. Wir können immer noch ein Stück besser werden. Dafür ist Manuel Neuer übrigens ein gutes Beispiel.


    Frage: Inwiefern?


    Kahn: Er ruht sich nicht auf dem fünften Welttorhüter-Titel aus, sondern er will auch den sechsten. Damit verkörpert er die DNA dieses Klubs.


    Frage: Wie lange kann Neuer noch spielen?


    Kahn: Wir wollen, dass Manuel solange wie möglich spielt. Darüber hinaus ist es unsere Aufgabe als Klub, den Übergang zur nächsten Generation – also zu Alexander Nübel – so zu gestalten, dass es keine großen Reibungsverluste gibt.

  • Teil 4


    Frage: Uli Hoeneß hat den Staffelstab übergeben und damit viel Macht abgegeben. Fällt es ihm dennoch schwer loszulassen?


    Kahn: Uli hat eine bewusste Entscheidung getroffen. Ich habe nicht das Gefühl, dass er sie bereut. Er ist nicht mehr operativ tätig, aber ist weiterhin ein wichtiges Mitglied im Aufsichtsrat, auch ein Ratgeber. Er ist und bleibt Uli Hoeneß. Etwas anderes habe ich nicht erwartet.


    Frage: Was bei Ihnen auffällt, ist: Die Wortwahl ist eine andere. Früher waren Sie der „Immer-weiter-“, „Wir-brauchen-Eier“-Kahn. Heute drücken Sie sich weniger drastisch aus.


    Kahn: Es muss mir als Vorstand um die besseren Argumente gehen, nicht darum, wer am lautesten brüllt. Das ist ein Abschnitt meines Lebens, der bereits hinter mir lag, als ich beim ZDF angefangen habe. Es gibt Verhaltensweisen, die passen in der Hitze des Gefechts auf den Platz, funktionieren aber nach der aktiven Karriere nicht mehr. Wenn Sie mich fragen, was heute meine Ziele sind, sage ich: Es ist meine Aufgabe, ein Umfeld zu schaffen, in dem sich andere weiterentwickeln können, um dadurch die Ziele des Klubs zu erreichen. Das gibt mir Zufriedenheit, das ist die Art von Führung, wie ich sie mir vorstelle.


    Frage: Glauben Sie nicht, dass es bei den Fans eine Sehnsucht nach dem „Eier“-Kahn gibt?


    Kahn: Meine Aufgabe ist es jetzt, den Klub in die Zukunft zu führen, weiterzuentwickeln. Warum soll ich dabei rumbrüllen? Ich brauche diese „Fähigkeit“ heute auch gar nicht mehr.


    Frage: Uli Hoeneß konnte auch im Business-Outift sehr laut werden …


    Kahn: Uli Hoeneß hat seine Art, ich habe meine Art.


    Frage: Ist Hoeneß für Sie ein Mentor – oder emanzipieren Sie sich bewusst?


    Kahn: Ich wäre schlecht beraten, wenn ich Ulis Lebenserfahrung und sein Wissen über das Fußball-Geschäft nicht nutzen würde. Er hat aus Überzeugung eine neue Zeit eingeleitet. Da ist es wichtig, dass die nun handelnden Personen ihren eigenen Weg erkennen und auch beschreiten. Ich habe viele unternehmerische Erfahrungen in den letzten Jahren gesammelt. Ich hatte Uli schon vor Jahren gesagt: Wenn ihr mich für den Posten wollt, sagt es mir frühzeitig. Denn die Zeiten, in denen jemand mit dem Anspruch daherkommt, der Job als Ex-Profi würde ihn zum CEO eines Unternehmens wie Bayern München befähigen, sind schon länger vorbei.

  • Teil 5


    Frage: Was machen Sie, wenn der DFB wegen Hansi Flick anklopft?


    Kahn: Hansi Flick hat einen langfristigen Vertrag. Ich weiß auch gar nicht, ob Hansi das überhaupt will. Er bricht hier einen Rekord nach dem anderen und ist sehr zufrieden. Hansi ist hier noch nicht fertig mit der Entwicklung der Mannschaft.


    Frage: Zum Abschluss einige Thesen mit der Bitte, dass Sie Stellung beziehen: „Sich für Transfers zu verschulden, bleibt beim FC Bayern ausgeschlossen!“


    Kahn: Der FC Bayern wird seiner Tradition treu bleiben: sportlicher Erfolg auf Grundlage wirtschaftlicher Vernunft. Allerdings bedeuten sportlicher Erfolg und finanzielle Stabilität auch nicht zwingend, keine Schulden zu machen.


    Frage: Nummer zwei: „Die Fans müssen im Mittelpunkt stehen, damit das Stadion auch bis 2030 mit 75 .000 Zuschauern durchgehend ausverkauft sein wird.“


    Kahn: Da gehe ich mit! Wir veranstalten dieses Spektakel für unsere Fans.


    Frage: Nummer drei: „Der FC Bayern muss alles dafür tun, um auch in Zukunft dauerhaft unter den Top-5-Klubs in Europa zu stehen, das ist das sportliche Ziel.“


    Kahn: Ich würde sagen: unter den Top drei.


    Frage: Und schließlich: „Der FC Bayern muss wieder mehr Talente entwickeln.“


    Kahn: Wir sind seit einiger Zeit auf einem sehr guten Weg. Die Chance für junge Spieler, sich beim FC Bayern zu zeigen, war selten größer als in diesen Wochen und Monaten: Die Spieler müssen eine enorme Belastung bewältigen, was zu mehr Rotation führt. Dazu können wir fünfmal wechseln. Deshalb haben wir auf einmal Jamal Musiala, Chris Richards, Joshua Zirkzee, Bright Arrey-Mbi. Der Campus wird ein wichtiger Faktor für die Zukunft werden.

  • Er grenzt sich was den Führungsstil angeht klar ab- das ist sehr positiv.


    Bemerkenswert ist auch das er Verschuldung nicht ablehnt um konkurrenzfähig zu bleiben- betont aber gleichzeitig den soliden Kurs.


    Bemerkenswert ist auch wie er immer wieder den Bezug zu den Fans betont- sehr wichtig


    „Der FC Bayern hatte und hat aufgrund seiner Strahlkraft eine große Verantwortung. Zum Beispiel als Identifikations-Instanz, die Fans wollen die Gemeinschaft und Kraft des FC Bayern spüren. Und das müssen wir jetzt speziell jüngeren Generationen zeitgemäß vermitteln.

    Frage: Wie meinen Sie das?

    Kahn: Die Menschen wollen wissen, wofür wir neben dem sportlichen Erfolg stehen. Was bedeutet euch Nachhaltigkeit, was bedeutet euch Diversität? Das sind Themen, die in der Vergangenheit wichtig waren und die in der Zukunft eine noch wichtigere Rolle spielen werden.