Corona - wie reagiert ihr?

  • In München hat das Paulaner im Tal im Zuge von Corona Insolvenz anmelden müssen. Das Traditionswirtshaus hatte im Jahr 1524 (!) seine Pforten geöffnet.


    Es sind die relativ kleinen Meldungen wie diese, die im Konkreten begreifbar machen, was hier gerade auch kulturell angerichtet wird.

    "Es zählt das, was bayernimherz sagt." (steveaustin10)

  • In München hat das Paulaner im Tal im Zuge von Corona Insolvenz anmelden müssen. Das Traditionswirtshaus hatte im Jahr 1524 (!) seine Pforten geöffnet.


    Es sind die relativ kleinen Meldungen wie diese, die im Konkreten begreifbar machen, was hier gerade auch kulturell angerichtet wird.

    Das muss man dann halt mal aushalten...

    Genau wie das hier:


    https://www.tonspion.de/news/k…na-livebranche-am-abgrund

    In der aktuellen Situation gibt es einfach keine wirtschaftlichen Lösungen mehr. Den unabhängigen Konzertveranstaltern, Clubs und Kulturzentren helfen Kredite nicht weiter. Sie können ja schlecht nach dem Ende der Corona-Krise einfach mehr produzieren – die Clubs können in ein paar Monaten ja nicht mir nichts dir nichts doppelt so viel Getränke verkaufen, und die Zahl der möglichen Konzerte in jeder Stadt ist sowohl dadurch begrenzt, daß es nun mal nur eine begrenzte Anzahl von Clubs und Hallen gibt (die in Großstädten zudem seit Jahren geringer wird, Stichwort Clubsterben), als auch dadurch, daß die Besucher*innenzahl limitiert ist und sich nicht beliebig steigern läßt.

    Sollten zum Beispiel im Herbst dieses Jahres oder 2021 ausgefallene Konzerte der aktuellen Saison nachgeholt werden, sind das ja zusätzliche Konzerte zu den ohnehin in diesen Zeiträumen bereits gebuchten Konzerten. Die Fans werden aber kaum zwei Konzerte pro Abend besuchen. Wie man es auch rechnet – die aktuell ausfallenden Konzerte werden zu nicht mehr revidierbaren Einnahmeausfällen verfügen.

    Es geht in der Konzertszene, und dort vor allem den kleinen und mittleren Firmen, Musiker*innen und Kulturarbeiter*innen, schlicht um die Existenz! Seit März keine Konzerte mehr, absehbar mindestens sechs, möglicherweise sogar noch mehr Monate mit null Einnahmen – wie soll das gehen?

    Und was passiert mit all den charmanten kleinen und mittleren Festivals, die die musikalische, also kulturelle Vielfalt unserer Gesellschaft überhaupt erst garantieren? Also zum Beispiel Haldern Pop, Moers, Immergut, Puch und wie sie alle heißen?

    Und Open Air-Reihen oder Zeltfestivals, vom Hamburger Stadtpark über die Berliner Zitadelle bis zu Tollwood München?

    Es droht eine Vielzahl von Betriebsschließungen, Konkursen und Betriebsaufgaben nicht nur bei Veranstaltern und Betreibern von Musikspielstätten, sondern auch im breiten Umfeld der Zulieferer. Es ist Eile geboten, wenn die Infrastruktur der Konzertszene gerettet werden soll.

    In dieser Situation benötigt die unabhängige Konzertwirtschaft tatsächlich Hilfe. Und zwar neben den vielen sehr ehrenwerten solidarischen Initiativen (von Karsten Jahnkes Quaratunes bis zur Aktion United We Stream der Berliner Clubcommission) eben vor allem massive staatliche Hilfe.

    Der Artikel ist sehr lang und betrachtet verschiedene Probleme der Branche, die teilweise auch schon vor Corona da waren.

    Aber was gerade passiert, könnte ganze Kulturzweige, Subkulturen und alles, was da so dran hängt, killen.

    Kann ja jeder selbst überlegen, welche Rolle Musik, Konzerte und Festivals in seinem Leben gespielt haben.

  • Dass Schlimme ist ja, dass es bestimmte Branchen wie Kultur- und Konzertveranstalter, Bars und Ähnliches gibt, für die noch nicht mal eine Perspektive existiert, wann und wie es weitergehen kann. Klar, ist jetzt nichts Dramatisches, wenn da ein Haufen pleite geht, wenn man es im globalen Kontext betrachtet. Aber in meinem kleinen Kosmos ist das doch relevant. Und Existenzen hängen da auch dran.

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  • Dass Schlimme ist ja, dass es bestimmte Branchen wie Kultur- und Konzertveranstalter, Bars und Ähnliches gibt, für die noch nicht mal eine Perspektive existiert, wann und wie es weitergehen kann. Klar, ist jetzt nichts Dramatisches, wenn da ein Haufen pleite geht, wenn man es im globalen Kontext betrachtet. Aber in meinem kleinen Kosmos ist das doch relevant. Und Existenzen hängen da auch dran.

    Eine dieser Existenzen ist mein Bruder. Daran hängt unter anderem sein Sohn.

    Man entzieht hier vielen vielen Menschen ihre Lebensgrundlage komplett. Wie sollen diese Menschen jemals wieder Vertrauen in den Staat fassen?

