• Mitte der 60er - 63 durfte man nicht, 64 klappte es nicht, aber 65 endlich Bundesliga! Und von da an ging es "bergauf. 70 kam Uli Hoeneß mit 18 als Spieler und war mit 27 schon Sportinvalide - aber er hat alles gewonnen, was man gewinnen kann - Weltmeister, Europameister, Europapokal der Landesmeister, Deutscher Meister, Pokalsieger.

    Und dann begann seine Zeit als Manager des FCB und alles, was er aus dem FCB der 70er gemacht hat hier aufzuzählen, würde den Rahmen sprengen.

    Der FCB ist heute das, was Uli Hoeneß daraus gemacht hat. Das erkennen auch alle neidlos an.

    Er wurde von vielen beschimpft, aber letztlich wurde sein Werk von allen - auch seinen "Lieblingsfeinden zähneknirschend - anerkannt und gewürdigt.

    Auch ein Paul Breitner - trotz aller Dissonanzen- würdigt ihn und stellt ihn auf eine Stufe mit seinem Gegenstück von Real Madrid - Bernabeu!

    Danke Uli Hoeneß für mittlerweile knapp 50 Jahre beim FCB - der mittlerweile wirklich als dein Lebenswerk bezeichnet werden kann.

    Und eines habe ich an dir immer geschätzt - du hast nie aufgegeben und das auch immer der Mannschaft mitgegeben.

    Unvergessen dein Auftritt im Aktuellen Stunde, als der SV Werder kurz vor Saisonende schon enteilt schien und du von der Meisterschaft des FCB gesprochen hast.

    Unvergessen der Spruch von Lemke in der Sendung, diesmal wird der Verein mit dem besten Manager deutscher Meister - und nach dem Gewinn der Meisterschaft mit dem legendären Torwandschuß vom Weißbierglas von Franz Beckenbauer dein Dank an Willi Lemke für die Vorhersage im ZDF.

    Und so könnte man stundenlang weitererzählen .

    Genieße dein Leben!

    Wo die Sonne der Erkenntnis tief steht, werfen auch Zwerge lange Schatten.

  • Hallo torsten66 , vielen Dank für deinen Beitrag.
    Dieser passt voll zu den „Erlebnissen mit Uli Hoeneß“, die in der SZ heute erscheinen:

    https://sz.de/1.4681943

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  • Uli Hoeneß begleitet mich mein ganzes (Fußball)-Leben. Unvergessen das Europapokal-Halbfinale 1976, das ich als 14-Jähriger live im Olympiastadion erleben durfte. Zwei Jahre zuvor hatte ich, als Im Ausland lebender Deutscher, meine Schweizer Schulkameraden von dem Charme der deutschen Nationalmannschaft zu überzeugen versucht – vergebens.

    Das WM-Buch, herausgegeben und handsigniert von Uli Hoeneß und Franz Beckenbauer, habe ich immer noch.

    Und ich habe unvergessliche Erinnerungen an große Siege, noch größere Emotionen und tragische Momente, wie sie nur der Fußball erzeugen kann.

    All die Zeit überstrahlte ein Name alles: Uli Hoeneß. Ob als blitzgescheiter Spieler, weit blickender Manager, politischer Mahner und Vordenker oder als rastloser Philanthrop, der sein guten Taten stets im Verborgenen unternahm. Mein Respekt für die Person wuchs und wuchs – gerade auch in Zeiten, in denen eine halbe Nation ihrem Sozialneid in Form von Verächtlichmachungen des Uli H. freien Lauf ließ.


    Wir sind alle Menschen, und was uns – sofern wir dran glauben – von Gott unterscheidet, das ist die Fehlbarkeit. Nicht die Tatsache, einen Fehler gemacht zu haben zählt, sondern die Art, wie man damit umgeht. Hoeneß war immer das, was amerikanische Juden „a mentsh“ nennen – eine Seele von einem Menschen, wine gute Seele.

    Auch, wenn er tobte und explodierte, um seine Spieler und seinen FC Bayern zu schützen – wie zuletzt am vergangenen Sonntag im „Doppelpass“, als er meinen Kollegen Marco Fenske bepöbelte, weil der es gewagt hatte, etwas Kritisches in Richtung Brazzo zu äußern – hinter all diesen Ausbrüchen steckte der empathische Mensch Hoeneß, der seine Familie FCB schützte wie eine Löwenmutter.

    Trotz des Millionengeschäfts Bayern – Hoeneß ist einer der letzten authentischen Figuren in einem zunehmend verbierhofften Business. Der letzte Patriarch.

    Jeder, der Fußball mit jener reinen, unzerstörbaren Liebe liebt, die nur dieser Sport erzeugen kann, wird Uli Hoeneß vermissen: ob beim HSV, wo er um ein Haar 1978 angeheuert hatte oder St. Pauli, die er beim Retterspiel buchstäblich gerettet hatte – wer ihn nicht liebt und verehrt, der kann kein wahres Herz für den Fußball haben.

    Der Kloß im Hals wird immer dicker, wenn ich jetzt – im Flugzeug in die USA – zum Schluss komme und schreibe, Danke Uli, Danke für einen Großteil meines Lebens. Danke für alles – Servus, Uli.

    Daniel Killy

  • Dieser Thread ist dazu da, ein paar Worte an Uli zu seinem Abschied als Präsident zu richten und von den persönlichen Erlebnissen mit ihm zu berichten. Lasst eure Kleinkriege sein, das versaut diesen bisher tollen Thread. Jetzt also zurück zum Thema.

  • Ich glaube, dass wir so gut dastehen, dass es auf sehr lange Sicht gut weitergeht.

    Die Finanzen sind absolut überragend, sportlich stehen wir gut da und auch in der Führung sind die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft gestellt.

    Ich denke, Uli und Kalle hinterlassen ein bestelltes Feld.

    Give a man fire, he‘ll be warm for a day.

    Set a man on fire, he‘ll be warm for the rest of his life. - Rincewind

  • Ich glaube, dass wir so gut dastehen, dass es auf sehr lange Sicht gut weitergeht.

    Die Finanzen sind absolut überragend, sportlich stehen wir gut da und auch in der Führung sind die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft gestellt.

    Ich denke, Uli und Kalle hinterlassen ein bestelltes Feld.

    Sehe ich auch so.


    Einiges, was UH (und auch KHR und Brazzo) in den letzten Jahren getrieben haben, hat mir nicht gefallen.


    Aber grundsätzlich steht der Verein super da und hat alle Voraussetzungen um auch langfristig zu den Top 5 in Europa zu gehören.

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  • Lieber Uli,


    nun ist er da, der Tag von dem ich immer wusste das er irgendwann kommen wird und der trotzdem immer irgendwie unvorstellbar war.


    Es war der 15.10.1989, ein Sonntag nach einem Auswärtsspiel bei Fortuna Düsseldorf als ich dich das erste Mal "in echt" gesehen habe bei einer Promo-Aktion in einem Opel-Autohaus in Duisburg wo mein leidlich begeisterter Vater mit seinem 9jährigen Sohn, seit knapp 10 Monaten geouteter Bayern-Fan in einer Ruhrpottfamilie, mit mir hin musste. Hansi Pfllügler und Hans Dorfner waren auch da und haben Autogramme geschrieben und du ranntest da herum, aufgebracht weil offensichtlich nichts so war wie du es haben wolltest. Ein Auto musste noch einen Meter umgeparkt werden, die Beleuchtung auf das Bayern-Wappen und dann hatte der Dorfner Autogrammkarten vom Pflügler weil er seine im Auto vergessen hatte. Kopfschüttelnd bist du los und hast sie geholt. Ehrlicherweise habe ich mich an dem Tag natürlich auf die Spieler konzentriert, aber mein Vater war noch Jahre später sehr beeindruckt wie akribisch sich ein Uli Hoeneß selbst um solche eigentlich Kleinigkeiten kümmert.