    Hilfe? Kannst ja Hartz beantragen...

  • Von welchem Bauchgefühl redest Du?


    "Bei der vom Bundesfamilienministerium initiierten Kinderschutzhotline nimmt die Zahl der Anrufe in der Coronavirus-Krise stark zu. Allein in den ersten beiden Mai-Wochen nutzte medizinisches Personal in mehr als 50 Verdachtsfällen das Hilfsangebot - fast so häufig wie im gesamten April. Das sagte Teamleiter und Kinderarzt Oliver Berthold im Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ)."

    Und damit ist die These, Corona-Beschränkungen führen zu überdurchschnittlich vielen Fällen häuslicher Gewalt, hinreichend belegt? Oder ist es vielleicht nur ein Indiz?


    Noch mal: Ich sage nicht, dass die These falsch ist. Ich sage, dass sie sich statistisch im Moment nicht belegen lässt.

  • Vielleicht hat "man" auch das Leben deines Bruders gerettet.

    :thumbsup:

    Wahrscheinlich. Denn dank Berufsverbot musste er keine tausende Kilometer auf der Autobahn abspulen, sich nicht auf halbfertigen Bühnen inkl. Pyrotechnik bewegen, und Alkohol hat er so sicher auch weniger getrunken. Vielleicht haben die Corona-Maßnahmen sogar sein Lungenkrebsrisiko durch Passivrauchen gesenkt!

    All diesen Dingen setzen sich viele Menschen jeden Tag aus, ohne jemals daran zu sterben. Zu einem Berufsverbot haben sie bisher aber nicht geführt, obwohl sie viel gefährlicher als ein abstraktes Corona-Ansteckungsrisiko sind.


    Diese scheiß Angstmaschinerie, die du da bedienst, war vielleicht ne Zeit lang ganz wirksam, mittlerweile ist sie völliger Mumpitz.

    Aber gut, jemand, dessen größtes Problem in den letzten Wochen war, dass er seinen blöden Spargel im Auto fressen musste statt im Restaurant, wird dazu verständlicherweise keinen Zugang finden...

  • Wahrscheinlich. Denn dank Berufsverbot musste er keine tausende Kilometer auf der Autobahn abspulen, sich nicht auf halbfertigen Bühnen inkl. Pyrotechnik bewegen, und Alkohol hat er so sicher auch weniger getrunken. Vielleicht haben die Corona-Maßnahmen sogar sein Lungenkrebsrisiko durch Passivrauchen gesenkt!


    Mag sein. Was ich - erkennbar - meine: Das Veranstaltungsgewerbe hat sich als besonders guter Nährboden für das Pandemiegeschehen erwiesen. Betrifft ja nicht "nur" die Gäste, sondern umso mehr jene, die in diesen Bereich arbeiten.


    Du kannst ja, wenn du magst, in einem Jahr mal berichten, wie sich die wirtschaftliche Situation deines Bruders entwickelt hat.

    Aber gut, jemand, dessen größtes Problem in den letzten Wochen war, dass er seinen blöden Spargel im Auto fressen musste statt im Restaurant, wird dazu verständlicherweise keinen Zugang finden...


    Den Spargel haben wir nicht im Auto gegessen, sondern im Freien mit Blick über das Wasser nach Potsdam. War das Gegenteil eines Problems.


    Probleme hatte und habe ich allerdings auch zu lösen: Etwa den Betrieb so zu gestalten, dass erstens die rechtlichen Rahmenbedingungen stimmen und zweitens für jeden Einzelnen eine auf ihn zugeschneiderte Lösung gefunden wird. Auch bei uns hätten die Einnahmen einbrechen können. Dass das Gegenteil der Fall war, konnten wir nicht absehen. Durchaus möglich, dass wir dafür demnächst ein Tal durchschreiten müssen. Aber jammere ich deswegen?

  • Was soll der Staat noch alles machen wir leben mittlerweile in einer Vollkaskogesellschaft jeder ruft nach dem Staat und wer zahlt die Rechnung ???

    Wir alle? Joke. Wohl mehr die starken Steuerzahler und ein bisschen Umverteilung von Eigentum wird es schon bringen. Vielleicht sollte man auch nicht immer nur das machen was man gerade kann. Nicht einfach, aber verändern und weitermachen ist dann doch besser als jammern. Es haben ja noch vor einiger Zeit junge Menschen Fernsehtechniker gelernt. Die motzen ja auch nicht dass der Staat es zugelassen hat, Röhrenfernseher nicht mehr kaputt gehen zu lassen.

    20 Prozent meiner Finger sind Daumen.

  • US-Präsident Donald Trump (73) sagt, seine tägliche Einnahmeroutine des Anti-Malariamittels Hydroxychloroquin ende in ein oder zwei Tagen.

    Er hatte diese Woche bei vielen Kritikern für Unverständnis gesorgt mit dem Eingeständnis, das Medikament zur Vorbeugung gegen Covid-19 zu nehmen. Eine Wirksamkeit der Anti-Malaria-Arznei gegen das Coronavirus ist EU-Experten zufolge nicht nachgewiesen, gegenwärtig laufen mehrere Studien. Die US-Arzneimittelaufsicht FDA hat vor schweren Nebenwirkungen beim Einsatz von Hydroxychloroquin bei Covid-19-Patienten gewarnt.



    na dann ist ja alles gut

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