    Mein Herz hast du dann anderthalb Jahre später gewonnen, 25. Januar 1991, Freundschaftsspiel (tatsächlich eher ein frühes Retterspiel) bei meinem Heimatverein Rot-Weiß Oberhausen, der sich in der Verbandsliga gerade vom Lizenzentzug erholte. Es war arschkalt und die Stimmung war feindselig, die paar übrig gebliebenen RWO-Hools wollten ihren letzten großen Auftritt nutzen. Und so stand ich nach dem Spiel mit einigen anderen Kindern an der Absperrung auf dem Stadionvorplatz wo der Bus parkte, während über uns hinweg schon die ersten Steine in Richtung Bus flogen. Du kamst mit dem damaligen RWO-Präsidenten aus den Katakomben und wurdest vom Pöbel ausgebuht, als du den Zaun entlang kamst hast du bei mir gestoppt und meintest: ,,Na, wenigstens einer der sich freut das wir heute hier sind, oder?". Ich musste in meinem Autogramm-Album weit nach hinten blättern damit du dein Bild unterschreiben konntest, das bemerktest du und fragtest auf welchen Spieler ich denn warten würde, dann gingst du los und hast Brian Laudrup extra für mich aus dem Bus geholt damit ich noch mein Autogramm bekam. Was für ein Tag!


    Es sollte fast 20 Jahre dauern bis wir uns wiedersehen, September 2009, DFB-Pokal in der Allianz-Arena, was für ein Kontrast und doch hatte sich nicht alles verändert. Wir konnten als Teil der Delegation des Gastvereins recht früh in einen der VIP-Räume und da standest du, Uli Hoeneß, und hast einer jungen augenscheinlich unerfahrenen, Dame vom Hospitality-Service gerade erklärt das die Tische abwechselnd mit roten und weißen Servietten bestückt werden sollen, sie also die Hälfte nochmal neu eindecken müsse. Du kamst dann kurz rüber, hast in die Runde gegrüßt und meintest wir hätten gute Chancen, Mario Gomez hätte im Abschlusstraining nur Luftlöcher geschossen und van Gaal wäre am verzweifeln. Der FC Bayern siegte 5:0 und auch Gomez traf.


    Der FC Bayern ist seit nunmehr 31 Jahren ein fester Teil meines Lebens und damit auch du. Das war nicht immer einfach, so manches Mal habe ich den Kopf geschüttelt, konnte manche Entscheidung und Äußerung nicht verstehen und doch habe ich deinen Kampf für unseren Verein immer im Kleinen geführt und den FCB und damit auch dich, stets bis aufs Blut verteidigt (was im Ruhrgebiet vor allem auf dem Schulhof das eine oder andere Mal durchaus wörtlich zu nehmen ist). Wir waren nicht immer einer Meinung, zuletzt immer seltener, aber tief drinnen weiss ich das alles immer zum Wohle des FC Bayern war, auch wenn man es als Außenstehender manchmal erst Jahre später erkannt hat.


    Heute ist es nun soweit Danke zu sagen, auch wenn es deiner Leistung für den FC Bayern natürlich nicht im Ansatz gerecht wird. 19x Meister, 11x Pokalsieger, 2x Champions League, 1x UEFA-Cup, 6x Supercup, 6x Ligapokal, 1x UEFA-Supercup, 2x Weltpokal/Klub-WM durften wir gemeinsam feiern, aber das sind letztlich nur Staubfänger in der Erlebniswelt. Die unzähligen Stunden die der FC Bayern dank dir mein Leben bereichert hat, die vielen tollen (und einige schmerzhafte) Momente in den Stadien oder vor dem TV, selige Kindheitserinnerungen an die ersten Europapokalnächte die ich mit meinem Vater erleben durfte, die Diskussionen im Kreis von Freunden und Familie, die vielen tollen Menschen von überall her die ich in den Jahren kennen lernen durfte, nichts davon hätte es ohne den FC Bayern und ohne dich gegeben.


    Lieber Uli, ich wünsche dir von Herzen alles Gute. Genieß die Zeit, du hast es dir verdient, vor allem deine Frau hat es nach vier Jahrzehnten verdient und ich hoffe du findest die Ruhe und den Abstand dein Lebenswerk mit Stolz zu betrachten im Wissen das du es in gute Hände gegeben hast.


    Servus Uli. Für immer FC Bayern.

  • Da ist er nun, dieser Tag. Danke Uli Hoeneß für fast 50 Jahre aktiver Teilnahme beim FC Bayern, ob nun als Spieler, Manager oder als Präsident und AR.


    Danke für viele phantastische Szenen von/mit dir in wichtigen Spielen von denen man heute noch spricht, Du warst damals schon ein ganz Großer auf dem Rasen.


    Danke Uli, das du dann damals nach deiner für dich bösen Verletzung die letztendlich deine Karriere als Fußballer stoppte den Mut dazu hattest diese schwere Aufgabe als Manager beim FC Bayern und das auch noch in einer für den Verein schweren fnanziellen Zeit zu übernehmen, eine Zeit die für dich bedeutete auch große Risiken eingehen zu müßen und das mit der Verantwortung für alle die damals für diesen Verein tätig waren. Darum ganz viele viele fette und große Danke'es für all das was du aus dieser Situation heraus mit diesem Druck auf deinen Schultern maßgeblich mit gestaltet hast. Du hast mit Leidenschaft und Liebe zum Verein erst mit ein neues starkes Fundament für den FC Bayern errichtet eine Basis aus dem sich ein international großer und wirtschaftlich potenter Verein entwickeln konnte, dazu mit einer Weltweiten Mitgliederzahl die einfach unglaublich ist. All das was wir Fans in der jüngsten Vergangenheit sportlich und personell bei/mit Spielern erleben durften, vom Triple bis Pep, von Loddar bis Robben, das wäre wohl ohne dieses starke Fundament stets nur ein Wunschtraum geblieben.


    Natürlich auch ein herzliches Danke für die Art wie du den FC Bayern als Präsident verkörpert hat, es war stets der gleiche Uli wie als Manager, nicht zu verbiegen, durchaus auch mal rauh und deftig im Ton wenn es dir nötig erschien, letzendlich aber auch immer noch mit Herz und der Bereitschaft selbst deinen hartnäckigsten Widersachern deine Hand zu reichen oder deren Hände nicht auszuschlagen wenn diese dir gereicht wurden

    Lieber Uli, du übergibst die Verantwortung für einen gesunden Verein in neue Hände, ich hoffe das wird dir auch den einen oder anderen Druck nehmen können und dich auf Dauer einfach milder und gelassener in deinen Antworten oder Reaktionen werden lassen, egal was dir oder dem FC Bayern auch so entgegen schallen sollte. Ja bitte bleibe ruhig stets eine Glucke für den FC Bayern, aber eine die nur mit ihren Flügeln hütet und nur dann die Krallen nutzt wenn es einfach nicht mehr anders geht.


    Lieber Uli, ich wünsche dir für heute den für dich Größtmöglichen Abschied, ohne jedes Störfeuer, denn selbt das kleinste Flämchen wäre auf Grund deinem fast 50 Jahre einmalig erfolgreichen Wirken für den FC Bayern absolut unangebracht. Viele, sehr viele die diese 50 Jahre von dir beim FC Bayern als Fan Lebensnah mit erleben durften so wie ich auch, werden heute Abend sicher auch die eine oder andere Träne vergießen, spätestens dann wenn wir dich bei deiner Verabschiedung emotional ebenfalls weinen sehen sollten.


    Danke lieber Uli, einfach für alles was mit von dir dazu beigetragen hat das der FC Bayern heute so dasteht wie er steht, deine Fußabtritte werden schwer zu füllen sein.

    „Let's Play A Game“